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Mi, 3. Juli 2019, 15:38

Software::Distributionen

Open Distro for Elasticsearch in Version 1.0 erschienen

Im März hatte Amazon unter dem Namen »Open Distro for Elasticsearch« eine eigene Distribution von Elasticsearch gestartet, die anders als das Originalprojekt ausschließlich vollständig freie Komponenten enthält. Jetzt ist Version 1.0.0 freigegeben.

Amazon

Elasticsearch ist eine in Java geschriebene Suchmaschine, die auf Apache Lucene aufbaut. Sie ist auf die Verarbeitung und Analyse von Daten in Echtzeit ausgelegt und lässt sich auf viele Knoten eines Clusters verteilen, um hohe Leistung zu erzielen. Auf jedem Host können mehrere unabhängige Indexe abgelegt werden. Elasticsearch bietet leistungsfähige Möglichkeiten zur Volltextsuche, Mehrsprachigkeit, eine leistungsfähige Abfragesprache, Einbeziehung von Standorten, kontextabhängige Korrekturvorschläge für die Suchbegriffe und automatische Ergänzung der Eingabe.

Amazon ist ein Nutzer von Elasticsearch, und zwar in der Form, dass Instanzen des Systems in der Amazon-Cloud angeboten werden. Dies ist genau die Art von Nutzung, die Unternehmen wie Redis, MongoDB und Confluent dazu veranlasste, ihre Lizenz zu erweitern, um von Amazon & Co. Geld zu erhalten. Amazon betont dagegen, zu den entsprechenden Open-Source-Projekten beizutragen, im Falle von Elasticsearch zu Apache Lucene. Elastic hingegen dürfte an Amazon keinen Cent verdient haben.

Elastic glaubt nach eigenen Angaben fest an Open Source. Doch als das Unternehmen im April 2018 im Zuge der Veröffentlichung von Elasticsearch 6.3 einige bisher proprietäre Module öffnete (die sogenannten X-Packs, ohne die dem Suchprogramm bestimmte Datenquellen nicht zugänglich sind), verwendete es nicht die Apache-Lizenz 2.0, sondern die proprietäre Elastic-Lizenz, die nur die kostenlose Benutzung unter bestimmten Bedingungen erlaubt. Die durch diese Maßnahme entstandene Vermischung freier und proprietärer Software in den Downloads und den Repositorien hat laut Amazon zur Verunsicherung vieler Benutzer geführt, denen nicht klar ist, ob sie die Software noch lizenzkonform verwenden. Die Antwort von Amazon war eine Elasticsearch-Distribution mit ausschließlich freien Komponenten, die im März als »Open Distro for Elasticsearch«, unterstützt von Netflix, Expedia und anderen, angekündigt wurde.

Jetzt hat die Distribution Version 1.0.0 erreicht. Sie enthält nun Elasticsearch 7.0.1 und Kibana 7.0.1, Transportverschlüsselung, Benutzerauthentifikation, Auditing, granulare auf Rollen beruhende Zugriffskontrolle, Überwachung und Alarmierung bei Ereignissen, Geschwindigkeitsanalyse und SQL-Unterstützung. Das Sicherheitsmodul unterstützt eine neue Konfigurationssyntax und eine angepasste YAML-Konfiguration. Neu mit dabei ist das Modul Job Scheduler, dazu kamen Aktualisierungen und Verbesserungen in allen Komponenten.

Open Distro for Elasticsearch 1.0.0 steht zum freien Download zur Verfügung. Neben RPM- und DEB-Paketen gibt es auch Docker-Images, die außerdem auch auf Docker Hub zu finden sind.

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