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Thema: Debian GNU/Hurd 2019 veröffentlicht

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Von klopskind am Di, 9. Juli 2019 um 16:32 #

Es sieht so aus als würde HURD eine Mischung aus UNIX und Plan9 sein wollen, also warum nicht gleich Plan9 nutzen.
GNU Hurd wurde in erster Linie als direkter FLOSS-Ersatzkandidat für traditionelle Unix-Kernel entworfen. Entwurfsvorgabe hierfür waren die Implementierung diverser Protokolle auf Basis des GNU Mach Microkernel bzw. dessen IPC-System. Die bestehenden Unix-Konzepte wurden quasi mit anderen Techniken reimplementiert und nicht signifikant erweitert.
Seit 1990 steht es unter der Schirmherrschaft des GNU-Projekts, und ist seitdem unter der GPL (aktuell GPL2+) lizenziert. Die Entwicklung hielt nicht Schritt mit den Anforderungen und Erwartungen, bis sie mit dem Erfolg von Linux als FLOSS-Alternative quasi stagnierte.
Quellen: [0], [1]

Plan 9 hingegen war der Versuch ein verteiltes Betriebssystem auf Basis bestehender Unix-Konzepte zu errichten und begann als reines Forschungsprojekt in den Bell Labs ohne direkte Anwendung in der Praxis. Dafür waren diverse Erweiterungen und neue Konzepte nötig. Das Mantra lautete "everything is a file". Eine Eigenschaft, die andere unixoide Betriebssysteme teilweise übernommen und implementiert haben, was unter Anderem ein Grund war, weswegen Plan 9 selbst nicht populärer.
Es war erst 1995 öffentlich verfügbar (nur für nicht-kommerzielle Zwecke), und zuvor - seit 1992 - nur an Universitäten. Seit 2002 war es schließlich unter der Lucent Public License verfügbar (kein Copyleft, nicht GPL-kompatibel). Erst seit 2014 wurde es unter der GPL2 verfügbar.
Quellen: [2], [3]

Haiku ist eine Reimplementierung des modularen BeOS als Betriebssystem für den PC (Hauptzielkundschaft Desktop-Anwender), wobei die Kompatibilität zu BeOS inzwischen stark eingeschränkt ist. Es verwendet einen Hybridkernel und ist in C++ geschrieben, und bietet eine durchgehend objektorientierte Entwickler-API. Es ist weitestgehend POSIX-kompatibel.
Die Erstveröffentlichung war 2002. Seit 2003 steht es unter Haiku, Inc., einer NPO mit Sitz in Rochester, NY. Es ist größtenteils MIT-lizenziert.
Quellen: [4], [5]

So gesehen finden sich deutliche Unterschiede - sowohol technischer, als auch zeitlich-juristischer, sowie philosophisch-organisatorischer Natur, sodass die Projekte nicht direkt miteinander vergleichbar sind.

Wer ein wirkliches UNIX braucht nutzt OpenBSD, FreeBSD.
Was ist ein "wirkliches UNIX" denn? Die einzige mir bekannte, derzeit gängige Definition von UNIX ist die markenrechtliche, siehe hier. Die hier aufgelisteten Systeme sind UNIX-zertifiziert. Weder OpenBSD noch FreeBSD sind darunter.
Falls Sie darauf anspielen wollten: Die BSDs sind historisch gesehen enger verwandt mit dem traditionellen Unix als es Haiku, GNU Hurd, Plan 9, Minix oder Linux sind, siehe hier.

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