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Thema: Richard Stallman soll den alleinigen Vorstand des GNU-Projekts aufgeben

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Von kraileth am Mi, 9. Oktober 2019 um 12:55 #

Über die Firmware-Blobs könnte man separat streiten. Dabei bin ich übrigens auch gar nicht besonders festgenagelt, sondern eher Deiner Position zugeneigt. Ich kann die OpenBSD-Entwickler verstehen, die sagen: „Ob die Firmware nun aus dem System auf das Gerät geladen wird oder anderweitig drauf kommt, spielt keine große Rolle“. Langfristig muß aus meiner Sicht alles offengelegt werden und ich bin auch für eine längere Übergangszeit bereit, einige Schmerzen auszuhalten, um da hinzukommen.

Wenn die Hyperbolas das wirklich machen: Hut ab und ich bin im Rahmen meiner Möglichkeiten dabei! Danke für den Link darauf, das Kernel-Projekt hatte ich noch nicht auf dem Schirm. Ich hatte auch mal einen freundlichen Menschen ohne nähere BSD-Erfahrung unterstützt, der einen Guide für LibertyBSD schrieb. Was letzteres Projekt angeht, habe ich nur Bauchschmerzen, es zu empfehlen, da sie gegenüber OpenBSD inzwischen schon einige Hauptversionen zurück sind. Heimlich die Daumen gedrückt hatte ich dem Projekt die durchaus. Ich habe früher gerne auch Trisquel GNU/Linux und später Parabola genutzt. Grundlegend kann ich mit den Linux-Libre-Leuten. Nein, eigentlich sind sie mir sogar sympathisch, weil sie nicht zuerst eine Überzeugung wie eine Monstranz vor sich hertragen, sondern primär etwas machen - und die Sache durchziehen. Hyperbola scheint ja Blut geleckt zu haben und will ja nun Xenocara importieren und damit Xorg ablösen. Mögen sie guten Erfolg damit haben! Pacman und PKGBUILDs kenne ich aus meinen Arch-Zeiten gut genug, daß dieses Projekt recht anziehend wirkt.

Über den nächsten Punkt werden wir vermutlich höchstens zum Minimalkonsens kommen, daß wir unter Freiheit unterschiedliche Dinge verstehen. ;)

Die Freiheit, andere als Fanatiker zu bezeichnen, die sich aus meiner Sicht fanatisch verhalten, nehme ich mir einfach heraus. Wobei ich gestehe, daß dies natürlich gesellschaftlich eine stark negative Einfärbung hat, die ich so gar nicht meine. Es ist ja durchaus denkbar, daß ein Fanatiker die absolute Wahrheit gefunden hat und diese nun fanatisch verficht. Damit wäre er dann gewissermaßen im Recht. Ich bin aber der Ansicht, daß, wenn man sich einer höheren Wahrheit annähert, Raum für unterschiedliche Ausprägungen sein muß, womit der „klassische“ Fanatismus unverträglich ist. Aber da kommen wir ganz schnell vom Hundertsten ins Tausendste.

Was das „Verdrängen“ angeht: Ja, das will ich tatsächlich „zulassen“. Ich glaube, daß es gute Gründe gibt, die Fäden zu zerschneiden, an denen uns alle die Großkonzerne tanzen lassen. Aber das muß aus meiner Sicht willentlich und ausgehend von der Entscheidung des Einzelnen geschehen und niemals aufgrund der Entscheidung des Lizenzgebers! Mit anderen Worten: Jedem Urheber steht frei, seinen Code permissiv, copy-left oder proprietär zu lizenzieren. Uns steht frei, diesen Code anschließend zu nutzen - oder auch nicht. Und da müssen wir als Gesellschaft eben lernen, „nein danke!“ zu sagen, wenn die Großkonzerne ihre Leimruten auslegen. Denn seien wir ehrlich: Über die Bequemlichkeit kriegen sie uns fast alle. Aus meiner Sicht müssen wir da ansetzen und Alternativen schaffen, die die Leute auch benutzen wollen. Zwang halte ich für falsch (und langfristig sogar kontraproduktiv).

SJW: Ja, das mag abwertend gebraucht werden, aber diese Abwertung auszusprechen möchte ich mir auch herausnehmen. Ich habe mich früher gegen blöde Witze und für eine anständige Behandlung von Frauen ausgesprochen. Dafür wurde ich als „weißer Ritter“ oder „Wallach“ beschimpft. Und obwohl ich meine Position in dieser Frage gar nicht revidiert habe, sondern weiterhin für mehr Verständnis zwischen den Geschlechtern (das Hauptproblem sehe ich nicht in der Bösartigekeit einzelner Vollidioten, sondern im fehlenden Einfühlungsvermögen und dem Aufhetzen der Geschlechter und Generationen gegeneinander), muß ich mich heute von schrillen third-wave-„Feministen“ anmachen lassen, daß ich ein wohl ein sexistischer weißer Mann (wäre ich jetzt noch „alt“, würde ich wohl dem perfekten Feindbild entsprechen...)/ Nazi / Was-weiß-ich-was sei. Solche Spinner auszulachen und ihnen Kontra zu geben, lasse ich mir nicht nehmen. Deswegen: Ja, SJW gibt es und ich halte es für völlig legitim, sie als solche anzusprechen. Leidiges Thema und wir kommen damit weit von Fragen zur Software weg, aber wichtig ist es halt doch...

Also gut, wenn Du nach echtem, uneigennützigen Verhalten suchst, dann kann ich tatsächlich nicht liefern. Das dürfte innerhalb unseres Wirtschaftssystems auch schwierig werden. Aber auch das haben wir gewissermaßen selbst in der Hand. Wer kann, der muß eben mit gutem Beispiel vorangehen! Und ich behaupte, daß wir sogar eigentlich bestens dafür aufgestellt sind. Es gibt den Zweckbetrieb, es gibt die gGmbH/gUG, usw. Theoretisch hindert uns niemand, klein anzufangen und wirtschftlich tätig zu sein und gleichzeitig gemeinnützige Ziele zu verfolgen. Ernstgemeinte Frage: Wer hat Lust, sich näher damit zu beschäftigen?

Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert. Zuletzt am 09. Okt 2019 um 13:21.
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    Von throgh am Mi, 9. Oktober 2019 um 13:13 #

    Also gut, wenn Du nach echtem, uneigennützigen Verhalten suchst, dann kann ich tatsächlich nicht liefern. Das dürfte innerhalb unseres Wirtschaftssystems auch schwierig werden. Aber auch das haben wir gewissermaßen selbst in der Hand. Wer kann, der muß eben mit gutem Beispiel vorangehen! Und ich behaupte, daß wir sogar eigentlich bestens dafür aufgestellt sind. Es gibt den Zweckbetrieb, es gibt die gGmbH/gUG, usw. Theoretisch hindert uns niemand, klein anzufangen und wirtschftlich tätig zu sein und gleichzeitig gemeinnützige Ziele zu verfolgen. Ernstgemeinte Frage: Wer hat Lust, sich näher damit zu beschäftigen?

    Freiwillige Meldung meinerseits und ich versuche mich durchaus darin bereits wäre aber müßig hier nun eine Auflistung zu tätigen und Worte sind recht geduldig. Also bleibt es einfach dabei, dass wir zumindest einig im nicht-ganz-so-einig sind. Für mich vollkommen in Ordnung und sollte ich zu harsch gewesen sein so bitte ich um Entschuldigung, aber mir ist so mancher Tonfall hier weit zu heftig derweil und oftmals auch zu persönlich, da es mitnichten um den Kern (freie Software) geht sondern mich als eine Form von "Ärgernis".

    Durch Gegenargumente lasse ich mich gerne überzeugen und da nehme ich mir gerne auch nun einige Eindrücke mit. Dankeschön! (Kein Sarkasmus, keine Anschuldigungen oder sonstigen Dinge enthalten. Das ist ehrlich gemeint und traurig, dass ich das so dazu schreibe da es andernfalls so oder so von Anderen wieder herabgezogen wird!) :-)

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      Von kraileth am Mi, 9. Oktober 2019 um 13:34 #

      Keine Sorge: Ich habe kein Problem damit, wenn es in einer Diskussion mal etwas „heißer“ hergeht. Ich nehme nicht lange übel und bin im persönlichen Gespräch normalerweise recht umgänglich. Daher auch von meiner Seite her das Friedensangebot: Ich bin kein Pöbler, der gezielt andere beleidigt, sondern nur jemand, der sich den Mund nicht verbieten läßt und die eine oder andere „Zumutung“ platziert, weil er der Meinung ist, daß wir eine gewisse - manchmal auch ein wenig „ruppige“ - Freiheit erhalten müssen, weil alles andere hieße, sich mit Denkverboten zu arrangieren. Persönlich auf die Füße treten will ich nahezu niemandem und wo ich es gefühlt getan habe, würde ich dafür auch um Entschuldigung bitten. Und auch von mir ein: Danke! Ich habe mit anderen Ansichten kein generelles Problem, vor allem dann nicht, wenn sie in zivilisierter Art und Weise dargelegt werden.

      Falls Du möchtest, kannst Du mich gerne mal anschreiben. Ich betreibe die Domain elderlinux.org und bin unter dem gleichen Benutzernamen@ erreichbar, den ich hier im Forum auch nutze. Wir könnten uns mal zu Ideen und Projekten innerhalb der heute bestehenden Möglichkeiten austauschen. Würde mich freuen. :)

      Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert. Zuletzt am 09. Okt 2019 um 13:36.
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        Von throgh am Mi, 9. Oktober 2019 um 13:44 #

        Darauf komme ich gerne zurück und derweil findest du mich beispielsweise bei Hyperbola aktiv (Link). Dort im Forum tummele ich mich gerne, da ich es dann auch gerne sehe wie sich eine Linuxdistribution an Möglichkeiten begibt!

        Ansonsten hatte ich auch bereits so einige Vorhaben bereits realisiert aber mangels Gemeinschaftsinteresse dann doch wieder zur Seite gelegt: OpenStreamer war ein Solches als eine Form von freier Videoplattform - leichter gesagt, da inzwischen abgeschaltet. Probiert ist da Einiges bereits und ich bin durchweg dankbar für all die Möglichkeiten und gebe sehr gerne auch zurück. Sind insofern keine leeren Worthülsen oder Behauptungen! :-)

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