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Thema: Google gibt Chrome 80 frei

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Von Josef Hahn xh am Do, 6. Februar 2020 um 00:32 #

>> Dafür braucht es aber eine gewisse Wachheit.
> Bis dorthin stimme ich Ihnen zu.

Das ist schonmal ein entscheidender Teil meiner Aussage. Und dein Wissen über Volkswirtschaftslehre ist beeindruckend - ich hätte mich bestenfalls an ein paar Namen erinnert, und eben an die Aussage, dass der Konsument bei dem Spiel durchaus auch "Pflichten" hat. Und alles was du sagst, über Transparenz, über "Wohlfühl-Angebote" für den Westen, über die komplizierter gewordene Welt, Vetrauenswürdigkeit von Stiftung Warentest/ADAC/whatever, usw, spricht mir aus der Seele, trotz meiner Ahnungslosigkeit auf dem Gebiet. Was ich mich aber frage: Hat der Konsument dennoch - zu einem etwas früheren Zeitpunkt - verpasst, irgendeine Entscheidung zu treffen, die ihm durchaus zumutbar gewesen wäre, die das verhindert hätte? Er hat's nicht verhindert, und der Mensch ist wie er ist, soviel ist klar. Meine Annahme falsifiziert sich dadurch von selbst. Aber: Warum? Was ist genau schiefgelaufen? Hätte es so laufen müssen? Was war genau die Fehlannahme der Ökonomen wie Smith? Hat der Konsument, der ja auch Wähler ist, seine Fehlentscheidungen auf dem Stimmzettel getroffen? Wie können wir das heute fixen?

>> Die hat er aber nicht (mehr?!), und wird sie auf absehbare Zeit nicht wiedererlangen.
> Diese Aussage ist mMn diskussionswürdig.

Diskussionswürdig ist immer alles, aber unsere beiden Sichten liegen eig. recht nah beieinander. Unsere gemeinsame Frage ist dann: Wo ist dem Konsumenten seine Fähigkeit abhanden gekommen, den Markt auf diese Weise zu steuern? Ich glaube auch nicht, dass die Leute biologisch heute mit weniger Hirn zur Welt kommen. Es hat selbstverständlich etwas mit Wissen zu tun, mit den Grundlagen, und mit der Komplexität. Aber wo war der Punkt, wo er sich hat abhängen lassen, und durch welchen Mechanismus? Hat er das zu einem früheren Zeitpunkt selbst verschuldet? Naja, meine Fragen von oben wiederholen sich hier inhaltlich...

> Die Verbraucher beeinflussen das Angebot indirekt. Die Kontrolle haben die Fertiger und Produzenten. Die haben letztlich den längeren Hebel, spätestens wenn sie stark zentralisiert sind, sprich Oligopole oder Kartelle bilden. [...] Gerade Lebensmittelmärkte sind in der BRD stark zentralisiert [...].

Wenn der Konsument sich aber einmal in diese Situation hat drängen lassen, hat er doch nach Smith irgendwo versagt, oder? Ob wir das jetzt Zombie nennen wollen oder nicht, nunja, da sind wir wieder an einer Nebensächlichkeit, über die wir uns ja nicht einig sein müssen...

> Man hat auch immer die Option, bei einem Großteil des Krams gar nicht erst mitzumachen.

Das ist ja klar; ärgerlich wird es imho dann, wenn bestimmte (Ersatz-)Angebote garnicht mehr gemacht werden - darüber waren wir uns ja scheinbar einig. Ich kann die Menschen um mich herum nicht ändern, und muss es hinnehmen. Aber ich muss es ja nicht toll finden.

>> Ich bin mal _sehr_ gespannt, wie viele Pointlessreleases Mozilla jetzt noch abwartet, bis sie "aus Gründen" nachziehen.
> Aber wenn es dann soweit ist, können Sie ja sagen: "Ich hab's doch gesagt." :)

Hm, ich weiß schon, was du meinst, aber daran kann ich nichts ändern. Ich habe erschreckend oft das Gefühl, mit solchen bösen Vorahnungen am Ende richtig gelegen zu haben (es muss nicht immer in der Folgewoche geschehen), und ich bin durchaus selbstkritisch genug, auch den Gegenfall zu erkennen, den es auch durchaus schonmal gibt. Das musst du mir nicht abkaufen; das wäre vermessen. Wir werden sehen, was kommt; nur die Zeit wird es zeigen. Ob es sich dann "technisch wirklich um das Gleiche handelt" wäre mir hingegen einerlei, wenn es auf ein ähnliches Resultat hinausläuft.

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