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Thema: Rückzieher bei Nominierung von Mozilla als Internet-Schurke

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Kommentare von Lesern spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wider.
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Von throgh am Di, 16. Juli 2019 um 07:29 #

Die Frage war nicht, ob jemand Anderes lernt sondern ob jeder von uns bereit dazu ist und auch aktiv lernen möchte mit Betonung ohne derlei selektiv gesetzte, eindeutig falsch eingeordnete Rückschlüsse, welche dann eindeutig nur dazu gedacht sind etwas oder Jemanden zu stürzen und dann an die jeweils frei gewordene Stelle zu treten. Denn genau das ist immanenter Bestandteil aller revolutionärer Bewegungen. Genau deswegen unterscheiden auch soziale Betrachtungen zwischen Reformern und Revolutionären. Erstere möchten eine kontinuierliche Veränderung, Letztere wollen eine spontane, sofortige Wende und scheuen auch nicht davor zurück massiv Gewalt zu nutzen.

Persönlich gesprochen: Reformieren und zwar so, dass Systemkontexte ebenso langsam aber sicher hinterfragt und verändert werden statt Geschichte nur zu wiederholen. Vor allem auch gerade weil hier im Kommentarverlauf hübsch nur "Andere" verantwortlich gemacht werden sollen statt auch einmal vor der eigenen Haustüre zu kehren. Das zeigt sich nämlich auch wie wenig Rücksicht die sog. "Open-Source"-Gemeinschaft auf eigene Belange nimmt und Alles unter den Mantel des Fortschritts stellt. Dabei aber ebenso bereit ist eigene Werte direkt in den Abfluss zu werfen, beispielsweise auch Datenschutz und Zuwendung hinsichtlich wirklich quelloffener, freier Software. Allein der stete Einsatz von proprietären Bestandteilen wird gerne wie oft zur Seite gekehrt.

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    Von mw am Di, 16. Juli 2019 um 12:51 #

    Sehe ich nicht so. Die Frage ist, ob eine Organisation, politisch, sozial oder andere, bereits oder in der Lage ist zu lernen. Das darf für die Majorität in zweifel gezogen werden. Das lernen des Einzelnen in einer solchen Organisation beschränkt sich dann nämlich darauf, diese zu verlassen, weil die Organisation als Ganzes nicht lernfähig ist. Das trifft sicher auch auf diverse Communities im Open Source Umfeld zu.

    Reform ist Neusprech und dient zur Tarnung einen sachverhalt möglichst ins Gegenteil zu verkeheren und wird immer gerne von rechts-konservativen Politikern benutzt, um die Vorhaben harmlos aussehen zu lassen oder den Bürgern den Glauben zu vermitteln irgendetwas wäre nicht gut und somit reformbedürftig. Sie werden aber bewußt benutzt, um meist unsoziale Vorhaben umzusetzen (s. Hartz, Gesundheitsreform, Rentenreform, Urheberrechtsreform usw.). Das gegenstück zu Revolution ist übrigens nicht Reform sondern Evolution. Dabei findet eine Auswahl unter den Individuen satt, was gut ist und behalten wird und was verworfen wird. Dabei sind nicht nur minderheiten am Entscheidungsprozess beteiligt, sondern die gesamte Population.

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      Von throgh am Di, 16. Juli 2019 um 14:38 #

      Bitte Orwellsche Zitate respektive Wortfindungen nicht aus dem Kontext reißen. Ich habe sehr deutlich erklärt wo Unterschiede zwischen Reform und Revolution liegen. Das vor allem Letztere sehr deutlich wie einfach auch Gewalt instrumentalisiert und übelste Verbrechen begehen kann (nicht zwangsweise muss), um Ziele durchzusetzen. Oder lernen wir auch wiederum nicht aus den Vorgängen rund um die Bolschewiki?

      Aus dem Munde von rechts-konservativen, politischen Kräften ist eine Reform natürlich eine glatte Lüge, da diese vornehmlich an sich selbst oder allenfalls ihrer sog. "Gruppe" zugetan sind. Mehr auch nicht! Und auch das habe ich nicht gemeint: Politik muss nicht dermaßen "dreckig" arbeiten sondern kann auch transparent sein. Das sie eben nicht so ist? Das liegt mitnichten allein nur an den Politikern selbst sondern ebenfalls auch an denen, die nicht insistieren. Ich formuliere es auch mal knapper: Gegen "Hartz-Reformen" (da ist der dreckige Gebrauch dieses ansonsten neutralen Wortes) gehen die Leute mitnichten auf die Straßen, weil jede(r) Einzelne meint irgendwie nicht betroffen sein zu müssen oder eben Betroffene empathisch wie auch sozial keine Relevanz für eigene Belange haben. Gegen "Zuwanderung" aber formieren sich ganze Demonstrationszüge, die dann jedweden Montag durch die Städte laufen oder das auch "spazieren" nennen. Ekelhaft und widerlich gleichermaßen demonstriert die Gesellschaft so ihre vollkommene Gleichgültigkeit gegenüber Hass in seiner puren Form - Anmerkung meinerseits dazu!

      Und nein: Revolution und Reformation sind tatsächlich auch zwei mögliche Pole. Kann man nachschlagen und ich spreche mitnichten über Evolution. Das kannst du gerne anders sehen, aber eben so wie bei dem aus dem Kontext gerissenen Zitat von Orwell: Jeder fängt bei sich selbst an und gibt nicht fortwährend Anderen die Schuld oder sucht sich eine Gruppe zum sprichwörtlichen "Tritt nach unten". Die Gesellschaft selbst und das gesellschaftliche Denken sind weiterhin das Problem denn tief eingesickert sind übelste Denkweisen.

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      Von klopskind am Mi, 17. Juli 2019 um 16:52 #

      Das gegenstück zu Revolution ist übrigens nicht Reform sondern Evolution.
      Streng genommen haben Sie natürlich Recht. Ich möchte auch keine Haare spalten, wie man so schön sagt. Aber...

      ... ich denke, dass der Begriff Revolution hier in erster Linie im speziellen politisch-gesellschaftlichen Sinn gemeint gewesen ist (meine Annahmen hierfür beruhen allein auf meiner Interpretation der Kommentare und können also von Ihrer durchaus abweichen), während mir weniger bekannt ist, dass der Begriff Evolution im selben Kontext gebraucht wird, womit es in diesem Fall auch kein tatsächliches Antonym darstellt.

      Der Begriff Reform hingegen stammt aus dem Französischen (z.B. réforme protestante) und ist von reformieren abgeleitet, womit er zur selben Wortfamilie wie die Reformation gehört. Er taucht in der Luther-Bibel und sogar schon in den Paulus-Briefen auf.
      Damit existiert der Begriff also schon etwas länger. Von "Neusprech" im Sinne Orwells kann demnach keine Rede sein, oder?

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