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Thema: Microsoft macht Weg frei für exFAT im Linux-Kernel

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Kommentare von Lesern spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wider.
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Von Ossi am Do, 29. August 2019 um 11:09 #

Im Artikel werden bessere Dateisysteme erwähnt ("obwohl mehrere bessere, von Linux kommende und freie Dateisysteme zur Verfügung stehen")

Meines Wissens ist der Hauptvorteil von exFAT dass man es nicht umounten muss wenn man das Medium vom Rechner trennt. Welche Linux Dateisysteme kommen hierfür infrage?

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    Von Andy_m4 am Do, 29. August 2019 um 12:08 #

    Meines Wissens ist der Hauptvorteil von exFAT dass man es nicht umounten muss wenn man das Medium vom Rechner trennt.
    Du solltest jedes System explizit unmounten, weil Datenverlust z.B. durch nicht beendete Schreibvorgänge möglich ist und sich auch nicht ausschließen lässt.

    Ein Unterschied gibt es höchstens, wie gut Dateisysteme damit umgehen können um etwaigen Schaden wenigstens zu minimieren.

    Deine dateisystemübergreifende Möglichkeit wäre es auf einen Schreibcache zu verzichten, was Schreibzugriffe aber zunächst mal langsamer macht.

    Der andere Ansatz ist, Schreibvorgänge erst dann wirksam zu machen, wenn sie fertig ist. In dem zum Beispiel am Ende des Schreibvorganges auf dem Dateisystem ein Flag gesetzt wird.

    Damit bist Du zwar immer noch nicht vor abgebrochenen Schreibvorgängen geschützt, aber es verhindert ein inkonsistenten Zustand. Zum Beispiel wenn Du eine alte Datei überschreibst, dass Du beim unterbrechen des Schreibvorganges in der Datei sowohl alten als auch neuen Inhalt hast.

    Meines Wissens aber macht genau das exFAT in der Standardausführung aber nicht, weshalb ich Dein Kenntnisstand erst mal ins Reich der Legenden verweisen würde bis jemand mit handfesteren Infos kommt.

    Nein, der Hauptvorteil von exFAT ist, das es von Windows unterstützt wird und dies nun mal das Betriebssystem ist, was der Normaluser da draußen hat. Dementsprechend verwenden das dann auch die Hersteller von Digitalkameras etc.

    Theoretisch bleibt es Dir aber unbenommen USB-Speicherstick aber auch zum Beispiel mit ext3 zu betreiben. Das Journaling plus synchrones schreiben dürfte schon ein mehr an Sicherheit bringen.
    Dann gibts natürlich noch die Dateisysteme, die speziell für Flash-Speicher zugeschnitten sind, wie zum Beispiel F2FS.

    Die funktionieren alle prima, haben aber halt den potentiellen Nachteil der Kompatibilität. Gerade Consumer-Geräte kommen i.d.R. nur mit FAT bzw. exFAT und evtl. noch NTFS zurecht. Wenn Du sowas nicht hast, spricht natürlich nichts dagegen ein beliebiges Dateisystem zu verwenden.

    Der andere Punkt ist die Wear-Levelling-Mechanismen und Garbage-Collect-Algorithmen laufen evtl. auf exFAT optimaler, weil eben das der häufigste Anwendungsfall ist.
    Das heißt, das dann in der Praxis sich auf dem Papier vorteilhaftere Dateisysteme vielleicht dann nicht immer auch vorteilhafter sind.

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    Von lilili am Do, 29. August 2019 um 13:03 #

    jo es sind fast alle besser als FAT - nur wenn Du einen Datenträger mit Daten bekommst der mit FAT formatiert ist und Linux kein FAT kann hast Du trotzdem ein Problem.

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      Von Andy_m4 am Do, 29. August 2019 um 13:18 #

      jo es sind fast alle besser als FAT - nur wenn Du einen Datenträger mit Daten bekommst der mit FAT formatiert ist und Linux kein FAT kann hast Du trotzdem ein Problem.
      FAT inklusive der "neueren" Versionen vFAT32 etc. sind schon gefühlt ewig kein Problem mehr unter anderen Betriebssystemen.
      Hier geht es aber um exFAT und explizit um die Aufnahme in den Kernel.

      Btw.: Auch dazu gibts schon ne ganze Weile einen FUSE-Treiber:
      https://github.com/relan/exfat

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    Von Chronarius am Do, 29. August 2019 um 21:03 #

    Deinen Vorteil kannst knicken, da es mir damit schon mehrfach das Dateisystem zerlegt hat. Einfach abziehen ist nicht. Du mußt schon auch warten bis die Daten geschrieben sind. Deswegen ist auch bei exFAT ein unmounten sinnvoll.

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    Von schmidicom am Fr, 30. August 2019 um 10:24 #

    Meines Wissens ist der Hauptvorteil von exFAT dass man es nicht umounten muss wenn man das Medium vom Rechner trennt.
    Dieser Mythos ist genau so unsinnig wie alt, sowohl FAT als auch exFAT sind da für Fehler ebenso anfällig wie alle anderen Dateisysteme auch. Der einzige Grund warum meistens (aber bei weitem nicht immer) nichts schlimmes passiert ist weil Windows für Wechseldatenträger standardmäßig den Schreibcache deaktiviert.

    Auf meinem Tisch sind im laufe der Zeit schon etliche USB-Sticks gelandet deren FAT/exFAT-Dateisystem durch stumpfes herausreisen (ohne sauberes auswerfen/unmounten) geschrotet wurde.

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      Von Andy_m4 am Fr, 30. August 2019 um 10:50 #

      Dieser Mythos ist genau so unsinnig wie alt, sowohl FAT als auch exFAT sind da für Fehler ebenso anfällig wie alle anderen Dateisysteme auch.
      Man könnte sogar noch ein Schritt weiter gehen. FAT (wie es bei exFAT ist weiß ich jetzt nicht aus dem stehgreif) kennt kein clean-Flag wie es das ja selbst bei alten Dateisystemen wie ext2 gibt.
      Wenn ext2 nicht sauber ausgehängt wird, wird ja beim nächsten Mount das bemerkt und automatisch eine Filesystemcheck durchgeführt, falls halt was nicht in Ordnung ist.
      FAT kennt sowas nicht. Du bemerkst also etwaigen Schaden erstmal nicht und der kann im Laufe der Weiterbenutzung sogar noch weitere Kreise ziehen. Und das sind eigentlich die schlimmeren Fehler: Die, die man aufgrund fehlender Warnung zunächst gar nicht bemerkt.

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    Von Verfluchtnochmal_5987108 am Fr, 30. August 2019 um 20:42 #

    Und welche Magie soll exfat haben dass unbeschriebene Daten beim abstecken noch schnell auf dem luftweg nach geschossen werden?

    Wenn du ein FS nicht mit sync mountest ergibt es unweigerlich Datenverlust im falschen Moment und wenn du es mit sync mountest ist die Performance für den Arsch, egal welches

    Der einzige Vorteil von exfat ist dass es mittlerweile jedes device versteht, nicht mehr und auch nicht weniger, völlig egal wie geil FS xyz sein mag, es geht genau darum wenn wir von einem AUSTAUSCHFORMAT sprechen und jeder weitere Satz zum thema ist Unfug

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