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Mi, 27. November 2019, 13:24

Software::Distributionen::BSD::FreeBSD

FreeBSD: Statusbericht von Juli bis September 2019

Das FreeBSD-Projekt hat den Statusbericht für das dritte Quartal 2019 vorgelegt. Der Bericht gibt einen guten Überblick über die vielfältigen Aktivitäten im Projekt und die geplanten kommenden Versionen.

Anton K. Gural/freebsd.org

Der Bericht für das Quartal Juli bis September 2019 ist laut den Autoren recht umfangreich und schließt auch den Oktober mit ein. Dies lag an der besseren Organisation, doch halten die Autoren weitere Verbesserungen für möglich. Der Einsendeschluss soll dazu auf das Ende des jeweiligen Quartals vorverlegt werden, so dass der Bericht bereits zwei Wochen nach Quartalsende erscheinen kann. Der nächste Bericht dürfte daher kürzer ausfallen, da er nur den November und Dezember enthalten soll.

Das Core Team hat auf einer vorläufigen Basis die BSD+Patent-Lizenz zur Verwendung in einzelnen Fällen zugelassen. Jede Komponente, die diese Lizenz verwendet, muss allerdings separat genehmigt werden. Die BSD+Patent-Lizenz erweitert die freie Zweiklausel-BSD-Lizenz um eine Lizenz zur Verwendung aller Patente, die von den Urhebern der Software gehalten werden und diese Software tangieren.

Die FreeBSD Foundation unterstützte wie immer die Entwicklung wichtiger Projekte, rund ein Fünftel der Änderungen am Basissystem wurde von bezahlten Entwicklern geleistet. Das Projekt war auf etlichen Konferenzen zugegen. Zudem wurde ein Online-Shop für FreeBSD-Fanartikel eröffnet.

Das Grafik-Team nahm eine Reorganisation des Ports-Systems vor, die alle X11-Anwendungen betraf und die umfangreichste Arbeit des Teams in diesem Quartal war. Die Freigabe von FreeBSD 11.3 erfolgte Anfang Juli. Danach wurde der Veröffentlichungsprozess von FreeBSD 12.1 begonnen, der zur Freigabe von FreeBSD 12.1 am 4. November, also eigentlich nach dem Berichtszeitraum, führte. Der Termin wurde genau wie vorgesehen eingehalten. Die Entwicklungsarbeiten fanden hauptsächlich an der kommenden Version 13 von FreeBSD statt.

Die Laptop-Unterstützung von FreeBSD soll verbessert werden. Zu diesem Zweck werden nach und nach einige Testgeräte angeschafft. Die Ports-Sammlung wuchs weiter auf fast 38.000 Programmpakete. Die 169 mehr oder weniger aktiven Mitarbeiter an den Ports aktualisierten und verbesserten unter anderem Java, KDE und Xfce.

Zahlreiche Projekte waren im letzten Quartal aktiv. Das Werkzeug makefs zur Erstellung von Dateisystemen wurde um FAT erweitert. Das Projekt, Dateisysteme im Userspace (FUSE) zu aktualisieren und auf den Stand von Linux zu bringen, wurde erfolgreich abgeschlossen. Sechs Projekte wurden im Rahmen des Google Summer of Code erfolgreich durchgeführt. Die Implementation von NFSv4.2 ist so gut wie abgeschlossen und sucht Tester. Der SoC Rockchip RK3399 erhielt eMMC-Unterstützung. Syzkaller, ein Fuzzing-Werkzeug, fand weitere Fehler im FreeBSD-Kernel. Die Arbeiten an der Korrektur und einer erweiterten Testabdeckung gehen kontinuierlich voran. Die Software zur Nutzung von TPM2-Chips wurde in die Ports aufgenommen.

Auch im Kernel gab es eine Reihe von Änderungen, darunter die Verlegung des Stacks einer Anwendung an eine zufällige Adresse als Maßnahme gegen bestimmte Angriffe. Eine Portierung auf den 64 Bit ARM-Chip BCM5871X von Broadcom kam voran, ist aber noch nicht im offiziellen Kernel. Gleiches gilt für die Portierung auf den NXP LS1046A. Ferner wird bereits an einer Portierung auf die jüngst angekündigte ARM Morello-Architektur gearbeitet, die erst 2021 verfügbar sein wird. FreeBSD auf Power-Architekturen ist bereits seit über einem Jahr produktionsreif und macht weiterhin Fortschritte.

Erstmals in einem Statusbericht vorgestellt wurde ClonOS, eine FreeBSD-Distribution für die Virtualisierung, die CBSD und eine webbasierte Oberfläche zur Verwaltung von virtuellen Maschinen und Containern enthält. Die Projekte in und um FreeBSD wurden zum Teil von der FreeBSD Foundation oder interessierten Firmen finanziert.

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