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Di, 14. Mai 2019, 15:54

Software::Kernel

Fuchsia wird kein Android-Ersatz

Anders als von einigen Beobachtern vermutet, soll das neue Betriebssystem Fuchsia kein Ersatz für Android oder Chrome OS werden. Hiroshi Lockheimer von Google bereitete diesen Gerüchten ein Ende.

Google

Google hatte den Quellcode seines neuen Betriebssystems namens Fuchsia im August 2016 veröffentlicht. Aber Informationen, was Google mit Fuchsia vorhat und wie die Entwicklung weitergeht, gab es bislang kaum. Im April 2018 stellte Google zwar das Grundgerüst eines Buches vor, das einige technische Details dokumentiert. Aber vieles blieb bisher weiterhin offen. Die bisher letzte Spekulation zu Fuchsia stellte Bloomberg vor zehn Monaten an. Demnach werde Fuchsia entwickelt, um die Limitierungen von Android zu überwinden. Es solle besser auf persönliche Geräte eingestellt sein, die mit Sprachsteuerung arbeiten, aber auch für alle Geräte mit Netzanbindung, von Sensoren bis zu Laptops geeignet sein. Es solle sowohl Android als auch Chrome OS ablösen, wenn auch erst in einigen Jahren.

Wie sich nun zeigt, war wohl der gesamte Bloomberg-Artikel pure Spekulation. Googles Betriebssystem-Chef Hiroshi Lockheimer, verantwortlich sowohl für Android als auch für Chrome OS, gab letzte Woche zu Protokoll, dass Fuchsia für Google eine Investition darstelle, um neue Konzepte rund um Betriebssysteme zu erproben. Letztlich sei Fuchsia nur eines von vielen Projekten, die bei Google laufen. Zwar schloss er anscheinend nicht explizit aus, dass Fuchsia einmal Android oder Chrome OS ablösen könnte. Doch Pläne gibt es dazu wohl keine. Zuallererst ist Fuchsia demnach ein Experiment, und der wahrscheinlichste Einsatzfall für Fuchsia liegt in Geräten für das Internet der Dinge und neu aufkommende Geräteklassen.

Die Entwicklung von Fuchsia läuft also weiter, während der Einsatz auf realen Geräten wohl immer noch in ferner Zukunft liegt. Informationen über Fuchsia, das keine Berührungspunkte mit Linux hat, bleiben weiter spärlich. Einige Informationen sind aber dennoch verfügbar, zudem wird Fuchsia in öffentlichen Repositorien entwickelt. Regelmäßige Neuigkeiten zu Fuchsia können alle Interessenten auf 9to5Google erfahren, wo es auch eine Rubrik »Fuchsia Friday« gibt.

In der vorhandenen Dokumentation wird Fuchsia als modulares, auf Capabilitys beruhendes Betriebssystem beschrieben. Es enthält eine C-Laufzeitbibliothek (libc), die aber ebenso wenig POSIX-konform ist wie der Rest des Systems. Sie implementiert den C11-Standard, verzichtet aber auf Dateien und Sockets, Teile von pthreads, Signale sowie fork und exec. Für die Ein- und Ausgabe mit Dateien und Sockets muss man stattdessen die Bibliothek fdio verwenden.

Die Grafik beruht auf Vulkan und umfasst einen Kompositor und das GUI-Toolkit Flutter. Der Kernel von Fuchsia wurde von Travis Geiselbrecht entwickelt und heißt Zircon. Es handelt sich um einen Mikrokernel, der Dienste wie Dateisysteme und Treiber als Prozesse außerhalb des Kernels ausführt. Weiteres zu Fuchsia findet man im offiziellen Handbuch und im inoffiziellen Wiki.

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Kommentare (Insgesamt: 7 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Merkwürdig nur.... (MyZeD(zuFaulZumEinloggen), Fr, 17. Mai 2019)
Re: Verwandtschaft zu Haiku? (User, Di, 14. Mai 2019)
Re[2]: Also wenn ihr mich fragt: (Josef Hahn, Di, 14. Mai 2019)
Re: Also wenn ihr mich fragt: (schmidicom, Di, 14. Mai 2019)
Also wenn ihr mich fragt: (Josef Hahn, Di, 14. Mai 2019)
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