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Thema: Patentklage gegen Gnome Foundation

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Von klopskind am So, 29. September 2019 um 00:09 #

In Deutschland hat sie ihren Ursprung aus der Zeit der Weimarer Republik, [...]
a) Nochmal: Und wer hat diese Begriffe in dieser Form ("rechts = für das Kapital¶ links = gegen das Kapital") angeblich etabliert und verwendet? Ich fordere belastbare Quellen. Danke!

b) Und ich würde sagen, dass diese Sitzordnung und die Verwendung der damit einhergehenden Begriffe links/rechts in Deutschland bereits mit der Frankfurter Nationalversammlung von 1848 begannen, ganz nach dem Vorbild der französischen Nationalversammlung im Anschluss an die französische Revolution 1789.
Dies wurde genau so in der Weimarer Republik fortgeführt. Der Ursprung kann also nicht in der Weimarer Republik liegen, wie Sie es behaupten.

c) bzgl. USA: Laut Ihrer obigen Definition behaupten Sie, die Demokraten wären gegen, und die Republikaner für das Kapital. Was soll das konkret bedeuten? Wie definieren Sie Kapital in diesem Zusammenhang präzise? Danke!

Vor den Nazis spielten in der Zeit der Weimarer Republik noch die Monarchen, die wieder ihren Kaiser wollten, eine Rolle, die standen auch Rechts und verstanden sich auch als Rechts, so wie der Rest des Besitzbürgerblocks.
d) Korrekt, und die NSDAP hatte das für sich nutzen können, indem sie aus diesen Lagern viele Wähler gewannen, weil sie in diesem Punkt die selbe Programmatik verfolgten und vertraten. Sie haben signifikante Teile der Wählerschaft anderer rechten Parteien abwerben und auf ihre Partei konzentrieren können.

Wie sich daraus ableiten ließe, die NSDAP wäre "links", ist mir weiterhin schleierhaft.

Man muss einfach verstehen, dass rechts nicht nationalistisch oder rassistisch bedeutet.
e) Nicht automatisch, ja.

Bestes Beispiel ist die modernere FDP, die sich unter Scheel und Genscher mit den Freiburger Thesen wandelte und als linksliberal gab. Davor Von 1949-1969 hatte sie ein stärkeres nationalistisches Profil. Stichworte Entnazifizierungsverfahren, Naumann-Kreis, Freiburger Thesen. 1972 verließen weitere Nationalisten die Partei im Zuge der Neuen Ostpolitik.
Seitdem gab es immer wieder Anläufe und Keim, die einen nationalliberalen Flügel innerhalb der FDP zu etablieren versuchten (Stresemann-Club).
Die FDP sitzt bis heute rechts der Union.

f) Wer ist "man"? Habe ich behauptet, dass (politisch) rechts automatisch die Attribute nationalistisch oder rassistisch implizieren würde? Strohmann-Argument?

Nein, zwar glaubten Verfechter der Monarchie, dass Hitler ihnen wieder den Kaiser zurückbringen würde, aber das tat er nie, weil Hitler das gar nicht vorhatte, da er selbst politisch links war.
g) Mit jenem Versprechen gewann er diese rechten Stimmen, aber verschwieg gleichzeitig, dass er selbst der neue "Kaiser" sein würde. Wie soll man also "das tat er nie" verstehen?

h) Was ist hier Prämisse und was Schlussfolgerung? Sie verwenden hier die unbewiesene Prämisse, Hitler wäre politisch links, als Argument dafür, dass die NSDAP links wäre. Da beißt sich die Katze in den eigenen Schwanz.

Wenn Sie diese Grundregeln der Argumentation nicht beherrschen, fällt es sehr schwer, Sie ernst zu nehmen. Man könnte Ihnen in diesem Punkt sogar Absicht unterstellen.

Im 3. Reich durften z.B Bürger aus normalen Bauernfamilien erstmals Offiziere werden, für Monarchen eigentlich ein Unding.
i) Oh, wie gerecht zuvorkommend dieser Hitler doch zu den unteren gesellschaftlichen Schichten gewesen ist. Er muss ein echter Volksheld und Messias, nein ein wahrer barmherziger Gott, gewesen sein! (expliziter Hinweis auf Sarkasmus)

j) Nach 1933 hatten "die Monarchen" diesen Kampf schon längst verloren. Hitler konnte durchregieren und brauchte sich in dieser Hinsicht nicht groß um die Interessen des Adels scheren. Der Adel hat mindestens bis 1939 von der Politik des NS-Regime profitiert.

Daher war dieser Umstand lediglich eine notwendige Maßnahme im Sinne der Kriegstreiberei. Für einen Krieg kam jeder Mann gerade recht. Demnach durfte ein solcher unabhängig vom Stand auch Offizier werden, wenn er fähig war und die Leistungen stimmten.
Letzteres ist zwar nicht gesellschaftspolitisch aber wirtschaftspolitisch gesehen ein eher rechts einzuordnendes Prinzip. In einer Leistungs- und Elitengesellschaft steht nicht das Individuum im Vordergrund, sondern allein vom aktuell beigemessenen Wert der Arbeit, Leistung und Funktion einer Person.
Dies kann als Argument gegen Ihre These, die NSDAP (oder Hitler) wäre links, gewertet werden.

k) Ihre Aussage ("erstmals") ist unbewiesen und meines Wissens nach falsch. Soweit ich weiß war der Adelsstand spätestens seit den Napoleonische Kriege kein notwendiges Kriterium mehr für die Ernennung zum Offizier.

l) Übrigens ist "Drittes Reich" ein äußerst umstrittener Begriff, da er seitens der Nationalsozialisten propagandistisch genutzt wurde. Daher ein gut gemeinter Rat: Es würde der Glaubwürdigkeit Ihrer Argumentation verhelfen, wenn Sie solche Begriffe vermeiden würden.

Die Monarchen wachten somit, ehe sie sich umsahen, in einem linken Staat auf.
m) Unabhängig von den Punkten j) und k): Was hat der Begriff links (= gegen das Kapital) nun wieder damit zu tun, dass nun sogar "Bürger aus normalen Bauernfamilien erstmals Offiziere werden durften"?


Fazit:
An allen Ecken und Enden: Es ergibt keinen Sinn, was Sie da so faseln.

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