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Do, 30. Januar 2020, 08:26

Software::Distributionen::Ubuntu

Ubuntu entfernt Amazon-Launcher

Wie die Ubuntu-Entwickler bekannt gaben, wird die kommende Version der Distribution keine Verlinkung mehr zu Amazon enthalten. Die ursprünglich als Erweiterung von Unity vorgestellte Software sorgte bereits bei der Vorstellung für Ärger und teils scharfe Kritik aus den Reihen der Gemeinschaft.

Canonical

Im September 2012 kündigte Mark Shuttleworth die Integration von Scopes in die Dash zur Produktsuche im Internet an. Einer der Partner, die damit für Canonical Umsatz generieren sollten, war Amazon. Der Aufschrei in der Gemeinschaft war groß und führte teils zu massiven Protesten. Die Electronic Frontier Foundation (EFF) rügte die Verschlechterung der Privatsphäre und mangelnde Sicherheit an und forderte Nachbesserung, Richard Stallman bezeichnete Ubuntu gar als Spyware. Anfang 2014 kam dann die Kehrtwende und Canonical änderte das Verhalten der Scopes und ersetzte schlussendlich die Produktsuche durch eine simple Verlinkung, die zu einer Amazon-Seite führte.

Nun geht es aber auch der exponierten Seitenempfehlung an den Kragen. Bereits letzte Woche stellten die Entwickler ein Meta-Paket vor, das alle Abhängigkeiten und den Ubuntu-Web-Launcher vom Desktop entfernt. Die Änderungen sollen bereits ab dem kommenden Update der stabilen Version 18.04 greifen und vollumfänglich in Ubuntu 20.04 »Focal Fossa« abgeschlossen sein. Ende dieser Woche wurde seitens der Entwickler die Integration finalisiert und als implementiert markiert. Entsprechende Tests verliefen erfolgreich. Die letzten Testveröffentlichungen am Mittwoch bestätigten auch die Entfernung.

Damit wird, knapp acht Jahre nach der Einführung der Neuerung, für Ubuntu eine eher unangenehme Ära zu Ende gehen. Vermissen wird die Erweiterung wohl aber kaum einer, denn einen Link mit Partnercode – mehr war der Launcher nicht – wird jeder halbwegs versierte Nutzer auch selbst erstellen können. Für Canonical wird dagegen die Kritik an der Erweiterung endlich verstummen.

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