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Mi, 5. Juni 2019, 14:39

Gemeinschaft::Lizenzen

CockroachDB wechselt zur Business Source License

Die SQL-Datenbank CockroachDB wechselt von der Apache-Lizenz zur Business Source License und ist damit nicht mehr vollständig freie Software. Grund für die Änderung ist wie zuvor schon bei Redis, MongoDB und anderen die Nutzung der Software durch Cloud-Anbieter, die den Herstellern viele Kunden wegnimmt.

Mirko Lindner

CockroachDB ist eine verteilte Datenbank für die Cloud, anders als diverse andere neue Datenbanken allerdings mit SQL-Abfragemöglichkeiten. Sie wurde vor zwei Jahren in Version 1.0 vorgestellt. Sie nutzt PostgreSQL auf den einzelnen Knoten, hat nach Angaben des Herstellers keinen »Single Point of Failure« und ist nicht auf spezifische Plattformen beschränkt. SQL-Abfragen werden parallelisiert und die Commits selbstverständlich auf allen Knoten repliziert. Dabei wird der Datenkonsistenz die höchste Priorität eingeräumt.

CockroachDB kann mit populären Werkzeugen wie Kubernetes oder Docker Swarm orchestriert werden, aber notfalls auch in Handarbeit. Es unterstützt den Einsatz in hybriden Clouds, bei denen die Cloud primär unternehmensintern gehalten wird, aber bei Bedarf Knoten auf einer öffentlichen Cloud hinzugenommen werden. Die Migration zwischen Clouds soll ohne Stillstand möglich sein.

Hersteller der Datenbank ist Cockroach Labs, deren Gründer keine Geringeren als Spencer Kimball und Peter Mattis sind, die ursprünglichen Autoren von Gimp. Sie veröffentlichten die Community-Edition von CockroachDB unter der Apache-Lizenz 2.0. Für Unternehmen gibt es das kommerzielle Angebot »CockroachDB Enterprise«, die neben Support als zusätzliche Funktion ein verteiltes, inkrementelles Backup und Wiederherstellung anbietet. Wegen der Wichtigkeit von Backups besitzt auch die freie Ausgabe von CockroachDB diese Fähigkeit, allerdings nicht parallelisiert und daher wesentlich langsamer.

Das Geschäftsmodell von CockroachDB zeitigte nicht den gewünschten Erfolg, wie Spencer, Mattis und Ben Darnell jetzt feststellen. Cloud-Anbieter wie Amazon nahmen die freie Community-Edition, bauten proprietäre Verwaltungsfunktionen darum herum und bieten diese Kombination in ihrer Cloud an. Damit nehmen sie Cockroach Labs viele potentielle Kunden weg. Der Hersteller sieht sich nun gezwungen, mit einer Lizenzänderung zu reagieren. Dabei schlägt er allerdings einen anderen Weg ein als zuvor Redis, Confluent, MongoDB oder Neo4j Enterprise und Dgraph. Diese Hersteller hatten es zuvor mit eigenen Lizenzen oder der »Commons Clause« als Zusatz versucht. Auch wenn dabei beabsichtigt wurde, die Auswirkung der Änderungen gering zu halten, wurden die betroffenen Produkte zumindest in Teilen unfrei.

Die Besonderheit von CockroachDB ist, dass als neue Lizenz die Business Source License (BSL) 1.1 von MariaDB gewählt wurde. Auch die BSL ist notwendigerweise unfrei, da sie bestimmte Nutzungseinschränkungen enthält. Diese Einschränkungen betreffen allerdings nur Anbieter wie Amazon, da es nicht mehr erlaubt ist, CockroachDB als Dienst anzubieten, ohne Lizenzen zu erwerben. Eine weitere Besonderheit ist, dass die BSL jeweils für spezifische Versionen der Software gilt. Nach Ablauf von drei Jahren ändert sich die Lizenz dieser Version zurück zur Apache-Lizenz 2.0. Die Lizenzänderung soll mit CockroachDB 19.2 beginnen, das voraussichtlich im Oktober erscheint. Cockroach Labs hofft, dass diese »Anpassung der Open-Source-Lizenz an die neue Realität« zum langfristigen Erfolg des Unternehmens beiträgt.

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