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Thema: Patentklage gegen Gnome Foundation

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Von RolfS am Di, 8. Oktober 2019 um 11:00 #

Das war eine recht eindeutige Aussage von Goebbels, die sich in meinen Augen auch gut mit seiner politischen Vorgeschichte gut in Deckung bringen läßt. Von daher war die Nennung dieses Zitats auch ein sehr legitimer Einwand.

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    Von klopskind am Di, 8. Oktober 2019 um 18:02 #

    Das war eine recht eindeutige Aussage von Goebbels, die sich in meinen Augen auch gut mit seiner politischen Vorgeschichte gut in Deckung bringen läßt.
    a) Womit begründen Sie Ihre Meinung? ...damit, dass der werte Herr sich selbst als Sozialist sah, dann aber als erster Reichspropagandist unter Hitler quasi nichts von diesen Positionen behielt?

    Von daher war die Nennung dieses Zitats auch ein sehr legitimer Einwand.
    b) Haben Sie in bereits Erwägung gezogen, dass Goebbels als Reichspropagandaleiter diese Rhetorik der Selbstauffassung als reine Wahlpropaganda genutzt und undifferenziert gezielte Wählerverwirrung zu Gunsten der NSDAP gestiftet hat? Wurde diese Rhetorik möglicherweise nur zwecks Etablierung und Aufrechterhaltung eines trügerischen Scheins verwendet, um damit auf Wählerfang gehen zu können?

    c) Seit wann gilt allein die Selbstbeschreibung als gültiger Beleg? Dafür müsste diese Selbstbeschreibung ehrlich, glaubhaft und korrekt sein. Das wird hier stillschweigend angenommen, denn darauf basiert die vorangehende Argumentation Ghuls.

    Dass diese Annahme nicht immer stimmen kann, sollten Sie leicht einsehen. Sonst müsste sich das Argument auf jeden Etikettenschwindel übertragen lassen:
    i) War die DDR demokratisch?
    ii) Welcher Penis ist eigentlich wirklich der längste, wenn mehrere behaupten den längsten Penis zu haben?
    iii) Falten Zitronenfalter Zitronen?
    iv) "Mit mir wird es keine PkW-Maut geben."

    d) Angenommen die NSDAP wäre links gewesen:
    i) Wieso gab es in der Parteienlandschaft der Weimarer Republik für eine weitere linke Partei unter den damals bereits existierenden? Gab es davon nicht schon zu Genüge mit unterschiedlichsten Abstufungen? Kannibalisiert sich die Situation nicht?
    ii) Und warum hat die NSDAP viele linke Parteien, Politiker und Plattformen verboten, mundtot gemacht oder ermordet, wenn sie doch mutmaßlich selbst links war? Wäre das nicht ein wenig ambivalent?
    iii) Wieso haben sie die linken Bolschewiki zu ihren größten Feinden erklärt? Hat der nationalistische Teil der NSDAP den mutmaßlich linken übertrumpft? Wieso?

    e) Man kann argumentieren, dass das 25-Punkte-Programm von 1920 Elemente enthält, die zu diesem Zeitpunkt tendenziell eher links eingeordnet werden konnten. Aber man muss dabei Folgendes beachten:
    i) Es war ein Parteiprogramm. Parteiprogramme werden auch für den Wahlkampf verwendet und sind daher mit Versprechen gespickt, die später selten eingehalten werden. Wie viel blieb davon nach 1933 übrig? Was wurde tatsächlich umgesetzt?
    ii) Das Programm war völkisch-national, rassisch und antisemitisch ausgerichtet, siehe Punkte 4-8, spätestens im Nachhinein indirekt auch Punkte 11 und 18.
    iii) Die mutmaßlich linken Punkte 12-18 des Programms sind ausschließlich wirtschaftlicher Natur. Allein die wirtschaftliche Komponente reicht nicht, um die NSDAP als links zu deklarieren.
    iv) Punkte 19-25 tragen rein gleichschalterisch-totalitäre Beweggründe.
    v) Das Programm enthält viele nebulöse, unrealistische oder im Nachhinein nicht realisierte Punkte. Generell waren die direkten Folgen einiger Punkte des Programms realpolitisch nicht erkennbar oder stark abgeschwächt worden. Welche der vermeintlich linken Punkte des Programms haben die Realität überlebt? Man muss die NSDAP an ihren Taten messen, nicht an ihrem Parteiprogramm von 1920.

    f) Es ist nicht legitim, wenn damit Geschichtsklitterung/-revisionismus à la Ghul und indirekt Verharmlosung betrieben wird.


    p.s.: Interessant ist in dieser Hinsicht auch dieses Kurzinterview, dieser Artikel, dieses oder jenes, dieser Eklat.

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