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Thema: Richard Stallman soll den alleinigen Vorstand des GNU-Projekts aufgeben

23 Kommentar(e) || Alle anzeigen ||  RSS || Kommentieren
Kommentare von Lesern spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wider.
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Von Josef Hahn am Di, 8. Oktober 2019 um 11:04 #

In unserer festgefahrenen und oft sehr ärgerlichen Welt ist es doch schön, wenn man zwischendurch mal so Themen reinbekommt, die jeden mitnehmen. Da kann jeder der will eine zu Meinung haben (man braucht keinerlei Sachkenntnisse in irgendwas und kann das praktisch auswürfeln oder einfach aus der Facebook übernehmen), man macht sich das gute Gefühl, für eine bessere Gesellschaft zu kämpfen, und ein definitives 'Falsch' gibt es am Ende auch nicht (mal vorausgesetzt die eigenen Meinung verlässt nicht völlig die Sphäre des guten Geschmacks).

Da kann sich Richie ja jetzt freuen auf Meetings mit seinen Wing(wo)men in der GNU WhatsApp Gruppe oder im SlackTeams. Wenn ich Richie wäre, wäre mir der Scheiss vielleicht auch zu blöd. Van Rossum habt ihr ja auch davon überzeugt bekommen, dass er auch noch andere Hobbys hat. :)

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    Von throgh am Di, 8. Oktober 2019 um 11:32 #

    Kritik ist bisweilen ja in Ordnung. Jedoch stelle ich mir die Frage wohin das Ganze noch führen soll: Defakto sind "Open-Source" und "freie Software" ja schon vor langer Zeit getrennte Wege gegangen. Das waren aber noch andere Zeiten und unternehmerischer, kapitalistischer wie auch neoliberaler Müll hatte die Denkweise Vieler noch nicht so unterlaufen wie heute. Heute dagegen lässt sich mit einer Meldung auf einem anti-sozialen Netzwerk der persönlichen Wahl (gleichgültig ob quelloffen oder nicht) so dermaßen viel Sturm verbreiten, dass dies ein beträchtlicher Teil der täglichen "Neuigkeiten" geworden ist - und ich meine mitnichten üble Konstrukte oder Beleidigungen sondern immer weiter gehende Unterstellungen.

    Und Unternehmen haben gelernt auf dieser Blockflöte hoch wie runter zu spielen. Das sind keine einfachen Werbeanzeigen mehr, über welche Microsoft versucht GNU/Linux zu verunglimpfen. Nein, hier werden Prinzipien unterlaufen und global attackiert.

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    Von Anonymous am Di, 8. Oktober 2019 um 12:59 #

    Ja, so geht Meinungslenkung.

    Mit solchen billigen Empörungsgeschichten kann man die Leute davon abbringen, sich für den wahren Skandal unserer Zeit zu interessieren.

    Sogar die New York Times berichtet über die Tatsache, dass ein paar Superreiche die staatlichen Institutionen erfolgreich gekapert haben:

    In den USA zahlen inzwischen die 400 Reichsten einen geringeren Steuersatz als die Ärmsten und die Mittelklasse, und die Wirtschaft stockt, weil die "Normalos" zu wenig Geld haben, das sie ausgeben könnten.

    Solche Nachrichten, die Sprengkraft entwickeln könnten, müssen unbedigt unter irgendwelchen Bullshit-News beerdigt werden.

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      Von msi am Di, 8. Oktober 2019 um 15:09 #

      Der wahre oder vielmehr wirkliche „Skandal unserer Zeit“ ist nicht, dass es einige Superreiche gibt, die erfolgreich Steuern hinterziehen und erheblichen politischen Einfluss haben, sondern etwas viel Grundlegenderes: Nämlich, dass der überwiegende Teil der Menschen in dieser Gesellschaft darauf angewiesen ist, sich selbst fortwährend als Arbeitskraftbehälter zu verscherbeln und dann seine Arbeitskraft für Zwecke, die weder autonom gesetzt noch grundlegend (oder überhaupt) vernünftig sind, unter der Privatherrschaft eines Arbeitsherrn (wie immer gesetzlich beschränkt und scheinverfreundschaftlicht die auch sein mag) zu verausgaben. (Wobei im Übrigen auch jener Arbeitsherr seine Zwecke nicht autonom gesetzt hat.)

      Grundlegend unvernünftig sind diese Zwecke und damit das ganze Verhältnis, weil die Bedienung menschlicher Bedürfnisse in diesem ganzen Zirkus lediglich ein Abfallprodukt ist. Und wer davon schreibt, dass „die Wirtschaft stockt, weil die "Normalos" zu wenig Geld haben, das sie ausgeben könnten“ und das als Kritik versteht, stellt sich auf den Standpunkt des Kapitals.

      Dieses Verhältnis aufzuheben, liegt außerdem nicht im Machtbereich von 300 Superreichen, weswegen die allenthalben mindestens implizit geforderte „Beseitigung“ des „einen Prozent“ daran auch nichts Wesentliches ändern würde. Wo bspw. Leute, die Steuern hinterzogen oder sich unlauterer Geschäftspraktiken bedient haben, rechtlich zur Verantwortung gezogen werden, handelt es sich dem Grunde nach stets um ein Nachjustieren einer der Ideologie nach freien Konkurrenz der Warenproduzenten, die sich aus sich heraus nicht erhalten könnte (wie man sieht).

      Dieser Beitrag wurde 2 mal editiert. Zuletzt am 08. Okt 2019 um 15:13.
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        Von Anonymous am Di, 8. Oktober 2019 um 15:44 #

        Hey,

        halt' Dich mal an die Spielregeln. Nach der deutschen Verkehrsordnung ist im politischen Bereich das "Links überholen" inzwischen verboten ;)

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        Von Naive Vorstellungen... am Mi, 9. Oktober 2019 um 07:54 #

        ... vom Kapitalimus prägten diesen Post.

        Ich fass mich mal kurz mit einem Klassiker von Brecht:

        Reicher Mann und armer Mann
        standen da und sahn sich an.
        Und der Arme sagte bleich:
        »Wär ich nicht arm, wärst du nicht reich«.

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          Von Alpabetiker am Mi, 9. Oktober 2019 um 09:23 #

          Wenn das Gedicht das eigentliche Problem umschreibt, dann ist die Lösung einfach:
          bei den Reichen mehr nehmen und bei den Armen verteilen. Das sollte auf Dauer helfen. (Warum wurde die Vermögenssteuer nochmal abgeschafft?)

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            Von Josef Hahn am Mi, 9. Oktober 2019 um 10:45 #

            >> »Wär ich nicht arm, wärst du nicht reich«
            > Wenn das Gedicht das eigentliche Problem umschreibt, dann ist die Lösung einfach

            Aber so einfach ist es ja nicht. Es gibt natürlich tragische Ausnahmen und Ungerechtigkeit. Man kann auch das Bildungssystem durchkauen im Zuge dieser Debatte. Aber handvoll Leute, die reich sind, zeichnet wahrscheinlich eines aus: Es sind keine naiven Kopfnicker, die das um sie herum alles irgendwie passiv zur Kenntnis nehmen und halbwegs toll finden. Sondern das sind Leute, die irgendwann mal ausm Quark gekommen sind und die Initiative ergriffen haben. Und zwar für sich selbst. Greta macht's für's Klima und für Youtube, der "reiche Mann" hat's halt einfach nur für sich getan. Vorallem weiß er ja auch, dass er das Spielchen mit dem "armen Mann" machen kann. Die meisten Leute machen aber halt hauptsächlich Netflix und nicken Kopf.

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              Von msi am Mi, 9. Oktober 2019 um 13:57 #

              Aber handvoll Leute, die reich sind, zeichnet wahrscheinlich eines aus: Es sind keine naiven Kopfnicker, die das um sie herum alles irgendwie passiv zur Kenntnis nehmen und halbwegs toll finden. Sondern das sind Leute, die irgendwann mal ausm Quark gekommen sind und die Initiative ergriffen haben.

              Allerdings spielen da die Verfügungsgewalt über kapitalproduktiv einsetzbares Eigentum, also Eigentum, mit dem sich aus Geld mehr Geld machen lässt – worin ja der ganze Zweck der Akkumulation besteht –, ebenso wie die bereitschaft, sich einigermaßen rücksichtslos in der kapitalistischen Konkurrenz zu behaupten, schon auch eine entscheidende Rolle.

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          Von msi am Mi, 9. Oktober 2019 um 13:48 #

          Auf meine vermeintlich naiven Vorstellungen vom „Kapitalismus“ mit einem Klassiker von Brecht zu antworten, in dem das aktuelle gesellschaftliche Verhältnis darauf runtergebrochen wird (und zwar von dem, der diesen Klassiker zitiert), dass Einige reich sind, weil Andere arm sind (was allerdings stimmt), ist leider ein schlechter Scherz.

          Ich fass mich mal kurz mit einem abgewandelten Klassiker von Horkheimer: Wer von Warenform nicht reden will, der soll auch vom Kapitalismus schweigen.

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        Von pointer am Mi, 9. Oktober 2019 um 17:48 #

        Wow! Daneben erscheint der Kommunismus doch eher als "rechte" Ideologie.

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      Von pointer am Mi, 9. Oktober 2019 um 17:45 #

      In den USA zahlen inzwischen die 400 Reichsten einen geringeren Steuersatz als die Ärmsten und die Mittelklasse, und die Wirtschaft stockt, weil die "Normalos" zu wenig Geld haben, das sie ausgeben könnten.

      Die Arbeitslosenquote in den USA hat im September ein 50-Jahre-Tief erreicht: 3,5 %. Soviel zu "Wirtschaft stockt".

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    Von akf2 am Di, 8. Oktober 2019 um 16:58 #

    Wie der Lateiner sagt: »divide et impera« - »Spalte und herrsche«.

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      Von klopskind am Di, 8. Oktober 2019 um 23:08 #

      Aber wer spaltet und wer herrscht hier? Cui bono?

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        Von klopslehrer am Mi, 9. Oktober 2019 um 09:28 #

        Die Antwort ist einfach:
        Die Mächtigen/Einflussreichen/Vermögenden die Ohnmächtigen/Harzbezieher/Unvermögenden.
        Gretchenfrage: Wer hat in einer Demokratie das Sagen/die Macht/das unbeeinflussbare Volkswohl im Blick? Die Antwort hierauf zeigt die Lösung auf ...

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          Von klopskind am Mi, 9. Oktober 2019 um 10:20 #

          Die Antwort ist einfach:
          Ich finde es nicht einfach, das zu beantworten. Deshalb fragte ich ja. ("Wer nicht fragt, bleibt dumm.")

          Gibt es in diesem Fall überhaupt die Antwort?

          Die Mächtigen/Einflussreichen/Vermögenden die Ohnmächtigen/Harzbezieher/Unvermögenden.
          Sprich alle... oder nehmen Sie die Mittelschicht aus? Falls ja, wie definieren Sie diese?

          Wer hat in einer Demokratie das Sagen/die Macht/das unbeeinflussbare Volkswohl im Blick? Die Antwort hierauf zeigt die Lösung auf ...
          Idealerweise herrscht in einer Demokratie das Volk. In der Praxis sieht das meistens etwas anders aus, sobald man ein wenig hinter die Kulissen blickt.

          Und genau deshalb liegt die Antwort meiner Frage nicht auf der Hand. In diesem Sinne:

          Da steh ich nun, ich armer Tor!
          Und bin so klug als wie zuvor;
          Heiße Magister, heiße Doktor gar
          Und ziehe schon an die zehen Jahr
          Herauf, herab und quer und krumm
          Meine Schüler an der Nase herum –
          Und sehe, daß wir nichts wissen können!
          Johann Wolfgang von Goethe, "Faust - Der Tragödie erster Teil" (1808), Der Tragödie
          Erster Theil. - Nacht. (358)

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            Von pointer am Mi, 9. Oktober 2019 um 18:05 #

            Und hier die Lösung:

            Es möcht' kein Hund so länger leben!
            Drum hab' ich mich der Magie ergeben.
            Ob mir durch Geistes Kraft und Mund
            nicht manch' Geheimnis werde kund.
            Dass ich nicht mehr mit sauerm Schweiß
            zu sagen brauche, was ich nicht weiß.
            Dass ich erkenne, was die Welt
            im Innersten zusammenhält
            schau alle Wirkenskraft und Samen
            und tu nicht mehr in Worten kramen!

            Mit freundlichen Empfehlungen! ;)

            p.s.: Aus dem Gedächtnis rezitiert - die Interpunktion mag nicht ganz stimmen.

            Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert. Zuletzt am 09. Okt 2019 um 18:29.
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    Von 1 am Di, 8. Oktober 2019 um 23:07 #

    ... wie Sie es sind. ;)

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