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Thema: SQL Server 2017: Microsoft empfiehlt Linux

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Von kraileth am Do, 18. Juli 2019 um 10:12 #

In den letzten Jahren ist ja bekanntlich ziemlich oft „die Hölle zugefroren“... Ich denke, Microsoft hat verstanden, daß sie mit der alten Strategie nicht mehr gewinnen können und sich daher umstellen müssen. Ob sie es wirklich von Herzen tun, wage zu bezweifeln, aber schon die Tatsache, daß sie sich arrangieren müssen, ist eine hervorragende Entwicklung.

Was wir als Open Source-Gemeinschaft aber tun müssen, ist wachsam bleiben. Microsoft verteilt jetzt einige Geschenke und einiges davon mag sogar wirklich ganz nett und nützlich sein. Man sollte jedoch den Microsofts, Googles und Amazons dieser Welt nicht zu viel Macht über Open Source geben, sich Open Source nicht aus der Hand nehmen lassen. Denn wenn am Ende nur noch der Quellcode frei ist, aber früher unabhängige Projekte kaputtzentralisiert wurden, so daß irgendwann nur noch bezahlte Programmierer die maßgeblichen Open Source-Projekte vorantreiben, dann kommen wir über die Hintertür faktisch doch wieder in eine Abhängigkeit, von der wir uns doch eigentlich lösen wollten.

Dennoch: Daß Microsoft sich nicht nur mit Linux arrangiert oder sich teilweise für Linux engagiert, sondern es aktiv empfielt, ist eine nicht ganz unwesentliche Etappe im Kampf um freie Software. :up:

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    Von guzzisti am Do, 18. Juli 2019 um 10:22 #

    Man sollte jedoch den Microsofts, Googles und Amazons dieser Welt nicht zu viel Macht über Open Source geben, sich Open Source nicht aus der Hand nehmen lassen. Denn wenn am Ende nur noch der Quellcode frei ist, aber früher unabhängige Projekte kaputtzentralisiert wurden, so daß irgendwann nur noch bezahlte Programmierer die maßgeblichen Open Source-Projekte vorantreiben, dann kommen wir über die Hintertür faktisch doch wieder in eine Abhängigkeit, von der wir uns doch eigentlich lösen wollten.
    Ist das nicht schon längt so?
    Der Kernel wird maßgeblich von ein paar Firmen gesteuert (Intel, RedHat fallen mir da ein), Android und Chromium würden ohne Google nicht (in dieser Form und Verbreitung) existieren.
    Ich befürchte das läßt sich noch auf eine längliche Liste ausweiten.

    • 2
      Von kraileth am Do, 18. Juli 2019 um 13:37 #

      Stimme dem vorbehaltlos zu. Das ist tatsächlich einer der Gründe, warum ich sehr darauf bedacht bin, die Existenz auch anderer Open Source-Betriebssysteme immer mal wieder anzusprechen. Linux könnte Windows als das absolute Monopol ablösen. Ich müßte lügen, wenn ich behaupten würde, im letzten Jahrtausend nicht genau das herbeigesehnt und dafür gestritten zu haben. Als das weit, weit weg war und relativ unrealistisch schien, war es ein toller Traum. Aber inzwischen, da es immer näher rückt... Die Vision gefällt mir längst nicht mehr so gut.

      Linux hat strukturell einen riesigen Vorteil, der aber auch sein größtes Problem ist: Es ist strikt hierarchisch aufgebaut und dabei auch noch relativ statisch. Linus hat des letzte Wort, ein paar andere Kernel-Götter wie GKH oder Theodore Ts'o haben dabei noch einigen Einfluß - und das war's dann fast schon. Vorteil davon ist, daß jemand die definitive Macht hat, einen Streit zu beenden und eine Position durchzusetzen. Nachteil ist, daß ggf. ein eigentlich berechtigtes Interesse in die Röhre schaut. Dazu kommt, daß wenige große Firmen, welche die Linux Foundation steuern faktisch die Richtung vorgeben, die Linux nimmt.

      OpenBSD z.B. hat eigentlich das gleiche Modell, mit einem allmächtigen Gründer (Theo de Raadt) und wenigen höchstgeachteten Hackern, wie z.B. Ted Unangst, die ihn umgeben. Der Unterschied zu Linux besteht darin, daß Theo eine ziemlich andere Persönlichkeit hat als Linus; er vertritt wesentlich radikalere Thesen und ich würde ihn ziemlich unbestechlich nennen. Wenn eine Firma möchte, daß OpenBSD von seinem Kurs abweicht, dann wird sie ausgelacht, selbst wenn sie mit sehr vielen Geldscheinen wedelt. Außerdem gibt es die Kultur der „ok“s, die für eine Änderung von Entwicklerkollegen gesammelt werden. Wenn genügend sich den Vorschlag angesehen und ihm zugestimmt haben, kann er umgesetzt werden. Theo hat zwar praktisch ein letztes Wort, aber es ist nicht so, daß ohne ihn gar nichts geht (z.B. wenn er mal Urlaub machen sollte).

      FreeBSD ist dagegen demokratisch organisiert. Es gibt ein Core-Team („Core“), in das Bewerber für eine „Amtszeit“ gewählt werden. Wahlberechtigt (aktiv und passiv) sind alle FreeBSD-Entwickler. Sehr früh schon hat sich das Projekt Gedanken darum gemacht, was es unter einer stabilen Struktur versteht und Kirk McKusick hat einen interessanten Ansatz dafür gefunden, den er mit der Frage „wie viele Wechsel in der Projektführung hält dieses aus?“ zusammenfaßt. Durch das etablierte System ist für das Projekt als ganzes ziemlich egal, wenn eine Schlüsselfigur stürbe oder in Rente geht. Die FreeBSD Foundation ist, anders als die Linux Foundation, an der Richtungsgebung von FreeBSD gar nicht beteiligt (auch wenn man keine ganz scharfe Trennung ziehen kann, da Mitglieder der Foundation auch im Core-Team sein dürfen), sondern schützt nur die Marke und fungiert als rechtlicher Ansprechpartner für Unternehmen, usw. Es gibt damit eine viel höhere Unabhängigkeit und es wäre viel schwieriger, den FreeBSD-Entwicklern quasi ihr System aus den Händen zu nehmen.

      Auch schön ist, daß in Form von Illumos und diversen Distributionen auch das Erbe von OpenSolaris noch lebendig ist und diese Systeme durchaus gute Verwendung finden können. Insgesamt glaube ich aber auch, daß es Linux selbst durchaus gut tut, wenn es zumindest weiterhin brauchbare Alternativen gibt und hoffe, daß diese in Zukunft wieder etwas mehr Aufmerksamkeit erfahren.

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    Von throgh am Do, 18. Juli 2019 um 10:31 #

    Okay, kann man denn den SQL-Server frei erwerben und dann auch einsetzen? Handelt es sich also um freie Software? Ich habe gerade gesucht und nicht wirklich mehr als Werbung dazu gefunden. Und genau das ist es nämlich auch: Hübsche Werbung. Microsoft unterbreitet einige kleine Pakete und wird dafür sprichwörtlichst gefeiert. Da ist nicht viel zugefroren sondern man hat sich schlicht ein anderes Bildnis nach außen verpasst und verteilt weiterhin proprietäre Software unter unfreien Lizenzen. Kampf gewonnen? Nein, Kampf verloren.

    • 0
      Von sumpf am Fr, 19. Juli 2019 um 13:17 #

      Kostenlos gibt es den MS SQL Server Express. Open Source ist er aber nicht.
      Er hat gewisse Einschränkungen, dürfte aber für die meisten Sachen im KMU-Umfeld ausreichen.

      • 0
        Von throgh am Fr, 19. Juli 2019 um 13:24 #

        Danke! Aber meine Rückfrage war eher rhetorischer Natur gedacht. Es handelt sich ja weiterhin um proprietäre Software und insofern ist das kein Siegeszug für "quelloffene, freie Software" im Allgemeinen. Und Microsoft bekommt über die Meldungen noch entsprechend "Werbung". Sie sind deswegen nicht gleichsam das "Böse", aber wirkliches Engagement sehe ich auch nicht. Und so glaube ich Microsoft erst ihren sog. "Kurs für Open-Source" im Ansatz, wenn sie beginnen elementare Bestandteile offenzulegen. Wie wäre es, Microsoft? Vielleicht DirectX? Die Entwickler*Innen vom WINE-Projekt dürften hoch erfreut sein. Oder ihr setzt euch ein und bringt NVidia endlich dazu sich wirklich auch an Nouveau und dem Mesa-Stack zu beteiligen? ;)

        • 0
          Von Tamaskan am So, 21. Juli 2019 um 11:20 #

          Microsoft hat bspw. schon .NET und die PowerShell sowie Visual Studio Code offen gelegt und für Linux und macOS zur Verfügung gestellt. Weitere freie Projekte von Microsoft findest du hier: https://github.com/Microsoft

          Bei SQL Server geht es Microsoft darum, zu den (ebenfalls proprietären) Konkurrenzprodukten IBM DB2 und Oracle DB aufzuschließen, die bereits schon sehr lange unter Linux und Unix laufen. Es könnte aber natürlich sein, dass sie sich entscheiden werden, das Modell von PostgreSQL zu übernehmen (das DBMS ansich ist Open Source, aber es gibt mit EnterpriseDB eine kommerzielle Variante mit Support, also so wie bei CentOS/RHEL).

          Ein "Sieg" für Linux ist es insofern, dass es sich selbst Microsoft nicht mehr leisten kann, seine Produkte nicht für Linux anzubieten (zumindest beim Server-Markt - auf dem Desktop ist Linux unbedeutend, weswegen es wahrscheinlich kein DirectX für Linux geben wird).

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Von Töppke am Do, 18. Juli 2019 um 10:20 #

Ein Brosamen. Da wo es wirklich wichtig, weil z.Z. noch mengenmäßig in der Gamerecke, ist MS zugeknöpft. Die lassen sich schon nicht die Suppe vom Herd nehmen. Langfristig geht der Kram bis vieleicht auf einen Bootmanger, eh in die Cloud.

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Von Josef Hahn am Do, 18. Juli 2019 um 10:33 #

MS empfieht die Migration auf SQL Server! Das ist erstmal die Aussage! Schaut mal auf die URL...

Sie wollen, dass du von deinem Linux/Postgres auf Linux/MSSQL migrierst. Sie bitten euch nicht, Windows zugunsten von Linux zu entsorgen. ;)

  • 1
    Von throgh am Do, 18. Juli 2019 um 10:54 #

    Neben der Tatsache, dass so wieder hier Werbung gemacht wird ... jup. Und weil man dann ja bereits den SQL-Server unter Linux hat, kann man ja auch wunderbar Windows einsetzen. Eine heile Welt mit einem ziemlich fragwürdigen wie auch maroden Unterbau. Letztlich soll sowieso irgendwie Alles in die "Cloud". Denn es ist doch so viel einfacher: Alle "unsere Daten" verwaltet vom freundlichen Unternehmen um die Ecke. Und wenn wir uns einmal nicht so verhalten wie gewünscht oder nicht "weiter wissen"? Kein Problem, der große Freund hilft uns da auch.

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    Von someone am Do, 18. Juli 2019 um 13:45 #

    Sie wollen, dass du von deinem Linux/Postgres auf Linux/MSSQL migrierst. Sie bitten euch nicht, Windows zugunsten von Linux zu entsorgen. ;)

    Das kann nicht sein, denn insb. "Cost" würde dann als eines der hervorgehobenen Argumente nicht passen. Bei Windows/MSSQL -> Linux/MSSQL fällt jedoch die Windows-Lizenz weg – eher unbedeutend, aber immerhin. Bei Linux/Postgres -> Linux/MSSQL wäre das wohl eher ein Grund pro Postgres, denn der MSSQL wird doch wohl nicht für Linux verschenkt, oder!?

    Anders sieht es evtl. bei Linux/Oracle -> Linux/MS aus...

    • 1
      Von glasen am Do, 18. Juli 2019 um 13:47 #

      Oder man betreibt eine heterogene Umgebung, bei der die Anwendung zwingend einen MS-SQL-Server benötigt, man sich aber keinen weiteren Windows-Server ins Haus holen will.

      • 0
        Von sumpf am Fr, 19. Juli 2019 um 13:20 #

        Ist doch im Firmenumfeld üblich, dass jede sch*** Anwendung entweder eine Access-Datenbank nutzt oder an MS SQL angebunden werden kann.
        Also da kann man dann froh sein, dass man wenigstens einen weiteren Windowsserver einsparen kann.

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      Von Josef Hahn am Do, 18. Juli 2019 um 18:03 #

      Vielleicht lassen sie's bewusst ein bisschen offen, wie es gemeint ist. ^^

      Wie gesagt: Schon wenn man die URL (den URL *eyeroll) liest, gibt das doch einen gewissen Aufschluss, oder nicht? Da steht: "top-six-reasons-companies-make-the-move-to-sql-server-2017"

      Da geht es also eher darum, von irgendeiner anderen Datenbank zu MSSQL zu migrieren, oder? Linux wird da namentlich überhaupt nicht erwähnt.

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Von pointer am Do, 18. Juli 2019 um 11:46 #

Das ist imo nicht als Empfehlung für Linux zu verstehen, sondern als Empfehlung für einen Wechsel von anderen DBS, die unter Linux laufen, zu "SQL Server 2017". Die Botschaft dürfte sein: "SQL Server 2017" läuft auch unter Linux und hat dort vs. Wettbewerbern die und die Vorteile. Also wechseln!".

Ich glaube auch nicht, dass MS Linux "liebt". Es ist wohl eher "If you can't beat them, join them!".

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Von Markus B. am Do, 18. Juli 2019 um 13:20 #

Der Witz ist, dass SQL Server 2017 ja selbst ein sauteures kommerzielles Produkt ist, in der Gratis-Version ist es zu eingeschränkt für professionelle Anwendungen. Das Ganze läuft dann auch noch nicht nativ, sondern in einer VM unter Linux.

Und den Dreck soll ich gegen unsere bewährten Postgres-Server tauschen? Ahahahaha

Disclaimer: ich verwalte eine Reihe von Datenbank-Servern, neben Linux&Postgres/MySQL eben auch etliche Windows Server mit MSSQL, und habe auch viel mit Exchange am Hals, also weiß ich, warum ich Microsoft-Produkte als "Dreck" bezeichne. 98% der Arbeit gehen für spinnerte Windows-Kisten drauf.

Die Microsoft-Heinis sollten eher mal drüber nachdenken, warum in Azure mittlerweile mehr als die Hälfte Linux-Server sind. Weil ihre Produkte so gut sind? Ahahaha, die zweite.

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    Von glasen am Do, 18. Juli 2019 um 13:36 #

    Der Witz ist, dass SQL Server 2017 ja selbst ein sauteures kommerzielles Produkt ist, in der Gratis-Version ist es zu eingeschränkt für professionelle Anwendungen.
    Ach was! Das ist ja unglaublich.

    Mal ehrlich, was willst du uns damit sagen?

    Das Ganze läuft dann auch noch nicht nativ, sondern in einer VM unter Linux.
    Dafür kannst du bestimmt Belege nennen. Ich habe mir nämlich gerade das DEB-Paket von MS-SQL heruntergeladen und finde dort nur native Binaries.

    Disclaimer: ich verwalte eine Reihe von Datenbank-Servern, neben Linux&Postgres/MySQL eben auch etliche Windows Server mit MSSQL, und habe auch viel mit Exchange am Hals, also weiß ich, warum ich Microsoft-Produkte als "Dreck" bezeichne. 98% der Arbeit gehen für spinnerte Windows-Kisten drauf.
    Und was haben deine Probleme mit Windows-Kisten jetzt mit dem MS-SQL-Server unter Linux zu tun?

    • 1
      Von Markus B. am Do, 18. Juli 2019 um 15:42 #

      Mal ehrlich, was willst du uns damit sagen?
      Dass die auf der verlinkten Seite angeführten Gründe "Flexibility, Performance, Security, Cost, Simplicity, Everything Built In" allesamt der übliche MS-Marketing-Bullshit sind, den ich mir seit Jahren von den sogenannten "Evangelists" anhören muss und der einzig darauf ausgerichtet ist, technikfremde Manager auf Entscheidungsebene zu beeindrucken.
      "Das Ganze läuft dann auch noch nicht nativ, sondern in einer VM unter Linux."

      Dafür kannst du bestimmt Belege nennen. Ich habe mir nämlich gerade das DEB-Paket von MS-SQL heruntergeladen und finde dort nur native Binaries.

      Ja eh, in Binaries kann natürlich unmöglich mehr als nur nativer Code drin sein. Stell' dir vor, es gibt doch tatsächlich gar nicht so wenige Binaries, die in Wahrheit reine Stubs sind und entweder persistent oder temporär ihre eigene Umgebung samt Tools entpacken, bevor sie das erste tatsächliche Binary starten.

      Was denkst du, wie Microsoft Millionen Zeilen Code so mir nix, dir nix auf Linux portiert hat? Antwort: gar nicht: sie stecken es in eine Sandbox, die das benötigte Windows-API emuliert und somit weitere Layer mitbringt, die für Probleme sorgen (I/O, memory, etc.).

      How Microsoft brought SQL Server to Linux

      In den letzten anderthalb Jahren haben sich einige meiner Kollegen das Teil installiert und getestet - und etliche derartiger Bottlenecks erlebt.

      Und wenn das dann beim Kunden passiert, wird der MS-Support sagen: "jaja, ist uns bekannt, da ist Linux mit seinem veralteten Dateisystem oder bösen monolithischen Kernel oder wasweißich Schuld, wechseln Sie doch mal auf Windows Server 2019, da sind uns solche Probleme nicht bekannt."
      Und schwuppdiwupp ist der Kunde, der jahrelang ohne viel Aufwand Linux mit Postgres gefahren hat, ein braver Support-, Lizenz- und Abozahlender Kunde von Microsoft geworden.

      Und was haben deine Probleme mit Windows-Kisten jetzt mit dem MS-SQL-Server unter Linux zu tun?
      Gar nix, deswegen sollen sie ja dort bleiben, wo sie hingehören, und nicht auch noch Linux beglücken.
      Und es sind übrigens nicht "meine" Probleme. Es sind Microsofts Probleme.

      • 1
        Von Josef Hahn am Do, 18. Juli 2019 um 19:59 #

        > Und schwuppdiwupp ist der Kunde, der jahrelang ohne viel Aufwand Linux mit Postgres gefahren hat, ein braver Support-, Lizenz- und Abozahlender Kunde von Microsoft geworden.

        Ja, klar. Ich gehe davon aus, dass das reihenweise passiert. Auch heute schon in Azure, wo das Zeug koexistiert.

        Aber: Ist es MS schuld, wenn die Leute doof sind? Ich hab von MS hier ein paar Fonts und ein uraltes Gamepad. So sehr liebe ich MS. Aber sie sind nicht am Untergang der Titanic schuld...

        • 1
          Von throgh am Do, 18. Juli 2019 um 23:35 #

          Das ist korrekt mit einem ABER. Und genau dieses bezieht sich auf die Wechselwirkung wie auch dem rein pragmatischen Umgang sehr vieler Teilnehmer*Innen im IT-Bereich. Besagter Pragmatismus zeigt sich dahingehend auch immer nur dem Fallbeispiel einer homogenen Umgebung zu folgen und nicht darauf zu achten was dann einen bestmöglichen Kompromiss für zukünftige Unabhängigkeit beispielsweise darstellt. Von einer sauberen Pflege von Serverumgebungen einmal ganz abgesehen - da habe ich schon weit zuviel des Guten erleben und sehen können.

          Insgesamt aber wissen Unternehmen wie Microsoft um diesen Pragmatismus und die rein fokussierte Haltung einer Massenbewegung zu folgen. Wenn also der gute "Freund" Microsoft, der verlässlich scheinende Partner, in die "Cloud" migriert, wird das wohl auch der "beste" Schritt sein. Da wird erst gar nicht hinterfragt und Kompetenzen im sinnvollen Umgang ebenso mitnichten aufgebaut. Microsoft ist es dann auch egal was in der Cloud landet. Ja, im Grunde genommen tragen sie dabei keine Verantwortung, aber gleichermaßen im positiven wie im negativen Sinne. Sie beteiligen sich einfach gar nicht sondern belassen es beim Status Quo und polieren die zurückliegenden, blinden Flecke auf. Also eine Kompatibilitätsschicht für Windows mit Linux beispielsweise. Die Powershell wird entsprechend auch nachgerüstet und Werbemaßnahmen wie diese sind wunderbar.

          Sind die Menschen deshalb "doof"? Nein, aber sie lassen sich schnell verleiten. Und das funktioniert gerade wunderbar bei den allseits bekannten Schlagwörtern dieser Tage im geschäftlichen Umfeld.

          • 0
            Von kamome umidori am Fr, 19. Juli 2019 um 08:35 #

            > aber sie lassen sich schnell verleiten.

            = doof ;)

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            Von Josef Hahn am Fr, 19. Juli 2019 um 13:27 #

            > Sind die Menschen deshalb "doof"?

            Imho definitiv.

            Aber wie du diese Unzulänglichkeit auch immer genau nennst, ist am Ende ja egal...

            Es gibt zwei Möglichkeiten: Die Gesellschaft wird da von innen kritischer, oder es bleibt halt scheisse. Ein Schrei nach Moral wird bei MS&Friends ungehört bleiben.

            • 0
              Von throgh am Fr, 19. Juli 2019 um 14:58 #

              Wirklich jeder Mensch kann auch entsprechend hinter das Licht geführt werden, ebenso wie es Microsoft selbst nicht einleuchten wird was fehlt oder besser niemals wirklich anwesend gewesen ist - eine klare Linie. Ein Schrei nach "Moral" ist sinnfrei, ebenso wie es Unsinn ist über den sprichwörtlichen Siegeszug quelloffener, freier Software zu sprechen oder ein Erfolgsmodell zu beschwören - was hier Einige ja getan haben.

              Doof oder dumm ist davon nichts und genau das möchte ich unterstreichen. Denn so wird ebenso Niemand wirklich einer Argumentation lauschen, sie im Gegenteil einfach in die Ecke schieben. Ist es eine Unzulänglichkeit? Oder eher fatalistische Betrachtung? Am Ende überzeuge ich lieber mit Taten und sei es dann nur für mich initial. :)

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                Von Josef Hahn am Fr, 19. Juli 2019 um 15:06 #

                > Doof oder dumm ist davon nichts und genau das möchte ich unterstreichen.

                Einigen wir uns darauf, dass der Mainstream per definitionem zumindest nicht überdurchschnittlich dumm sein kann. Da er die Nullmarke ja selbst vorgibt, kann er da niemals drüber, und niemals drunter fallen. Aus meiner persönlichen Warte ist vieles, was ich derzeit beobachte, grotesk dumm. Zum Ausflippen deppert. Aber wie gesagt: Auf das Wording kommt es am Ende nicht an... Was zählt ist "auf dem Platz" :)

                > Am Ende überzeuge ich lieber mit Taten und sei es dann nur für mich initial.

                Worin bestehen die Taten denn? Vielleicht ist inspiriert mich davon ja irgendwas... So ganz verschieden sehen wir die Dinge ja nicht... :)

                • 0
                  Von throgh am Sa, 20. Juli 2019 um 21:26 #

                  Also hinsichtlich Taten versuche ich immer wieder darauf zu verweisen was tatsächlich mit alternativen Blickwinkeln möglich ist. Dazu muss man dann natürlich auch entsprechend Zeit bekommen und es gehört auch ein gemeinsamer Wille und Interesse dazu. Das sind insofern Faktoren die dieser Tage seltener anzutreffen sind und gerade hier sollte man sich nicht täuschen: Es geht erst einmal darum sich selbst auch zu überzeugen und weiterhin entsprechend einzulesen. Das dann selbst eingesetzt kann man sich wunderbar weiter in Tiefen der diversen Systemkomplexe vorarbeiten und das dann bei Gelegenheiten in Gesprächen einbringen und zu vermitteln versuchen. :)

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          Von Homer am Fr, 19. Juli 2019 um 11:54 #

          Ist es MS schuld, wenn die Leute doof sind? [...] Auch heute schon in Azure...
          dem stimme ich zu, aber wir drehen uns im Kreis. 80% aller Desktop-User benutzen Microsoft. In den Firmen und in öffentlichen Einrichtungen ist der Anteil noch höher. Warum sollten die IT-Entscheider da Admins für OpenSource-Lösungen beschäftigen, wenn man IT-Leistungen mit Azure so leicht outsource kann? Die vielen Gegenargumente immer und immer wieder zu diskutieren bringt meiner Erfahrung nach gar nichts.
          Die Welt will Sorglos-Pakete von US-Cloud-Konzeren (MS, Amazone, Facebook, ...) und wird sie bekommen.

          • 0
            Von Josef Hahn am Fr, 19. Juli 2019 um 13:29 #

            Ich weiß, dass ihr euch im Kreis dreht.

            Deshalb beschränke ich mich seit einer Weile auch darauf, es zu akzeptieren, und einfach zu kommentieren, dass ihr nicht aus dem Quark kommt.

            Das hilft zwar am Ende auch nicht, aber so habe ich wenigstens ein bisschen Unterhaltung dabei :)

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      Von schmidicom am Do, 18. Juli 2019 um 16:36 #

      Ich habe mir nämlich gerade das DEB-Paket von MS-SQL heruntergeladen und finde dort nur native Binaries.
      Bei meinem CentOS ist es auch so und anhand der Grösse bezweifle ich ernsthaft das darin eine VM versteckt wurde.

      Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert. Zuletzt am 18. Jul 2019 um 16:54.
      • 1
        Von Markus B. am Do, 18. Juli 2019 um 17:59 #

        Ich habe oben einen Artikel verlinkt, in dem das Prinzip schön erklärt wird, inkl. Grafik, wie das funktioniert - es ist eine Container-Virtualisierung.

        Ebenfalls mit Grafik die Projekt-Beschreibung von Microsoft:

        Drawbridge

        "Drawbridge is a research prototype of a new form of virtualization for application sandboxing. Drawbridge combines two core technologies: First, a picoprocess, which is a process-based isolation container with a minimal kernel API surface. Second, a library OS, which is a version of Windows enlightened to run efficiently within a picoprocess."

        ...bezweifle ich ernsthaft das darin eine VM versteckt wurde.
        Immer noch?

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          Von Flux W. Wild am Fr, 19. Juli 2019 um 08:54 #

          In dem Artikel steht aber auch, dass das unter Windows defakto genau so passiert.

          • 0
            Von Markus B. am Fr, 19. Juli 2019 um 13:30 #

            Ja eh.

            Unter Windows lässt sich für die Entwickler allerdings unter der Haube so einiges tricksen, damit das flutscht (es gibt inoffizielle, undokumentierte APIs, mit denen gerade I/O direkt durchgeht statt über mehrere Schnittstellen laufen zu müssen).

            Unter Linux gehen solche Kniffe natürlich nicht, da müssen sie das vorhandene API nutzen, sodass es unter Last zu diesen "unerklärlichen" Regressionen gibt.

            An denen sind dann natürlich ausschließlich die angeblichen Unzulänglichkeiten von Linux Schuld und nie, niemals nicht Microsoft...

            Off topic: ich sehe gerade, das Azure-Geschäft spült immer mehr Milliarden in die Kassen von MS. Die Aktie steigt. Sie machen also alles richtig.

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          Von Verfluchtnochmal_5987109 am Fr, 19. Juli 2019 um 22:04 #

          Und weiter?

          Du musst erstmal die Kosten dieser Container Virtualisierung allen Laufzeitkosten diverser Layer unter Windows gegenüberstellen und danach kannst du eine endgültige Aussage treffen

          Ich habe schon dutzende Workflows gesehen die unter Vollvirtualisierung am Ende schneller als auf bare metal gelaufen sind und genauso gibt es seit Jahren Benchmarks dass mssql unter Linux in vielen Szenarien performanter als auf Windows läuft, da interessiert es mit Verlaub keine Sau welche und wieviele Abstraktionslayer auf welcher Plattform und warum im Spiel sind

          IT ist nicht so simpel wie sich das manche Dummbratzen vorstellen und ohne profiling kannst du dir generell alle annahmen da hin stecken wo selten Sonne scheint

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Von schmidicom am Do, 18. Juli 2019 um 15:42 #

...dann sollen sie mal den "AML Interpreter" von Windows als OpenSource auf Github stellen.

Denn noch immer erlaubt der "AML Interpreter" von Windows Dinge die nicht teil der ACPI-Spezifikation sind. Und für jene die noch immer nicht begriffen haben warum das ein Problem ist, hier nochmal extra die Erklärung:
Viele Gerätehersteller schreiben/testen ihren ACPI-Code nur für/mit dem "AML Interpreter" von Windows und weil das Verhalten von diesem Interpreter nicht öffentlich einsehbar ist haben andere Betriebssysteme (nicht nur Linux) erhebliche Probleme dazu vollständig kompatibel zu sein.

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Von Pappsi am Do, 18. Juli 2019 um 22:12 #

Ich traue Microsoft dabei nicht über den Weg.

Die Unternehmensstrategie Microsofts war immer Embrace, Extend, Extinguish. Und genau das machen sie nun auch mit Linux.

Am deutlichsten finde ich das Beispiel des Statistikpakets R. Da hat Microsoft einen führenden Anbieter/Distribution "Revolution Analytics" aufgekauft, bietet diese im Wesentlichen weiter an, macht es jedoch schwieriger die Erweiterungen in Base R zu nutzen.

Jetzt treffe ich zunehmend Leute, die R nutzen, aber ihre Syntax nur Microsoft R kompatibel ist. Sie sind also auf Microsoft R angewiesen und können dies nicht in Base R bewerkstelligen. Schritt "Embrace und Extend" ist also bereits geschafft. Mal schauen, wie Microsoft da weitermacht....

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Von lle am Do, 18. Juli 2019 um 22:56 #

MS hat noch nie wirklich was entwickelt sondern immer nur Technologien und Technologinnen und Technologen gekauft.

Auch ihren SQL Server haben sie nur gekauft und nicht selbst entwickelt, nur gekauft und das ist bei allen andern Produkten von MS so.

Die sind und waren noch nie ein Technologiekonzern sondern sind eine reine Gelddruckmaschine mit dem Namen Nimmersatt. Warum alle meinen MS wäre ein Technologiekonzern verstehe ich nicht... oder halt ... haben die vielleicht das Geld erfunden ;-D

Wenn MS all seine Produkte Open Source stellt, ja wirklich alle ;-), dann werde auch ich diesem Unternehmen wieder Vertrauen schenken. Da das aber nie passiert... wird das wohl nichts. Schade aber geht auch ohne MS gut... ich nutze privat nur Linux und bin zufrieden und glücklich damit.

Don't trust MS before MS open all her Source Codes ....

lle

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Von Manfred Tremmel am Fr, 19. Juli 2019 um 22:13 #

Microsoft beugt sich den Fakten und die besagen nun mal, dass auf dem Server und in der Cloud kein Weg mehr an Linux vorbei führt.

Dort wo Linux ne kleine Nische ist (Desktop), sieht man, was MS wirklich von Linux hält. MS Office für Linux? Ein Teams Client für Linux? Skype for Business (nicht mal das Chrome Plugin unterstützt Linux, kann das so kompliziert sein)?

Microsoft ist ein kommerzielles Unternehmen, das tut, wovon es glauben, dass es Microsoft nützt, nicht mehr und nicht weniger.

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Von UChef am So, 21. Juli 2019 um 13:22 #

... aber für kleinere Applikationen ist es ein Graus!

Alleine dass das Standard-Backup Format *kein* SQL ist, sondern ein binäres BLOB custom .BAK Format ist Grütze! Zum einen erschwert es das Konvertieren von Daten (ok MS will es einem vermutlich auch nicht einfach machen), zum anderen gibt es damit keinen einfachen Weg, Daten von einer Höheren Version des SQL Servers in eine niedrigere zu schieben. Das wäre mit plain SQL natürlich viel einfacher möglich.

Man kann natürlich auch SQL erzeugen lassen - über das mitgelieferte Studio habe ich aber noch keine Möglichkeit gefunden, die komplett für eine DB inkl. Struktur und Daten zu realisieren. Iirc muss man alles manuell auswählen...

Das mitgelieferte Studio versagt als Shell auf ganzer Linie! Man erkennt schlecht, mit welcher DB ein Reiter verbunden ist, Autovervollständigung hakt an allen Ecken und Enden und automatisches Formatieren sucht man vergebens.

Ok, ich fairerweise muss ich sagen, dass ich mich auf die 2014er Version beziehe.

Der Versuch der grafischen Aufarbeitung des Query-Plans mag man mögen - genau da wo Abfragen so komplex sind, dass man diese Auswertung benutzen möchte, reicht dann der Bildschirm nicht aus - da müsste man dann scrollen oder eine gescheite Druckfunktion haben. Genau das fehlt dann wieder... da finde ich die eher tabellarische Ausgabe von Oracle besser.

Ich habe nie verstanden, wieso mein derzeitiger Arbeitgeber ausrechnet den SQL Server als Backend für ihre Software ausgesucht hat - die meisten Kunden sind kleine Klitschen, die sich keine Vollversion leisten mögen. Ergo muss man sich mit der kostenlosen Version zufrieden geben, was wiederum ein Graus ist wegen des 10 GB Limits... andere Kunden haben teuer Geld ausgegeben und scheuen dann aber den Wechsel auf das nächste Major Release - also muss man Jahre lang mit einer alten Version arbeiten.

Auch wenn ich MySQL nicht besonders toll finde, wäre das auf jeden Fall die bessere Wahl gewesen. Postgres hätte ich genommen, wenn ich damals schon dabei gewesen wäre und die Entscheidung beeinflussen hätte können.

Ich vermute die Professional Edition kann dann noch viel mehr; insbesondere in Sachen Überwachung usw. Das ist dann sicherlich toll für wirklich große Anwendungen, evtl. auch verteilte.

Wobei das "jede Tabelle basiert per default auf einem Clustered Index" für Verteilung natürlich extrem be******* ist... ich vermute leider, dass sowohl DBAs als auch viele Entwickler kein Verständnis dafür haben und sich dann wundern, wieso es alles so lahm ist und lange dauert.

Die Installation an sich empfinde ich auch als Graus - über 1GB!?! OMG... wenn ich nur den Server habe will, wieso muss ich da so viel Geraffel mit bringen? Zudem bläht die Integration den eigenen Installer massiv auf.

Den Vogel schießt MS dann aber mit folgenden beiden Aspekten ab:
- Man "darf" den SQL Server nicht auf einem Server OS von MS installieren, wenn der Rechner als Domänen Controller agiert - WTF!?!
- Wenn die Sprache des OS nicht der Sprache des Installationspakets des SQL Server entspricht, wird ebenfalls die Installation verweigert.
Was bitte schön sind denn das für schwachsinnige Einschränkungen?

Wie gesagt, alles Erfahrungen die auf dem SQL Server 2008 und 2014 basieren und auf Windows als OS. Vielleicht ist das inzwischen besser geworden?

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