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Thema: Debian GNU/Linux 10.1 und 9.11 freigegeben

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Von Andy_m4 am Di, 10. September 2019 um 10:59 #

Eine jetzt schon veraltete KDE-Version fünf Jahre am Leben zu halten - alle Achtung, da hat man sich aber was vorgenommen! Ob die dafür genügend Manpower haben? Ich habe meine Zweifel.
Genau das ist das Problem, bei Distributionen die feste Releasezyklen haben.
Man muss immer wahnsinnig viel Aufwand betreiben, um alte Versionen zu pflegen. Manchmal nimmt einem das Projekt selbst ab, wie beim Firefox wo es halt den Firefox ESR als long-term-Version gibt.
Aber oft ist das eben nicht der Fall.

Und man braucht im Optimalfall Maintainer, die sich ähnlich gut im Code auskennen, wie die Entwickler.
Besonders tückisch kann das halt z.B. beim backporten von Security-Fixes sein.

Außerdem bindet das alles Ressourcen.
Und nicht zu guter Letzt rennt man auch schnell mal in Probleme bei Upgrades.
Bei kleinen Versionswechseln können Probleme auftreten. Es sind dann aber meist vereinzelte kleine Probleme die sich leicht und schnell lösen lassen.
Beim großen Upgrade hast Du schnell mal eine Vielzahl größerer Probleme.

Ich versteh den Bedarf an größeren Releasezyklen. Aber auch das ist halt nicht ohne Probleme.

Vielleicht ist es gar nicht so verkehrt, wie es FreeBSD macht. Dort hat man ein Basis-System was auch im typischen Releasezyklen aktualisiert wird. Und darauf aufsetzende Applikationen aus der Ports-Sammlung sind üblicherweise "Rolling" und damit dicht am Upstream.

Und das funktioniert in der Praxis sehr gut.

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    Von klopskind am Di, 10. September 2019 um 12:47 #

    Zum letzten Absatz sollte man allerdings Folgendes erwähnen:

    1. Man muss bei FreeBSD auf dem "Desktop/Laptop" ggü. Linux andere bzw. weitere Einbußen hinnehmen - Stichwort Qualität, Aktualität und Breite der Hardwareunterstützung, Ausreizung von Energisparmechanismen, nochmals erhöhte Kompatibilitätshürden zu üblichen Anwendungen oder Performance-/Featureeinschränkungen (teils durch durch technische Eigenheiten von Linux und in Erweiterung Windows/macOS und/oder Unachtsamkeit der Entwickler von Drittsoftware bzgl. der Portierbarkeit.

    2. Auch wenn die Softwareabdeckung über das Ports/PKGng-System von FreeBSD vorbildlich ist, ist derzeit immer noch kein aktuelles TeXLive verfügbar. Der Prozess diesbezüglich zieht sich schon lange hin - leider.

    Ich habe schon häufiger mit FreeBSD als Alternative für den Desktop geliebäugelt, bin aber immer wieder von der Idee abgekommen. Jedenfalls überrascht es mich immer wieder, wie viel im FreeBSD-Lager gestemmt wird (klare Verwaltungsstrukturen, ernstzunehmendes und kompetentes Sicherheitsteam (reaktiv, leider weniger proaktiv à la OpenBSD) mit informativen Sicherheitsankündigungen, solider Infrastruktur, Ports/PKGng), obwohl zu Debian, Ubuntu, Fedora, openSUSE, RHEL vergleichsweise wenig Ressourcen zur Verfügung stehen. Und die teilen sich auch noch die Entwicklung/Pflege des Basis-Systems.
    Der monolithischere Entwicklungsansatz der BSDs ist offenbar wesentlich effizienter und konsistenter, vor Allem wenn es um grundlegende/weitreichendere Änderungen am Basis-System oder im Ports-Baum geht.

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      Von Andy_m4 am Di, 10. September 2019 um 15:40 #

      1. Man muss bei FreeBSD auf dem "Desktop/Laptop" ggü. Linux andere bzw. weitere Einbußen hinnehmen
      Ist nicht falsch was Du sagst. Aber das war gar nicht mein Punkt.
      Es ging nicht darum zu sagen: Nimm FreeBSD und alles wird besser.
      Sondern: So wie es dort gehandhabt wird, scheint es nicht so schlecht zu sein. Unabhängig davon, das es in der Konkreten Umsetzung auch da und hier Stolpersteine wegen Personalmangel usw. gibt.

      Jedenfalls überrascht es mich immer wieder, wie viel im FreeBSD-Lager gestemmt wird
      Das stimmt. Die vorhandenen Resourcen werden sehr effizient eingesetzt. Evtl. ist das aber zumindest teilweise auch eine Folge des Resourcenmangels.
      Wenn Du 1 Mio Euro hast, dann spielt es kaum eine Rolle ob Du jetzt 10.000€ oder 11.000€ für ne Sache ausgibst.
      Wenn Du nur 100€ hast, merkst Du den Unterschied zwischen 10€ und 11€ schon eher.

      Der monolithischere Entwicklungsansatz der BSDs ist offenbar wesentlich effizienter und konsistenter, vor Allem wenn es um grundlegende/weitreichendere Änderungen am Basis-System oder im Ports-Baum geht.
      Natürlich gibt es da sicherlich mehr Optimierungsmöglichkeiten wenn man ein System quasi aus einer Hand entwickelt.
      Aber es ist meiner ansicht nach vor allem eine Mentalitätsfrage.

      Wenn man bei BSD irgendein Problem hat oder eine neue Funktion einbauen möchte, dann setzt man sich zusammen und überlegt sich eine gute, nachhaltige und sich auch gut ins System einfügende Lösung.
      In der Linux-Community (die sehr viel heterogener ist) arbeiten mehrere Gruppen unabhängig voneinander an einer Lösung. Auch noch vielleicht mit dem Druck die ersten zu sein und vor dem Konkurrenten etwas bieten zu können. Deswegen hat man für viele Probleme oft mehrere Lösungen, die sich sicher auch in einigen Punkten unterscheiden aber halt auch oft Gemeinsamkeiten (damit quasi auch Arbeiten doppelt gemacht werden) haben. Wenn sich dann von zehn Lösungen eine als "gut" durchsetzt, haben halt 9 Teams letztlich umsonst gearbeitet. Oder es existieren dauerhaft mehrere Lösungen für ein Problem nebeneinander, was ja auch zusätzlicher Pflegeaufwand bedeutet.

      Der Unterschied ist jetzt natürlich etwas plakativ dargestellt. Natürlich läuft bei Linux nicht alles planlos. Genauso wie bei den BSDs immer alles wie geplant läuft. Aber so in der Tendenz ist das halt schon so, das Du da einen solchen Mentalitätsunterschied hast.

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