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Thema: Lightmeter soll E-Mail-Kommunikation verbessern

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Von Josef Hahn xh am Di, 28. Januar 2020 um 21:06 #

... die aus Trivialitäten immer die Ganz Große Sache machen wollen. Die auch im Offline-Alltag immer damit auffallen, noch drölf abgespacte Gadgets für irgendwas zu haben - und von deren Notwendigkeit überzeugt zu sein - was man früher (tm) _einfach so_ gemacht hat. Bevor ihr eure Griffel an alles gelegt habt, um es kaputtzuoptimieren.

Ich werde jetzt hier ganz bestimmt noch solche Tools in Betrieb nehmen, um Mails zu versenden...... Nö.... Wer sie nicht bekommt, hat sie nicht bekommen.... Der darf sich gern einen Provider suchen, der nicht kaputt ist, oder er bekommt halt meine Mails nicht. Und damit ist das erledigt. Und wenn das die Mehrheit so handhaben würde, gäb's auch einfach das Problem garnicht....

> Ein weiteres Problem ist, dass trotz der dezentralen Natur von E-Mail ein Großteil aller Mails über nur wenige Anbieter läuft.

Und ein weiteres weiteres Problem ist, dass diese Gmail-Zombies ja noch die Freiheitskämpfer für das Gute (tm) sind, die unsere tolle freie Welt gegen die Einflüsse von Facebook verteidigen, die sowieso überall _das_ Kommunikationstool stellen. WA ist schon ein Synonym für Textnachrichten im Allgemeinen, wie Tempo für Taschentücher....

Von daher: Eh alles unrettbar kaputt.... Dieses Tool wird's nicht ändern..... Wer's nicht mag, muss sich schlaue Mitmenschen suchen.

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    Von kraileth am Mi, 29. Januar 2020 um 07:57 #

    Mööönsch, warum immer so negativ? In der Sache gebe ich Dir ja recht - der gefühlte Großteil der Menschheit ist irgendwann in den letzten Jahrzehnten ganz falsch abgebogen. Und nein, ich will auch gar nicht vorschlagen, es etwa „mit Humor zu nehmen“. Aber mein Tip dazu wäre: Entweder A) sich um Abhilfe bemühen (man kann auch wissend auf verlorenem Posten stehen und sein Ding trotzdem durchziehen) oder B) Resignieren, aber dann nicht allen anderen bei jeder Gelegenheit (!) das Leben madig machen. Der Rest der denkenden Menschen trägt vielleicht selbst schwer genug am eigenen Los.

    Ich habe mich in dieser Frage für A entschieden. Seit Jahren habe ich vor, irgendwann(tm) meine Mailgeschichten selbst in die Hand zu nehmen. Für dieses Jahr hatte ich mir nun den Guten Vorsatz gesteckt, es tatsächlich zu tun. Erster Schritt ist getan, Maildomain ist registriert. Seitdem habe ich zwar kaum Zeit für das Projekt gehabt - und wenn doch, dann gefühlt in erster Linie Rückschläge erlitten -, aber das wird schon. Angedacht ist, Alternativen zu den Großen zu verwenden. Mailmäßig also OpenSMTPd statt Postfix/Exim/Sendmail, DNS-mäßig NSd statt BIND/PowerDNS, zum Ausrollen SaltStack statt Ansible/Puppet/Chef, betriebssystemmäßig HardenedBSD statt FreeBSD/Linux, usw. Also abseits ausgetretener Pfade einfach mal ins Gestrüpp wagen (Abenteuer!).

    Gut, jetzt kann schon gleich Salt nicht alles, was ich brauche und ich sitze da, bringe mit etwas Python bei und schreibe eine handvoll neuer Remote Execution Modules. Wenn die gehen, muß ich mir Gedanken darum machen, wie ich sie in Salt einbringen kann. Dann das State System verstehen und die benötigten State Modules schaffen. Und selbst wenn das geklappt haben sollte, habe ich noch nicht mal das Betriebssystem konfiguriert oder gar die Email-Software angefaßt.

    Potential zum Meckern ist ausreichend vorhanden, Frust könnte zur Genüge aufkommen, wenn man sich dem hingeben möchte. Aber he: Das Leben ist prima - wenn du nicht erwartest, daß andere dir deinen Arsch hinterherrtragen. Einfach selbst machen. Notfalls gegen alle Widerstände. Auch das ist etwas, woraus der Mensch seine Würde beziehen kann.

    (Hinsichtlich der Mailsache möchte ich übrigens mögliche Interessenten einladen, zum Austausch oder zum Mitmachen. Bei genügend Interesse hätte ich sogar Lust, eine Art gemeinnützigen Verein, eine Genossenschaft oder dergleichen zu schaffen, als Anlaufstelle für Mail, wenn man nicht zu den großen Anbietern gehen möchte. Email könnte etwas Diversifizierung wahrlich gebrauchen. Und ja: Natürlich alles Open Source. Außerdem werde ich versuchen, darüber Blog zu führen, für andere, die einen ähnlichen Weg einschlagen wollen.)

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      Von Josef Hahn xh am Mi, 29. Januar 2020 um 21:55 #

      > Mööönsch, warum immer so negativ?

      Du lässt ja einen Satz später durchscheinen, dass du da durchaus auch selbst Antworten drauf hast.

      > Seit Jahren habe ich vor, irgendwann(tm) meine Mailgeschichten selbst in die Hand zu nehmen. [...] Seitdem habe ich zwar kaum Zeit für das Projekt gehabt - und wenn doch, dann gefühlt in erster Linie Rückschläge erlitten -, aber das wird schon.

      Nein, das wird nicht. Denn es werden dir am laufenden Streifen Fallen gestellt. Andere Server, die von dir nichts nehmen, weil du nicht in deren Whitelist stehst (!!), usw usf... Ich kann an t-online Adressen nichts mailen! Und sobald du es hast: Glückwunsch zu einem besseren Facebook auf Google-Basis Alle deine Gesprächspartner werden Gmail haben, und alles wird ausgewertet. Ob du deinen Server hast oder nicht. Und da schreit auch niemand mehr nach. Ich staune immer nicht schlecht, wenn ich schon bei bspw. CCC-nahen Leuten sehe, wie verbreitet diese ganze Grütze da ist. Aber gut, die machen ja auch Skype-Calls mit Whistleblowern......

      > Also abseits ausgetretener Pfade einfach mal ins Gestrüpp wagen (Abenteuer!).

      Viel Erfolg! Ich versuche immer nach allen Kräften, innerhalb der FOSS-Welt die verbreiteteren Sachen zu nutzen. Damit es nicht direkt alles in Trümmern liegt mit dem nächsten Point(less)release. Das hat auch bis vor wenigen Jahren halbwegs gut funktioniert. Seit einer Weile kann ich zusehen, wie es zerbröselt. Ich komme mit der Spachtelmasse garnicht mehr hinterher. Desktop, Server, Embedded..... Alles wurstiger Mist. Und wenn du meinst, du hast jetzt den Workaround, merkst du einen Tag später, dass der schon wieder einen Seiteneffekt hat, den er nicht haben sollte, und irgendwas anderes kaputt ist. Ich beschäftige mich seit einigen Wochen verstärkt mit der Frage, wie ich auf ein kommerzielles System wechseln kann, wo sich nicht in der ewigen Dauerbaustellenschleife alles im Kreis dreht, und man trotzdem seine Daten zuverlässig (!!) bei sich behalten kann.

      > SaltStack ...

      Das habe ich alles hinter mir. Nicht mit einem der von dir genannten Tools, sondern damals mit einer kleinen Eigenkreation. Die war auch nie das Problem - die tut's heute noch. Es macht aber alles keinen Spaß mehr mit dem Pudding, den es dann an die Wand zu nageln versucht...

      > Potential zum Meckern ist ausreichend vorhanden, Frust könnte zur Genüge aufkommen, wenn man sich dem hingeben möchte. Aber he: Das Leben ist prima - wenn du nicht erwartest, daß andere dir deinen Arsch hinterherrtragen. Einfach selbst machen.

      Ja klar - nur kann ich auch realistischerweise nicht meine komplette IT-Umgebung selbst schreiben (auf CPU-Architekturen, die ich mir selbst überlege und hier in der Küche in Silizium presse). Was ich seit gerade weiß: Wenn ich einen Flugsimular bräuchte, dessen Takeoff-Tutorial nicht die Annahme trifft, dass ich auf der Startbahn stehe, obwohl ich ja noch am Gate bin, und wo die anderen Flugzeuge beim Taxiing nicht völlig grotesk über Flughafengebäude drüberschweben: Den muss ich auch selber schreiben. 22 Jahre haben meinen Mitmenschen noch nicht genügt, einen gescheiten FOSS Flugsimulator zu schreiben...

      > Anlaufstelle für Mail, wenn man nicht zu den großen Anbietern gehen möchte.

      Du möchtest mit anderen Menschen in Kontakt treten? Nun, da kann ich dir mit Nachdruck zwei Netzwerke ans Herz legen: Facebook und Youtube. Auf jeder Webseite im Internet gibt es Links dort hin, und dort sind die Menschen. Dort erreichst du sie! ;) Geh mal in irgendwelche Vereine oder zu irgendwelchen Stammtischen zu irgendwas, und frage die Leute mal, wie man mit ihnen ohne FB/WA kommuniziert. Das war der letzte Satz, den du mit denen auf Augenhöhe gewechselt hast. Versprochen!

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        Von Josef Hahn xh am Mi, 29. Januar 2020 um 22:01 #

        PS: Ja, sry, mit dem Rant über die Qualität von FOSS bin ich ein wenig abgeschweift... Ich hatte den Takeoff am Gate noch nicht ganz verdaut. ^^

        Du kannst ja die Adresse deines Blogs dann mal posten. Den Kreis des Bekannten ein bisschen weiten ist ja nie verkehrt... ;)

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        Von kraileth am Do, 30. Januar 2020 um 08:30 #

        Moin Josef,

        wie Du festgestellt hast, sind wir bei der Lagebewertung nicht so weit auseinander. Ich glaube auch, daß nicht wenige Besucher von PL Dir zumindest grundsätzlich Recht damit geben, daß die Machtkonzentration der von Dir immer wieder genannten Konzerne ein Problem ist. Der Umgang damit reicht dann freilich von „hilft ja doch nichts“ bis über „versuche, dem so gut es eben geht, aus dem Weg zu gehen” bis zu „Totalverweigerung, wenigstens von mir”. Wie es immer wieder unterhalb Deiner Kommentare zugeht, weißt Du selbst. Aus meiner Sicht trägt der Tonfall erheblich dazu bei - und insgesamt wäre bestimmt auch „weniger mehr“.

        Ich laufe auch dauernd gegen die Wand. Klar, tut weh, aber das Leben geht weiter. Was ich in der durchkommerzialisierten Welt vermisse, ist in erster Linie der Pioniergeist, den es früher in viel stärkerem Maße gab: Kein Flash unter Linux? Gut, dann eben kein Flash. Gerät XY nur mit Windows? Dann eben ein anderes (oder sogar: Keines!).

        Vermutlich werde ich dieses Jahr einen Kampf aufgeben, den ich bisher durchgezogen habe: Ich habe niemals ein Mobiltelefon besessen. Entsprechend kenne ich die Geschichten, daß man sich irgendwo nicht anmelden kann, weil man nicht in der Lage ist, eine Mobilnummer einzutragen. Geht dann halt nicht. Oder die Nummer, daß man nach einem Umzug ohne Telefon dasteht, weil die Schaltung der Leitung nicht geklappt hat: Also von Bekannten aus beim Anbieter angerufen, die Frage, ob man gerade vor dem Router stehe, verneint. Mitgeteilt bekommen, daß man bitte wieder anrufen solle, wenn man vor dem Gerät stehe. Erklärt, daß das ja gerade nicht gehe, da das Telefon noch nicht funktioniere! In mitleidigem Tonfall die Erklärung bekommen, daß selbstverständlich auch ein mobiler Anruf kostenlos sei. Erwidert, daß das nicht gehe, da kein Mobiltelefon vorhanden. Pause. Ja, wie jetzt? Bestätigt, daß das mein Ernst sei. Also, dann könne man mir nicht helfen! Darauf bestanden, daß ich sehr wohl ohne Aufforderung das Gerät schon mehrfach stromlos gemacht und wieder eingesteckt habe und man mich doch bitte einfach zum second-level-Support durchstellen möge. Nachgeschoben, daß ich gerne auch via serieller Konsole auf das Gerät gehe und Debuginformationen bereitstelle, wenn diese benötigt werden. Irgendwann war dann die Dame tatsächlich so weit, daß ich weitergeleitet wurde und hatte dann schließlich jemanden dran, der gleich meinte „Ah, sehe schon, was das ist. Bitte probieren Sie es gleich nochmal, jetzt sollte die Synchronisierung klappen.“

        Da es jetzt die PinePhones gibt, kann ich mir eventuell das Leben etwas leichter machen. Bin auch nicht fanatisch gegen Mobiltelefone, aber wenn ich es mit „nicht Android oder iOS - und natürlich ohne verklebte Batterie“ versucht habe, sind die Mitarbeiter in den Geschäften immer relativ ratlos gewesen.

        Mit Facebook habe ich prinzipienbedingt nichts am Hut, Youtube habe ich aber in der Tat früher genutzt. Aber es geht durchaus ohne. Ja, mein Feundeskreis ist nicht mehr so groß, wie er mal war, bevor solche Dienste uns spalteten. Und natürlich: Auch solche Dinge wie die Schule für die Kinder muß man bewußt aussuchen, wenn man über die wesentlichen Dinge informiert bleiben will, obwohl man nicht in irgendeiner WA-Gruppe ist. Ist aber auch machbar. Stammtisch: Keine Ahnung, Zeitmangel. Vereine: Doch, das geht, je nachdem, was man sucht.

        Mit einem Flugsimulator kann ich leider nicht dienen, denn ich habe das Spielen (im engeren Sinne) aufgegeben. Mir reicht die Herausforderung, technisch auf der Höhe der Zeit zu sein, ohne die als falsch abgelehnten Einflüsse zu akzeptieren, völlig. ;)

        Kommerzieller Anbieter für ein Softwaresystem? Höre ich zugegebenermaßen nicht zum ersten Mal. Habe mit einem ukrainischen Programmierer zu tun, der die ganze Geschichte von Linux->FreeBSD->OpenBSD->DragonFlyBSD durch hat, inzwischen sagt, er haßt sie alle und tatsächlich zu Windows 10 (!) gegangen ist, „um Frieden zu finden“ (was aber auch nach wenigen Monaten gescheitert ist - er versucht jetzt, wie weit er mit Plan9 kommt...). Es ist schon der Hammer, wie wenig wohl sich selbst viele von den relativ guten Jungs und Mädels im Open Source-Umfeld noch fühlen... Mein Eindruck ist, daß das seit ca. 2 Jahren immer schlimmere Ausmaße annimmt. Aktuell können wir bei FreeBSD einige alte Hasen begrüßen, die Linux den Rücken kehren. Wahr ist aber auch, daß ich in den letzten zwölf Monaten mehrene Ex-FreeBSDler erlebt habe, die den Hut genommen haben und Richtung illumos abgehauen sind...

        Irgendwie ist überall der Wurm drin. Die Zeit ist überreif für etwas Neues - aber das ist noch nicht da. Software kaputt, Hardware kaputt, Internet kaputt... Vielleicht ist irgendetwas wie Redox die Lösung, weil die einfach neuanfangen. Mal sehen, wie weit sie kommen, bis der Rest immer weiter auseinanderbricht. Und vielleicht ist ja auch RISC-V rechtzeitig da, um damit richtig etwas machen zu können. Muß ja nicht gleich hardwarebeschleunigte Wiedergabe von 4k-Videos sein. Ein freies Unix-artiges System, zsh und tmux, sowie OpenSSH und ich bin für den Anfang schon völlig glücklich. Auch ohne X11 oder WL. Klar, man wird sich noch lange mit AMD64-Servern rumprügeln müssen, aber was soll's.

        Aber das ist ja nur die eine Seite. Die andere - und die darf man nicht aus dem Blick verlieren - ist, daß gleichzeitig Open Source so verbreitet ist, wie nie. Wir alle haben mit Beharrlichkeit die großen Konzerne gezwungen, zu nicht unerheblichen Teilen von Closed Source abzurücken. Ob wir uns dabei teilweise selbst vergiftet haben, ist eine andere Frage, aber die Tatsache bleibt, daß viel bewegt wurde. Ich bin trotz allem optimistisch, daß wir, wenn wir nicht nachgeben, noch wesentlich mehr erreichen können. Es bräuchte möglicherweise aber eine Organisation, die sich auf Technisches konzentriert, z.B. die Geschlechterfragen außenvorläßt und einfach die Menschen guten Willens sammelt - und die idealerweise nicht zuerst darüber streitet, ob man den eigenen Internet-Auftritt nur im Gopherspace zur Verfügung stellt...

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          Von Josef Hahn xh am Do, 30. Januar 2020 um 23:51 #

          Hi kraileth.

          Ja, wie es unterhalb meiner Kommentare zugeht weiß ich. Aber wer an der ganzen Problemstellung nichts Erwähnenswerteres findet, als die sprachliche Form zu kritisieren, hat das Ausgangsproblem nicht in Gänze verstanden... Das nehme ich mir dann auch nicht übermäßig zu Herzen.

          Für die einen bin ich dann der bezahlte Campaigner irgendeines kommerziellen Anti-OSS Unternehmens, für die anderen der verklärte Gegner jeden Kommerzes. Das sagt mir: Alles richtig gemacht. Dann bin ich noch jemand, der den Leuten versucht, den Spaß an FOSS zu nehmen. Was für ein ausgemachter Dünnpfiff... Welche Motivation ich als FOSS-only User dazu hätte, bleibt grundsätzlich unbeantwortet. Die "Troll"-Keule geht auch immer, ist billig, und findet auch immer Zuspruch bei allen, die eine ähnliche Filterblase sauberzuhalten versuchen. Und du hast sicher Recht: Einen konstruktiven Dialog würde man erstmal anders führen. Das muss aber auch der Kontext (sprich: "Die Community") hergeben...

          > Was ich in der durchkommerzialisierten Welt vermisse, ist in erster Linie der Pioniergeist, den es früher in viel stärkerem Maße gab: Kein Flash unter Linux? Gut, dann eben kein Flash. Gerät XY nur mit Windows? Dann eben ein anderes (oder sogar: Keines!).

          Das war mir auch sympathischer, ja. :) Davon sind wir heute meilenweit weg. Die Leute lassen sich heute um den Finger wickeln mit irgendwelchen "spendablen" Geschenken, die mittelfristig ganz offensichtlich nur einem Vendor Lock-In oder sonst einer Boomerang-artigen Geschäftsstrategie dienen sollen, Abhängigkeit zu irgendwelchen Cloud-Anbietern schaffen, usw..... Und man hat immer den Eindruck, dass das keiner so richtig kapieren _will_. Obwohl das ja teilweise durchaus schlaue Leute sind... Und ich habe auch Ideen, woher das kommen könnte. Aber das sprengt hier den Rahmen, und provoziert bei den "Trollhuntern" auch nur das Copy&Paste eines gewissen Sokrates-Zitates aus Wikipedia...

          > Vermutlich werde ich dieses Jahr einen Kampf aufgeben, den ich bisher durchgezogen habe: Ich habe niemals ein Mobiltelefon besessen.

          Ja okay, auch darüber könnte ich wieder Bildschirme vollschreiben... Wenn ich diese ganzen Smombies in der Öffentlichkeit sehe, deren ganze Existenz offensichtlich nur noch der Wurmfortsatz ihres Whatsapp-Accounts sind... "Ärgerlich" ist noch _sehr_ freundlich ausgedrückt. Ein Mobiltelefon habe ich allerdings "immer" (sprich: seit es verbreitet war) gehabt, und ein Smartphone hatte ich schon, als das noch nerdy war. Ich schaue gern mal was im Web nach, habe meine Mails griffbereit, Kalender, Notizen, kann mal ein Foto knipsen, usw usf... Alles imho eine Frage der Intensität, und was man genau macht. Dass beim Mobilfunkprovider prinzipbedingt ein Bewegungsprofil anfällt ist nicht direkt wünschenswert; aber gut, als ich mein erstes Handy hatte, habe ich über sowas noch garnicht nachgedacht... Und ja: Diese Torfnase von der Hotline, die du beschreibst, habe ich lebhaft vor Augen. Und ich fühle mit dir. Das Ärgerliche: _Das_ sind heute unsere Mitmenschen. Wenn du was anderes findest, sind das Ausnahmen. Wenn du der gesagt hättest, dass (und warum) du keine Alexa-Wanze bei dir zu Hause hast, hätte die dich genauso verständnislos angegrunzt.

          > Ja, mein Feundeskreis ist nicht mehr so groß

          Nö, genau... Same here... Aber wozu wäre es auch gut, außer für Ärgernisse...

          > Youtube habe ich aber in der Tat früher genutzt.

          Unter uns, aber sag's bitte niemandem weiter: Ich gucke mir da auch mal 'nen Clip an. Aber dass jeder Videoclip auf Erden dort gehostet sein muss, ist nicht meine Vorstellung von der Sache, und es muss für mich auch nicht jede Webseite nach drei Trivialstatements darin enden, mich in einen Youtube-Channel zerren zu wollen. Das ist einfach albern; bis man verstanden hat, wer davon profitiert, und dass da längst Wirtschaftszweige hinterstecken, und das wieder keiner kapieren will. Ab dann ist es auch noch sehr ärgerlich.

          > Habe mit einem ukrainischen Programmierer zu tun, der die ganze Geschichte von Linux->FreeBSD->OpenBSD->DragonFlyBSD durch hat, inzwischen sagt, er haßt sie alle und tatsächlich zu Windows 10 (!) gegangen ist, „um Frieden zu finden“

          Mir würde Windows nicht zuerst einfallen, aber ja, grundsätzlich genau das. Einfach mal weiterkommen; nicht das ewige Gedrehe im Kreis. Wann immer ich ein Stück FOSS in die Hand nehme, ist irgendein relevanter (sprich: für mich zwingend notwendiger) Teil gerade ganz tief im Umbau, nichts funktioniert, das Netz weiß nichts, und man muss aufwändig tricksen. Da war FlightGear gestern einfach nur das Erlebnis des Abends (der einzige Trick war hier das Uninstall); das wiederholt sich hier wochenweise mit immer anderen Tools, Libs, Frameworks, .... Und was nicht kaputt ist, geht mit dem nächsten Update dann kaputt. Aber naja, da geht es um Qualität von FOSS-Software, auch das wäre wieder ein separates Thema für viele Stunden. DAS Argument für FOSS ist imho der (teils nur technisch vorgegebene) Respekt vor meiner Privatsphäre und meiner Freiheit, was ich tue und nicht tue. Die besonders hohe technische Zuverlässigkeit und der besonders clevere Systemaufbau ist es imho nicht (mehr).

          > Aktuell können wir bei FreeBSD einige alte Hasen begrüßen, die Linux den Rücken kehren.

          Mich stört der Linux-Kernel kaum. Ich habe auch schon ausgearbeitete Meinungen gehört, dass Linux keineswegs schlechter oder unsicherer sei als die BSDs. Da hat sich mal jemand ein bisschen Code angeschaut (auch allerhand reportet). Sei's drum. Im Userspace ist es ja letztlich doch überwiegend das gleiche Zeug. Ich mag dann schon auch ein grafisches System, und lege auch ausdrücklichen Wert auf eine gewisse Grundästhetik, und Ergonomie, usw. Und wenn die Desktopumgebung dann nichtmal zuverlässig einen geordneten Shutdown schafft, dann kann die Welt um mich herum mir viel erzählen... Das kann man auch alles immer spendabel übersehen und daran vorbeiarbeiten; aber das macht aus einem kaputtentwickelten System kein Gotteswerk. Da müsste man imho mal zuerst ein wenig selbstkritischer werden, bevor man auf den Durchbruch von (F)OSS in der Masse hofft (oder diesen heute schon sehen will). Und da ist jedes "Hier läuft aber alles!!!!!!!" zwar ein legitimes, aber kein besonders hilfreiches Statement.

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Von cyberpatrol am Mi, 29. Januar 2020 um 09:23 #

Doch an die 20% aller Nachrichten kommen nicht beim Empfänger an.
Das trifft aber meiner Erfahrung nach eher auf die Deutsche Post AG zu und da dürfte das noch eher schöngerechnet sein, aber mit Sicherheit nicht auf e-mails. Ich hab noch nicht einmal erlebt, dass eine e-mal nicht beim Empfänger angekommen ist, sofern natürlich korrekt adressiert.

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    Von Ede am Mi, 29. Januar 2020 um 11:24 #

    Ich habe das auch nicht verstanden. Ich hatte bisher keine Hinweise darauf, dass meine Mails nur zu 80% beim Empfänger ankommen oder an mich abgesandte Mails zu 20% nicht bei mir ankommen.

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