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Thema: Debian GNU/Hurd 2019 veröffentlicht

11 Kommentar(e) || Alle anzeigen ||  RSS || Kommentieren
Kommentare von Lesern spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wider.
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Von user am Di, 9. Juli 2019 um 10:24 #

Es sieht so aus als würde HURD eine Mischung aus UNIX und Plan9 sein wollen, also warum nicht gleich Plan9 nutzen.

Alternativen zu GUI Programmen und Klick OS mit guten Unix fähigkeiten, sollte man Haiku nutzen.

Wer ein wirkliches UNIX braucht nutzt OpenBSD, FreeBSD.

Wer was komplett eigenes Bauen will mit guter Hardware Unterstützung, sollte sich was mit den Linux Kernel bauen.

  • 2
    Von djaxa am Di, 9. Juli 2019 um 12:24 #

    Wieder mal vergesse: Die Solaris-Derivate auf Illumos-Basis, z.B. OmniosCE oder OpenIndiana... Vor allem als Server-OS tauglich. :D

    Djaxa

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    Von Oiler der Borg am Di, 9. Juli 2019 um 14:15 #

    Hurd ist schon was eigenes , und an gewissen Ecken konzeptionell sogar ganz chique (etwa Gerätetreiber im Userspace), aber es kommt nicht vom Fleck

    Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert. Zuletzt am 09. Jul 2019 um 14:15.
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    Von klopskind am Di, 9. Juli 2019 um 16:32 #

    Es sieht so aus als würde HURD eine Mischung aus UNIX und Plan9 sein wollen, also warum nicht gleich Plan9 nutzen.
    GNU Hurd wurde in erster Linie als direkter FLOSS-Ersatzkandidat für traditionelle Unix-Kernel entworfen. Entwurfsvorgabe hierfür waren die Implementierung diverser Protokolle auf Basis des GNU Mach Microkernel bzw. dessen IPC-System. Die bestehenden Unix-Konzepte wurden quasi mit anderen Techniken reimplementiert und nicht signifikant erweitert.
    Seit 1990 steht es unter der Schirmherrschaft des GNU-Projekts, und ist seitdem unter der GPL (aktuell GPL2+) lizenziert. Die Entwicklung hielt nicht Schritt mit den Anforderungen und Erwartungen, bis sie mit dem Erfolg von Linux als FLOSS-Alternative quasi stagnierte.
    Quellen: [0], [1]

    Plan 9 hingegen war der Versuch ein verteiltes Betriebssystem auf Basis bestehender Unix-Konzepte zu errichten und begann als reines Forschungsprojekt in den Bell Labs ohne direkte Anwendung in der Praxis. Dafür waren diverse Erweiterungen und neue Konzepte nötig. Das Mantra lautete "everything is a file". Eine Eigenschaft, die andere unixoide Betriebssysteme teilweise übernommen und implementiert haben, was unter Anderem ein Grund war, weswegen Plan 9 selbst nicht populärer.
    Es war erst 1995 öffentlich verfügbar (nur für nicht-kommerzielle Zwecke), und zuvor - seit 1992 - nur an Universitäten. Seit 2002 war es schließlich unter der Lucent Public License verfügbar (kein Copyleft, nicht GPL-kompatibel). Erst seit 2014 wurde es unter der GPL2 verfügbar.
    Quellen: [2], [3]

    Haiku ist eine Reimplementierung des modularen BeOS als Betriebssystem für den PC (Hauptzielkundschaft Desktop-Anwender), wobei die Kompatibilität zu BeOS inzwischen stark eingeschränkt ist. Es verwendet einen Hybridkernel und ist in C++ geschrieben, und bietet eine durchgehend objektorientierte Entwickler-API. Es ist weitestgehend POSIX-kompatibel.
    Die Erstveröffentlichung war 2002. Seit 2003 steht es unter Haiku, Inc., einer NPO mit Sitz in Rochester, NY. Es ist größtenteils MIT-lizenziert.
    Quellen: [4], [5]

    So gesehen finden sich deutliche Unterschiede - sowohol technischer, als auch zeitlich-juristischer, sowie philosophisch-organisatorischer Natur, sodass die Projekte nicht direkt miteinander vergleichbar sind.

    Wer ein wirkliches UNIX braucht nutzt OpenBSD, FreeBSD.
    Was ist ein "wirkliches UNIX" denn? Die einzige mir bekannte, derzeit gängige Definition von UNIX ist die markenrechtliche, siehe hier. Die hier aufgelisteten Systeme sind UNIX-zertifiziert. Weder OpenBSD noch FreeBSD sind darunter.
    Falls Sie darauf anspielen wollten: Die BSDs sind historisch gesehen enger verwandt mit dem traditionellen Unix als es Haiku, GNU Hurd, Plan 9, Minix oder Linux sind, siehe hier.

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    Von Ghul am Di, 9. Juli 2019 um 21:16 #

    Haiku hat keine Benutzer- und Rechtetrennung.
    Das ist ein OS für Einzelplatzsysteme und daher allein aus Sicherheitsgründen schon in der heutigen Zeit ein absolutes NoGo.

    Und solange man da bei Haiku nichts ändert, was man ja auch nicht will, weil man unnötigerweise die Kompatibilität zu BeOS aufrecht erhalten will, wird sich da auch nicht viel ändern.

    Unnötig ist es meiner Meinung nach deswegen, weil die ganze alte closed source Software, die für BeOS erschienen ist, schon so alt ist und es somit besseres aufn dem Markt gibt und diese verkauften Stückzahlen dieser CS Software so eine Verbreitung hat, dass man sich die Kompatibilität problemlos sparen könnte.
    Denn alte Zöpfe verhindern auch neue Konzepte.

    Was Haiku am Anfang vielleicht einen Schwung an Entwicklern gebracht hat, schadet Haiku am Ende, weil die das gesamte Projekt an das Konzept eines alten Eisen orientieren müssen.

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      Von user am Mi, 10. Juli 2019 um 12:07 #

      Haiku hat sehr wohl user rechte, genau so wie in linux, bsd ...

      "multiuser support is included at the kernel/FS level by default and has been for some time, so chown/chmod work, as does useradd & etc. So you can set up SSH access to your machine using this."

      • 0
        Von Ghul am Mi, 10. Juli 2019 um 18:57 #

        In der GUI merkt man davon nichts. So war das jedenfalls bei meinem letzten Test.
        Es gab weder einen Multiuserlogin, noch irgendwo eine Konfiguration wo man das einstellen konnte. Die Prozessansicht verriet darüber auch nichts, dass diese bestimmten Nutzern zugewiesen werden würden.

        Und BeOS war nie ein Multiuserbetriebssysytem zu dem Haiku kompatibel sein will.

        Wenn sich da also etwas getan hat, dann lediglich in letzter Zeit und nicht von Beginn an der Entwicklung.
        Wer weiß ob das überhaupt gut integriert ist oder einfach nur oben drauf gepappt ist, so wie bei Win9x. Bei dem man auch mehrere Benutzerprofile anlegen konnte, Sicherheitstechnisch das aber gar nichts brachte, da alle Nutzer schlicht Adminrechte hatten.

      0
      Von klopskind am Mi, 10. Juli 2019 um 13:21 #

      1. Mir war so, als ob Haiku POSIX-Kompatibilität anstrebt.

      Da stellt sich die Frage: Sind Benutzer- und Rechtetrennung nicht grundlegende Bestandteile von POSIX? Immerhin hatten Multics und Unix aus den Bell Labs als time-sharing-Systeme, großen Einfluss auf POSIX, und sie waren bereits von Beginn an multiuser-fähig, konnten also Nutzer und deren Rechte sauber trennen.

      Daher scheint mir Ihre Aussage, Haiku hätte keine Benutzer- und Rechtetrennung, kompletter Kokolores zu sein.

      Übrigens schließen sich Einzelplatzsystem (kein multiseat) und multiuser-Fähigkeiten nicht direkt aus.

      2. Ja, die Kompatibilität von Haiku zu BeOS ist unvollständig, schon seit Jahren nur eine technisch dürftige Krücke mit großen Einschränkungen, und hat langfristig keine Zukunft. Man ist allerdings in einer Situation, wo man trotzdem vieles weiterentwickeln kann.

      [...], dass man sich die Kompatibilität problemlos sparen könnte.
      Ja, kann man machen. Und ich würde denken, dass diese Ansicht global mehrheitsfähig wäre, aber eben nicht innerhalb des Haiku-Projekts. Lassen Sie den Beteiligten doch bitte die Ausübung ihrer Freiheiten, z.B. um alten Kram zu unterstützen, ohne Rechtfertigungsansprüche zu stellen, die ohnehin nicht bestehen!

      Sie haben im Gegenzug die Freiheit dem Projekt etwas beizusteuern, es zu forken oder einfach nur darüber zu lamentieren. Das ist Ihre Entscheidung. Egal wie Sie sich entscheiden: Bitte berücksichtigen Sie zuvor die abschätzbaren Konsequenzen, ohne im sich Nachhinein darüber zu beschweren!

      Denn alte Zöpfe verhindern auch neue Konzepte.
      Jein, nicht in jedem Fall. Wie sieht es hier aus?

      3.

      Was Haiku am Anfang vielleicht einen Schwung an Entwicklern gebracht hat, schadet Haiku am Ende, weil die das gesamte Projekt an das Konzept eines alten Eisen orientieren müssen.
      Was qualifiziert Sie dazu, das ernsthaft und glaubhaft zu behaupten? Falls Sie sich dennoch so sicher sind, rate ich Ihnen, Ihre Sorgen und Weisheiten mit dem Haiku-Projekt zu teilen, wenn Sie es nicht schon getan haben, um das Projekt in Ihrem Sinne "auf den richtigen Weg" zu bringen, denn scheinbar liegt es auch in Ihrem Interesse.
      Ich denke, dass Haiku Inc. am besten weiß, was gut für das Projekt ist.

      • 0
        Von Ghul am Mi, 10. Juli 2019 um 19:09 #

        1. POSIX Kompatibilität kannst du mit API Kompatibilität gleichsetzen.
        Das bedeutet nicht, dass das OS getrennte Nutzer haben muss, es muss nur mit Multiuser Datensätzen entsprechend umgehen können. Das kann aber jeder Adminzugang.

        Ja, Multics und Unicy konnten das, aber BeOS konnte das nicht, es war als Win9x Ersatz mit Schwerpunkt im möglichst latenzfreien Multimediabereich entwickelt worden und Win9x war eigentlich nur ein Singleuserbetriebssystem, das lediglich mehrere Benutzerprofile erlaubte.
        Eine Nutzer- und Rechtetrennung wurde aber weder bei Win9x noch bei BeOS durchgesetzt.

        Insofern ja, als BeOS dann mit der Version 3.5 ungefähr 1997s der breiten Öffentlichkeit bekannt wurde, war es in diesem Gebiet bereits veraltet, denn sowohl WinNT, OS/2 als auch Linux boten eine Nutzer- und Rechtetrennung.
        Als BeOS 4.0 dann erschien, stürzte sich schon eine große Anzahl an Nutzer, die von Windows weg wollten, auf Linux.
        Der Rest ist Geschichte.

        BeOS kam zu spät und hatte keine Nutzer- und Rechtetrennung.
        Und Haiku orientiert sich daran und hat bzw. hatte diese auch nicht.

        2. unnötig

        3. Weil es stimmt.
        Guck dir einfach mal die Geschichte an wie Haiku entstand.

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          Von klopskind am Do, 11. Juli 2019 um 14:30 #

          1.

          Das bedeutet nicht, dass das OS getrennte Nutzer haben muss, es muss nur mit Multiuser Datensätzen entsprechend umgehen können. Das kann aber jeder Adminzugang.
          Was genau soll das bedeuten und wo liegt der Unterschied?

          Ja, Multics und Unicy konnten das, aber BeOS konnte das nicht, [...]
          Im Punkt 1 ging es allein um Haiku bzw. um die Aussage, Haiku hätte keine Benutzer- und Rechtetrennung (Zitat: "Haiku hat keine Benutzer- und Rechtetrennung.").

          Und Haiku [...] hat bzw. hatte diese [Nutzer- und Rechtetrennung] auch nicht.
          Genau das habe ich bezweifelt. Wie sonst sollten die Haiku-Ports gängiger Unix-Programme, die wie bspw. Shells auch multiuser-Konzepte aus POSIX verwenden, laufen?

          Um das abzukürzen habe ich ein wenig recherchiert, wie das technisch umgesetzt wird. In Beispielen: 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8 usw.
          Ich muss zugegeben, dass es mehr wie eine Emulation der POSIX-Kompatibilität wirkt. Und trotzdem unterstützt es genug, um diverse Unix-Programme auszuführen und auf Wikipedia als "mostly POSIX-compliant" geführt zu werden. (Im Übrigen wird dort auch BeOS aufgeführt, aber das nur am Rande.)

          2. geschenkt

          3. Sie verwerfen meine Zweifel ("Was qualifiziert Sie dazu, das ernsthaft und glaubhaft zu behaupten?") an Ihrer Aussage (s.o.) damit, dass Ihre Aussage stimmt ("Weil es stimmt.") und Sie mir weiterhin Unwissenheit ("Guck dir einfach mal die Geschichte an wie Haiku entstand.") unterstellen.
          Sie haben eine äußerst bestechende Logik!

          Zur Geschichte Haikus können Sie mir sicherlich einige Weisheiten aus Ihrem reichhaltigen Wissensfundus darlegen, die Ihre Thesen auf eine solide Grundlage stellen, oder? Ich habe das gelesen. Welcher Teil dieses Artikels stützt Ihre These?

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    Von asdfghjkl am Do, 18. Juli 2019 um 14:06 #

    Oh, so viele "sollte" in einem Post...

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