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Thema: ArchivistaBox 2019/XI auf Basis von AVMultimedia

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Von Pfister am Di, 19. November 2019 um 14:22 #

Korrekt ist, die neue ArchivistaBox basiert auf dem Desktop AVMultimedia. AVMultimedia kann frei bezogen werden. Die Sourcen von ArchivistaDMS, ArchivistaERP und ArchivistaVM sind Open Source (Download über unsere Homepage), von der ArchivistaBox selber gibt es keine ISO-Dateien zum Download.

Die ArchivistaBox wird als Appliance (Hardware und Software aus einem Guss und mit Wartung und Support) geliefert. Darin enthalten sind einige (optionale) Komponenten, die nicht Open Source (z.B. Barcodeerkennung). Puristisch betrachtet mag dies als "störend" empfunden werden, pragmatisch betrachtet erscheinen mir die mittlerweile über 100 MByte Blobs des Firmware-Teils von Linux das grössere Problem.

Ferner gilt es zu beachten, dass Open Source nicht heisst, dass es kein Copyright gibt (z.B. Logos, Handbücher Schulungsangebot, Supprt etc.). Dass dies nur für "grössere" Konzerne rechtlich durchsetzbar ist, war leider eine Erfahrung, die wir bereits in den Jahren 2010 bis 2012 machen mussten:

http://archivista.ch/cms/de/aktuell-blog/blogs-2012/zero-install-fur-alle/

Wir standen damals vor der Wahl, (aufwändige) juristische Prozesse in mehreren europäischen Ländern betr. Copyright und Markenschutz führen zu müssen, oder die damalige Community-Version (damals gab es ISO-Dateien zur ArchivistaBox zum Download) "vom Markt" zu nehmen, weil Copyright und Markenschutz in keinster Weise eingehalten wurden. Aus einer Kosten- und Risikoabschätzung haben wir uns für letztere Variante entschieden.

Als Alternative zu den nicht mehr verfügbaren ISO-Dateien der ArchivistaBox ist ArchivistaCloud entstanden, mit dem die Komponenten ArchivistaDMS und ArchivistaERP in "unserer" Cloud fertig eingerichtet und kostenfrei benutzt werden können. Zur Virtualisierung (ArchivistaVM, GUI und webbasiert) gibt es mit ArchivistaMini (Konsole und webbasiert) ebenfalls eine ISO-Datei.

Weiter möchte ich hier einbringen, dass Open Source und Kommerzialität sich bereichern (können). Die Enticklung von AVMultimedia z.B. wäre ohne den «Background» der ArchivistaBox nicht möglich (aktuell liegt der Aufwand bei AVMultimedia im höheren vierstelligen Stundenumfang). Dieser Aufwand war/ist für die ArchivistaBox notwendig. Ob AVMultimedia darüber hinaus jene Beachtung verdient, die es meiner Ansicht nach verdient, bleibt abzuwarten.

Aktuell scheinen Linux-User/innen kaum Neugirde zu haben, einen neuen Desktop zu testen. Noch schwieriger ist es, wenn jemand nicht mit Linux arbeitet, da werden (nicht ganz unberechtigt) Hände verrührt. Zwar ist die Installation heute einfacher (mit AVMultimedia fällt sie ja ganz weg). Hürden bestehen jedoch dort, dass die entsprechenden Tools zusammenpassen. Da werden Bugs nicht gefixt bzw. bestehende Konventionen ohne Merwehrt über den Haufen geworfen werden, dass die Fundamente krachen.

Daher ist es z.B. für die ArchivistaBox keine Wahl, ein «Stangenlinux» zu verwenden bzw. ein paar Pakete zu veröffentlichen; es würde mittel- bis langfristig nicht passgenau laufen. Und genau darum gibt es die ArchivistaBox «nur» als Appliance, und dies ausschliesslich mit Wartung und Support.

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    Von Josef Hahn am Di, 19. November 2019 um 16:17 #

    > Aktuell scheinen Linux-User/innen kaum Neugirde zu haben, einen neuen Desktop zu testen. Noch schwieriger ist es, wenn jemand nicht mit Linux arbeitet

    Dteile Thesen: 95% der Nutzer von IT von heute - im echten Leben in der echten Welt - haben (a) zu Desktop-Interfaces (so mit Maus und Tastatur) grundsätzlich ein eher distanziertes Verhältnis, und würden (b) auch garnicht von Linux profitieren. Es ist nämlich bezüglich jeglicher Freedom-Aspekte doch eigentlich egal, mit welchem OS man seine Katzenbilder ins "Insta" lädt. Last but not least erlaubt der Linux-Desktop (c) auch nicht das ausführen eurer Gottapplikation (man kann sich dann wohl per Webbrowser draufschalten, ja?! Aber dann kann man's auch direkt am Smartphone machen).

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      Von Urs Pfister am Di, 19. November 2019 um 17:38 #

      Die Aussage, das 95% der Nutzer nicht von Linux profitieren können, erscheint mir etwas gar trollhaft (nur schon weil ca. 80% mit einem Android-Smartphone unterwegs sind). Und auch auf welche Freedom-Aspekte Du Dich berufen möchtest, das ergibt sich aus Deinem Post für mich nicht.

      Linux und Open Source (ich meinte jetzt gerade mit AVMultimedia) bietet eine gute Alternative zu dem, was uns Chief-Officer-Search-Machine (mit Android und "Pseudo" Open Source) und der Apfel-Konzern (mit BSD) aufdrängen.

      AVMultimedia bietet immerhin ein System, dass in ca. 10 bis 20 Sekunden ein Linux-System einrichtet, bei dem ich mich nicht registrieren muss und das autonom arbeitet, ohne dass ich auf alle gängigen Desktop-Apps für das Arbeiten (inkl. multimediale Inhalte) verzeichten muss. Kurz und gut, ein Arbeitstier, bei dem meine Daten mir gehören. Warum dies keinen Sinn ergeben sollte, sagst Du nicht.

      Und wenn Du richtig gelesen hast, dann hättest Du mitbekommen, dass die ArchivistaBox (neu) und der darunterliegende Desktop AVMultimedia (schon länger) auch auf Tablets mit Touchscreens läuft. Niemand muss also zu Tastatur und Maus greifen. Ich bezweifle aber, dass 95% der Nutzer produktiv(er) an Smartphone und/oder Tablet arbeiten.

      Nüchtern betrachtet lag/liegt die Stärke bei den Smarties und Tablets darin, dass die Bedieunung einfach(er) war/ist, als dies bei den "gebackenen" Desktops in der Regel der Fall ist. Das aber genau ist das Ziel von AVMultimedia. Ist aber schwierig zu disktutieren mit Dir. Ich habe nicht annährend den Eindruck gewonnen, dass Du AVMultimedia je ausprobiert hättest.

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        Von Josef Hahn am Di, 19. November 2019 um 18:11 #

        > Die Aussage, das 95% der Nutzer nicht von Linux profitieren können, erscheint mir etwas gar trollhaft

        Nur, wenn man sie mißverstehen will. Auch Android-User sind Linux-User, ja. Sie profitieren vom Scheduler und der Implementierung des FS. Das ist aber eh Commodity. Wenn der Anwender dort nicht Linux hätte, hätte er eben irgendwas anderes. Mir ging es bei "von Linux profitieren" natürlich darum, genau aus Linux einen Mehrwert gegenüber etwa den Schnüffelsystemen zu ziehen.

        > Linux und Open Source [...] bietet eine gute Alternative zu dem, was uns Chief-Officer-Search-Machine (mit Android und "Pseudo" Open Source) und der Apfel-Konzern (mit BSD) aufdrängen.

        Meine These: Nein. Für die meisten Leute nicht. Sie hängen komplett beim Zuckerberg irgendwo drin. Und von welcher Plattform aus sie das füttern, ist eigentlich egal.

        > Kurz und gut, ein Arbeitstier, bei dem meine Daten mir gehören. Warum dies keinen Sinn ergeben sollte, sagst Du nicht.

        Es ergibt Sinn für mich und für dich. Ich unterstelle dir aber, dass du eigentlich relativ intensiv mit Usern in Kontakt kommst und dich viel unterhälst. Wenn du diese Gespräche mit der Masse führst, und nicht mit den paar Aussteigern, die eh schon auf deiner Seite sind, dann wird dir eins auffallen: Man versteht dich überhaupt garnicht. Die Leute da draußen kapieren überhaupt garnicht, was dagegen spricht, Wurmfortsatz von Facebook zu sein. Sie gucken dich an wie ein Auto, und schicken danach Grinsesmileys in die Whatsappgruppe.

        > Und wenn Du richtig gelesen hast, dann hättest Du mitbekommen, dass die ArchivistaBox (neu) und der darunterliegende Desktop AVMultimedia (schon länger) auch auf Tablets mit Touchscreens läuft. Niemand muss also zu Tastatur und Maus greifen.

        Und wenn du richtig gelesen hättest, dann hättest du mitbekommen, dass sich meine Ausführungen beziehen auf dein "einen neuen Desktop zu testen".

        > Ich bezweifle aber, dass 95% der Nutzer produktiv(er) an Smartphone und/oder Tablet arbeiten.

        Da hast du mir ja auch etwas untergeschoben. Von produktiver habe ich nicht gesprochen. Meine Mitmenschen sind nicht produktiv. Aber trotzdem hängen sie alle am Smartphone. Wenn meine Mitmenschen _irgendwie_ zwölf Sekunden Zeit freimachen können, wandert das Telefon aus der Tasche, und das WhatsApp geht an. Der Browser der Bourgeoisie dieser Tage kommt mit WhatsApp-Knöpfen in der Toolbar! So sind die Prios! Und ich habe bisher noch keinen Menschen gefunden, der im entferntesten kapiert, was mich daran stört. Und da bezweifle ich, dass du diese Leuten für AVMultimedia begeistert bekommst. Mach, dass da WhatsApp drauf läuft. Dann wird man es annehmen. Nur dann ist's halt vielleicht nicht mehr das, was der Erfinder sich gedacht hatte... Irgendeine dieser Kröten wird man schlucken müssen.

        > Smarties

        ... sind minderwertige Vollmilchschokolade mit Farbe drum.

        > Ich habe nicht annährend den Eindruck gewonnen, dass Du AVMultimedia je ausprobiert hättest.

        Nein, habe ich nicht. Ich habe im Kern aber auch keine Aussage dazu gemacht. Die Leute sind halt nur heute auch alle sehr dünnhäutig und lesen immer dieses und jenes noch irgendwo raus und assoziieren sich ihren Kram zusammen. Und sie fühlen sich alle immer direkt individuell angegriffen, wenn man nur mal das eigentlich offensichtliche anmerkt, dass in der Breite ohne Facebook einfach _nichts_ geht. Finde ich nicht schön, und ich habe kein FB. Aber die Realität ist nunmal genau _das_....

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          Von Urs Pfister am Di, 19. November 2019 um 18:40 #

          Im "groben" sehe ich nun eher, was Du sagen möchtest (war beim ersten Post für mich nicht klar). Aber, das ist mir zu "düster" und wie ich ja auch in meiner Antwort sagte, irgendwie zu einfach.

          Natürlich sind die Menschen (vielleicht) etwas (sehr) bequem. Wenn ich aber aktuell sehe, wie fragil Linux-Desktop-Umgebungen daherkommen, dann sind dafür nicht diese Tech-Giganten à la FB und GG verantwortllich, sondern iregend ein/e Programmierer/in, welche das Bugfixing bzw. Testing nicht ernst nahm bzw. nicht nimmt.

          Ich hab Wochen an Arbeit hinter mir, um irgendwie irgendwelche (Features) Bugs in AVMultimedia zu umschiffen, ich habe mehrere Bug-Reports gemeldet, Won't fix, Community driven project und was mir so alles an den Kopf geworfen wurde, dann muss ich halt doch auch anfügen, zu einfach. Dazu als Beispiel (weil exemplarisch):

          https://gitlab.gnome.org/GNOME/gtk/issues/945

          Fairerweise darf ich dem anfügen, dass ich auch das Gegenteil erlebt habe (z.B. pulseaudio), aber wenn ich daran denke, dass es dem Gnome-Projekt offenbar "schnuppe" zu sein scheint, dass alle Menü Buttons ab GTK 3.22 offensichtlich nicht mehr mit Touchscreens funktionieren, dann ist das doch ein starkes Stück, und es hat offensichtlich mit Facebook nichts zu tun.

          Wenn es am Ende Touchscreens nicht funktioneiren (in AVMultimedia ist das Problem umschifft, indem eine andere Menütechnologie verwendet wird), dann läuft es nicht und bringt auch nichts, und das ist eben auch eine Realität. Ich bin überzeugt, würden solche Dinge bei FB und GG nicht laufen, würde niemand derartige "Datenkraken" befülllen wollen.

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            Von Josef Hahn am Di, 19. November 2019 um 22:27 #

            > Im "groben" sehe ich nun eher, was Du sagen möchtest

            Das ist fein. Dass das meinem Gegenüber zu düster ist, kenne ich. ;) Und zu einfach: Naja, wir können da Tage drüber feinsinnieren. Aber dann wird es zu länglich für hier. Natürlich müssen Konsumenten einseits halt wählen aus dem, was da ist (und auch funktioniert; das Nichtfunktionierende steht faktisch nicht wirklich zur Verfügung). Das kenne ich so als übliches Gegenargument. Aber das ist mir dann zu einfach. Wenn der Konsument dabei keinerlei (so derart niedrige) Schwellen anlegt, was er überhaupt zulässt, eröffnet er damit halt ein Race to the Bottom. Und genau das haben wir heute.

            > Wenn ich aber aktuell sehe, wie fragil Linux-Desktop-Umgebungen daherkommen, dann sind dafür nicht diese Tech-Giganten à la FB und GG verantwortllich

            Nö. Ich würde niemals FB&Co dafür verantwortlich machen. In letzter Instanz verantwortlich für den Konsum ist immer der Konsument. Auf Regulierung von oben kann man sich nicht verlassen (nicht in unserem System) und auf faire Angebote auch nicht. Er muss es schaffen, das selbst zu sehen. Und da fängt man dann ganz schnell an, über das Bildungssystem zu sprechen. Unsere Lehrer (mutmaßlich alles CDU-Wähler; keine Linksradikalen) haben uns früher durchaus einen kritischen Blick auf wirtschaftliches Treiben nahegelegt. Ich habe den verhärteten Eindruck, dass das heute zumindest deutlich schmalspuriger stattfindet. Und das setzt sich inzwischen so fort, wenn diese Schüler heute die Lehrer sind.

            > wenn ich daran denke, dass es dem Gnome-Projekt offenbar "schnuppe" zu sein scheint, dass alle Menü Buttons ab GTK 3.22 offensichtlich nicht mehr mit Touchscreens funktionieren, dann ist das doch ein starkes Stück, und es hat offensichtlich mit Facebook nichts zu tun.

            Es hat nicht direkt mit FB zu tun. Aber es ist trotzdem eine Frage der Prioritäten. Was wir festhalten können: Die Implementierung von https://community.linuxmint.com/img/screenshots/gnome-online-accounts.png funktioniert, und Menübuttons mit Touch (nach deiner Schilderung) nicht. Daraus etwas abzuleiten ist komplexer; das spare ich mir jetzt. Aber es fällt doch schon auf, dass das Augenmerk eher auf der Integration von verbreiteten Clouddiensten ist, und Basistechnologie auf lokaler Seite nur noch schleppend vorangeht.

            > Ich bin überzeugt, würden solche Dinge bei FB und GG nicht laufen, würde niemand derartige "Datenkraken" befülllen wollen.

            Wird so sein. Aber es funktioniert, und alle hängen da, und (fast) niemand ist damit unglücklich. Ferner kannst du davon ausgehen, dass jeder ernstzunehmende Versuch, eine Alternative aufzubauen, vereitelt werden wird. Dabei sind die betroffenen Anbieter selbst übrigens nichtmal die einzigen Interessenten! Und ihr habt da überhaupt keinen Mechanismus gegen... Ich frage mich immer, wie glaubwürdig FOSS-Blogs sind, die vollgepflastert sind mit Datenkraken-Share-Buttons... Aber der überwiegende Anteil der Leserschaft hat da scheinbar keinen Stress mit. Das passt für mich einfach grundsätzlich nicht zusammen.

            ... ich wollte nur darauf eingehen, dass du dich fragst, warum der Zulauf derzeit eher mäßig ist ... und dass die Bugs nicht behoben werden, ist imho eher Teil des Symptoms, und nicht Teil der Ursache. Wobei es mich gerade bei Dickschiffen wie Gnome dennoch verwundert, die ja auch Kundschaft bedienen...

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              Von Pfister2 am Di, 19. November 2019 um 23:17 #

              Ich bin ja bei den Tochscreens längst nicht der einzige, der das meldete, das Thema ist seit 2 Jahren offen, einer hat gar ein Video gemacht; erst damit konnte ich feststellen, dass ich nicht alleine bin. Nur zeigt eben die Reaktion (nicht nur bei mir), da will wohl jemand nicht...

              Anderes Beispiel: Scratch3 ist für Jugendliche sehr einfach, um etwas zu "programmieren", das schick aussieht. Dumm nur, dass es nur Versionen zum Download für Mac und Windows gibt. Linux-User müssten sich anmelden bzw. können nur Online "scratchen".

              Ich wollte das nicht, und hab zusammen mit einigen Anleitungen Scratch3 auf meinen Desktop gepeppt. Dann hab ich es der Scratch-Foundation gemeldet, null Reaktion auch ein halbes Jahr später, noch. Auch hier habe ich den Eindruck, da will jemand nicht...

              Doch schau mal nach, wer das finanziert:

              https://www.scratchfoundation.org/supporters

              Aha, dann haben wir ihn wieder, den Chief Officer in Search Überwacher... (Spende von Google über 1 Mio). Immer schön alle von klein auf "erziehen", dass ein jedes Kind noch bevor es lesen kann, immer on ist. Wie Du siehst, ich sehe beide Seiten.

              Trotzdem müssten wir Linux so hinkriegen, dass derart "triviale" Dinge wie Tochscreens 2019 einfach laufen. Ich wäre im übrigen (das steht auch beim entsprechenden Bug-Eintrag) durchaus bereit, ein (nach meinen Kräften) machbares Engagement springen zu lassen. Es fehlt mir allerdings die Fertigkeit und Zeit, GTK und Gnome in allen Facetten jetzt selber zu fixen.

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                Von Josef Hahn am Mi, 20. November 2019 um 09:52 #

                > Trotzdem müssten wir Linux so hinkriegen, dass derart "triviale" Dinge wie Tochscreens 2019 einfach laufen.

                Sehr gern. Ich habe nur das bittere Gefühl, dass der Linux Desktop in Zukunft den gleichen Abfall an Relevanz erleben wird, wie das Web.

                Und am Ende ist alle IT, die der Konsument in die Hand bekommt, eine Haufen Android Apps, voll mit Wanzen (Neusprech: Telemetrie; nuuur im Interesse des Kunden natürlich), die immer nur dumme Frontends zu irgendwelchen Clouddiensten der immer gleichen vier Anbieter sind.

                Dass meine Sicht auf die Dinge derzeit überdurchschnittlich 'düster' ist, weiß ich. Aber ich habe noch nicht kapiert, wie man das positiver sehen kann, ohne dass es in unsachliche Relativirerei und Schönrederei abdriftet.

                > Aha, dann haben wir ihn wieder, den Chief Officer in Search Überwacher... (Spende von Google über 1 Mio). Immer schön alle von klein auf "erziehen", dass ein jedes Kind noch bevor es lesen kann, immer on ist.

                Die ersten Opfer dieser Aktionen sind inzwischen selbst Eltern und Lehrer, und sorgen somit für die nächste Eskalationsstufe. Unsere Gesellschaft deutet nirgendwo auch nur mal sichtbar an, dass ihr sowas unrecht ist.

                > Anderes Beispiel: Scratch3 ist für Jugendliche sehr einfach, um etwas zu "programmieren", das schick aussieht. Dumm nur, dass es nur Versionen zum Download für Mac und Windows gibt. Linux-User müssten sich anmelden bzw. können nur Online "scratchen". Ich wollte das nicht, und hab zusammen mit einigen Anleitungen Scratch3 auf meinen Desktop gepeppt.

                Ich bewundere diese konstruktive Haltung. Wenn ich irgendwas interessant finde, und dann sehe ich schon, dass es nur für Mac und Windows ist, dann wandert der Mauscursor postwendend in Richtung Close-Button vom Browsertab. Das steuere ich garnicht bewusst. Das läuft alles über's vegetative Nervensystem. Andere Anlässe können Popups sein, die mich direkt ankumpeln, ich solle doch lieber die App nehmen... Aber gut, ich schweife ab.... :)

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                  Von Pfister am Mi, 20. November 2019 um 11:46 #

                  >Ich bewundere diese konstruktive Haltung. Wenn ich irgendwas interessant finde, und dann sehe ich schon, dass es nur für Mac und Windows ist, dann wandert der Mauscursor postwendend in Richtung Close-Button vom Browsertab. Das steuere ich garnicht bewusst. Das läuft alles über's vegetative Nervensystem. Andere Anlässe können Popups sein, die mich direkt ankumpeln, ich solle doch lieber die App nehmen... Aber gut, ich schweife ab.... :)

                  Keine Ursache, ich schweife jetzt auch noch etwas ab. Ursprünglich realisierte ich AVMultimedia ja als Familen-Desktop. Zur gleichen Zeit gab es in der Schule der älteren Tochter ein App-"Briefing", siehe https://zischtig.ch/

                  Die kanmen dann in der Schule vorbei und erzählten, Internet sei "gefährlich", gleichzeitig verteilten sie aber Flyer mit Apps, die mich eher an einen Kaufrausch-Wunschzettel zu Weihnachten erinnern als an einen sinnvollen Umgang mit dem Web. Als ich dann AVMultimedia hatte, versuchte ich dort vorstellig zu werden, weil AVMultimedia müsste sich doch als Familen-PC eignen. Sorry, aber ich werde bis heute abgespiesen, Linux ist zu kompliziert, bla bla bla.

                  Und wenn wir schon bei Schule und Netz sind. In der Schweiz gibt es den lernstick.ch. Ursprünglich war das keine schlechte Sache, bei mitterweile ca. 9 GB für die ISO erscheint mir das aber ziemlich überladen. Nebenbemerkung: Scratch3 haben sie natürlich nur im Online-Angebot (sprich Registrierung). Lernstick.ch wird von einem Mitarbeiter der Uni Bern betreut.

                  Das gleiche Institut veranstaltet jedes Jahr im Herbst eine Veranstaltung für "digitale Nachhaltigkeit". Seit zwei Jahren versuche ich dort einen Slot für einen Vortrag zu erhalten, no chance. Soweit so gut. Also dachte ich, vielleicht klappte es ja mit einem Sponsoring. Gold-Sponsiring gab es dieses Jahr für ca. 4000 Euro.

                  Das erfreue natürlich sehr, wenn ich Gold-Sponsor werden wollte. Nur leider hätten sie schon jemanden, beschied man mir. Ich könne jedoch Co-Gold-Sponsor werden, einfach das Video-Interview, das könne nicht zweimal gemacht werden. "Vortrag" hätte ich für die entsprechende Kohle gekriegt.

                  Nun gut, ich hätte mich also mit Co-Gold-Sponsoring zufriedengegeben, wollte aber dann aber doch wissen, wer der andere Co-Gold-Sponsor wäre (das Jahr zuvor war es Google ?!?). Dummerweise hatte der mystische Super-Gold-Sponsor aber noch gar nicht unterzeichnet. Nun wollte ich auch nicht mehr. Der mystische Super-Gold-Sponsor hat letztlich überhaupt nicht unterschrieben...

                  An der gleichen Konferenz werden Nachhaltigkeit-Awards verliehen. Für Newcomer und Education hab ich mich mit AVMultimedia angemeldet, eine Bewertung bzw. ein Feedback gab es nicht. Gewonnen bei Newcomer hat ein Projekt, bei dem ein Jurymitglied bei der Firma arbeitet, welche gewinnt: https://caluma.io

                  Das alles sind (zugegebenermassen) "ausschweifende" Beispiele, warum es meiner Meinung nach mit Linux und Open Source, gerade auf dem Desktop, nicht so richtig klappt. Und ja, hätte ich gewusst, in welches "Minenfeld" ich mich mit AVMultimedia begebe, vielleicht hätte ich es nicht gemächt... So, das wollte ich jetzt einfach mal loswerden.

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                    Von Josef Hahn am Mi, 20. November 2019 um 20:26 #

                    Tjaaaa.... Traurig traurig... Ich kann da mit dir fühlen. Aber du siehst ja: Gegen den Lauf der Dinge anzuarbeiten hilft am Ende nicht. Vielleicht wird den Leuten in der Masse nochmal klar, was da passiert. Sehe ich derzeit aber eher nicht. Was ich sehe, sind immer mehr Alexas überall. Wenn es ihnen nicht klar wird, werden die Nischenlösungen von heute nach und nach völlig verschwinden, und es geht alles durch die Datacenter einer der fünf Großklubs. Was in Zukunft immer weitreichendere Implikationen hat, so wie wir immer mehr Dinge "digitalisieren" (-> an den Gebrauch von Android- und Apple-Apps koppeln).

                    > Das alles sind (zugegebenermassen) "ausschweifende" Beispiele, warum es meiner Meinung nach mit Linux und Open Source, gerade auf dem Desktop, nicht so richtig klappt.

                    Klar; aber es scheitert am Willen. Ein vordergründiger Bug bei Menübuttons ist halt Symptom und nicht Ursache. Was die Ursachen sind, hast du ja mit deiner Abhandlung recht anfassbar illustriert...

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                      Von Pfister2 am Mi, 20. November 2019 um 22:26 #

                      Wollte dem jetzt nur noch hinufügen, dass ich (und die, welche AVMultimedia nutzen) trotzdem viel Spass habe(n). Hätte ja nie gedacht, dass es nur schon geht, in 10 Sekunden einen multimedialen Linux-Dekstop (immerhin ca. 6.5 GByte an Software) einzurichten. Einspielen neues Release dauert auch nicht länger. Sowas können die "Datenkraken" ja nun nicht. Auch wenn sie aktuell (fast) niemand kennt, es gibt sie, DIE Alternative.

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                        Von Josef Hahn am Do, 21. November 2019 um 10:27 #

                        Dass sowas technisch Spaß macht, glaube ich dir. Dass du dabei zum großen Menschenfreund geworden bist, würde ich dir aber nicht abkaufen... :-P Es klingt ja schon sehr nach einem Kampf gegen eine Horde Vollidioten (und zwar ja eigentlich als Sanitäter und nicht als Feind). Ich kann mir vorstellen, dass man da irgendwann genug gesehen hat...

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                          Von Pfister am Do, 21. November 2019 um 15:57 #

                          Natürlich würde es mich (noch mehr) freuen, wenn AVMultimedia (wie ich sagte) jene Beachtung erhielte, die es (meiner Ansicht nach) verdiente. Es geht dabei aber ganz bestimmt nicht um "Menschenfreund", es geht auch nicht um "Kampf" und "Vollidioten".

                          Ich finde, wir beide haben jetzt genug diskutiert. Probier doch AVMultimedia ganz einfach mal aus, oder nimm ein anderes Projekt und trage etwas dazu bei, dass sich was ändert. Niemand muss dabei zum grossen Menschenfreund werden -- aber (Dein) Pessimismus bringt uns jetzt auch nicht weiter.

                          Ja, ich find (m)einen Desktop cool, that's it. Und ich habe noch lange nicht genug, dieses Teil noch besser zu machen, ich habe also noch längst nicht genug gesehen. Und wenn das für Dich nicht vorstellbar ist, geht es ok. So, von meiner Seite ist jetzt Punkt und Ende.

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                            Von Josef Hahn am Do, 21. November 2019 um 16:42 #

                            > Ich finde, wir beide haben jetzt genug diskutiert.

                            Ach klar, niemand ist gezwungen. Die Diskussion hört automatisch auf, sobald niemand mehr antwortet.

                            > trage etwas dazu bei, dass sich was ändert.

                            Nee... Ich schaue mir das Spielchen aus der Betrachterposition an. Das ist weitaus ärgerlich genug. Da noch Energie reinbuttern!? Ich bin doch nicht nur bescheuert....

                            > (Dein) Pessimismus bringt uns jetzt auch nicht weiter.

                            Höchstens indirekt, wenn mal genug Leute den Knall hören und wieder klarkommen. Solange es wirklich nur "Mein" Pessimismus ist, ist das in der Tat nicht mehr und nicht weniger nützlich, als die Schönrederei und Zurechtrelativirerei.

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Von Falk am Di, 19. November 2019 um 21:50 #

Eure AVMultimedia-Distribution scheint ja wirklich recht interessant zu sein. Zusammen mit eurer Empfehlung Intel Compute Stick.

Ich werde mir genau das vorgeschlagene System in ein paar Wochen mal ansehen (nicht jetzt sofort).

Zu Archivistabox: Theoretisch werde ich mir in Zukunft noch ein DMS installieren. Ich habe eine Ein-Mann-Firma.

Scannen und konvertieren nach PDF kann ich schon selbst. Die Ergebnisse sind recht klein. 300 dpi Farbe A4 meist auf ca. 500kB, sw auf 200kB. Da ist allerdings nicht vollautomatisch und ohne OCR.

Was mir vorschwebt, ist ein System mit Verschlagwortung (das kann ArchivistaBox sicherlich), natürlich wäre Volltextsuche schön (wenn ich OCR implementieren würde, hätte ich das durch irgendwas mit Lucene wie ArchivistaBox auch sofort) allerdings auch verteilt (ich bin nicht immer am selben Ort) mit Selbstsynchronisation. Lauffähig als Container.

Mal sehen, ob euer System dabei eine Rolle spielen wird.

Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert. Zuletzt am 19. Nov 2019 um 21:51.
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    Von Pfister2 am Di, 19. November 2019 um 22:48 #

    > Eure AVMultimedia-Distribution scheint ja wirklich recht interessant zu sein. Zusammen mit eurer Empfehlung Intel Compute Stick.

    Falls FullHD (bildschirmmässig reicht), kannst Du den "billigen" nehmen, ansonsten bei 4K müsstest Du den teureren nehmen. Beide können 4K abspielen, nur der günstige kann 4K nicht flüssig darstellen.

    Und falls Du Dir ein paar Wochen Zeit lässt, schau einfach immer wal wieder nach, ich hoffte noch immer, dass endlich auch was mit Ryzen kommen würde.

    >Was mir vorschwebt, ist ein System mit Verschlagwortung (das kann ArchivistaBox sicherlich), natürlich wäre Volltextsuche schön (wenn ich OCR implementieren würde, hätte ich das durch irgendwas mit Lucene wie ArchivistaBox auch sofort) allerdings auch verteilt (ich bin nicht immer am selben Ort) mit Selbstsynchronisation. Lauffähig als Container.

    Das kann die ArchivistaBox soweit sehr gut (insb. wird das gesamte Material automatisch zur OCR gereicht (auf Wunsch mit automatischer Erstellung durchsuchbare PDF-Dateien). Container (im Gegensatz zur Virtualisierung) hingegen unterstützen wir nicht, die ArchivistaBox kommt als Komplett-Linux daher, das geht mit Containern so nicht. Dafür wird die ArchivistaBox automatisch (à la AVMultimedia) aufgesetzt.

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