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Thema: LibreOffice 6.3 mit zahlreichen Neuerungen

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Von Andy_m4 am Fr, 9. August 2019 um 12:50 #

Wobei ich mich schon lange frage, ob nicht z.B. für den Bereich Textverarbeitung logisches Markup vielleicht noch in einfacher Umsetzung a-la Markdown etc. nicht die bessere Wahl wäre.

Die heutigen Textverarbeitungssysteme erschlagen eher den Benutzer in ihrer Funktionsvielfalt (mal davon abgesehen das teilweise einfache Sachen nicht mehr funktionieren) die die Anwender dann nicht mal nutzen, sondern dann eh ihre Dokumente mit Leerzeichen und Tabs formatieren, keine Formatvorlagen nutzen etc.

Ich finde den LaTeX-Ansatz a-la "kümmere Dich nicht ums aussehen, sondern schreibt einfach Dein Zeug und das Satzsystem erzeugt daraus die Endausgabe" gar nicht verkehrt.

Die Umsetzung bei LaTeX ist halt nur nicht gerade anwenderfreundlich. Schon um Bilder einzubinden braucht man ein Makropaket. Für Umlaute ein Makropaket.

Man muss einfach zu viel machen um selbst grundsätzliche Funktionalitäten zu haben.
Editoren wie TexStudio gehen schon in eine ganz gute Richtung was dann das Schreiben angeht.
Trotzdem fehlt halt noch viel um einfach so zu starten.

funktionieren einige Dinge nicht mehr und alle Bugreports dazu werden beständig ignoriert.
Ich denke das liegt auch an der Komplexität der Software, die ja auch mit jeder Funktionalität zunimmt.

Es gibt halt (und das gilt ja nicht nur für LibreOffice) die allgemeine Tendenz bei Entwicklern lieber eine neue Funktion einzubauen als Bugs zu fixen. Gerade auch dann wenn das Bug fixen aufgrund der Komplexität des Projektes schwierig ist.

Man kann zur Verteidigung des Projektes ja vielleicht noch anbringen, das vieles auch historisch gewachsen ist. Um so wichtiger wäre aber eine Konsolidierung. Aber dafür müssten die Prioritäten eben anders sein. Mehr hin zu weniger Funktionen die dann aber auch wirklich funktionieren. Dem Umstand Respekt zollen das nicht jedes Feature was einem gerade einfällt vom Endanwender wirklich benötigt wird.

MS-Office hat ja im Prinzip das gleiche Problem. Die können aber halt die Auswirkungen noch in Grenzen halten, weil sie relativ viel Geld auf ihr Produkt werfen können.

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    Von Anonymous am Fr, 9. August 2019 um 13:14 #

    Zu Markup/Markdown mal eine Frage:

    Ich habe früher gern Texmaker als GUI-Editor für LaTeX verwendet, weil man mit LaTeX erst mal drauflos schreiben kann und sich erst hinterher mit den Formatierungs-Details herumschlagen muss (falls man es nicht einfach so übernimmt, wie sich LaTeX das "gedacht" hat), aber LaTeX ist halt auch so ein Riesenhaufen von Altlasten.

    Git es sowas wie Texmaker oder TexStudio auch für Markup/Markdown?

    Ich gucke hin und wieder mal, habe aber nichts brauchbares gefunden (nur verwaiste "Eintagsfliegen" und/oder Lösungen, die einen Rattenschwanz an Abhängigkeiten erfordern).

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      Von Andy_m4 am Fr, 9. August 2019 um 13:40 #

      aber LaTeX ist halt auch so ein Riesenhaufen von Altlasten.
      Ja. Ist es tatsächlich und das ist auch eins der Probleme. Wenngleich man versucht daran zu arbeiten.
      Eines muss man LaTeX aber zugute halten. Wenn man sich einmal eingefuchst in die Kniffe raus hat funktioniert es zuverlässig. Und selbst 20 Jahre alte Dokumente lassen sich noch problemlos weiterverwenden.

      Nur der Weg bis dahin ist halt durchaus mühsam. Und zwar dummerweise mühsamer als er sein müsste.

      Git es sowas wie Texmaker oder TexStudio auch für Markup/Markdown?
      Wenn es nur um Syntaxhighligting geht, so können das inzwischen viele Editoren.

      Der vermutlich etwas spannendere Teil ist, was macht man dann mit seinem fertigen Dokument.

      Pandoc hat sich da als ganz brauchbar erwiesen.
      Damit kannst du dann Dein Markdown-Dokument (gibt aber noch andere Quellsprachen) umwandeln. Zum Beispiel in HTML wenn Du es im Web publizieren willst. Oder halt LaTeX/PDF zum Ausdruck.

      AsciiDoc geht in eine ähnliche Richtung. Einfache zu benutzendes Markup aus denen man dann eine Ausgabe produzieren kann wie man sie gerade braucht.

      Reicht für viele Sachen aus. Einiges was man mit klassischer Textverarbeitung macht, wie zum Beispiel einen Brief schreiben wo man dann gerne so was wie Absender, Empfänger usw. festlegen möchte und der fügt das dann automatisch an der entsprechenden Stelle ein sind damit aber nicht wirklich praktikabel realisierbar.

      Das sind so Lücken, wo ich Füllbedarf sehe. Wenn man das Ganze dann noch in einem Programm (was dann auch Zugriff auf die Funktionen bietet) was als Editor dient und dann von mir aus noch eine Live-Voransicht bietet kombinieren würde, hätte man schon was was den Großteil der normalen Bedürfnisse abdeckt.

      Ich selbst verwende übrigens Scribble
      Da mache ich es halt auch so, dass wenn z.B. für Teile des Dokumentes Markdown reicht dann nehm ich dafür Markdown. Ich kann also mehrere Eingangsformate nehmen und daraus eine einheitliche Ausgabe (z.B: in HTML, PDF, whatever) erzeugen.

      Das sehe ich aber auch als keine allgemein verwendbare Lösung. Das passt bei mir halt, weil ich mich eh um Racket-Umfeld bewege und damit sowieso Kontakt dazu habe und auch in der Lage bin für spezielle Probleme oder Funktionalitäten mir halt schnell Anpassungen zu schreiben.

      Und all das ist halt weit weg von dem, was man dem sogenannten "normalen Anwender" zumuten kann.

      Wie gesagt. Ich denke, da gäbe es Bedarf. Mir ist aber auch noch keinen adäquate und allgemein empfehlbare Lösung bekannt (wenn jemand eine hat/kennt; gerne her damit).

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        Von Anonymous am Fr, 9. August 2019 um 14:09 #

        Danke für die Erläuterungen und die Links.

        Pandoc gibt's auch als Binary; damit erspart man sich den Rattenschwanz an Haskell-Abhängigkeiten. Damit werde ich mal herumspielen.

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        Von QOwnnotes am Fr, 9. August 2019 um 23:25 #

        QOwnnotes sollte passend sein.

        https://www.qownnotes.org/

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          Von Anonymous am Sa, 10. August 2019 um 10:35 #

          Ja, auf den ersten Blick sieht das genau so aus wie das, was ich suche.

          Habe mal schnell das AppImage ausprobiert; auf den zweiten Blick Ernüchterung: Editoren mit Web-Funktionalität, die erst mal fragen, ob sie nach Hause telefonieren dürfen und Audacious starten, um irgendwelche akustische Systemmeldungen vorzududeln, sind so gar nicht mein Ding.

          Aber der Rest sieht sehr schön aus. Vielleicht kann man die Web-Scheiße da rausoperieren; aber nach einem kurzen Blick in die CMakeLists.txt scheint mir die wohl zu tief verankert zu sein.

          Na ja, sowas hat man jetzt halt. Schöne neue Welt!

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            Von glasen am Sa, 10. August 2019 um 11:03 #

            Auch wenn es auf Electron basiert:

            Da könntest dir mal Typora anschauen. Damit habe ich in der Vergangenheit sehr gute Erfahrungen gemacht. Typora ist ein WYSIWYG-Markdown-Editor, welcher auch Latex-Formeln unterstützt:

            https://typora.io/#linux

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              Von Anonymous am Sa, 10. August 2019 um 12:12 #

              Ah, das sieht mehr nach einem herkömmlichen Editor aus (also nicht so spezialisiert und mit Funktionen überladen wie qownnotes) und es kommt ebenfalls ein PDF raus.

              Bei "Elektron" zucke ich ja immer zusammen, und das Ding kommt als vorkompiliertes binary auf 80 MB und entpackt auf 200 MB.

              Und selbstverständlich sendet er "anonyme Nutzungsdaten" in die DigitalOcean-Cloud. Kann man aber abschalten.

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            Von Andy_m4 am Sa, 10. August 2019 um 13:48 #

            Ja, auf den ersten Blick sieht das genau so aus wie das, was ich suche.
            Umso genauer Du spezifizierst, was Du suchst, umso besser werden möglicherweise die Tipps.

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              Von Anonymous am Sa, 10. August 2019 um 15:19 #

              In erster Linie ein Werkzeug, das aus Markdown-Dialekten PDFs machen kann (ohne dass LaTeX installiert ist).

              Und in zweiter Linie (für den Komfort und als Unterstützung beim Eingewöhnen) eine schlichte Editor-Komponente mit Syntax-Highlighting und eventuell Pulldown-Menüs für die gängigen Formatierungsbefehle (letzeres muss aber nicht sein).

              Und wenn es dann noch ohne Monster-Framework wie Electron daherkäme .... aber es wird schon seinen Grund haben, wenn auf so ein Framework aufgesetzt wird; da wird die Umwandlung in ein PDF vermutlich frei Haus mitgeliefert.

              Typora entspricht schon ganz gut dem, was ich suchte, und da es ein Binary gibt und ich das nicht selbst kompilieren muss, ist es OK.

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                Von Andy_m4 am Sa, 10. August 2019 um 19:19 #

                In erster Linie ein Werkzeug, das aus Markdown-Dialekten PDFs machen kann
                (ohne dass LaTeX installiert ist).
                Wobei LaTeX ja jetzt nicht so fett ist. Selbst wenn Du ne LaTeX-Distribution wie Texlive nimmst kommst Du mit 12MB Plattenplatz aus.

                Editoren die Markdown können kriegst Du ohnehin problemlos. Und wenn man noch sowas wie ne Quasi-Liveansicht haben möchte, kann man sich das dann auch relativ schnell mit Tools wie fswatch hinbasteln. Die lässt man dann pandoc und ein PDF-Viewer aufrufen, wenn die Markdown-Datei gespeichert wird.

                Typora entspricht schon ganz gut dem, was ich suchte, und da es ein Binary gibt und ich das nicht selbst kompilieren muss, ist es OK.
                Wenns wie gewünscht funktioniert und alles andere auch akzeptabel ist, dann hättest Du ja jetzt alles, was Du brauchst. :-)

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              Von Anonymous am Sa, 10. August 2019 um 15:22 #

              Ach ja,

              noch vielen Dank an Dich und an "glasen" für die Tips!

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          Von Anonymous am Sa, 10. August 2019 um 11:52 #

          Auf GitHub weist das Projekt 3202 (!) releases auf. Respekt; so was habe ich da noch nie gesehen ;)

          Unter https://download.tuxfamily.org/qownnotes/src geht es etwas übersichtlicher zu, und die älteste Version 18.03.1.1 läßt sich sogar mit meinem Qt_5.9.8_no_webengine kompilieren.

          Aber auch die Version möchte nach Hause telefonieren und Hartbeats senden.... na ja, mit der werde ich mal herumspielen.

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    Von André Ramnitz am Fr, 9. August 2019 um 15:02 #

    Meine Maschinenbautechniker Projektarbeit habe ich damals mit Lyx als LateX Frontend geschrieben. Auch da gab's mit den freien Offices nur Probleme.
    Um irgendwelche Makros bei der Einbettung von Bildern brauchte ich mich nicht zu kümmern. Hin und wieder gab's zwar auch mal einen CTD während der Bearbeitung, aber das Layout war bombensicher, auch wenn man in der Mitte des Dokuments mal noch ein paar Seiten hinzugefügt hat.
    Darüber hinaus war die GUI blitzschnell. Also nix mit warten auf refresh beim Seitensprung. :up:

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      Von Andy_m4 am Fr, 9. August 2019 um 16:51 #

      Ja. Lyx ist tatsächlich auch ein interessanter Kandidat, um den Zugang zu LaTeX zu erleichtern.

      Bei einer Sache muss man allerdings aufpassen. Lyx sieht sehr ähnlich aus wie ein normales Textverarbeitungsprogramm a-la Word und wie sie alle heißen.
      Man ist dann gerade am Anfang schnell dazu geneigt es dann auch wie eine klassische Textverarbeitung zu nutzen, wo ja die Eingabeansicht auch gleich so aussieht wie die Ausgabe/Ausdruck.

      Lyx funktioniert nur gut, wenn man wie bei LaTeX logisches Markup macht.

      Der Wesentliche Unterschied ist, das man bei Lyx keine textuellen Tags setzt, sondern halt via Menüpunkte und das ganze dann auch noch visualisiert wird um quasi die Tags sichtbar zu machen (statt einfach die Textform wie bei plain LaTeX).

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    Von pointer am Sa, 10. August 2019 um 12:10 #

    > Wobei ich mich schon lange frage, ob nicht z.B. für den Bereich Textverarbeitung logisches Markup vielleicht noch in einfacher Umsetzung a-la Markdown etc. nicht die bessere Wahl wäre.


    Für den "Bereich Textverarbeitung" ist Markup/-down in 99 % der Fälle imo kompletter Unfug. In der Regel nutzt man eine Formatvorlage, schreibt den Text runter, liest sich das Ganze noch mal durch und nimmt dann ggf. per Doppelklick und Tastenkombi zusätzliche Formatierungen durch. Und das ruck-zuck. Und zwar ohne sich an spitzen Klammern o. ä. die Finger verletzen zu müssen.

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      Von Andy_m4 am Sa, 10. August 2019 um 19:30 #

      Für den "Bereich Textverarbeitung" ist Markup/-down in 99 % der Fälle imo kompletter Unfug. In der Regel nutzt man eine Formatvorlage, schreibt den Text runter, liest sich das Ganze noch mal durch und nimmt dann ggf. per Doppelklick und Tastenkombi zusätzliche Formatierungen durch. Und das ruck-zuck. Und zwar ohne sich an spitzen Klammern o. ä. die Finger verletzen zu müssen.
      Wenn das so genutzt wird, dann ist das auch ok.

      Es war übrigens nie davon die Rede Markdown einfach so als Ersatz für ne Textverarbeitung zu nutzen.

      Der Vorteil von textuellen Markup ist halt, das Du nicht nur den Text verarbeiten lassen kannst, sondern auch halt das Markup selbst.
      Bei z.B: einer HTML-Datei kannst Du halt auch die Tags manipulieren.
      Das zum Beispiel in Word nem Word-Dokument zu machen ist schwieriger. Wobei in Word durchaus solche Sachen wie Textfarbe ändern etc. geht wenn Du Makros nimmst. Willst Du außerhalb von Word dein Word-Dokument automatisiert bearbeiten, wird es ganz schnell unkomfortabel.
      Bei textuellen Markup kannst du halt mit jedem Tool drauf gehen, welches Plain-Text verarbeiten kann.

      Nicht falsch verstehen. Mit Word und Co kann man schon gut Textverarbeitung betreiben. Nur nicht immer sind die Wege die Word und Co vorgeben für den jeweiligen Anwendungsfall bzw. Anforderungen optimal.

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        Von pointer am So, 11. August 2019 um 08:26 #

        > Nicht falsch verstehen. Mit Word und Co kann man schon gut Textverarbeitung betreiben.

        Man kann mit Writer und Co. sogar *sehr* gut Textverarbeitung betreiben. Abgesehen vom Selbstgänger "Geschäfts- und Privatkorrespondenz" kann man auch umfangreiche, komplexe Dokumenten mit Inhaltsverzeichnis, Index, Graphiken, Hyperlinks, Tabellen, unterschiedlichen Seitenformaten etc. erstellen und ggf. als pdf ausgeben lassen. Und das weiß ich nicht deshalb, weil das theoretisch möglich wäre, sondern weil ich das schon gemacht habe.

        TeX, LaTeX etc. sind sicher gut geeignet für wissenschaftliche Papers mit vielen Formeln oder für Buchsatz oder andere Spezialfälle. Für die allermeisten Fälle von Textverarbeitung sind sie imo zeitraubender Overkill.


        > Nur nicht immer sind die Wege die Word und Co vorgeben für den jeweiligen Anwendungsfall bzw. Anforderungen optimal.

        Sicher. Aber das gilt wohl für jedes Tool.

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          Von Andy_m4 am So, 11. August 2019 um 10:53 #

          kann man auch umfangreiche, komplexe Dokumenten mit Inhaltsverzeichnis, Index, Graphiken, Hyperlinks, Tabellen, unterschiedlichen Seitenformaten etc. erstellen und ggf. als pdf ausgeben lassen.
          Das wird auch niemand ernsthaft bestreiten wollen.
          Die Probleme fangen an, wenn Du Teiele aus dem Dokument extrahieren möchtest oder aus Fremdquellen einfügen willst. Auch das klappt noch ganz gut, aber nur so lange Du Dich innerhalb des Word/Office-Ökosystems bewegst.
          Wenn nicht, wird es sehr schnell sehr eklig.
          Die Welt besteht halt nicht nur aus "Ich schreibe in Word mein Kram und füg vielleicht auch mal ein Excel-Diagramm ein".

          Ne unglückliche Figur macht Word auch oft, wenn eine Datei beschädigt ist (weil jemand das Dokument mit einer anderen Word-Version oder mit LibreOffice bearbeitet hat). Außerdem sind Word & Co auch sehr ressourcenintensiv. Mal schnell was unterwegs (wo man nur schmalbrüstige Hardware dabei hat) hinzufügen wird zum reinen Geduldsspiel.

          Sicher. Wer Word "vorschriftsmäßig" in einer cleanen Umgebung betreibt, der hat damit sicher viel Freude.

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          Von Andy_m4 am So, 11. August 2019 um 11:02 #

          TeX, LaTeX etc. sind sicher gut geeignet für wissenschaftliche Papers mit vielen Formeln oder für Buchsatz oder andere Spezialfälle. Für die allermeisten Fälle von Textverarbeitung sind sie imo zeitraubender Overkill.
          Also ich verwende selbst auch kein Latex im Alltag (passt nicht zu meinem Anforderungsprofil), aber eine gut eingerichtete Latex-Umgebung erfüllt sehr wohl und gut seinen Zweck.
          Und zwar dauerhaft und ohne das bei irgendeinem Update wieder die Hälfte durcheinandergewürfelt ist. Und Du kannst Dir auch sicher sein Deine 20 Jahre alten Dokumente noch "öffnen" zu können.

          Overkill würde ich es jetzt dabei nicht nennen. Overkill wären eher solche Sachen wie Word die Gigabyte-weise Platz brauchen und Dich mit Funktionen zuschütten, von denen Du nur ein Bruchteil brauchst.

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            Von pointer am So, 11. August 2019 um 17:56 #

            > Also ich verwende selbst auch kein Latex im Alltag (passt nicht zu meinem Anforderungsprofil), aber eine gut eingerichtete Latex-Umgebung erfüllt sehr wohl und gut seinen Zweck.

            Bezweifle ich ja auch nicht (s. o.).


            > Und zwar dauerhaft und ohne das bei irgendeinem Update wieder die Hälfte durcheinandergewürfelt ist. Und Du kannst Dir auch sicher sein Deine 20 Jahre alten Dokumente noch "öffnen" zu können.

            Also das kann ich mit Word oder Writer auch.

            > Overkill würde ich es jetzt dabei nicht nennen. Overkill wären eher solche Sachen wie Word die Gigabyte-weise Platz brauchen und Dich mit Funktionen zuschütten, von denen Du nur ein Bruchteil brauchst.

            Selbstverständlich Overkill. Nicht in Bezug auf die Größe der Software oder die Anzahl nicht genutzter Funktionen, sondern in Bezug auf den erforderlichen Aufwand. Um im Bild zu bleiben: Es macht keinen Sinn, mit Kanonen auf Spatzen zu schiessen.

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              Von Andy_m4 am So, 11. August 2019 um 20:28 #

              Also das kann ich mit Word oder Writer auch.
              Also ich kann mich noch gut an die ganzen Probleme erinnern die es mit unterschiedlichen Word-Versionen gab.
              Ob das inzwischen besser geworden ist, ist möglich. Ob uralte Dokumente immer problemlos sind, wage ich aber nach wie vor zu bezweifeln.
              Beim Writer hatte ich das Problem schon, das ich mit OpenOffice alte StarOffice-Dokumente nicht mehr öffnen konnte. Damals gabs noch die Möglichkeit den Support für das StarWriter 5 Format nachzuinstallieren.

              Beim TeX-Format hast Du prinzipbedingt solche Probleme nicht, weil das Format von Anfang an darauf ausgelegt wurde erweiterbar zu sein.

              Sollte es doch mal irgendwann Probleme geben ist das auch kein Beinbruch. Denn TeX ist ein Klartext-Format. Ich kann es also in einer Weise (schon mit nem einfachen Text-Editor) bearbeiten wie es für die ganzen alten Formate nicht möglich ist.
              In der jüngeren Zeit hat sich da die Situation sicher entspannt, da alle auf den XML-Zug aufgesprungen sind. Aber wenn man sich mal ein von Word erzeugtes XML mal in plain-text anguckt, dann wünscht man sich ja fast die alten Binärformate und nen Hexeditor zurück. :-)

              Übrigens. Die ganzen Open-XML-Formate kamen ja erst dadurch auf, das man es halt als Problem erkannt hat, das man bei alten Dateien irgendwann vor einem Scherbenhaufen steht und auch die Interoperabilität nur begrenzt gegeben ist.

              sondern in Bezug auf den erforderlichen Aufwand.
              Ähm. Auch Word ist kein Selbstläufer. Wenn man "einfach so" Word verwendet, kommt genau das raus, was ich in einem anderen Beitrag beschrieben hab. Dokumente mit Leerzeichen formatiert, fest zugewiesene Schriften und ähnlicher Kram.
              Word ist ein hochkomplexes Programm was natürlich ebenfalls Lernaufwand hat.

              Einfacher kann man es dem Anwender natürlich machen, in dem man ihn Dokumentevorlagen gibt, wo er quasi nur noch an die passende Stelle sein Kram eintippen muss.
              Aber genau das kann ich in LaTeX genauso gut.

              Mag sein das Word und Co trotz allem noch ein Bedienvorteil haben, aber wenn dann ist der kleiner als man gemeinhin glaubt. Weil man häufig wenn man LaTeX zum ersten Mal mal sieht denkt: "Oh. Kompliziert" und dabei aber vergisst, dass man sich entsprechendes Word-Know-How auch erst aneignen musste.
              Das ist durchaus typisch wenn man was Anderes sieht was zudem noch nach einem anderen Prinzip arbeitet als das was man kennt.

              Ich komme ja auch eher aus der Ecke der klassischen Textverarbeitung. Als ich das erste Mal mit Latex konfrontiert wurde dachte ich auch: "Was soll der Quatsch?".

              Inzwischen benutze ich textuelles Markup bevorzugt und greife eher selten noch zu WYSIWYG-Textverarbeitungssysteme.

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    Von klopskind am Mo, 12. August 2019 um 22:54 #

    Einige (La)TeX-Distributionen haben tatsächlich ein großes Problem mit Abwärtskompatibilitäten, Altlasten, Inkonsistenzen und Bloat.
    Zu viele Köche verderben den Brei. Es braucht einen strengeren Kurator

    Der Ansatz und die Art einer strikt getrennten Übersetzung der Quellen stammt aus der Zeit der IT-Dinos von Knuth mit Maschinen mit nur sehr wenig Arbeitsspeicher. Deshalb auch die vielen einzelnen Ausgabedateien, Zwischenschritte und teils mehrfach nötigen Übersetzungen, für die nur Heuristiken (z.B. latexmk; der Quelltext, die Doku und die Konfiguration dieses Perlskripts, welches mit TeXLive verteilt wird, ist ein einziger unwartbarer Graus) existieren, um die genaue Anzahl zu bestimmen.
    Ein wirklich guter WYSIWYG-Editor lässt sich auf dieser Grundlage nicht implementieren.

    Eine gute Alternative wäre bspw. ConTeXt. Das ist viel aufgeräumter und konsistenter, aber hat dadurch natürlich weniger Pakete zur Auswahl.

    kerTeX ist eine weitere TeX-engine, die ich auch einmal ausprobieren wollte. Es stellt eine sinnvolle Vorauswahl bestehender Komponenten samt Modifikationen zusammen, schneidet auch die sehr alten Zöpfe ab, und die Software würde viel einfacher zu warten sein. Einige Inkonsistenzen und andere Probleme bleiben, viele Pakete werden nicht funktionieren, aber wenigstens hat es einen Kurator.
    Leider wird es noch als experimentell eingestuft.

    Einen gänzlich anderen Weg geht bspw. TeXmacs, das tatsächlich eine eigene Engine implementiert, um einen besseren WYSIWYG-Editor möglich zu machen (anders als bspw. das häufig gepriesene LyX). Das Ergebnis kann sich mMn wirklich sehen lassen. Mein persönlicher Geheimfavorit!
    Der Vorteil ist, dass ein so verfasstes Dokument in menschenlesbares TeX/LaTeX konvertiert werden können, um abschließende Details an der Formatierung zu modifizieren, die mit TeXmacs eventuell nicht möglich sind. Auch ein Konverter für HTML/MathML steht bereit. Die Standardausgabe ist PostScript oder PDF. Das native/interne Format ist XML oder Scheme. Der Editor lässt sich relativ beliebig in Guile-Scheme erweitern.
    Es bildet auch das Frontend zu anderen Backends wie Programmiersprachen, Computeralgebrasystemen, Plotter und mathematisch-numerische Software.

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