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Thema: Project Trident wechselt den Unterbau

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Von kraileth am Mi, 16. Oktober 2019 um 11:34 #

Damit geht Ken Moore einen (wenigstens für mich) unerwarteten aber konsequenten Schritt. Ich denke, daß er mit Void absolut nicht die schlechteste Entscheidung getroffen hat, die er im Linux-Umfeld hat treffen können. Da diese Distri aus meiner Sicht mehr Aufmerksamkeit verdient, als sie üblicherweise bekommt, ist es vielleicht gar nicht schlecht, wenn da einige Leute dazustoßen, die ganz andere Erfahrungen und einen ganz anderen Hintergrund mitbringen.

TrueOS - als es noch eine Desktop-Distri war - habe ich noch versucht, ernsthaft einzusetzen. PD war dann schon so offensichtlich nichts mehr für mich, daß ich es nicht länger als einen Tag ausprobiert habe. Ich wünsche dem Projekt natürlich trotzdem Alles Gute.

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Von Ronan Hammouya am Mi, 16. Oktober 2019 um 12:12 #

Wikipedia: "Void Linux[1][2] ist eine von Grund auf neu entwickelte[3][4] Linux-Distribution. Sie wurde 2008 von Juan RP, einem ehemaligen NetBSD-Maintainer,[5] ins Leben gerufen"

Project Trident wechselt von FreeBSD zu einer Linux-Distribution, die von einem Ex-NetBSD Maintainer ins Leben gerufen wurde?
Woher kommt der Trend weg von *BSD? Ist die Treibersituation (Projekt Trident nennt explizit die AMD- und NVIDIA-Grafikkartentreiber) bei *BSD wirklich so schlecht?

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    Von klopskind am Mi, 16. Oktober 2019 um 13:22 #

    Woher kommt der Trend weg von *BSD?
    Für einen "Trend" müsste meiner Warte nach eine statistisch signifikante Häufung vorliegen. Tut sie das in diesem Fall? Ist dies schon als "Trend" zu werten?

    Ist die Treibersituation (Projekt Trident nennt explizit die AMD- und NVIDIA-Grafikkartentreiber) bei *BSD wirklich so schlecht?
    Kurz gefasst, ja. Jedenfalls ist sie schlechter als unter Linux, vor Allem im Bezug auf die bestenfalls verzögerte Unterstützung aktueller Desktop-/Laptop-Hardware ist die Situation unter BSD relativ bescheiden [0-1]. Von einer effektiven Nutzung modernerer Stromsparmechanismen und Energieeffizienzen gar nicht zu sprechen [2]. Die Grafikkartenhersteller arbeiten direkt im Linux-Projekt mit. Analoges gilt für viele andere Treiber.

    Erst letztes Jahr wurde ein Intel-Entwickler dazu berufen, die Situation für FreeBSD zu verbessern [3]. Linux ist dort nicht ohne Kritik oder Probleme, speziell im Vergleich zum Desktop-Marktführer [4-5], aber wenigstens arbeiten dort gleich mehrere Intel-Entwickler kontinuierlich dran.

    [0] - Grafiktreiberunterstützung FreeBSD
    [1] -
    Quellverzeichnis Grafiktreiberunterstützung FreeBSD -> Stand ist Kompatibilität zu Linux 4.16
    [2] - Stand der Energieverwaltung FreeBSD
    [3] - einschlägiger Blogeintrag des werten Herren
    [4] - verbesserte Unterstützung von Stromsparmechanismen in Fedora
    [5] - Thermische Verwaltung via Intel DPTF (bereits in Chromium OS)

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      Von kraileth am Mi, 16. Oktober 2019 um 14:08 #

      Hier habe ich einen etwas anderen Blick auf die Situation. Wenn man bereit ist, Closed-Source-Treiber zu akzeptieren, ist mit unter FreeBSD mit nVidia gut versorgt. Die Firma kümmert sich gut um die FreeBSD-Unterstützung und diese ist wohl auf einem Niveau mit den anderen Plattformen.

      Auch, daß die Treibersituation „so schlecht“ sei, kann ich nicht bestätigen. Sie ist schlechter, ja. Aber ich persönlich komme schon seit Jahren gut aus und die Situation ist immer besser geworden. Wer vor ein paar Jahren von Linux nach FreeBSD wechselte, fand sich in einer (gefühlt) längst vergessenen (und nicht vermißten) Welt wieder: Hardware gezielt kaufen, damit es am Ende lief. Das habe ich jetzt die letzten Jahre nicht mehr gemacht, sondern einfach gekauft und drauf ankommen lassen. Trefferrate: 100%. Zugegebenermaßen bin ich absolut nicht repräsentativ, da ich dazu übergegangen bin, nicht mehr den teuren Consumer-Schrott zu kaufen, sondern Business-Geräte refurbished zu erstehen - und damit habe ich natürlich automatisch nicht die neuste Generation an Hardware. Wireless ist wohl immer wieder mal ein Problem, aber ich bin da auch entspannt an die Sache herangegangen und hatte bisher ausschließlich Glück.

      Nachdem ich mir kürzlich einen neuen gebrauchten Laptop zugelegt habe, muß ich auch sagen: Ich bin nun nach meinem ersten Eindruck mit der Batterieleistung eigentlich ziemlich zufrieden. Genauere Tests (Kompilieren von World und wirklich Messen der Zeit, welche die Kiste im Akkubetrieb durchhält) stehen noch aus.

      Es kommt entsprechend einfach auf die Anforderungen an. Was für den einen „gut genug“ ist und für den nächsten vielleicht sogar „ganz gut“, verfehlt eben die Ziele das anderen. In dem Fall muß man sich eben etwas anderes suchen.

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        Von klopskind am Mi, 16. Oktober 2019 um 14:45 #

        Ich verstehe Ihre Ansichten und Herangehensweisen sehr gut. Allerdings muss ich Ihnen teils deutlich widersprechen.

        Hier habe ich einen etwas anderen Blick auf die Situation. Wenn man bereit ist, Closed-Source-Treiber zu akzeptieren, ist mit unter FreeBSD mit nVidia gut versorgt. Die Firma kümmert sich gut um die FreeBSD-Unterstützung und diese ist wohl auf einem Niveau mit den anderen Plattformen.
        CUDA wird unter FreeBSD bspw. nicht unterstützt.

        Zudem geht es ja nicht nur um Grafiktreiber. Was ist bspw. mit dem ganzen Desktop-/Laptop-Peripheriegedöns oder Dockingstationen (proprietär oder Thunderbolt)?

        Und wie lange hat es gedauert, bis FreeBSD einen vernünftigen Wireless- bzw. USB-Stack samt Treiber erhielt? Linux hat sich da auch nicht mit Ruhm bekleckert, war aber wesentlich flinker.

        Auch, daß die Treibersituation „so schlecht“ sei, kann ich nicht bestätigen. Sie ist schlechter, ja. Aber ich persönlich komme schon seit Jahren gut aus und die Situation ist immer besser geworden. Wer vor ein paar Jahren von Linux nach FreeBSD wechselte, fand sich in einer (gefühlt) längst vergessenen (und nicht vermißten) Welt wieder: Hardware gezielt kaufen, damit es am Ende lief. Das habe ich jetzt die letzten Jahre nicht mehr gemacht, sondern einfach gekauft und drauf ankommen lassen. Trefferrate: 100%. Zugegebenermaßen bin ich absolut nicht repräsentativ, da ich dazu übergegangen bin, nicht mehr den teuren Consumer-Schrott zu kaufen, sondern Business-Geräte refurbished zu erstehen - und damit habe ich natürlich automatisch nicht die neuste Generation an Hardware. Wireless ist wohl immer wieder mal ein Problem, aber ich bin da auch entspannt an die Sache herangegangen und hatte bisher ausschließlich Glück.
        Das ist eine legitime Sicht aus der Anwenderperspektive, nicht aber aus der von Betriebssystem-/Distributionsprojekten à la Project Trident, oder?

        Nachdem ich mir kürzlich einen neuen gebrauchten Laptop zugelegt habe, muß ich auch sagen: Ich bin nun nach meinem ersten Eindruck mit der Batterieleistung eigentlich ziemlich zufrieden. Genauere Tests (Kompilieren von World und wirklich Messen der Zeit, welche die Kiste im Akkubetrieb durchhält) stehen noch aus.
        Nichts für ungut, aber das ist Ihre Meinung. Viele Anwender nehmen keine spürbaren Verluste in diesem Zusammenhang hin.

        Es kommt entsprechend einfach auf die Anforderungen an. Was für den einen „gut genug“ ist und für den nächsten vielleicht sogar „ganz gut“, verfehlt eben die Ziele das anderen. In dem Fall muß man sich eben etwas anderes suchen.
        Das ist erneut die Anwendersicht, nicht die des Project Trident, welches möglichst alle potentiellen Anwender ansprechen möchte.

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          Von kraileth am Do, 17. Oktober 2019 um 09:31 #

          Moment - ich kritisiere PD ja explizit nicht dafür, daß sie wechseln, bzw. halte unter den Voraussetzungen, die sie machen, den Wechsel für völlig nachvollziehbar. Es kommen aber jetzt natürlich Fragen auf, die undifferenziert fragen, ob denn FreeBSD wirklich untauglich sei. Und das ist meiner Erfahrung nach so pauschal zu verneinen.

          1) CUDA: Ich meine, daß es irgendwo vor etlichen Jahren mal jemanden gab, der behauptete, daß auch die FreeBSD-Treiber CUDA unterstützen. Das Problem war, wenn ich mich richtig erinnere, daß nVidia die libcuart nicht unter FreeBSD zur Verfügung stellen will (was der Experimentierfreudige damals mittels der Linux-Bibliotheken und dem Linuxulator zumindest initial gelöst hatte). Aber es stimmt freilich, daß es keine offizielle Unterstützung gibt.

          2) Mit Dockingstationen habe ich leider keinerlei Erfahrungen, weder positiv noch negativ. Aber ich weiß, daß manche Leute damit arbeiten. Es muß also zumindest teilweise funktionieren (auch wenn es wohl teilweise Kämpfe damit gab, daß manche Dinge beim Umschalten nicht gut klappten - aber auch das sollte besser geworden sein).

          3) USB / Wireless: Was ist bei USB Ihrer Meinung nach das Problem? Späte USB3-Unterstützung? Denn grundsätzlich hat USB schon um die Jahrtausendwende mit 4.X funktioniert. Wireless ist eine andere Baustelle. Da hatte Linux ja auch lange zu knabbern und die Situation ist zugegebenermaßen weiterhin nicht gerade befriedigend.

          4) Batterieleistung: Ich will nicht besteiten, daß einigen Leuten jedes bißchen Leistung wichtig ist und das ist auch legitim. Aber ich werde zumehmend das Gefühl nicht mehr los, daß einige Linuxer die Ursprünge vergessen haben (oder vergessen wollen). Denn so lange ist es noch nicht her, daß man, wenn man denn Linux wollte, gravierende Einschränkungen hinzunehmen hatte. Aber wenn man es ernst meinte, dann nahm man die in Kauf. Ganz im Sinne von: Ist nicht für Jedermann und sicher nicht für jeden Zweck. Jeder muß wissen, was er oder sie will.

          5) PD tauscht teilweise seinen Nutzerkreis aus. Bisher haben es überwiegend Leute benutzt, die einen FreeBSD-Desktop mit einigen Modernisierungen wollten und Qt, sowie Lumina mochten. Jetzt wird's eine andere Zielgruppe sein - Leute, die Linux nutzen wollen (oder zumindest damit leben können) und statt Systemd Runit bevorzugen, die XBPS mögen oder ähnliches. Man wird sehen müssen, was passiert. Die bisherige Benutzerzahl hielt sich ohnehin in Grenzen (im Telegram-Chat waren nach Projektangaben um die 300 Benutzer angemeldet). Wenn's mehr werden und sich dazu ein paar weitere Entwickler finden, ergibt sich aus Projektsicht ein Nettogewinn. Wenn es hinterher noch weniger Leute anspricht, dann war's die falsche Entscheidung.

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            Von klopskind am Do, 17. Oktober 2019 um 12:01 #

            Moment - ich kritisiere PD ja explizit nicht dafür, daß sie wechseln, bzw. halte unter den Voraussetzungen, die sie machen, den Wechsel für völlig nachvollziehbar.
            Dann hatte ich Ihren Kommentar wohl teils falsch aufgefasst.

            Ich dachte, Sie würden zumindest im Subtext versuchen, die von mir gegebene Antwort als Klärung der Entscheidungsgrundlage des Projekts zu relativieren. Welche Aussage meines Kommentars ist falsch? Was verschweigt mein Kommentar vorsätzlich?

            Es kommen aber jetzt natürlich Fragen auf, die undifferenziert fragen, ob denn FreeBSD wirklich untauglich sei. Und das ist meiner Erfahrung nach so pauschal zu verneinen.
            Ich sagte nur, dass es für den Desktop derzeit untauglicher als Linux sei. Das müssen Sie auch als Antwort auf die Fragen des Eingangskommentars bewerten. In diesem Sinne habe ich also einen Vergleich gezogen, statt absolut referenzlose Aussagen bezüglich FreeBSD zu treffen. In letztere Kategorie könnte man am Ehesten noch meine Aussage "Kurz gefasst, ja." interpretieren. Diese relativiere ich im folgenden Satz aber gleich selbst wieder.

            Jetzt stellt sich mir die Frage: An welchem Punkt kommen diese undifferenzierten Fragen auf?

            zu 1) Ja, scheinbar kann oder konnte man das irgendwie hinfrickeln mit Linuxulator und den 32-bit CUDA-Bibliotheken für Linux. Aber realistisch wird es nicht so unterstützt, wie unter Linux. Werden die Bibliotheken für 32-bit seitens Nvidia tatsächlich noch angeboten? Quellen: 1, 2, 3

            zu 2) Ja, es klappt meiner Erinnerung nach zumindest für ThinkPads ganz okay. Natürlich mit einigen Macken, die teils auch bei Linux existier(t)en. Die proprietären Schnittstellen der meisten Docks werden zunehmend durch Thunderbolt ersetzt. Letzteres steht auf der ToDo-Liste des erwähnten Intel-Entwicklers (Stand Juli 2018; daran hat sich meines Wissens nach nichts geändert).

            zu 3)
            3a) USB: Meines Wissens gab es unter FreeBSD lange Zeit das Problem, dass das Abstecken von USB-Speichergeräten reproduzierbar einen Kernel-Panic verursachte, falls noch ein Dateisystem, das darauf lag, im System eingebunden gewesen ist. Natürlich sollte man das als Endanwender unterlassen, da es in jedem Fall zu einem korrupten Dateisystem führen kann, aber ein Kernel-Panic muss nicht sein. Andere Betriebssysteme schaffen das auch. Die Unterstützung für USB3 ließ ebenfalls auf sich warten im direkten Vergleich zu Linux.

            3b) Wireless: Ich stimme Ihnen soweit zu. Man kann den aktuelleren Stand - und um den geht es ja hier - in diesem Wiki nachvollziehen und vergleichen.

            4) Ich glaube, dass die Ursprünge heute größtenteils irrelevant sind. Auch habe nie behauptet, dass es unter Linux gravierende und zu FreeBSD analoge Einschränkungen nicht gegeben hätte (und sogar weiterhin gibt).

            Um zum Projekt und deren Entscheidung zurückzukommen: Wäre diese Einstellung bzw. deren konsequente Fortführung optimal im Sinne der vom Projekt formulierten Ziele/Gründe? Ich meine, dass dies nicht der Fall ist.

            5) Ja, kann sein. Wir werden sehen. Ich glaube nicht, dass es eine falsche Entscheidung ist. Im Gegenteil: Ich denke, dass sich diese Entscheidung nicht nur fürs Projekt, sondern auch das restliche Ökosystem, positiv auswirken wird. Denn diejenigen, die einen Desktop auf Basis von FreeBSD wünschen, haben weiterhin GhostBSD, NomadBSD oder MidnightBSD zur Wahl. Und die anderen können bei Projekt Trident bleiben, oder eine bestehende Linux-Distro mit Desktop-Fokus nutzen.
            Falls das Projekt dabei mangels Nutzern doch eingehen sollte, wäre die Diversität des Ökosystems nicht geschrumpft. Die bisherigen Nutzer hätten sich lediglich auf die Alternativen verteilt, was einer scheinbar unnötigen Fragmentierung des Ökosystems entgegenwirken würde und weitere Synergien und Potentiale wecken könnte. Was wäre daran so "falsch" (tragisch?)?

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    Von kraileth am Mi, 16. Oktober 2019 um 13:49 #

    Nicht unbedingt. So weit ich weiß, ist Juan aus völlig anderen Gründen gegangen. Er hat mit XBPS ein Paketsystem geschaffen, das als Nachfolgesystem für NetBSDs Pkgsrc gedacht war. Man hat es dort aber schlußendlich nicht angenommen, sondern lieber Pkgsrc (etwas) verbessert. Vermutlich war dann auf Seiten Juans einiges an Frust im Spiel und er ist gegangen. Er war aber zumindest vorübergehend auch bei Void urplötzlich verschwunden und niemand sonst hatte Zugang, so daß es zeitweilig so aussah, als ob das Void-Projekt am Ende sei. Irgendwie haben dann Teile der Community die Kurve gekriegt (u.a. mit neuer Domain!).

    PD ist eine völlig andere Geschichte, die einen etwas komplizierteren Hintergrund hat. Kris Moore gründete vor einer Ewigkeit (FreeBSD 6.x, wenn ich mich richtig erinnere) PC-BSD. Gedacht war die Sache, um leicht einen Desktop unter FreeBSD liefern zu können. Die Sache funktionierte auch an sich nicht schlecht, war ziemlich innovativ (z.B. PBI, der Push-Button-Installer, quasi das, was man viel später unter Linux als FlatPak und Snap entdeckt hat). Dann wurde er von iX Systems angeheuert. Die kamen dann mit der TrueOS-Sache und Kris gab PC-BSD mehr oder weniger zu dessen Gunsten auf. Kris selbst wurde von diesem Projekt abgezogen und ist für FreeNAS/TrueNAS zuständig. Sein Bruder Ken war zwischenzeitlich dazugekommen und entwickelte Lumina dafür.

    Dann gab iX TrueOS (grafisch) auf und Ken beschloß mit ein paar anderen Leuten, daß man die eigenen Benutzer nicht völlig hängenlassen sollte und sie gründeten auf eigene Initiative Project Trident. Sie waren zu wenige, um mit dem extrem schnellebigen TrueOS Schritt zu halten, darum stellten sie als Verlegenheitslösung PD auf FreeBSD als Basis um und auch da schließlich weg von -CURRENT hin zu -STABLE. Dabei hatte man -CURRENT genau aus dem Grund ausgewählt, daß man die neuesten Treiber haben wollte, um schnell(er) auf aktueller Hardware lauffähig zu sein. Mit anderen Worten: Man will eigentlich etwas, für das FreeBSD ohnehin zumindest nicht die ideale Plattform ist - und man hat zu wenig Leute am Start, um es richtig zu machen. Daß FreeBSD sich obendrein eher langsam bewegt und viele der Entwickler sehr auf den Server fokusiert sind und als Bremser in Sachen Desktop agieren, hat das Faß zum Überlaufen gebracht.

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      Von anon am Mi, 16. Oktober 2019 um 14:22 #

      Ich will ja nicht wirklich die Sinnfrage stellen, aber will man auf so einem wackeligen System aufsetzen und das als Basis für irgend etwas nutzen? Wenn da einzelne Leute Spaß dran haben, so etwas zu entwickeln ist das ja schön und gut. Aber wer setzt sowas denn freiwillig ein? Und wenn ja, warum?

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        Von devil am Mi, 16. Oktober 2019 um 14:34 #

        Du meinst, Void Linuz sei wacklig? Woher kommt diese Ansicht?

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          Von nurso am Mi, 16. Oktober 2019 um 21:36 #

          Der Vorposter meint wohl die Geschichte des "verschollenen" Hauptentwicklers von Void Linux, z.B. zu finden unter:

          https://www.phoronix.com/scan.php?page=news_item&px=
          Void-Linux-Infrastructure-Limbo
          "Crisis at Void Linux as Lead Developer Goes Missing in Action"

          Das zugehörige Blog-Posting lässt sich noch hier finden:
          https://forum.manjaro.org/t/void-linux-infrastructure-in-limbo-
          with-project-leader-missing-in-action/46224

          In diesem Blog-Posting treten dabei organisatorische Missstände zu Tage, die einem schon zu denken geben (zumindest im Hinblick auf die damalige Situation).

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            Von devil am Mi, 16. Oktober 2019 um 21:55 #

            OK, ich erinnere das, ich hatte selbst darüber berichtet [1]. Bus-Faktor=1 zu verhindern ist ein wichtiger Schritt für ein Projekt und er wird häufig erst beherzigt, nachdem das Ungemach geschehen ist. Selbst wichtige Projekte wie NPT [2] oder ganz aktuell libinput [3] leiden darunter. Aber das hat nach meiner Meinung im Fall von Void nichts mit der Stabilität der Distribution selbst zu tun.

            [1]: https://www.pro-linux.de/news/1/25853/void-linux-in-schwierigkeiten.html
            [2]: https://www.pro-linux.de/news/1/22117/ntp-am-scheideweg.html
            [3]: https://who-t.blogspot.com/2019/10/libinputs-bus-factor-is-1.html

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        Von klopskind am Mi, 16. Oktober 2019 um 14:51 #

        Sie müssen das aus der Perspektive des Project Triedent sehen statt aus Anwendersicht. Die Idee des Projekts ist, so viele Desktop-Nutzer wie möglich anzusprechen. Und sie glauben, dass sie diesee Entscheidung dem Ziel näher bringt. Ich denke, dass sie mit dieser Einschätzung nicht falsch liegen.

        "wackelig" ist aber tatsächlich Ansichtssache. Vor allem im Vergleich wozu? Zum Vorgängerunterbau FreeBSD?

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Von theuserbl am Mi, 16. Oktober 2019 um 16:46 #

Zeichnet soich da gerade eine Monokultur ab?

Wenn man Desktopsysteme im allgemeinen betrachtet, dominieren vor allem Windows und macOS. Linux kommt erst an dritter Stelle.

Sieht man sich jedoch die Verbreitung von OpenSource-Systemen an, so stehen Systeme mit Linux-Kernel an erster Stelle - und zwar mit großem Abstand zu allen anderen OpenSource-Systemen. Und das gilt nicht nur für Desktop-Systeme, sondern auch für Server, Supercomputer, Smartphones, etc.

In dieser Hinsicht ist es dann doch sehr bedauerlich, wenn ehemalige *BSD-Distributionen zu Linux-Distributionen werden.

Grüße
theuserbl

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    Von was ist das am Do, 17. Oktober 2019 um 05:39 #

    Wenn ich das richtig verstanden habe ist die Entwicklung unter FreeBSD restriktiv und langsam und mehr Server orientiert. Linux hatte hier den Vorteil, lockerer zu sein und alles zu implementieren, auch wenn es nicht fertig war. Ist für gewisse Leute natürlich spannender. Darum ist Linux auch bekannter geworden, obwohl BSD eigentlich älter ist und zuerst da war.

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    Von kraileth am Do, 17. Oktober 2019 um 09:39 #

    Genau diese Befürchtung teile ich auch. Linux-Anwender haben (ich gehörte auch dazu) lange Jahre immer wieder darauf hingewiesen, wie blöd es ist, wenn neue Entwicklungen nur auf bestimmten Systeme unterstützt werden und alle anderen außenvorgelassen werden. Nun ist man Teil von „nur bestimmte Systeme“ und hat sich ganz gut eingerichtet. Dann ist inzwischen teilweise sogar POSIX plötzlich ein Dorn im Auge, da „lästig“, und die anderen Systeme „nutzt eh keiner“. Das war alles mal ganz anders, als man selbst unter „nutzt eh keiner“ fiel. Keine schöne Entwicklung.

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    Von Monika L. am Do, 17. Oktober 2019 um 11:47 #

    iOS und macOS basieren beide auf Darwin, welches wiederum auf BSD basiert.

    Wo gibt es da eine Monokultur?

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      Von blablabla233 am Do, 17. Oktober 2019 um 15:56 #

      Basierend ist bisschen zuviel gesagt...xnu der kernel von darwin ist mach, mit teilen von freebsd, auch wurden manche programme von bsd übernommen, es geht aber auch in die andere richtung stichwort llvm.....hach ich liebe die bsd's.

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Von Anon Y. Mouse am Mi, 16. Oktober 2019 um 21:17 #

PC-BSD hat mich immer mal wunder genommen eben weil es BSD war, als x-te Linux Distribution ist es doch echt nur noch unter ferner liefen anzusiedeln.

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Von Antiquities am Do, 17. Oktober 2019 um 09:04 #

Nach 40 Jahren nun der Offenbarungseid für BSD. Sicher als tumbes Serversystem wird es, gefördert von älteren Verantwortlichen, die in den 80ern auf der Uni mit BSD on VAX gelernt haben, noch eine Weile in Nischen überleben. Das Desktop Experience ist jedoch vorbei. Es kann nur einen geben: LINUX!!!

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    Von blablabla233 am Do, 17. Oktober 2019 um 16:00 #

    Genau der gleiche satz sagte man über windows in den 90. Bitte seit kein linux-ballmer. Die eingeschränkte sicht könnte verherend sein. Und sorry...desktop experience und linux....das sagt alles.

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