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Mo, 1. Juli 2019, 14:08

Software::Distributionen

Google eröffnet Dokumentationsportal zu Fuchsia

Das erstmals im August 2016 vorgestellte neue Betriebssystem Fuchsia erhält nun bessere Dokumentation. Dazu eröffnete Google fuchsia.dev, das die bereits veröffentlichte sowie auch neue Dokumentation enthält und sie durchsuchbar macht.

Google

Das erstmals im August 2016 im Quellcode veröffentlichte neue Betriebssystem Fuchsia gibt immer noch Rätsel auf. Seit sechs Wochen ist zumindest klar, dass Fuchsia nicht als direkter Ersatz oder Android oder Chrome OS geplant ist. Googles Betriebssystem-Chef Hiroshi Lockheimer, verantwortlich sowohl für Android als auch für Chrome OS, erklärte, dass Fuchsia für Google eine Investition darstelle, um neue Konzepte rund um Betriebssysteme zu erproben. Letztlich sei Fuchsia nur eines von vielen Projekten, die bei Google laufen. Was sich daraus entwickelt, ist demnach noch offen. Zuallererst sei Fuchsia ein Experiment, und der wahrscheinlichste Einsatzfall für Fuchsia liegt in Geräten für das Internet der Dinge und neu aufkommende Geräteklassen. Das schließt zwar nicht explizit aus, dass Fuchsia einmal Android oder Chrome OS ablösen könnte, aber wenn, dann erst in ferner Zukunft.

Fuchsia hat keine Berührungspunkte mit Linux und kann entweder aus dem Quellcode in den öffentlichen Repositorien oder aus der noch spärlichen Dokumentation erschlossen werden. In der vorhandenen Dokumentation wird Fuchsia als modulares, auf Capabilitys beruhendes Betriebssystem beschrieben. Es enthält eine C-Laufzeitbibliothek (libc), die aber ebenso wenig POSIX-konform ist wie der Rest des Systems. Sie implementiert den C11-Standard, verzichtet aber auf Dateien und Sockets, Teile von pthreads, Signale sowie fork und exec. Für die Ein- und Ausgabe mit Dateien und Sockets muss man stattdessen die Bibliothek fdio verwenden.

Die Grafik beruht auf Vulkan und umfasst einen Kompositor und das GUI-Toolkit Flutter. Der Kernel von Fuchsia wurde von Travis Geiselbrecht entwickelt und heißt Zircon. Es handelt sich um einen Mikrokernel, der Dienste wie Dateisysteme und Treiber als Prozesse außerhalb des Kernels ausführt.

Im April 2018 hatte Google schon das Grundgerüst eines Buches vorgestellt, das einige technische Details von Fuchsia dokumentiert. Jetzt hat Google diese Dokumentation weiter verbessert und auf fuchsia.dev veröffentlicht. Die neue Seite fasst die bisherige Dokumentation zu Fuchsia, fdio und Zircon zusammen und ergänzt sie um Referenzinformation und eine Suchfunktion. Weitere Informationen werden erwartet. Die Webseite 9to5Google, die regelmäßige Neuigkeiten zu Fuchsia meldet, spekuliert über den Grund, warum die neue Seite gerade jetzt online geht. Demnach will Google vielleicht demnächst Initiativen starten, um App-Entwickler für Fuchsia zu gewinnen. Weiteres zu Fuchsia findet man auch im inoffiziellen Wiki.

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