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Thema: Google gibt Chrome 80 frei

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Kommentare von Lesern spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wider.
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Von pointer am Do, 6. Februar 2020 um 10:09 #

Der Konsument kann sich im Regelfall nicht in ausreichender Tiefe mit einer Thematik auseinandersetzen um eine vollumfassende und kompetenzgesteuerte Entscheidung zu treffen. Das ist nicht seine Aufgabe - soll es aber auch nicht sein, er ist ja nur der Konsument.

D'accord. Allerdings: Der Konsument - und dazu gehören übrigens auch die, die sich hier offenbar in einer ganz eigenen, erhabenen Gruppe von Durchblickern sehen - hat überhaupt keine "Aufgabe". Jeder Mensch hat *Bedürfnisse und Wünsche*, die er befriedigen muss bzw. will. Das macht ihn zu einem Konsumenten, der Entscheidungen treffen muss. Und das ist auch schon alles.

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    Von klopskind am Do, 6. Februar 2020 um 14:30 #

    Ich erlaube mir mal, mich hier einklinken zu dürfen, da ich mich durch die Anmerkung im Nebensatz angesprochen fühle. (Nebenbei bemerkt, finde ich beiläufige Anmerkungen dieses Charakters für unangebracht, da sie nicht zielführend im Sinne einer sachlichen Auseinandersetzung sind.)

    tl;dr:
    Eine Aufgabe (vielleicht besser: Funktion) erfüllen Subjekte als Teil einer marktwirtschaftlichen Theorie in der Regel immer, hängt aber auch davon ab, wie man die Theorie aufsetzt und grundlegende Begriffe definiert. Anhand der Prämissen einer Theorie bzw. der Vereinbarkeit der Resultate wird die Anwendbarkeit bzw. Korrektheit beurteilt. Wenn die Prämissen in der Realität nicht zutreffen, ist die Theorie nicht auf die Realität anwendbar. Dass sie trotzdem als systemisch relevante Grundlage herangezogen wird, ist ein Problem für sich und wird viel kritisiert, in diesem Fall vielleicht zu wenig. Teil dieser Kritik ist, dass Menschen zumindest einen Teil jener Prämissen nicht erfüllen, sprich keine Funktion oder Aufgabe gemäß der theoretischen Systemdefinitionen übernehmen (können!), womit die Theorien mit jenen Prämissen in ihrer Gesamtheit nicht anwendbar wären. Darauf bin ich eingegangen.

    ---
    too long, read nevertheless please:

    Ich glaube, dass an dieser Stelle eigentlich ein größerer Konsens besteht, als Ihre Randbemerkung vermuten lässt, denn Ihr Einwand reduziert sich an dieser Stelle auf ein semantisches Argument des Begriffs der Aufgabe. Ich sprach aus einer theoretischen Sichtweise. Aus Sicht der mir bekannten staatstheoretischen und ökonomischen Lehren wird den allen Marktteilnehmern eine Funktion innerhalb eines möglicherweise rein gedanklichen Systems zugeordnet, um das jeweilige System zu definieren, über das philosophiert wird, überhaupt erst zu definieren. Die unterschiedlichen Funktionen der Subjekt eines solchen sind maßgeblich für die Definition und der daraus resultierenden Herleitungen von qualitativen Aussagen über ideale Konsequenzen. Eine reale Person, so die Theorie, würde sich in der Regel in mehreren solcher Subjekte widerspiegeln. Ein pure Unterscheidung in Konsumenten und Produzenten ist in der Realität nicht möglich. Diese Funktionen bedeuten nicht, dass die Subjekte tatsächliche Handlungen im System ausüben, die für die anderen Subjekte wahrnehmbar wären. Ein Marktteilnehmer muss nicht aktiv am Markt teilnehmen, er kann sich aus strategischen/spieltheoretischen Gründen entscheiden, passiv zu sein oder zu bleiben, sozusagen Marktbeobachter zu sein. Er könnte auch rein willkürlich sich dazu entscheiden, nicht daran teilzunehmen. Auch ein Boykott des Marktes wäre keine aktive Ausübung einer Handlung in einer Funktion, die für die anderen Subjekte direkt sichtbar sein muss, aber trotzdem prinzipiell einer Funktion zuzuordnen. Subjekte eines Systems, die nichts tun, sind zwar nicht besonders spannend, sind aber trotzdem da und haben Auswirkungen auf das Gesamtgeschehen. Eine Theorie, die ein System zur Proposition erklärt, dass solche Subjekte ignoriert oder gar erst nicht betrachtet, wäre sicherlich fragwürdig in Sinne der Anwendbarkeit auf die Realität.

    Eine solche Theorie müsste also die Eigenschaft erfüllen, dass, falls einem Subjekt keine Funktion explizit zugeordnet werden, automatisch eine neutrale/inaktive "Nullfunktion" zukommt, die die anderen Teilnehmer wahrnehmen oder nicht wahrnehmen können. In ersterem Fall besitzen sie also implizit doch eine zuzuordnende Funktion, die das System beeinflusst. In letzterem Fall könnte man solche Subjekte aus weiteren theoretischen Betrachtungen ausschließen, da sie keine Auswirkungen auf das System hätten. In der Realität werden sie dann allerdings Teil anderer Systeme. Das wird zu oft leider nicht aus wissenschaftlicher Sicht betrachtet, soweit ich weiß.

    Im Umkehrschluss ergeben die Theorien und deren Schlussfolgerungen keinen Sinn, wenn nicht wohl-definierte Subjekte darin existieren - sprich etwa Subjekte, denen keine Funktion gemäß der jeweiligen Theorie zuzuschreiben ist. Daher werden diese teils subtilen Voraussetzungen oft stillschweigend angenommen - je stillschweigender, umso unwissenschaftlicher und fahrlässiger.
    Genau dafür können meiner Meinung nach viele ökonomische Theorien kritisiert werden, und das wird ja auch getan.

    Springen wir in die Realität: Ob die Annahmen ökonomischer Theorien, die ihre Subjekte betreffen, in der Realität des Menschen tatsächlich zutreffen oder gerechtfertigt sind, ist ein ganz anderes Thema. Eine Person ist letztlich auch nur ein philosophisches Konstrukt des Menschen für einen Menschen.
    Genau an dieser Stelle gibt es viel Kritik - zurecht, wie ich finde. Einen Teil davon hatte ich bereits geäußert. Und genau an dieser Stelle, glaube ich, dass ein Missverständnis in der bisherigen Diskussion zu liegen scheint. Ich argumentierte nur aus den mit bekannten Theorien heraus. Dass die Theorien selbst mit signifikanten, nicht von der Hand zu weisenden Makeln behaftet sind, ist eine anderes Problem, was ich in meinen Kommentare durchaus auch angesprochen und bestätigt hatte. Ihre Kritik in Form einer Nebenbemerkung als Seitenhieb finde ich unangebracht.

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