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Do, 16. Januar 2020, 14:15

Software::Grafik

Spezifikation von Vulkan 1.2 freigegeben

Fast vier Jahre nach der Vorstellung der offenen 3D-Grafik-Schnittstelle Vulkan steht jetzt die Spezifikation in Version 1.2 bereit. Die neue Version fügt neue Erweiterungen hinzu, die von Grafikentwicklern benötigt werden. Alle Grafikchips, die Vulkan 1.1 unterstützen, sollen auch Vulkan 1.2 unterstützen können.

Khronos Group

Bereits fast vier Jahre ist es her, dass die Khronos Group die erste Version des OpenGL-Nachfolgers Vulkan vorstellte. Es ist ein plattform- und herstellerunabhängiger Standard für 3D-Grafik, der eine offene Schnittstelle definiert. Vulkan hat eine breite Unterstützung durch die Hersteller von Grafik-Hard- und -software hinter sich und wurde geschaffen, um diversen Mängeln von OpenGL abzuhelfen und der stark gestiegenen Leistung der Hardware Rechnung zu tragen. Es soll den Zugriff auf die Grafik- und Hochleistungsberechnungs-Hardware moderner Rechner noch effizienter und besser steuerbar machen, den Treiber-Overhead minimieren und die Parallelität maximieren. Es ermöglicht, wo nötig, die direkte Kontrolle über die GPU. Die Treiber sollen einfacher sein als bei OpenGL und die Parallelinstallation mehrerer Treiber ist ebenfalls vorgesehen.

Auf freien Systemen verläuft der Übergang von OpenGL zu Vulkan in kleinen, eher unspektakulären Schritten. Die meisten Grafiktreiber unterstützen Vulkan bereits, einige sogar exklusiv. Die Mesa-Bibliothek, die als Zwischenschicht zu den Anwendungen agiert, unterstützt Vulkan ebenfalls. Den Anwendungen, die von OpenGL auf Vulkan umstellen, bleibt der Hauptteil der Arbeit. Anwendungen, die nicht wechseln wollen, steht inzwischen aber auch die Option bereit, über Zink auch Vulkan-basierte Treiber zu nutzen, ohne ihren Code zu ändern.

Nun hat die Khronos Group Vulkan 1.2 vorgestellt, das im Wesentlichen zahlreiche Erweiterungen von Vulkan 1.1, die sich bewährt haben, in den Kern der Spezifikation aufnimmt. Es handelt sich um insgesamt 23 Erweiterungen, die aufgrund der Anforderungen, die Entwickler an die Grafik stellen, in den letzten zwei Jahren entstanden sind. Darunter befinden sich Timeline Semaphores zur einfacheren Synchronisation, ein formales Speichermodell, das die Semantik der Synchronisation und Speicheroperationen in verschiedenen Threads exakt beschreibt, Descriptor Indexing, um Deskriptor-Layouts in mehreren Shadern verwenden zu können, und eine bessere Unterstützung von in HLSL geschriebenen Shadern.

Im Verlauf des Monats sollen mehrere freie Compiler und Werkzeuge bereits an die neue Vulkan-Version angepasst sein. Dazu gehören die von Khronos als freie Software veröffentlichten Konformitätstests, das Programm RenderDoc (ein eigenständig laufender Grafik-Debugger), und das Vulkan-SDK. Alle Grafikchips, die bereits Vulkan 1.1 unterstützten, sollen auch fähig sein, Vulkan 1.2 zu unterstützen. Fünf Hersteller haben bereits Treiber, die bereit sind für Vulkan 1.2 und die Konformitätstests erfolgreich durchlaufen haben: AMD, Arm, Imagination, Intel und Nvidia. Dazu kommt der freie Mesa RADV-Treiber für AMD. Die weitere Freigabe von Vulkan 1.2-konformen Komponenten kann im Release Tracker verfolgt werden. Die Spezifikation von Vulkan 1.2, das SDK und weitere Ressourcen findet man auf der Vulkan-Webseite.

Die Khronos Group ist ein Industriekonsortium, in dem verschiedene Hersteller sich auf offene Standards einigen. Alle Khronos-Mitglieder können sich an der Entwicklung der spezifizierten Schnittstellen beteiligen und diese Spezifikationen später in ihrer Hardware unterstützen. Zu den von der Khronos Group verabschiedeten Standards zählen unter anderem OpenGL, OpenGL ES, WebGL, EGL, OpenCL, OpenMAX, OpenVG, OpenSL ES, OpenKODE und COLLADA.

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Kommentare (Insgesamt: 5 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re[2]: Buchempfehlungen? (Ghul, Sa, 18. Januar 2020)
Re[2]: Buchempfehlungen? (Ghul, Sa, 18. Januar 2020)
Re: Buchempfehlungen? (blablabla233, Sa, 18. Januar 2020)
Re: Buchempfehlungen? (der Leyen, Sa, 18. Januar 2020)
Buchempfehlungen? (Ghul, Sa, 18. Januar 2020)
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