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Do, 6. Februar 2020, 08:13

Software::Distributionen::Debian

Debian diskutiert weiter über Systemd

Debian stellt das Logging-System standardmäßig von Rsyslog auf Journald aus dem Systemd-Paket um.

Software in the Public Interest (SPI)

Wenige Wochen nach der Grundsatzentscheidung in Debian über den Status von Systemd und das Maß an Unterstützung für andere Init-Systeme in der Distribution gibt es bereits wieder Grund für Diskussionen. Die Systemd-Betreuer in Debian haben beschlossen, mit der Aktualisierung auf Systemd 244.1-2 in Debian Unstable Journald, den Logging-Dienst von Systemd standardmäßig zu aktivieren. Das gab Systemd-Betreuer Michael Biebl am vergangenen Wochenende auf der Entwicklerliste bekannt.

Die Umstellung soll bei Upgrades und Neuinstallationen greifen und erstellt die Datei /var/log/journal, in der künftig alle Protokollmeldungen aus den verschiedenen Teilen des Systems zusammenlaufen und über das Werkzeug journalctl abgefragt werden können. Anwender, die es vorziehen, bei Rsyslog oder einer Alternative zu bleiben, erreichen dies durch die Befehle journalctl --relinquish-var; rm -rf /var/log/journal. Abhängig vom Feedback möchte Biebl die Priorität von Rsyslog von »important« auf »optional« herabsetzen lassen, damit es bei Neuinstallationen von Debian 11 »Bullseye« nicht mehr automatisch installiert wird.

Nach der Bekanntgabe der Änderung entspann sich schnell eine noch anhaltende Diskussion, die größtenteils eine ablehnende Haltung gegen diese Entscheidung annahm. Andere Distributionen nutzen Journald als Standard seit der Einführung von Systemd oder kurz danach. Debian tut sich wie immer schwer, wenn es um Systemd geht.

Die Diskussion auf der Debian-Liste zeigt, dass die Kritiker die Möglichkeiten von Journald gar nicht kannten. So fürchteten einige, dass seit Jahren eingespielte Abläufe nicht mehr funktionieren würden. Ein anderer Entwickler bedauerte, dass künftig nicht mehr alle auf E-Mail bezogenen Logs unter dem Pfad /var/log/mail zu finden seien.

Ein weiterer Kritikpunkt bezieht sich auf das binäre Format der Journald-Protokolle. In der Vergangenheit waren vereinzelt Protokolle nach Korruption des Dateisystems oder nach Abstürzen inkonsistent oder nicht mehr lesbar. Laut Biebl soll das mittlerweile nicht mehr vorkommen, da Journald beim Erkennen korrupter Logs ein neues Journal anlegt. Ein Entwickler fragte zudem, ob er den Entscheidungsprozess oder die Umfrage im Vorfeld dieser Entscheidung verpasst habe.

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Kommentare (Insgesamt: 78 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re[3]: "Du oder Sie?" (Verfluchtnochmal_5987108, Fr, 14. Februar 2020)
Re[2]: "Du oder Sie?" (bj, Fr, 14. Februar 2020)
Re[3]: "Du oder Sie?" (Verfluchtnochmal_5987108, Do, 13. Februar 2020)
Re[2]: "Du oder Sie?" (klopskind, Di, 11. Februar 2020)
Re[2]: Erstmal motzen..... (Verfluchtnochmal_5987108, Di, 11. Februar 2020)
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