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Thema: Bruce Perens verlässt OSI

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Kommentare von Lesern spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wider.
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Von wurzel am Di, 7. Januar 2020 um 12:16 #

Linux und Opensource ist nun mal der Basar und hochgradig fragmentiert.
Man mag die OSI-Entscheidung für falsch oder richtig halten aber deswegen die Klamotten hinzuschmeißen halte ich für kindisch.

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    Von mw am Di, 7. Januar 2020 um 13:45 #

    Hier geht es um Partikularinteressen, die sich immer mehr breit machen und die Fragmentierung vorantreiben. Wer eherenamtlich arbeitet, möchte dabei auch eine gewisse Effizienz erzielen. Ich kann nachvollziehen, daß er hinschmeißt, weil er in seiner kostbaren Zeit sicher woanders mehr sinnvolles bewegen kann, anstatt sich ständig mit den Gegenern streiten zu müssen.

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    Von klopskind am Di, 7. Januar 2020 um 15:44 #

    Wieso kindisch? Möglich ist es, aber das sollte man gut begründen können.

    Ich denke, dass ein Herr Bruce Perens ziemlich gut weiß, was er tut. Er hat eine Agenda und kämpft dafür. Und wie Sie bereits erwähnten, kann man zu dieser stehen, wie einem lieb ist. Offensichtlich befürwortet Bruce Perens seine eigene Agenda.

    Es ist anzunehmen, dass der werte Herr in einer Lage war/ist, in der er nicht von der selbst mitgegründeten OSI abhängig wäre. Und möglicherweise, war es im Sinne seiner Agenda der klügste oder wirksamste Schritt, eine medienwirksame Öffentlichkeitsarbeit zu leisten. Und weil Medien inzwischen ja fast nur noch über Klicks durch Gewalt, Mord, Katastrophen, Skandale, Affären, Aufschrei, Empörung, Sex etc. funktionieren, hat er sich konsequenterweise dazu entschlossen, das OSI zu verlassen.

    Der referenzierte Artikel gibt noch ein wenig mehr her als der Artikel:

    Perens said, "It's [*] a good goal but it means you now need to have a lawyer to understand the license and to respond to your users."

    Perens said he resigned because the OSI appears to have already decided to accept the license. He said he's headed in a different direction, which he called "coherent open source."

    "We've gone the wrong way with licensing," he said, citing the proliferation of software licenses. He believes just three are necessary, AGPLv3, the LGPLv3, and Apache v2.

    [*] - Anmerkung: Gemeint ist die durch die CAL-1.0 vorgeschriebene Umsetzung der Einhaltung des Konzepts des Rechts auf informationelle Selbstbestimmung.

    Laut dem letzten Absatz des Zitats, dürfte ihn nichts mehr am OSI halten. Denn das OSI verdient ja mit der Zertifizierung und Beratung Geld bzw. Einfluss - und mehr zertifizierte Lizenzen heißt mehr Geld/Einfluss und mehr Beratung, also noch mehr Geld/Einfluss. Das OSI ist also indirekt am stetigen Wachstum der Liste zertifizierter Listen interessiert, was Bruce Perens Ansichten und Ideen offenbar widerspricht.
    Außerdem, wer würde denn schon gerne Teil einer gemeinnützigen Organisation angehören, die man selbst mitgegründet hatte, und von welcher man überzeugt ist, dass diese inzwischen scheindemokratisch, voreingenommen und bestechlich/korrupt zu agieren scheint? Soll er abwarten, bis das durch Dritte aufgedeckt wird? Das hängt einem ewig wie Scheiße am Schuh.

    Statt es als kindisch zu deklarieren, würde ich hier eher sagen: Leben und leben lassen! Der werte Herr Bruce Perens ist auch nur ein Mensch. Noch dazu offenbar einer mit ehrenwerten moralischen Ansichten und Idealen, und seine Reaktion genügt der Gesichtswahrung und Integrität seiner Person.

    • 1
      Von jueshire am Di, 7. Januar 2020 um 18:16 #

      "Denn das OSI verdient ja mit der Zertifizierung und Beratung Geld bzw. Einfluss - und mehr zertifizierte Lizenzen heißt mehr Geld/Einfluss und mehr Beratung, also noch mehr Geld/Einfluss. Das OSI ist also indirekt am stetigen Wachstum der Liste zertifizierter Listen interessiert, was Bruce Perens Ansichten und Ideen offenbar widerspricht."

      Das ist vollkommen richtig - und war die Intention von Perens selbst, als er das OSI mitbegründete. Ich erinnere an die damaligen flame wars hinsichtlich der Einführung von "Open Source" als Konkurrenz-Begriff zu "Freier Software".

      Somit kann zumindest festgestellt werden, dass Bruce Perens nun jenen Geistern zu Opfer fiel, die er seinerzeit selbst rief. Das ist für die zukünftige Entwicklung freier Software insofern relevant, weil es klar macht, dass eine Kooperation zwischen freier Software und Unternehmen, die mit proprietären Mitteln Gewinne machen wollen, immer zuungunsten freier Software ausgeht. Nicht einmal die Reputation eines Bruce Perens kann sich gegen die Bereicherungsabsicht durchsetzen.

      In diesem Sinne: immer hübsch sauber bleiben (auf der Festplatte und im realen Leben). :)

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    Von pointer am Mi, 8. Januar 2020 um 14:01 #

    Man mag die OSI-Entscheidung für falsch oder richtig halten aber deswegen die Klamotten hinzuschmeißen halte ich für kindisch.

    Im Gegenteil, das ist ein sehr reifes Verhalten. Ich finde, Perens gebührt Respekt! Er zeigt mit seiner Entscheidung dort die Grenzen auf, wo es nötig ist. Und das ist richtig und mutig.

    [...]sehen das einige Aktivisten wie Bruce Perens anders. Für sie ist der Zwang, einen Datenexport in die Software einbauen zu müssen, nicht mit der Definition von Software-Freiheit vereinbar, auch wenn das Ziel durchaus ehrenwert ist.

    Auch ich würde einen *Zwang* hier kategorisch ablehnen. Es spricht für mich klar gegen die OSI, dass sie sich nicht sofort und entschieden der Meinung von Perens anschließt. Dass über so etwas überhaupt diskutiert wird...

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