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Di, 15. Oktober 2019, 09:30

Gesellschaft::Politik/Recht

Petition: »FUSS an Südtirols Schulen soll weiterleben«

Nachdem das in Südtirols Schulen eigesetzte Debian-System FUSS (Free Upgrade SouthTyrol Schools) durch Microsoft-Lösungen ersetzt werden soll, formiert sich nun Widerstand gegen die Entscheidung. Eine Petition will, dass die Schulen weiterhin das alte System nutzen.

Mirko Lindner

Bereits 2005 begann in den italienischsprachigen Schulen Südtirols das didaktische Projekt FUSS (Free Upgrade SouthTyrol Schools), mit dem eine umfassende Softwarelösung für den Unterricht bereitgestellt wurde. Wie die Verantwortlichen schreiben, kann die Software frei und kostenlos genutzt werden kann und wird eingesetzt an ca. 80 Schulen, mit 4500 Arbeitsplätzen und 65 Servern. Kürzlich hat die Provinz Bozen allerdings beschlossen, dass das Projekt nicht weiter finanziert werden soll. Gleichzeitig wurde angekündigt, dass FUSS durch Microsoft-Lösungen ersetzt werden soll.

»Eine solche Migration könnte jedenfalls nur einen Teil der derzeit eingesetzten Software ersetzen und würde den Beginn eines technologischen Lock-In darstellen«, schreiben nun die Organisatoren einer Petition, die sich für den Erhalt der Lösung einsetzt. »Diese Entscheidung wurde ohne Mitteilung der Gründe und ohne vorherige Einbeziehung der Nutzer (Lehrkräfte, Schüler, Eltern) getroffen. Es ist nach unserer Meinung eine falsche Entscheidung, mit der wertvolle Kompetenzen und Erfahrungen verloren gehen würden«.

Neben der langwierigen Rückmigratiton spielen aber auch finanzielle Aspekte eine Rolle. Während sich die Gesamtkosten der Software in den letzten 14 Jahren auf gerade mal 670.000 Euro aufsummierten und weniger als 50.000 Euro im Jahr betragen, liegen die Kosten vergleichbarer Lösungen, die auf Windows setzen, bei durchschnittlich 400.000 Euro jährlich. »Dazu gesellen sich die Ausgaben für die Entwicklung und Instandhaltung von spezifischen Anwendungen wie z.B. dem Landesschulinformationssystem LASIS«, schreiben die Initiatoren.

Die Gruppe rund um die LUG Bozen appelliert deshalb an den Landeshauptmann, die Entscheidung zu revidieren und die Fortführung von FUSS sicherzustellen. Die Beteiligten fordern ferner die Einbindung des Projekts in die künftigen Pläne zur Digitalisierung der Provinz und den Beginn einer verstärkten Kooperation auf technischer, softwäremässiger und didaktischer Ebene zwischen den drei Schulämtern mit dem Ziel der Erstellung eines gemeinsamen Modells für eine nachhaltigen Digitalisierung.

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Kommentare (Insgesamt: 17 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re: Botzen (Chronarius, Di, 22. Oktober 2019)
Re[2]: Beziehungen (Ghul, Sa, 19. Oktober 2019)
Botzen (Frosch, Do, 17. Oktober 2019)
Re[3]: Beziehungen (haha, Mi, 16. Oktober 2019)
Re[3]: Da Linus Torvalds ... (Ronan Hammouya, Mi, 16. Oktober 2019)
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