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Thema: Torvalds: Benutzt kein ZFS!

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Kommentare von Lesern spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wider.
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Von kraileth am Fr, 10. Januar 2020 um 13:50 #

Das eine hat mit dem anderen aber nichts zu tun. Oracle steht auf meiner Sympathieliste auch weit abgeschlagen als letzte Firma deutlich hinter Microsoft & Co. und ich bin mir nicht sicher, ob es eine Schweinerei gäbe, die ich ihr nicht grundsätzlich zutrauen würde. Aber ZFS kommt nicht von Oracle, es ist ihnen durch den Kauf von SUN zugefallen.

Letztere aber hatten sich zuvor mit OpenSolaris dafür entschieden, radikal alles, was sie haben, offen auf den Tisch zu legen. Daraus ist OpenZFS entstanden, in dem sich seit Jahren die Weiterentwicklung abspielt. Das geschlossene Oracle-ZFS ist damit nicht kompatibel und interessiert im Grunde nahezu niemanden. OpenZFS aber wird durch die CDDL geschützt, Oracle kann da gar nicht querschießen, wie sie es mit Java tun konnten.

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    Von Tamaskan am Fr, 10. Januar 2020 um 13:56 #

    OpenJDK ist auch freie Software und steht unter der GPL, dennoch kam es zu dem Rechtsstreit mit Google. Warum sollte dies bei (Open)ZFS nicht auch so sein?

    • 1
      Von kraileth am Fr, 10. Januar 2020 um 14:22 #

      Berechtigte Frage! Der Fall „Google gegen Oracle“ ist schon ein spezielles Stück Rechtsgeschichte. Google hat meines Wissens sogar auf OpenJDK umgesattelt, da dieses von Oracle unter der GPL lizenziert wird und entsprechend benutzt werden darf. Was Oracle als Eigentümer von Java jederzeit tun kann, ist, eine neue Version herausbringen und diese nicht mehr unter der GPL zur Verfügung zu stellen. Die alten Versionen bleiben davon unberührt. Wenn es mit Java wäre, wie mit ZFS, dann hätte die Geschichte so ablaufen müssen, daß eine Entwicklergemeinschaft die letzte Open Source-Version nimmt und als einen Fork getrennt von allen Änderungen durch Oracle weiterentwickelt. Das wäre aber natürlich im Java-Umfeld Wahnsinn gewesen.

      • 0
        Von anonymous am Fr, 10. Januar 2020 um 17:17 #

        Das ist so nicht richtig. Du kannst nicht einfach so ein unter der GPL veröffentliches Softwareprojekt nehmen und eine neue Version unter einer anderen Lizenz veröffentlichen.

        Dafür benötigst du die Einverständniserklärung von allen Personen, die GPL-Code beigetragen haben.

        Das leidliche Thema gab es ja schon mit dem Linux-Kernel und der "or later"-Klausel der GPL 2.

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    Von klopskind am Fr, 10. Januar 2020 um 14:19 #

    Das eine hat mit dem anderen aber nichts zu tun.
    Java (ist einerseits Programmiersprache, andererseits Marke) ist tatsächlich ein anderes Thema. Einerseits, weil es nichts mit dem Kernel zu tun hat, und andererseits weil es gute Alternativimplementierung gibt.

    Aber man erkennt daran, wie Oracle mit Konkurrenz verfährt, die an Konzepte oder Ideen aus deren IP anknüpfen oder diese verwenden. Sie schlagen schnell den juristischen Pfad ein. Innerhalb der IT-Branche ist Oracles Rechtsabteilung äußerst berühmtberüchtigt, siehe auch den Streit zwischen Oracle und Google um gewisse Java APIs.
    Ich glaube darauf, wollte Andre mit obigem Kommentar hinaus.

    OpenZFS aber wird durch die CDDL geschützt, Oracle kann da gar nicht querschießen, wie sie es mit Java tun konnten.
    Doch, mit der unübersichtlichen Patentsituation von ZFS. Über die Situation hatte ich an anderer Stelle auf Pro-Linux (z.B. hier und da) bereits Kommentare verfasst.

    • 1
      Von kraileth am Fr, 10. Januar 2020 um 14:33 #

      Die Patentfrage ist in der Tat eine ganz andere. Da weiß ich auch absolut nicht tiefergehend Bescheid. Allerdings würde ich davon ausgehen, daß ehemalige Sunnies da mehr wissen. Und selbst diejenigen, die Oracle wohl die Pest an den Hals wünschen, haben sich nicht extrem zögerlich in Sachen OpenZFS verhalten. Vielleicht wird man irgendwann wissen, ob da wirklich etwas im Busch ist - oder einen Weg drumherum finden.

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      Von haha am Mo, 13. Januar 2020 um 19:10 #

      Daran ist nichts unübersichtlich. CDDL-Lizenze ist nun mal eine Lizenze.
      OracleZFS und OpenZFS gehen seit 2010 getrennte Wege und ein großer Teil des einstigen ZFS wurde bei OpenZFS schon geändert.

      Siehe Update Juni 2019:
      OpenZFS hat in den letzten Jahren eine rasante Entwicklung auf Illumos, FreeBSD und GNU / Linux erlebt: ZFS vs. OpenZFS

      • 0
        Von klopskind am Mi, 15. Januar 2020 um 09:49 #

        Daran ist nichts unübersichtlich. CDDL-Lizenze ist nun mal eine Lizenze.
        Wenn dem nicht so wäre, könnten Sie mir ja mal präzise darlegen, wie die Patentsituation um ZFS so bestellt ist. Die Details um den Streit mit NetApp um die WAFL-Patente (2007) wären bspw. äußerst interessant. Wie sah/sieht die außergerichtliche Einigung denn genau aus? Selbst ein Bryan Cantrill ist sich da nicht so sicher (siehe meine obigen Verweise). Heute beteuern NetApp und Oracle, die Streitigkeiten wären überwunden. Aber wer weiß, ob nicht doch noch jemand aus der Deckung hervorkommt?

        Und zur CDDL sind sich Beteiligte auch nicht ganz einig, siehe hier.
        Ja, die CDDL hat eine Patentklausel ähnlich der MPL. Allerdings ist entscheidend, wie diese bisher juristisch bewertet und ausgelegt wurde, und wie auf deren Grundlage geurteilt wurde oder Gerichtsverfahren endeten.
        Sie suggerieren, es gäbe an dieser Stelle einschlägige Informationen. Quelle?

        Die Patentklausel bedeutet auch, dass sich jeder Lizenznehmer dazu verpflichtet, keine Patentklagen gegen Oracle (bzw. damals Sun) einzureichen. Andernfalls erlischt die Lizenz. Das wäre durchaus fatal für den Lizenznehmer.
        Auf der anderen Seite ist die Aggressivität der juristischen Vorgehensweise Oracles branchenweit bekannt. Auf so eine Lizenz möchte sich kein Unternehmen gerne einlassen; zumindest birgt dies auch geschäftsschädigende bis -vernichtende Risiken.

        OracleZFS und OpenZFS gehen seit 2010 getrennte Wege und [...]
        Ja, und?

        [...] ein großer Teil des einstigen ZFS wurde bei OpenZFS schon geändert.
        Das bezweifle ich. Haben Sie belastbare Belege für diese Aussage? Und wieso reicht „ein großer Teil“ aus, um die Argumente gegen die Inklusion von ZFS in Linux vollständig zu entkräften? In den Streitigkeiten zwischen AT&T USL und BSDi (inkl. Verwaltungsmitglieder der Universität von Kalifornien) um die BSD-Quelltexte war jeder kleine überbleibende Schnipsel für den Verteilungs-/Vertriebsstopp hinreichend. Alles musste entfernt oder ersetzt werden, siehe hier.

        Siehe Update Juni 2019:
        OpenZFS hat in den letzten Jahren eine rasante Entwicklung auf Illumos, FreeBSD und GNU / Linux erlebt: ZFS vs. OpenZFS
        Ja, es gibt diese Unternehmen und Stimmen, die dort keine Probleme sehen (z.B. iX Systems und Canonical). Die Verbreitung der Quelltexte allein erachten einige als weitestgehend unproblematisch. Deswegen existiert ZFS in Ubuntu auch lediglich als dkms-Modul.

        Das heißt aber nicht, dass keine existieren können würden. Andere Unternehmen, bei denen auch etwas zu holen wäre, werten die Situation insgesamt immer noch so, dass der Einsatz und die Verbreitung der Binärcodes von ZFS unverhältnismäßige juristische Risiken mit sich trägt.
        Hinzu kommt aber eventuell auch noch, dass sich Canonical im Falle des Falles besser der US-Patentgerichtsbarkeit entziehen können könnte, und deswegen die effektiven Risiken geringer einschätzt als amerikanische Unternehmen.

        Es sind also einfach nur unterschiedliche juristische Bewertungen dieser Situation. Ob und wie die Situation gerichtlich beurteilt wird, könnte sich meiner Meinung nach noch erweisen. Erst dann scheint man sich hier einig werden zu können.

        Übersichtlich ist daran leider gar nichts.

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    Von schmidicom am Fr, 10. Januar 2020 um 14:23 #

    Ich denke du unterschätzt das Streitpotenzial von Oracle, im Moment mögen sie OpenZFS in ruhe lassen aber es gibt keine Garantie das es dabei bleibt. Die Entwickler von LibreOffice können dir da sicher ein Liedchen von singen, ein langes.

    Und sollte es irgendwann mal so weit kommen bin ich mir nicht sicher ob die Leute hinter OpenZFS dem standhalten könnten. Irgendwie kann man als Linuxer noch froh sein das sie das Ding unter einer Lizenz laufen lassen welche ein einreichen in den Upstream verhindert, kaum auszudenken was sonst los wäre oder welchen Schaden Oracle dann dem Linux-Projekt zufügen könnte...

    Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert. Zuletzt am 10. Jan 2020 um 14:25.
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    Von Andre am Fr, 10. Januar 2020 um 21:55 #

    Ich hab mich mehr darauf bezogen gehabt, das sie die Kostenlose Java8 Lizenz im Kommerziellen Umfeld von einer Minirversion zur nächsten Kostenpflichtig deklariert haben.

    Oder das Thema Oracle-Datenbanken bei dem von Majorversion X auf Y der Preis ver 2,5facht wird, dabei diverse Funktionen gestrichen werden - und je nach ist CPU Situation neue Hardware beschafft werden muss, oder die nochmalsdopprlt so teure Enterprise Version lizensiert werden muss.

    Die neue Version ist natürlich trotz upgradefähigem Wartungsvertrages kostenpflichtig (da es sich um eine neue version handelt) - und während sie bestehende nicht weiter gewartet wird.

    Zu allem übel muss bei virtualisierten Umgebunhen insbesondere im umfeld von vmware mit sehr hoher wahrscheinlichkeit der gesamte cluster lizensiertwerdrn - je core. Begründung vmware könnte ja den vserver auf einer andern core laufen lassen.

    Das führt dann dazu das man für den Betrieb von Jahrzehnte gewachsene Applikationen mal schnell zich Zehntausede Eur und deutlich teureren Wartungsverträgen bezahlen muss.

    Ebenfalls höchst undurchsichtig: wer eine einfache standard-lizenz einsetzt kann dennoch die vorinstallierten kostenplichtige extensions der datenbank nutzen - die allerdings nur auf enterprise-lizenzen eingesetzt werden dürfen - wer also nicht aufpasst, tolle features der datenbank nutzt muss ev nachlizensieren.

    Dazu ist die lizensierung generell so komplex gehalten das man als normalster anwender das auch nicht mit mit längerer beschäftigung vollumfänglich überblicken kann.

    Das alles ist sicher keine“ Umfeld in dem man im freien GNU/Liinux umfeld dazu neigen sollte unbedarft oracle produkte einzusetzen.

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