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Thema: Torvalds: Benutzt kein ZFS!

147 Kommentar(e) || Alle anzeigen ||  RSS || Kommentieren
Kommentare von Lesern spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wider.
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Von Andre am Fr, 10. Januar 2020 um 12:29 #

... wenn man sich die Lizenzsituation von JAVA v8 ansieht ...

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Von kamome umidori am Fr, 10. Januar 2020 um 12:40 #

> Warum sollte man es überhaupt benutzen wollen?

Da es keine vollwertige Alternative gibt?! Man sollte sich vielleicht an der eigenen Nase fassen und das fortgesetzte Debakel bei der Entwicklung von BtrFS anschauen – ich verwende es, aber dass RAID 5/6 bis heute nicht empfehlbar sind, ist doch ein Armutszeugnis!

https://btrfs.wiki.kernel.org/index.php/RAID56
https://btrfs.wiki.kernel.org/index.php/Status

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Von kraileth am Fr, 10. Januar 2020 um 13:20 #

Früher habe ich Herrn Torvalds als unangepaßten Freigeist wertgeschätzt, der technisch argumentierte und an anderen Dingen wenig bis gar nicht interessiert war. Seine Ausdrucksweise war bisweilen mehr als fragwürdig, aber das sieht man solchen Persönlichkeiten nunmal nach.

Was er sich hier aber geleistet hat, fällt aus meiner Sicht nicht mehr unter „knapp daneben“, sondern ziemlich weit ab vom Schuß. Wenn er Benchmarks bemüht, zeigt er, daß er nicht verstanden hat, welches Problem ZFS eigentlich löst. Ja, es ist nicht so schnell wie von mir aus XFS und wenn er gesagt hätte „Hey Leute, benutzt kein ZFS, wenn ihr extrem schnell Daten schreiben wollt, die euch nicht wichtig sind“, dann könnte ich ihm auch zustimmen.

Linux hat aber, was Dateisysteme angeht, ohnehin nie die beste Figur gemacht. Daß ein Spielzeug (das war der Kernel ja mal) ein Dateisystem schafft, das einem Beispielbetriebssystem (Ext ist vom Minix-Dateisystem... stark inspiriert), kann man ihm nicht vorwerfen. Ext2 war natürlich eine Verbesserung, aber schon zu seiner Zeit nichts, was sich mit anderen und teilweise sogar älteren Dateisystemen wie UFS/FFS messen konnte. Mit Ext3 und 4 hat man dann das Dateisystem wieder aufgebohrt, wenn der Schuh drückte. ZFS macht es anders und hat bereits beim Entwurf versucht, die Grenzen so zu stecken, daß wir sie in unserer Lebensspanne aller Voraussicht nach nicht mehr trefffen.

Mit ReiserFS hat das Linux-Umfeld einen mutigen Versuch hervorgebracht, den man anerkennen muß. Daß die zu frühe Adaption v.a. durch SuSE und die Taten des Schöpfers dem Dateisystem die weitere Verbreitung verbaut haben, kann man diesem zumindest nicht anlasten.

Daß ZFS „nicht mehr richtig gewartet werde” ist ja aber nun der Brüller schlechthin. Da hat der gute Herr Torvalds, wie mir scheint, nur mitbekommen, daß die Solaris-Weiterentwicklung bei Oracle mit „stiefmütterlich“ noch recht wohlwollend umschrieben ist. Es gibt aber OpenZFS, das nicht irgend ein halbgarer Versuch ist, verrottenden Code am Kompilieren zu halten. Mit Matt Ahrens ist einer der Väter von ZFS mit an Bord, Firmen wie Delphix, Datto aber auch z.B. Intel sind an der Weiterentwicklung von ZFS beteiligt. Es gibt regelmäßige (öffentliche) Videokonferenzen der Projektführung, neue Features werden geplant, umgesetzt und getestet. Und gerade kürzlich erst ist das Kunststück gelungen, ein vereintes Repo OpenZFS zu schaffen, das sowohl für Linux als auch für FreeBSD ist (und macOS, illumos, NetBSD und andere werden sich nach und nach anschließen). Die gleichberechtigte Koordination über Betriebssystemgrenzen hinweg ist eine Sternstunde von Open Source, das sei einmal gesagt!

Aber das alles mag an einem Kerneltitanen natürlich vorbeigehen. Wahrscheinlich geht Herr Torvalds davon aus, daß die Vorabpartitionierung von Datenträgern gottgegeben ist und schulterzuckend genauso hingenommen werden muß, wie andere Unzulänglichkeiten. Und wahrscheinlich fragt er sich auch, warum zum Geier so viele Leute so viel Aufhebens um ZFS machen - denn es ist doch nur ein (nicht einmal extrem performantes) Dateisystem!

Lieber Linus, mit der Frage, warum man es überhaupt benutzen wollen sollte, hast Du Dir keinen Gefallen getan... Einfach mal Anschauen hätte genügt, denn die Vorteile liegen so offensichtlich auf der Hand, daß einen die sehr naive Frage in diesem Fall wirklich unangenehm berührt.

Und überhaupt: Nicht ZFS steht hier abseits; hier stellt sich Linux abseits. Solche Entscheidungen aus einer Vormachtstellung heraus sind es aber, welche Alternativen die Möglichkeit geben, Boden gut zu machen. ZFS zu nutzen würde ich in fast jedem denkbaren Szenario deutlich empfehlen. Es mit Linux zu tun, wenn man es produktiv nutzen möchte, allerdings weniger.

Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert. Zuletzt am 10. Jan 2020 um 13:52.
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Von Potz Blitz am Fr, 10. Januar 2020 um 13:35 #

... den man aus der GNU/Open-Source Gemeinde herausekelt. Ich habe den Eindruck, Entwickler mit Ecken und Kanten sind dort immer weniger erwünscht.

Ich finde das bedauerlich. Es waren diese Entwickler die GNU/Linux groß gemacht haben. Imho haben sich Leute, wie z.B. Richard Stallman, bleibende Verdienste erworben -- Verdienste die auch nach einem persönlichen Fehlverhalten berücksichtigt werden sollten.

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Von Luca Lindhorst am Fr, 10. Januar 2020 um 14:52 #

Mir wäre eine Alternative unter Linux ja sehr willkommen, leider gibt es da aktuell nichts brauchbares BTRFS hatte immer wieder Mal Stabilitätsprobleme, sowie den doch Recht problematischen Bug in der Raid 5/6 Implementation.

Das einzige andere FS mit ähnlich vielen Features (insbesondere Snapshots) wäre Bcachefs das ist aber weder fertig noch intensiv getestet, auch ist es bisher nicht wirklich abzusehen wann es im Kernel landet.

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Von ano am Fr, 10. Januar 2020 um 16:43 #

Vielfache wurde in den Kommentaren geschrieben, es gäbe keine gute Alternative zu ZFS unter Linux.

Das ist so, wird erfreulicherweise jedoch nicht so bleiben, denn mit bcachefs befindet sich eine vielversprechende Lösung in weit fortgeschrittener Entwicklung, die unter anderem mit dem Ziel geschrieben wird nicht die Fehler von Btrfs zu wiederholen.

Ein Artikel dazu auf Pro-Linux wäre auf alle Fälle gut um die Gemüter zu beruhigen, die meinen ohne ZFS im Linux-Kernel wäre Linux zwangsweise rückständig in Sachen Dateisysteme.

An der Aufnahme in den Linus-Linux-Kernel wird gearbeitet, und zu erwarten ist er innerhalb eines Jahres, wenn alles nach Plan läuft.

Hier ein paar Links zur Erhellung:
https://bcachefs.org
https://www.patreon.com/bcachefs
https://github.com/koverstreet/bcachefs

  • Re: bcachefs von ano 10. Jan 2020 16:51
       
  • Re: bcachefs von Patrick M. Hausen 10. Jan 2020 16:58
       
  • 2
    Von ano am Fr, 10. Januar 2020 um 17:10 #

    Meine Meinung zur ZFS-Linux-Kontroverse:

    Linus hat Recht, da rechtlich keine Sicherheit besteht kann ZFS nicht aufgenommen werden, inwiefern ZFS gut ist spielt dabei keine Rolle. Insofern hätte er sich den Kommentar über den Nutzen von ZFS sparen können. Ich denke der Nutzen zeigt sich bereits an den vielen Fans, die das FS gesammelt hat. Dass er grundsätzlich bereit ist Dateisysteme in der Art von ZFS aufzunehmen sieht man an Btrfs und bezüglich bcachefs darf man nach ersten Austäuschen auf der Kernel-Mailingliste vom Selbigen ausgehen.

    Oracle hat die Lizenz von ZFS ja möglicherweise genau deshalb gewählt um sie einer Aufnahme direkt in Linux vorzuenthalten, da kann man ihn verstehen wenn er von der Diskussion über eine Aufnahme angenervt ist, und den technischen Wert des Dateisystems herunterspielt. Nicht jeder braucht die Funktionalitäten von ZFS, bisher war das bei mir auch nicht der Fall.

  • Re: bcachefs von Ghul 10. Jan 2020 20:56
       
  • Re: bcachefs von FSler 12. Jan 2020 13:17
       
  • Re: bcachefs, nein XFS/ Stratos von brum 13. Jan 2020 11:02
       
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Von Ghul am Fr, 10. Januar 2020 um 20:35 #

So viel zu:

»Warum sollte man es überhaupt benutzen wollen?«

Die Linux Entwickler könnten aber mal dafür sorgen, dass btrfs mal reif wird für mehr als nur einfache Mirrors.
RAID 5 und 6 wären mal nicht schlecht, wenn das endlich Einsatzreife für den produktiven Betrieb erreichen würde.
Siehe: btrfs RAID5/6 Status


Ansonsten kann ich seine Argumentation verstehen. Ich nutze ZFS ohnehin nur in FreeNAS.

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Von ratio am Sa, 11. Januar 2020 um 00:01 #

Sehr geil, wenn so'ne aufgeblasenen Fuzzis, die meinen, dass alles, was neuer ist, auch besser wäre, mal auf die Nuss kriegen, und dann noch von jemand, der deutlich kompetenter ist.

Einstige Wutanfälle hin oder her - es geht doch nichts über den klaren Verstand eines Skandinaviers. :-)

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Von Ach je ... am So, 12. Januar 2020 um 11:32 #

Niedlich, wie sich bei bestimmten Reizworten auch hier die FreeBSD und Solaris-Trolle zu Wort melden und ihr Linux-Bashing betreiben. Und mit angeblichen Performance-Vorteilen prahlen. Den Nachweis können sie allerdings kaum führen, denn in ihren exotischen Nischen ist nicht viel los. Serverfarmen für SAP-Systeme z. B. wo tagtäglich Terabytes an Daten verarbeitet werden, haben die noch nie von weitem gesehen ... 8)

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Von fragdochmal am Mo, 13. Januar 2020 um 08:36 #

Gab es nicht einmal einen Fork namens OpenZFS? Wie steht es denn damit?

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Von blubbermal am Di, 14. Januar 2020 um 07:59 #

Wer ZFS will, kann er sich dann einen gepatchten Kernel von Oracle ins Repo einbinden?

Mal ehrlich, die auf Enterprise-System häufigst anzutreffende Datenbank ist eh' die von Oracle ...

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Von Janko Weber am Di, 14. Januar 2020 um 21:05 #

Bevor er meint der Welt mitteilen zu müssen was Benutzer nicht benutzen sollen sollte er liebermal verraten welchen Kernel der Desktop-Nutzer verwenden soll.
Seit mehr als 20 Jahren warten Desktop-Nutzer auf ein Alternativ-System für MS-Windows. Wer hat meiner Meinung nach wohl ganz entscheidenden Einfluß darauf gehabt daß es keine Alternative gibt? 9 von 10 Desktop-Nutzern in Deutschland sind nach dem Test von Linux-Systemen zu MS-Windows zurückgekehrt: weil immerwieder irgendetwas nicht venünftig funktioniert. Genau wie mit MS-Windows, oder sogar noch schlimmer, sorgen Updates (die man ja angeblich unbedingt machen sollte!) für mehr Probleme als sie nützlich wären. Auch Kernel-Updates werden ja immer empfohlen. Ich kann garantieren daß da auf älteren Rechnern Probleme auftauchen können die einem klar machen könnten daß man "auf solchen Blödsinn" vielleicht besser verzichten sollte. Gibt es von irgendeiner Kernel-Version bereits so etwas wie ein Final-Release? Oder ist am Ende doch alles nur Beta-ware wie bei MS-Windows? Und ist das vielleicht sogar gewollt? Ach ich wieder...


MfG Janko Weber

  • Re: Troll von Urmel 15. Jan 2020 00:05
       
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