Login
Newsletter
Werbung

Thema: Slackware sucht nach Unterstützern

34 Kommentar(e) || Alle anzeigen ||  RSS || Kommentieren
Kommentare von Lesern spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wider.
0
Von Reztilhcs am Mi, 7. August 2019 um 15:09 #

Wo findet man denn den offiziellen Slackware-Store? Google gibt mir da keine Auskunft und im Artikel habe ich den Link dazu entweder übersehen oder dieser ist nicht vorhanden. Den einzigen Link den ich über DuckDuckGo finden konnte ist store.slackware.com und dieser endet in einem Timeout.

Mit Slackware habe ich 1996 angefangen. War damals eine Sonderausgabe des PC-Magazins :D

0
Von Tamaskan am Do, 8. August 2019 um 08:29 #

Ich habe bisher Slackware nie benutzt und alles, was ich bisher darüber gelesen habe ist, dass es eine der ältesten Distributionen ist und auch heute noch existiert, und dass deren Paketmanager keine Abhängigkeiten automatisch auflösen kann - weshalb ich es mir auch nie näher angeschaut habe.

Vielleicht hätte Slackware mehr Unterstützer, wenn man herausarbeiten würde, was Slackware eigentlich ganz konkret von anderen Distributionen abhebt. Warum benutzt ihr also Slackware? Was ist der Sinn hinter dem manuellem Auflösen der Abhängigkeiten, macht das nicht viel Administrationsaufwand?

  • 0
    Von Dingdongdudeldei am Do, 8. August 2019 um 09:59 #

    Das ist sicher eine faq und nur eine kurze Suche entfernt: zum Beispiel hier

    • 0
      Von Tamaskan am Do, 8. August 2019 um 10:17 #

      Das habe ich natürlich schon gelesen, fand ich aber nicht zufriedenstellend. Zu den Abhängigkeiten schreiben sie da nur, dass ihnen das zu aufwendig sei und außerdem solle man sowieso am besten die komplette Distribution installieren, dann benötigt man keine Abhängigkeitsauflösung.

      Wenn man eine sehr kleine Distribution auf einem Satz Diskette hätte so wie vor 20 Jahren, dann leuchtet das ja noch ein, aber heutzutage ist es doch nicht mehr praktikabel, die komplette Distribution zu installieren, bei den vielen zigtausend Paketen, die es mittlerweile gibt. Daher vermute ich, dass die FAQ schon lange nicht mehr gepflegt wird.

      Daher ja auch meine Frage, was es heutzutage für Gründe gibt, Slackware produktiv einzusetzen. Von der Webseite her ist das nicht ersichtlich.

      • 0
        Von testa am Do, 8. August 2019 um 10:29 #

        Sadomaso? SysV?
        Never change a running system?

        Vielleicht auch einfach Gewohnheiten der 50+ Generation

        • 0
          Von Anonymous am Do, 8. August 2019 um 10:43 #

          Vielleicht auch einfach Gewohnheiten der 50+ Generation

          Ich vermute, es liegt weniger an Gewohnheiten als an der Erziehung.

          Als ich Kind war, gab es in der Mehrheitsbevölkerung das Bildungsideal.

          Damal gab es noch den blöden Spruch (der nicht zutrifft, aber die "Denke" charakterisiert): "Wissen ist Macht".

          Heute sind breite Schichten stolz auf ihre Ignoranz und träumen allenfalls davon, bei "Deutschland sucht den Superstar" zu gewinnen.

          Wie etwas funktioniert, ist denen völlig egal, und die Hoffnung auf Aufstieg durch Arbeit haben die völlig aufgegeben. Und das schlimme ist: die haben im Grunde recht, aufgrund von Wissen und Arbeit steigt man heutzutage nicht mehr auf.

        0
        Von klopskind am Do, 8. August 2019 um 12:40 #

        Zum ersten Absatz:
        1. Es ist tatsächlich relativ aufwändig.

        2. Die komplette Distribution umfasst weit weniger Pakete als Debian, Ubuntu, Fedora, openSUSE usw. Es befindet sich eher in der Größenordnung wie RHEL (10³). Für Details verweise ich auf die PACKAGES.TXT der einzelnen Veröffentlichungen, hier aufrufbar.
        Alles weitere ist Zusatz, der ähnlich einem EPEL für RHEL via SlackBuilds etc. bezogen werden kann.

        Zum zweiten Absatz:
        3. Was heißt "sehr kleine Distribution"? Den Anspruch "klein" zu sein, hatte Slackware eigentlich nie. Einen Satz Disketten war vor 20 Jahren nicht "klein"; für heutige Verhältnisse jedoch schon. Die Kapazitäten der Festspeicher sind innerhalb der 20 Jahre enorm gewachsen. Jetzt ist es genau eine DVD oder ein USB-Stick. Praktikabler ist das allemal. Das Abbild für Slackware64 14.2 ohne Quelltexte umfasst etwa 2.6GB. Darin sind alle Pakete der Veröffentlichung dieser Distribution enthalten, was unkomprimiert weniger als 10GB entspräche.

        4. "bei den vielen zigtausend Paketen, die es mittlerweile gibt": siehe Punkte 2 und 3 oben.

        5. "Daher vermute ich, dass die FAQ schon lange nicht mehr gepflegt wird.": Warum vermuten, wenn es ein Wiki ist? Ich vermute, dass sich die Zahlen/Umstände nur insignifikant geändert haben, sodass eine Änderung des speziell einschlägigen Abschnitts aus diesem Grund allein jedenfalls keinen Sinn ergäbe.

        Zum dritten Absatz:
        6. Genügt Ihnen die Antworten einer einfachen Internetsuche nicht? Oder gar der zweite Absatz des im Artikel verlinkten Patreonprofils (Zitat):

        Today there are many Linux distributions available, but I've remained dedicated to this project as I believe it still holds an important place in the Linux ecosystem. Slackware is free, open source software that gives you everything you need to recompile the entire operating system and make any changes you like. The package system is constructed from shell scripts using standard utilities, and easily modified scripts are used throughout so that users may customize their operating system without having to recompile anything. Included software is changed very little (usually not at all) from the way the upstream developers intended. Einstein once said, "Everything should be made as simple as possible, but not simpler" -- and when it comes to an operating system, trying to make things "easy" does not always achieve that goal. Anyone who has ever struggled with a package dependency system that doesn't like the replacement of a system component knows what I'm talking about here. Slackware users know that once you've learned how to use the system, it's easier to use than something that tries to put a GUI setup tool in front of the underlying text files that actually configure the system. And they know that Slackware can be trusted not to constantly change the way things work, so that your investment in learning Slackware lasts longer than it would with a system that's a moving target. Slackware still builds upon a foundation of the latest development tools, libraries, and applications, and is supported by a vibrant user/developer community that welcomes new users and provides well-tested build scripts for nearly any software you may require.

        • 0
          Von Tamaskan am Do, 8. August 2019 um 15:22 #

          So ganz durchsteigen tue ich noch nicht. Auf Patreon wird als Vorteil von Slackware angegeben, dass man das gesamte Betriebssystem einfach rekompilieren kann, in der FAQ wird "Can Slackware be recompiled from scratch?" mit "No" beantwortet. Aus der Erklärung lese ich heraus, dass die eben keine CI haben und verkaufen das als "organisches Wachstum".

          Wenn es darum geht, seine Distribution möglichst genau anzupassen und Pakete selbst zu kompilieren, dann wäre das eigentlich der passende Use Case für Gentoo, wie ein anderer Nutzer bereits angemerkt hat. Die treiben die Konfigurierbarkeit ja richtig auf die Spitze, der Paketmanager baut dir quasi ein komplett maßgeschneidertes System, das hat schon was.

          Der Ansatz von Slackware scheint also zu sein, möglichst viel von Hand zu machen. Der Vorteil ist, dass man dann viel über sein System lernt, das sehe ich ein. Also ist die Distribution hauptsächlich zum Lernen gedacht, so wie Linux from Scratch? Das hat ja auch seinen Nutzen.

          • 0
            Von Dingdongdudeldeididödümmdidümm am Do, 8. August 2019 um 15:35 #

            Ach Junge, du stellst Fragen... belass es doch einfach bei der einfachsten aller Antworten: Manchen gefällt's einfach. Sie können es. Fertig. Was suchst du nach Gründen?

            0
            Von kamome umidori am Do, 8. August 2019 um 17:37 #

            > Also ist die Distribution hauptsächlich zum Lernen gedacht

            Nein, aber sie ist dafür sicher nicht die schlechteste Distri.

            0
            Von klopskind am Fr, 9. August 2019 um 00:03 #

            Zum ersten Absatz:
            Das habe ich auch nicht gerafft. Ich vermute, dass mit "recompile from scratch" ab stage1 (à la LFS/Gentoo) gemeint ist. Das unterstützt Slackware vermutlich nicht. Ab stage3 aber schon. Die empfohlene Standardinstallation von Gentoo ist auch stage3, soweit ich mich erinnern kann.

            Zum zweiten Absatz:
            Ja, der "andere Nutzer" bin ich ;-)

            Zum dritten Absatz:
            Jein, ich denke, dass es für fortgeschrittene Nutzer nützlich sein kann, die Stabilität (auch im Sinne der Philosphie, der Konzepte, der Frameworks und der Werkzeuge) zu schätzen wissen, den Einfachheit wichtiger als Abstraktionsschichten und Features ist oder tiefgreifende Änderungen am System vornehmen möchten - verkürzt formuliert.

        0
        Von msi am Fr, 9. August 2019 um 21:33 #

        Zu den Abhängigkeiten schreiben sie da nur, dass ihnen das zu aufwendig sei und außerdem solle man sowieso am besten die komplette Distribution installieren, dann benötigt man keine Abhängigkeitsauflösung.

        Es wird zwar Anfängern empfohlen, mehr oder weniger die komplette Distribution zu installieren. Man muss das aber keineswegs so machen. Der Installationsassistent von Slackware erlaubt nämlich im Expertenmodus (menu oder expert) eine genaue Auswahl der Pakete, die installiert werden sollen. Diese Auswahl trifft man dann natürlich auf eigene Gefahr.

        Allerdings kann man es als Anfänger zunächst auch einfach bei der Abwahl von ganzen Paketsets, die man nicht benötigt, belassen. Beispielsweise sind Emacs, die Kernel-Quellen, Spiele und Xfce als eigene Sets organisiert. Wählt man die alle ab, erhält man trotzdem ein lauffähiges System.

        Wer genauer weiß, was er braucht bzw. nicht braucht, kann dann im Expertenmodus eine Einzelpaketauswahl vornehmen. Einziger Nachteil daran ist, dass es kein Zurückspringen gibt, sondern der Installer stur alle Sets nacheinander durchgeht. Wenn man da einen Fehler macht, muss man die entsprechenden Pakete dann eben nachträglich installieren oder deinstallieren – vorausgesetzt, das System fährt überhaupt hoch.

        Außerdem kann man seine eigene Paketauswahl in sogenannten tag files ablegen, damit man nicht bei jeder Installation wieder die Menüs durchackern muss.

    0
    Von Anonymous am Do, 8. August 2019 um 10:31 #

    Ich möchte ein möglichst schlankes, übersichtliches System, das ich noch einigermaßen überblicke und bei dem ich mir selbst helfen kann.

    Meine Haupt-Distri ist Slackware; daneben habe ich noch ein abgespecktes Ubuntu-Derivat, Devuan und 'nen Raspi mit Raspbian.

    Ich staune immer, was die letzteren mir alles an Abhängigkeiten aufnötigen.

    Wenn eine Distri 30000 Pakete hat, heißt das, daß die Anwendungen sich an der Maximalausstattung orientieren; z.B. alles, was an Multimedia-Codecs mitgeliefert wird, wird auch bei den Multimedia-Anwendungen einkompiliert, ob man es braucht oder nicht. Nimmt man den Anwendungen diese Abhängigkeiten gewaltsam weg, starten sie oft (aber nicht zwingend) nicht mehr, sondern brechen mit Fehlermeldung ab. Daher installiert das Paketmanagement die konsequent alle.

    Slackware hat eine relativ kleine Paketbasis und von daher weniger natürliche Abhängigkeiten; man kann sich aber sehr einfach genau das, was man vermisst, selbst übersetzen.


    Die fehlende automatische Abhängigkeitsprüfung hat zwar Nachteile (man muss halbwegs wissen, was man tut bzw. muss etwas herumprobieren), aber auch Vorteile:

    Ich bin z.B. "PulseAudio-Hasser". Ich brauche keine Audio-Netzwerkfähigkeit und keine Zwischenschicht, die sich zwischen Anwendungen und ALSA dazwischenhängt und ein Eigenleben entwickelt.

    Also habe ich es deinstalliert, ein oder zwei Original-Slackware-Anwendungen ohne Pulse-Audio-Abhängigkeit neu kompilieren müssen (z.B. MPlayer), bei einem weiteren halben Dutzend (z.B. mpg123) war Pulseaudio jedoch nur eine von mehreren eigebauten Audio-Schnittstellen, diese Anwendungen nutzen ohne Neukompilation einfach ALSA.

    Das weiß aber ein automatisches Paket-Management nicht. Hätte ich bei den Debian-Derivaten PulseAudio deinstallieren wollen, hätte mir das Paket-Management den gesamten Multimedia-Kram und auch noch die Webbrowser deinstalliert.

    Darum nehme ich die Nachteile der fehlenden automatischen Abhängigkeitsprüfung in Kauf; an keinem System kann man mit relativ geringen Kenntnissen so gründlich herumfummeln.

    • 0
      Von klopskind am Do, 8. August 2019 um 11:48 #

      Ich denke, dass ich Ihre durchaus berechtigten Beweggründe sehr gut nachvollziehen kann. Jeder darf ohne einen Rechtfertigungszwang wählen. Manchmal bleibt man auch einfach bei dem, was man bisher genutzt hat - und das ist okay. Es ist menschlich, unbeabsichtigte Veränderungen zu meiden.

      Trotzdem ein kleiner Einwand:
      Wäre für Ihre Bedürfnisse ein Gentoo nicht die eierlegende Wollmilchsau? Die USE-flags sind jedenfalls genau für Ihre Anforderungen gedacht. Oder ist Gentoo wiederum zu komplex?

      Gentoo verfolgt zwar das Konzept des Rolling-Release (Marketingsprech für instabil?), aber per mask als "stable" deklarierte Versionen sind meistens gut abgehangen. Für ein Rolling-Release verfolgen die Entwickler Gentoos eine relativ konservative Philosophie.
      Außerdem kann man seine eigenen Modifikationen via Overlays auf strukturierte Art und Weise mit einfließen lassen, sodass man das Maß der Stabilität sogar gänzlich selbst bestimmen könnte.

      • 0
        Von Anonymous am Do, 8. August 2019 um 16:17 #

        Hauptgrund: Slackware gefällt mir so gut, dass ich keinen Druck verspüre, mich allzu tief in etwas Neues hineinzuknien.

        Ich schätze das stabile Grundsystem, mit dem ich mich nur ca. alle 2 Jahre bei einem Upgrade etwas detaillierter beschäftigen muss, die konservative Philosophie (Installation und Administration sind fast noch wie vor 20 Jahren und wurden nur behutsam angepasst), aber die Software ist recht aktuell.

        Es gibt genau einen Verantwortlichen, der für die Distri mit seinem Namen bürgt und das Ziel hat, sie robust und einfach zu halten - nach dem Prinzip der "geringsten Überraschung".

        Gentoo ist wohl deutlich komplexer (ohne, dass es für mich einen Mehrwert bringen würde) und als Rolling Release vermutlich etwas hektischer, zumal man sicherlich mehr selbst kompilieren muss.

        Außerdem ist es um Gentoo sehr still geworden - der Hype um Gentoo ist schon viele Jahre vorbei. Man liest zu wenig und zu selten darüber, um neugierig zu werden....

        • 0
          Von klopskind am Fr, 9. August 2019 um 00:30 #

          Alles klar, ich verstehe Sie. Es bleibt eine Abwägung.

          Dennoch haben Sie es geschafft, mich irgendwie zu überraschen, und zwar mit Folgendem:

          Außerdem ist es um Gentoo sehr still geworden - der Hype um Gentoo ist schon viele Jahre vorbei. Man liest zu wenig und zu selten darüber, um neugierig zu werden....
          Ich hätte bei einem Slacker nicht erwartet, dass für die technischen Entscheidungen der Hype auch nur ansatzweise ein Rolle spielen würde. Im Gegenteil hätte ich erwartet, dass der gemeine Slacker jeden Hype konsequent ignoriert. Braucht es einen Hype um Ihr Interesse zu wecken?

          Um Slackware ist es mMn ähnlich still geworden. Wie groß ist denn der Hype um Slackware? Wie oft liest man über Slackware im Gegensatz zu Gentoo?

    0
    Von jueshire am Do, 8. August 2019 um 10:39 #

    Slackware ist hervorragend, um den Umgang mit Linux zu lernen, weil es ausführlichst dokumentierte config-files hat. Dabei ist der Source Code wirklich nur um solche Patches geändert, die Fehler beheben, d.h. es sind keine Funktionalitäten entfernt, weil irgendjemand das so will. Es gibt folglich z.B. keine dev-Versionen von den Paketen, und in Multimedia-Paketen tut alles, was die Entwickler sie tun lassen wollten.

    Dass Slackware keine Abhängigkeiten auflöse, ist ein Gerücht der Vergangenheit, denn längst gibt es slap-get oder Alternativen wie swaret, die das wie bei anderen Distributionen vollziehen. Der Unterschied ist, dass man diese Paketverwaltungen ebenfalls selbst einrichten muss - und dabei eben auch lernt, wie sie funktionieren und wie man sie repariert.
    Über http://slackbuilds.org/ bekommt man so ziemlich alle Pakete, die man sich wünschen kann.

    Im Unterschied zu Gentoo oder Arch hat man bei Slackware innerhalb sehr kurzer Zeit ein lauffähiges Grundsystem installiert - der Lernprozess beginnt danach.

    Einen Nachteil hat das System freilich auch:
    Die Administration ist aufwendig (für mich der Hauptgrund, zu Debian zu wechseln - mir fehlte schlicht die Zeit, drei Rechner mit Slackware zu administrieren). Damit verbunden, sind auch der Komplexität praktische Grenzen gesetzt. Dies erfuhr vor über einem Jahrzehnt auch Patrick Volkerding, als z.B. GNOME aus der Standarddistribution flog, weil es zu kompliziert wurde, es einzubauen.

    Zweifel habe ich dennoch an der Überlebensfähigkeit von Slackware. Der letzte Point-Release 14 stammt vom September 2012, Version 14.1 wurde im November 2013 veröffentlicht, und 14.2 im Juli 2016. Seit über drei Jahren gibt es kein neues Release mehr. Ich bin nicht mehr involviert - aber ich finde, das sind sehr spärliche Lebenszeichen.

    Beim Altersrekord von Slackware handelt es sich freilich nur um Monate - im selben Jahr wurden auch Debian und Redhat aus der Taufe gehoben. Und in Deutschland erschien auf 40 Disketten eine abgewandelte Version unter dem Namen SuSE. :D

    • 0
      Von Anonymous am Do, 8. August 2019 um 10:53 #

      Zweifel habe ich dennoch an der Überlebensfähigkeit von Slackware. ..... Ich bin nicht mehr involviert - aber ich finde, das sind sehr spärliche Lebenszeichen.

      Na ja, es wird mit zunehmender Komplexität schwieriger, aber im Changelog der Entwickler-Version gibt es fast täglich Updates:

      http://www.slackware.com/changelog/current.php?cpu=x86_64

      Und "Der Meister" hat irgendwo (auf linuxquestions.org) bereits etwas von der Beta-Version von 15.0 gemurmelt :)

      • 0
        Von klopskind am Do, 8. August 2019 um 11:54 #

        Vielleicht ist mit Slackware 15 dann PAM auch ab Werk dabei. Das würde einiges erleichtern. Es ist zwar nicht einfach zu administrieren und ich mag es eigentlich nicht (BSDAuth finde ich besser), aber für einige Dinge ist es leider notwendig.

        0
        Von yo am Do, 8. August 2019 um 11:55 #

        Current ist wirklich quietschlebendig. Wenn ich wollte (und Zeit hätte), könnte ich 1-2 Kernel-Updates die Woche fahren... :)
        Pat hat sich sein Patreon wirklich verdient!

    0
    Von was ist das am Do, 8. August 2019 um 17:16 #

    Ich war selbst auch ein Slackware-User, musste aber wegen Aufwands irgendwann aufgeben. Aber da habe ich mit Linux fast ganz aufgehört :x ... trotzdem habe ich (fast) nur positive Erinnerungen an Slackware :)

    und dass deren Paketmanager keine Abhängigkeiten automatisch auflösen kann

    Das ist erstmal richtig, aber weit weniger schlimm als es den Anschein hat. Slackware Pakete zu bauen ist "einfach". Dank SlackBuilds.org noch einfacher. Da es keine Abhängigkeitsprüfung besitzt, kannst du munter Software tauschen. Für dessen Funktionalität bist du aber selbst verantwortlich. Damit ist es unter einem alten Slackware ist es oft problemlos möglich auf mal neueste Versionen einer Software zu holen, installieren und nutzen. Kein extra Repo, PPA, Flat und weiß der Geier nötig. Das ist Top! Musst nur wissen wie :)

    was Slackware eigentlich ganz konkret von anderen Distributionen abhebt

    Es verändert sich so gut wie nie. Ich bin mit Version 8.x bei Slackware damals eingestiegen und bis Slackware 14.2 so gut wie keine Änderungen fest gestellt. Aber trotzdem top aktuell.

    Was ist der Sinn hinter dem manuellem Auflösen der Abhängigkeiten, macht das nicht viel Administrationsaufwand?

    Zum Auflösen der Abhängigkeiten habe ich bereits oben schon geschrieben, komme ich nun zum Aufwand. Viele Pakete sind eher klein, weil sie im Gegenzug wie bei Debian/Ubuntu und Co. nicht atomisiert werden. Aber es gibt auch Ausnahmen. Multimedia zum Beispiel. Das habe ich aber meist nicht benutzt, auch wegen des Aufwands. Macht man das alles händisch, kann der Aufwand schnell recht hoch werden.

    Aber es gibt auch Abhilfe, für mich aber momentan "zu spät". Es lohnt sich die verschiedenen Slackbuild-Skripte anzuschauen und daraus zu lernen. Ich glaube bei XFCE-Slackbuilds, wie auch bei Mate-Slackbuilds steht wie man automatisch viele Pakete downloadet und compiliert und installiert. Ist dann ähnlich Aufwändig wie "apt install packetname" unter Debian. Vorteil, du kannst es nach deinen Wünschen bauen. Nachteil, du musst vielleicht erstmal viel lernen.

    Slackware ist cool! :up:

    • 0
      Von Verfluchtnochmal_5987109 am Mi, 14. August 2019 um 18:44 #

      Das ist ja das Problem: Du kannst munter tauschen mangels Abhängigkeitsprüfung und wenn es dann knallt bist du selbst zuständig das Problem zu beheben oder wenn eine dependency für core tools umgefallen ist auch das nicht mehr

      Mit rpmbuild kann ich das gleiche aber der Paketmanager verweigert die Installation aus gutem Grund und zeigt nur dabei auch noch welche installierten Pakete umfallen würden

      Mit --nodeps kann ich es aber trotzdem rauf bügeln und die davon ahängenden im Anschluss neu bauen, entscheidenssie zu deinstallieren weil eh unbenutzt oder eben davon absehen

      Nicht vorhandenes dependency Management ist kein Vorteil sondern purer Schwachsinn

    0
    Von pointer am Fr, 9. August 2019 um 11:29 #

    > Vielleicht hätte Slackware mehr Unterstützer, wenn man herausarbeiten
    > würde, was Slackware eigentlich ganz konkret von anderen
    > Distributionen abhebt.


    Vielleicht gibt der Name ja einen Hinweis. ;)

    0
    Von Lioh am Mo, 12. August 2019 um 09:45 #

    Falls Du Slacky kennenlernen möchtest, kann ich dir den online Linux Kurs von Faircomputer empfehlen: https://linuxkurs.ch

    Ich selbst nutze Slackware seit 1994 und bin begeistert von der Distribution, weil sie sehr transparent ist. Sie folgt den KISS Prinzipien und orientiert sich stark am ursprünglichen Unix Layout mit BSD-artigen Init-Scripten.

    Was das Paketmanagement angeht so empfehle ich tatsächlich eine Full-Installation, auch aus Gründen des einfacheren Updates auf kommende Versionen oder -current. Du kannst aber entscheiden ob Du zum Beispiel kde / kdei oder xfce installieren möchtest. Ich persönlich nutze -current mit Full ohne kde / kdei, da ich Xfce verwende.

    Bezüglich der Paket-Abhängigkeiten hast Du mit einer Full-Installation in der Regel keine Schwierigkeiten. Wenn du sbopkg zum Erstellen von Paketen aus SlackBuilds.org verwendest, kannst du die Queue-Funktion nutzen, die dependencies für dich auflöst.

0
Von Oiler der Borg am Do, 8. August 2019 um 13:01 #

Damit es auch so bleibt und die freie Distribution weiterhin kostenlos vertrieben werden kann
Ulkig jeder Slackwarenutzer , den ich kenne, hat seines gekauft :angel:
ist auch Slackware auch die Hilfe seiner Anwender angewiesen.
ist wohl das Nachspiel, dass Patty sich hat vom Shopbetreiber jahrelang über den Amboß ziehen lassen :down:

0
Von [Si]Lithium am Fr, 9. August 2019 um 07:43 #

Vielen Worten der Vorposter_innen kann ich mich nur anschließen.

Seit 2001 von Mandrake über GNU/Linux Debian zu Gentoo, dann zu Slackware, danach ArchLinux und nun Fedora (im Client-/Desktopbereich).

Mir persönlich gefällt die Idee, eine technische Sache annähernd in Gänze zu verstehen und die "volle" Kontrolle darüber zu haben. Bei vielen anderen Linux-Distributionen ist dies (auch "dank" systemd) kaum noch möglich, da wissen selbst unsere erfahrenen (50+) UNIX-Linux-Administratoren nicht mehr genau, was RHEL 7/CentOS 7 da macht.

Aus Nostalgiegründen habe ich Slackware 14.2 gestern in einer VM installiert - alles noch so einfach und gut nachvollziehbar, wie vor 10 Jahren! Ein Web-Browser, E-Mail-Client, Office-Programme und alle notwendingen Anwendungen laufen unter Slackware mit XFCE genauso gut wie unter einer shiny-bleeding-edge Linux-Distribution, aber shiny-bleeding-edge ist manchen eben wichtiger! :-)

Wie bereits jmd. schrieb, heute wollen viele (nicht alle!) Menschen nicht mehr wissen wie Dinge funktionieren oder (selbst) gemacht werden (können), es soll nur funktionieren und wenn nicht, wird Geld in die Hand genommen, damit es jmd. Anderes für sie macht - willkommen in der spätkapitalistischen und oberflächlichen Konsumgesellschaft.

  • 0
    Von Verfluchtnochmal_5987109 am Mi, 14. August 2019 um 18:48 #

    Zwischen nicht wissen wollen wie etwas funktioniert und zusammenhängt und keiner Abhängigkeitsprüfung liegen Welten

    Im Gegenteil, auch und gerade durch dependency Fehlermeldungen und deren chains habe ich viele Zusammenhänge erst gelernt ohne mir das System zusammen zu schießen

Pro-Linux
Traut euch!
Neue Nachrichten
Werbung