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Thema: Ubuntu will ZFS ganzheitlich unterstützen

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Kommentare von Lesern spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wider.
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Von klopskind am Mo, 12. August 2019 um 11:37 #

1. Eine Reimplementierung birgt einen enormen Aufwand. Dabei ist der juristische Teil nicht zu unterschätzen, denn das Lizenzproblem hat nicht nur eine urheberrechtliche, sondern auch eine patentrechtliche Seite. Bis zum Ablaufdatum jener Patente wäre es ein sehr hohes unternehmerischeres Wagnis, eine Reimplementierung durchzuführen.

Oracle hatte das Patentportfolio des OIN bereits lizensiert und damit zugesichert, keine Patentrechte gegen GNU/Linux-Systeme samt Wettbewerbern wie MySQL oder MariaDB geltend zu machen.
Ob oder inwieweit das im Kontext ZFS etwas ändert, weiß ich nicht.

2. Wenn man es schafft, die betreffenden Patente in einer Reimplementierung technisch zu umschiffen, ist es nicht unwahrscheinlich, dass die Reimplementierung weniger performant als die Referenzimplementierung ist oder (teils grundlegend) inkompatibel zu dieser.
Die erfolgreiche Vermarktung wäre kompliziert.

Der Teufel steckt hier im Details: So waren und sind die Implementierungen illumos, ZoL und die Referenz von Sun/Oracle inkompatibel untereinander. Soweit ich weiß, sind die Inkompatibilitäten zwischen illumos und ZoL kleiner. Innerhalb OpenZFS war lange Zeit illumos die treibende Kraft, bis ZoL vor Kurzem aufschloss und "überholte" (die feature-flags der Implementierungen stehen in keiner strikten Teilmengenbeziehung). Aus diesem Grund wechselt FreeBSD gerade von illumos auf ZoL.
Natürlich bestünde hier das Potential zum Lock-in, welches unternehmerische/stragetische Vorteile bieten kann. Aber das wird niemanden zum Produktwechsel bewegen.

3. Angenommen eine Reimplementierung fände statt. Dann müsste man diese im Anschluss sehr viel Testen und Nutzen bis man sich der Robustheit und Fehlerquote der Referenzimplementierung annähert. Für gängige Dateisysteme erstreckt sich dieser Zeitraum auf mehrere Jahre. Bei so komplexen Dateisystemen wie ZFS auch locker zwei Dekaden.
Bis dahin wäre dieses Produkt vermutlich nicht rentabel, da das schon seit Jahren bestehende Konkurrenzprodukt besser wäre. Das ist ebenfalls ein enormes unternehmerischeres Risiko.

4. Wenn man so will, ist Btrfs quasi der Versuch, zentrale Features von ZFS unter Linux anzubieten, ohne Urheber- und Patentrechte zu verletzen und ohne eine SPL (Sun Porting Layer) zu benötigen.
Wie das (bisher) ausging, darf jeder selbst beurteilen.

Ergo: Für mich als Laie wirkt eine unternehmerisch erfolgreiche Durchführung und Vermarktung einer Reimplementierung von ZFS sehr langwierig, äußerst aufwändig, vergleichsweise unattraktiv, unvertretbar risikoreich.

  • 3
    Von Ghul am Mo, 12. August 2019 um 11:49 #

    1. Das ist die wesentliche Frage, wann laufen die Patente, sofern welche existieren, aus?

    4. RedHat hat den Btrfs Support rausgeschmissen und es ist auch heute noch nicht einmal mit ZFS konkurrenzfähig, das ist es bestenfalls nur auf dem Papier, aber mehr als RAID 1 ist noch nicht praxistauglich.

    • 2
      Von schmidicom am Mo, 12. August 2019 um 12:19 #

      RedHat hofft eben auf XFS und so falsch ist das nicht.

      Von den momentan noch fehlenden Features mal abgesehen (welche seit einiger zeit nach und nach hinzugefügt werden) ist XFS ein wirklich gutes Dateisystem und es ist auch schon im Linux-Kernel enthalten. Mir persönlich ist noch kein einziges XFS (davon habe ich etliche auf verschiedenen Systemen in Verwendung) abgeraucht, was ich von ext3/4 oder auch btrfs nicht behaupten kann.

      Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert. Zuletzt am 12. Aug 2019 um 12:20.
      2
      Von klopskind am Mo, 12. August 2019 um 16:51 #

      1. Einerseits gab es bezüglich ZFS die Streitigkeiten zwischen NetApp und Sun um die WAFL-Patente, z.B. dieses, jenes (beide kürzlich abgelaufen), usw.
      Eine weitere Darstellung der Streitigkeiten mit mehr Details samt einiger Interna sind hier niedergeschrieben (Bemerkung: Die Authentizität dieser Quelle - Bryan Cantrill, ehem. Ingenieur bei Sun Microsystems - ist unbelegt, aber der Inhalt wirkt plausibel).

      Andererseits verwendet ZFS das von IBM patentierte ARC.

      Außerdem gibt es eine Reihe weiterer Patente, die infrage kämen. Allerdings kann ich Ihnen nicht sagen, ob diese tatsächlich in ZFS verwendet werden. Das habe ich nicht recherchiert, sonder nur blind Suchbegriffe wie Sun, Oracle, ZFS, usw. in die Suchmaske eingegeben.

      4. Unter Anderem deshalb sagte ich ja: "Wie das (bisher) ausging, darf jeder selbst beurteilen." Ich kann nicht erkennen, worin sich Ihre Aussage und meine unter Punkt 4 oben widersprechen würden.

      • 1
        Von Ghul am Mo, 12. August 2019 um 23:45 #

        1. Danke

        2. Dass soll auch kein Widerspruch sein, sondern eine Ergänzung.

        Es wundert mich allerdings, dass ein paar Leute so mutig oder naiv sind und Btrfs im RAID 5 oder 6 Mode nutzen, oder wofür kamen die Downvotes meines Kommentars?

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