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Mi, 13. November 2019, 13:06

Software::Security

Weitere Sicherheitslücken in Intel-Prozessoren

Drei neu bekanntgegebene Sicherheitslücken in Intel-Prozessoren haben zu einer Welle von Aktualisierungen des Linux-Kernels, des Intel-Microcodes und anderer Software geführt. Zusätzlich wurden zwei Probleme im i915-Grafikprozessor publiziert.

Natascha Eibl

Nach Ablauf des Embargos wurden gestern Details zu drei neuen Sicherheitslücken in Intel-Prozessoren bekannt gegeben. Die Lücken sollen durch neue Ausgaben des Intel-Microcodes behoben werden. Als Sicherheitsmaßnahme für Prozessoren, die diese Aktualisierung nicht erhalten, wurden der Linux-Kernel, Xen, Qemu und andere Software aktualisiert. Intel stellt zudem neuen Microcode bereit, der zwar die Probleme behebt, aber zu weiteren Leistungseinbußen führt.

Die erste Lücke nennt sich TSX Asynchronous Abort (TAA) und ermöglicht, ähnlich wie Spectre, das Auslesen von Daten, auf die ein Prozess normalerweise nicht zugreifen dürfte. Der Patch für Linux erklärt das Problem im Detail. Es betrifft Prozessoren, die die Intel Transactional Synchronization Extensions (TSX) unterstützen. Die CVE-Nummer ist CVE-2019-11135. Der Patch für Linux fügt dem Kernel die komplette Erkennung und verschiedene Methoden zur Abmilderung des Problems sowie Einstellmöglichkeiten hinzu, analog zu den Maßnahmen gegen Spectre. TSX selbst war schon in der Vergangenheit die Quelle einer Reihe von Problemen und wurde von Intel im Zuge von Microcode-Updates deaktiviert. In neuen Prozessoren wurde es wieder aktiviert, ein neuerliches Update wird es wohl es wieder deaktivieren oder abschaltbar machen.

Die zweite Sicherheitslücke wurde iTLB multihit genannt und die CVE-Nummer CVE-2018-12207 vergeben, unter der bis heute keine Beschreibung zu sehen ist. Auch hier gibt der Linux-Patch die wohl genaueste Erklärung. Bei iTLB multihit handelt es sich demzufolge um einen Fehler, der auftreten kann, wenn das Laden von Instruktionen mehrere Einträge im Instruktions-TLB nutzt. Dazu kann es kommen, wenn sich die Speicherseitengröße ändert, beispielsweise wenn eine Aufteilung einer großen Seite in 4 Kilobyte große Seiten nötig wird. Dabei kann sich der Prozessor komplett aufhängen. Es ist daher möglich, beispielsweise aus einer virtuellen Maschine heraus, einen Denial-of-Service-Angriff auf das Host-System auszuführen. Betroffen sind die meisten Intel Core- und Xeon-Prozessoren. Die Abhilfe im Kernel besteht daraus, bei Seiten mit ausführbarem Code keine großen Seiten mehr zuzulassen, so dass es nie zu einer Aufteilung kommen kann.

Ein dritter Fehler ist das »JCC-Problem«, dessen Beschreibung bei Intel sehr dürftig ist. Unter bestimmten Umständen wird bei Sprunginstruktionen, die eine 64-Byte Ausrichtung überschreiten, etwas Falsches aus einem Cache gelesen, was zu undefiniertem Verhalten bei der Ausführung der Instruktion führt. Es steht ein Update des Microcodes von Intel zur Verfügung, das aber laut Phoronix die Prozessorleistung senkt. Für den GNU Assembler gibt es Patches, die das Problem möglicherweise effizienter lösen, betroffene Software muss damit aber neu compiliert werden.

Wie Ubuntu ferner meldet, wurden auch zwei Sicherheitslücken in Intels i915-Grafikprozessoren veröffentlicht. CVE-2019-0155 ermöglicht es einem unprivilegierten Benutzer, seine Privilegien zu erhöhen und Daten aus dem Kernel auszulesen. CVE-2019-0154 dagegen kann zu einem kompletten Aufhängen des Systems führen. Die Behebung besteht in einer Kombination von Firmware- und Treiber-Updates.

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