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Thema: Richard Stallman soll den alleinigen Vorstand des GNU-Projekts aufgeben

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Kommentare von Lesern spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wider.
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Von msi am Di, 8. Oktober 2019 um 15:09 #

Der wahre oder vielmehr wirkliche „Skandal unserer Zeit“ ist nicht, dass es einige Superreiche gibt, die erfolgreich Steuern hinterziehen und erheblichen politischen Einfluss haben, sondern etwas viel Grundlegenderes: Nämlich, dass der überwiegende Teil der Menschen in dieser Gesellschaft darauf angewiesen ist, sich selbst fortwährend als Arbeitskraftbehälter zu verscherbeln und dann seine Arbeitskraft für Zwecke, die weder autonom gesetzt noch grundlegend (oder überhaupt) vernünftig sind, unter der Privatherrschaft eines Arbeitsherrn (wie immer gesetzlich beschränkt und scheinverfreundschaftlicht die auch sein mag) zu verausgaben. (Wobei im Übrigen auch jener Arbeitsherr seine Zwecke nicht autonom gesetzt hat.)

Grundlegend unvernünftig sind diese Zwecke und damit das ganze Verhältnis, weil die Bedienung menschlicher Bedürfnisse in diesem ganzen Zirkus lediglich ein Abfallprodukt ist. Und wer davon schreibt, dass „die Wirtschaft stockt, weil die "Normalos" zu wenig Geld haben, das sie ausgeben könnten“ und das als Kritik versteht, stellt sich auf den Standpunkt des Kapitals.

Dieses Verhältnis aufzuheben, liegt außerdem nicht im Machtbereich von 300 Superreichen, weswegen die allenthalben mindestens implizit geforderte „Beseitigung“ des „einen Prozent“ daran auch nichts Wesentliches ändern würde. Wo bspw. Leute, die Steuern hinterzogen oder sich unlauterer Geschäftspraktiken bedient haben, rechtlich zur Verantwortung gezogen werden, handelt es sich dem Grunde nach stets um ein Nachjustieren einer der Ideologie nach freien Konkurrenz der Warenproduzenten, die sich aus sich heraus nicht erhalten könnte (wie man sieht).

Dieser Beitrag wurde 2 mal editiert. Zuletzt am 08. Okt 2019 um 15:13.
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    Von Anonymous am Di, 8. Oktober 2019 um 15:44 #

    Hey,

    halt' Dich mal an die Spielregeln. Nach der deutschen Verkehrsordnung ist im politischen Bereich das "Links überholen" inzwischen verboten ;)

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    Von Naive Vorstellungen... am Mi, 9. Oktober 2019 um 07:54 #

    ... vom Kapitalimus prägten diesen Post.

    Ich fass mich mal kurz mit einem Klassiker von Brecht:

    Reicher Mann und armer Mann
    standen da und sahn sich an.
    Und der Arme sagte bleich:
    »Wär ich nicht arm, wärst du nicht reich«.

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      Von Alpabetiker am Mi, 9. Oktober 2019 um 09:23 #

      Wenn das Gedicht das eigentliche Problem umschreibt, dann ist die Lösung einfach:
      bei den Reichen mehr nehmen und bei den Armen verteilen. Das sollte auf Dauer helfen. (Warum wurde die Vermögenssteuer nochmal abgeschafft?)

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        Von Josef Hahn am Mi, 9. Oktober 2019 um 10:45 #

        >> »Wär ich nicht arm, wärst du nicht reich«
        > Wenn das Gedicht das eigentliche Problem umschreibt, dann ist die Lösung einfach

        Aber so einfach ist es ja nicht. Es gibt natürlich tragische Ausnahmen und Ungerechtigkeit. Man kann auch das Bildungssystem durchkauen im Zuge dieser Debatte. Aber handvoll Leute, die reich sind, zeichnet wahrscheinlich eines aus: Es sind keine naiven Kopfnicker, die das um sie herum alles irgendwie passiv zur Kenntnis nehmen und halbwegs toll finden. Sondern das sind Leute, die irgendwann mal ausm Quark gekommen sind und die Initiative ergriffen haben. Und zwar für sich selbst. Greta macht's für's Klima und für Youtube, der "reiche Mann" hat's halt einfach nur für sich getan. Vorallem weiß er ja auch, dass er das Spielchen mit dem "armen Mann" machen kann. Die meisten Leute machen aber halt hauptsächlich Netflix und nicken Kopf.

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          Von msi am Mi, 9. Oktober 2019 um 13:57 #

          Aber handvoll Leute, die reich sind, zeichnet wahrscheinlich eines aus: Es sind keine naiven Kopfnicker, die das um sie herum alles irgendwie passiv zur Kenntnis nehmen und halbwegs toll finden. Sondern das sind Leute, die irgendwann mal ausm Quark gekommen sind und die Initiative ergriffen haben.

          Allerdings spielen da die Verfügungsgewalt über kapitalproduktiv einsetzbares Eigentum, also Eigentum, mit dem sich aus Geld mehr Geld machen lässt – worin ja der ganze Zweck der Akkumulation besteht –, ebenso wie die bereitschaft, sich einigermaßen rücksichtslos in der kapitalistischen Konkurrenz zu behaupten, schon auch eine entscheidende Rolle.

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      Von msi am Mi, 9. Oktober 2019 um 13:48 #

      Auf meine vermeintlich naiven Vorstellungen vom „Kapitalismus“ mit einem Klassiker von Brecht zu antworten, in dem das aktuelle gesellschaftliche Verhältnis darauf runtergebrochen wird (und zwar von dem, der diesen Klassiker zitiert), dass Einige reich sind, weil Andere arm sind (was allerdings stimmt), ist leider ein schlechter Scherz.

      Ich fass mich mal kurz mit einem abgewandelten Klassiker von Horkheimer: Wer von Warenform nicht reden will, der soll auch vom Kapitalismus schweigen.

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    Von pointer am Mi, 9. Oktober 2019 um 17:48 #

    Wow! Daneben erscheint der Kommunismus doch eher als "rechte" Ideologie.

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