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Mo, 2. September 2019, 12:52

Software::Grafik

Virglrenderer 0.8.0 bringt beschleunigtes OpenGL in Qemu voran

Die neue Version 0.8.0 von Virglrenderer ist mit OpenGL 4.3 und OpenGL ES 3.2 konform und beschleunigt das Rendering deutlich.

Grafiksystem mit Virgil3D

Collabora

Grafiksystem mit Virgil3D

Das Ziel, Hardware-Beschleunigung auch in virtuellen Maschinen nutzen zu können, wurde erst in den letzten zwei Jahren ernsthaft angegangen. Dazu war es notwendig, den Grafikprozessor (GPU) zu virtualisieren. Das geschah im Rahmen des Projekts Virgil3D, das aus mehreren Komponenten besteht. Auf dem Host-System läuft der normale OpenGL-Treiber. Eine aktuelle Version von Qemu enthält die virtualisierte GPU sowie Virglrenderer. Das darin laufende Gastsystem nutzt einen Kernel-Treiber für die virtualisierte GPU (virtio-gpu). Die Verbindung zwischen Anwendung und dem Kernel-Treiber leistet die Mesa-Bibliothek über ihren virgl-Treiber.

Nun liegt Virglrenderer in Version 0.8.0 vor. Die neue Version enthält rund 600 Änderungen gegenüber 0.7.0, von denen Collabora nach eigenen Angaben etwa 80% entwickelt hat. Signifikante Beiträge kamen auch vom ChromeOS-Team von Google. Die meisten Änderungen dienten entweder der Erhöhung der Geschwindigkeit oder der Verbesserung der Kompatibilität. OpenGL 4.3, das allerdings bei weitem nicht die neueste Version der Spezifikation ist, wird jetzt voll unterstützt, ebenso OpenGL ES 3.2.

Durch die Optimierungen können jetzt auch einige Spiele mit nicht allzu hohen Ansprüchen mit guter Geschwindigkeit in einer virtuellen Maschine gespielt werden. Überwiegend sind dies Spiele, die schon vor mindestens vier oder fünf Jahren veröffentlicht wurden. Doch neben Spielen hat das ganze System auch andere Anwendungen. Mit Vtest lässt sich eine OpenGL-Anwendung »leichtgewichtig« virtualisieren und so von der Host-Hardware abtrennen. Dabei wird die Schnittstelle zur OpenGL-Hardware von dem Server »virgl_test_server« bereitgestellt und die Client-Software nutzt virgl als Software-Renderer. Doch lässt sich diese Methode genauso auch auf Spiele anwenden.

Zusammengefasst lässt sich nun sowohl mit Qemu als auch mit Vtest OpenGL-Software von der Hardware abschotten, wobei die Hardware-Beschleunigung bestehen bleibt. Ältere Software läuft bereits ohne große Abstriche, bei neuerer Software besteht noch weiterer Optimierungsbedarf. Neuere Spiele beispielsweise sollten nach Angaben von Collabora zwar laufen, aber noch nicht schnell genug. Der Blog-Beitrag von Collabora enthält Anwendungsbeispiele und Videos zur Demonstration mit Spielen.

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