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Fr, 2. August 2019, 14:50

Software::Kernel

Neuer Betreuer für Linux-Floppy-Treiber gefunden

Kaum hatte Linus Torvalds den Floppy-Treiber im Linux-Kernel für verwaist erklärt, hat sich auch schon ein Entwickler bereit erklärt, in Zukunft für ihn zu sorgen. Denis Efremov, der den Treiber-Code in letzter Zeit eingehend studiert hatte, übernimmt von Jiri Kosina.

Larry Ewing

Kaum zwei Tage ist es her, dass Linux-Initiator Linus Torvalds einige Patches für den Floppy-Treiber in Linux-Kernel integrierte und bei dieser Gelegenheit anmerkte, dass es derzeit keinen Betreuer für den Treiber gibt. Denn der bisherige Betreuer des Treibers, Jiri Kosina, hat mittlerweile kein funktionierendes Laufwerk mehr und will den Treiber nicht mehr pflegen. Kosina hatte den Treiber vor einigen Jahren selbst eher unfreiwillig übernommen.

Torvalds sprach zugleich die Hoffnung aus, dass sich jemand meldet, um die weitere Betreuung des Treibers zu übernehmen. Denn aktive Nutzer gibt es immer noch: zum einen eine kleine Zahl von Nutzern realer Hardware, zum anderen diverse Implementierungen virtueller Maschinen, die einen Floppy-Controller und Disks emulieren können.

Schneller als zu erwarten war, hat sich nun jemand bereit erklärt, den Treiber zu übernehmen: Denis Efremov, der auch die jüngsten Korrekturen beigesteuert hatte, schlug vor, ihn zum Betreuer zu machen. Er habe sich bereits eine lange Zeit mit dem Floppy-Code beschäftigt, er habe ferner Zeit und Hardware zum Testen. Der Vorschlag fand naturgemäß keine Gegner, der Betreuer des Block-Subsystems, Jens Axboe, gab bereits sein Einverständnis. Im offiziellen Linux-Kernel ist Efremov zwar aktuell noch nicht eingetragen, dies dürfte aber in den nächsten Tagen geschehen.

Der Treiber, um den es hier geht, ist der klassische Treiber für den Floppy-Controller, den es seit der Anfangszeit der PCs gibt. Reale Floppy-Laufwerke und Floppy-Disks sind heutzutage kaum noch zu bekommen, es sei denn auf dem Gebrauchtmarkt, aber viele ältere Rechner mit Floppy-Laufwerk existieren noch. Es gibt Benutzer, die Floppys immer noch regelmäßig nutzen. Aktueller sind allerdings USB-Floppy-Laufwerke. Deren Treiber ist jedoch ein ganz anderer, der nichts vom ursprünglichen Floppy-Treiber nutzt. Torvalds hält es für wahrscheinlich, dass virtuelle Maschinen in Zukunft USB-Floppys statt klassischer Floppy emulieren, und dann könnte der alte Floppy-Treiber eventuell verschwinden. Doch bis dahin wird wohl noch viel Zeit vergehen.

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