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Thema: Systemd: Mehr als 1,2 Millionen Zeilen Code

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Kommentare von Lesern spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wider.
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Von 1ras am Fr, 24. Mai 2019 um 22:09 #

Ich halte dein Ansinnen ja für eher akademisch. Ein Prozess kostet ansich ja erstmal quasi nix; und die allerwenigsten Hintergrunddienste werden wohl nach Startup irgendwelche messbaren Systemressourcen verbrauchen. Aber gut, wenn du da irgendwelchen Spezialkram machst... Wer weiß... Dann nimm doch einfach ein System, was mit wenig daherkommt, und rüste nach. Dein Top-Down Ansatz, gepaart mit dieser Einstellung erscheint mir hier gefährlich.

Also diese Argumentation kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Ich stamme auch aus einer Zeit wo es üblich war, jeden einzelnen Prozess persönlich zu kennen. Was aber heutzutage (insbesondere auf Desktop-Systemen) so alles nebenbei mitläuft oder von udev unter irgendwelchen nicht bis schlecht dokumentierten Bedingungen angestartet wird, ist nicht mehr feierlich. Diese unnötige Komplexität wird uns irgendwann gehörig auf die Füße fallen. Und tut es bereits heute schon, wenn mal etwas nicht so funktioniert wie es soll.

Wie pointer bereits weiter unten schrieb, in der Physik sucht man nach möglichst einfachen Lösungen für komplexe Probleme. In der IT scheint es hingegen genau umgekehrt zu sein.

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    Von throgh am Fr, 24. Mai 2019 um 22:54 #

    Es zeigt sich in der Debatte, dass andere Meinungsbilder nur schwerlich bis gar nicht erwünscht sind und man hier lieber im Status Quo verweilen mag. Also systemd nahezu in einem Großteil der Distributionen und immer mehr Abhängigkeiten statt Portabilität und Flexibilität. Tatsächlich ist es ja auch so, dass man auch mit immer mehr Komplexität ebenso Abhängigkeiten ignoriert und sie einfach akzeptiert statt hinterfragt. So läuft beispielsweise Pi-Hole erst gar nicht ohne systemd und Beiträge respektive Erweiterungen hinsichtlich OpenRC seitens Gentoo wurden sogar seitens Projektbeteiligten abgelehnt. Klar: Das ist die individuelle Entscheidung und dennoch zeigt sich hier die obligate Ignoranz wie auch Arroganz in Formvollendung. Mehrheitsprinzipien, welche dann andere Lösungswege nahezu vollständig verdrängen und genau das ist fatal.

    • 1
      Von Josef Hahn am Sa, 25. Mai 2019 um 02:51 #

      > Mehrheitsprinzipien, welche dann andere Lösungswege nahezu vollständig verdrängen und genau das ist fatal.

      ...PS: Da bin ich bei dir! Ich warte auch auf den Tag, dass WhatsApp verschwunden ist, und nicht obligatorisch auf jedem Werbeposter ein Instagram-Logo platziert sein muss... Bis zu diesem Tag muss ich davon ausgehen, dass die Mehrheit (a) den Ton angibt, und (b) sich dabei idR nicht allzu clever anstellt. Man muss wohl damit leben. Mehrheit ist Mehrheit ist Mehrheit... Was willste machen (außer Raumschiff bauen und eine intelligente Spezies da draußen suchen).....

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    Von Josef Hahn am Sa, 25. Mai 2019 um 02:43 #

    Ja, ist eine Abwägung... Erstmals rumgetrümmert habe ich auf einem System, wo es nur einen Prozess gab (von TSR-Tricks abgesehen). Und dieser Prozess hieß 'command.com' - bis man seinen Flugsimulator oder seine Textverarbeitung gestartet hat.

    Aber die Dinge werden halt auch dadurch komplexer, dass sie leistungsfähiger werden. Diese alte DOS-Möhre möchte ich nicht wiederhaben. Auch nicht das tolle, simple Betriebssystem. ;)

    Es ist sicher etwas dran, dass vieles auch unnötig komplex wird. Auch da ist es wieder eine Abwägung - nämlich bspw. gegen das Können des Bastlers (a.k.a. 'Developers') und gegen 'Wirtschaftlichkeit' (auch wenn's dabei nicht um Geld gehen muss). Aber ich gehe fest davon aus - und ich habe selbst auch sehr gern einen Überblick über die Technik, die ich nutze - dass mir ein System, bei dem ich jeden Prozess persönlich kenne, nicht zusagen würde.

    Man verlangt heute schon einiges an Komfort von einem Desktopsystem. Und zwar zurecht. Warum auch nicht? Nur damit `ps aux` auf eine Bildschirmseite passt?! Nööö....

    > Und tut es bereits heute schon, wenn mal etwas nicht so funktioniert wie es soll.

    ... was ja in der FOSS-Welt nicht soooo unüblich ist, aber in den letzten zwanzig Jahren keineswegs schlechter geworden ist. KDE1 war simpler als KDE5. Besser funktioniert hat's deshalb nicht...

    Und trotzdem nochmal: Ja - an manchen Stellen könnte man gern versuchen, auch mal mit weniger auszukommen. Und lieber mal was zu Ende machen, bevor man das nächste Feature halbfertig frickelt. Aber da fällt mir wirklich nicht zuerst systemd ein, wenn ich an Dinge denke, die uns auf die Füße fallen könnten.

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