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Di, 28. Januar 2020, 08:14

Software::Entwicklung

Qt: LTS nur noch für zahlende Kunden

Das zum finnischen Softwareunternehmen Digia gehörende Anwendungs-Framework Qt erfährt 2020 einige wichtige Änderungen. Unter anderem werden LTS-Ausgaben nur noch kommerziellen Kunden zugänglich sein.

Qt Project

Zusammen mit den Notizen zur Veröffentlichung von Qt 5.14.1 erschien jetzt ein Eintrag im Qt-Blog, der einige einschneidende Veränderungen ankündigt. Langfristig unterstützte Versionen (LTS) und das Offline-Installationsprogramm von Qt werden ab Qt 5.15 nur noch für kommerzielle Lizenznehmer verfügbar sein. Ab Februar benötigen auch Open-Source-Anwender einen Qt-Account, um Qt-Binärpakete herunterladen zu können. Quellpakete sind weiterhin auch ohne Qt-Account zugänglich.

Petteri Holländer, Vizepräsident der Qt Group, einer Sparte von Digia, begründet das damit, dass Open-Source-Entwickler mit ihren Beiträgen besser eingebunden werden sollen, sodass alle Nutzer von Qt davon direkt profitieren können. Viele Teile der Infrastruktur wie Foren, Code Reviews und Fehlerdatenbank seien nur über den Qt-Account verfügbar, zudem erlaube der Account auch den Zugang zum im Dezember eröffneten Qt Marketplace.

Die für Linux-Distributoren einschneidendere Änderung betrifft die Qt-Versionen mit Langzeitunterstützung. Ab Qt 5.15 werden LTS-Versionen nur noch für kommerzielle Kunden verfügbar sein. Das bedeutet, dass Open-Source-Benutzer Patch-Level-Versionen von 5.15 erhalten werden, bis die nächste Minor-Version verfügbar wird. Für Open-Source-Benutzer wird Qt 5.15 eine normale Veröffentlichung wie 5.13 oder 5.14 sein. Der Offline-Installer wird ebenfalls nur noch kommerziell nutzbar sein.

Mit dieser Maßnahme sollen Open-Source-Benutzer ermutigt werden, neue Versionen schneller anzunehmen und damit auch schneller Rückmeldungen an die Qt-Entwickler zurückzuliefern. Zudem soll die Bedeutung der LTS-Versionen für Kunden mit kommerziellem Support, die auf langzeitstabile Versionen angewiesen sind, stärker hervorgehoben werden. Eine auf dem letzten Qt Contributor Summit diskutierte Änderung der Verfahrensweise im Bereich der Entwicklung greift ebenfalls ab Qt 5.15. Künftig werden Fehlerbehebungen zuerst in den Hauptentwicklungszweig verschoben und dann ausgewählte Fehlerbehebungen in stabile Versionszweige zurückportiert. Dieser Prozess soll sicherstellen, dass die neueste Version von Qt immer alle Fehlerkorrekturen enthält.

Für Start-ups und kleine Unternehmen führt Qt eine neue kommerzielle Lizenz ein, die für 499 US-Dollar pro Jahr angeboten wird. Die Lizenz umfasst Qt for Device Creation, aber keine Lizenz zur Distribution, diese müssen separat ausgehandelt werden. Der Support dieser Lizenz beschränkt sich auf die Installation. KDE-Entwickler Albert Astals Cid sieht in seinem Blog keine allzu großen Auswirkungen auf das KDE-Projekt und Distributionen, die dessen Software nutzen. Ein positiver Aspekt könne sein, dass Distributionen schneller auf neue Qt-Versionen wechseln. Einzig der Übergang zu Qt 6 könnte problematisch werden, falls Qt 5.15 viele Fehler beinhaltet.

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Kommentare (Insgesamt: 50 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re[3]: Freie Alternativen... (Ghul, Mi, 29. Januar 2020)
Re: Wieso bekommt es kein Linux-Distributor hin, den Laden zu kaufen? (blubb, Mi, 29. Januar 2020)
Re: Freie Alternativen... (whocares, Mi, 29. Januar 2020)
Re[3]: Freie Alternativen... (whocares, Mi, 29. Januar 2020)
Re[2]: Logische Schritte (interessiertnicht, Mi, 29. Januar 2020)
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