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Mi, 5. Februar 2020, 14:05

Software::Kommunikation

CERN beendet Test von Facebook Workplace

CERN verabschiedet sich von Facebook Workplace, das aufgrund des fragwürdigen Datenschutzes ohnehin kaum Akzeptanz fand. Dessen Funktionalität wird nun von freier Software übernommen.

CERN, Large Hadron Collider

CERN

CERN, Large Hadron Collider

Im Oktober 2016 hatte Facebook ein zuvor nur intern genutztes Produkt unter dem Namen Facebook Workplace veröffentlicht. Facebook Workplace ist ein lizenzpflichtiges Produkt für den Desktop, das die Facebook-Funktionalität mit privaten und öffentlichen Gruppen für eine Echtzeitkommunikation, E-Mail-Benachrichtigungen und anderem erweitert. Um Organisationen wie CERN das Produkt schmackhaft zu machen, verzichtete Facebook zunächst einmal auf Lizenzgebühren. So startete auch in CERN ein ausgedehnter Test mit Facebook Workplace. Verschiedene Abteilungen arbeiteten dabei zusammen, testeten das Produkt systematisch und sammelten Rückmeldungen von den Nutzern. Diese waren nicht gerade überwältigend oder, wie CERN schreibt, »nicht immer positiv«. Viele Mitarbeiter verzichteten auf Facebook Workplace, da sie Facebook bezüglich dem Datenschutz von vornherein nicht vertrauten. Dabei lief die Software selbst auf internen Servern von CERN. Insgesamt ließen sich nur rund 1000 Mitarbeiter zu einer Nutzung von Facebook Workplace hinreißen, die Plattform verzeichnete nur 150 aktive Benutzer pro Woche.

Doch im letzten Jahr änderten sich die Bedingungen, wie CERN jetzt schreibt. Facebook forderte von CERN, entweder Lizenzgebühren zu zahlen oder eine kostenlose Ausgabe zu nutzen, die keine administrativen Rechte mehr bietet, kein Single Sign-On mehr ermöglicht und alle Daten an Facebook sendet. Beide Optionen waren für CERN unakzeptabel. Daher kündigte CERN Ende Januar das Ende des Tests an und wollte bis Ende Januar bereits alle (Daten-) Spuren von Facebook Workplace beseitigt haben.

Als Ersatz betreibt CERN Mattermost für Echtzeit-Kommunikation und Discourse für Diskussionen. Beide sind offenbar bereits länger in Betrieb. Als Ersatz für automatische E-Mail-Benachrichtigungen will CERN ein eigenes System sowie ein Newsletter-Werkzeug bereitstellen.

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