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Do, 20. Februar 2020, 08:56

Gemeinschaft::Organisationen

GNU Social Contract Version 1.0 vorgelegt

Das GNU-Projekt versucht sich derzeit neu zu orientieren und entwirft dazu einen GNU Social Contract.

Victor Siame

Die Notwendigkeit einer Neuorientierung des GNU-Projekts erwuchs aus dem erzwungenen Rücktritt von Richard Stallman als Präsident der Free Software Foundation (FSF), die er zusammen mit dem GNU-Projekt 1983 gegründet hatte. Stallman ist zwar entgegen teilweise anderslautenden Informationen noch der Vorsitzende des GNU-Projekts (Chief GNUisance), jedoch setzte sich bei den Mitgliedern des Projekts die Meinung durch, das nach jahrelangen internen Diskussionen ohne praktische Ergebnisse eine Richtungsüberprüfung der zukünftigen Ziele notwendig sei. Im Blog von Mark J. Wielaard wurden die Ergebnisse der nun öffentlichen Diskussion über die Führung des Projekts im Dezember zusammengefasst.

Auch bei der FSF tat sich die Frage auf, wie etwa die Beziehung zum GNU-Projekt in Bezug auf die steuerliche Förderung, die technische Infrastruktur und die Zuweisung von Urheberrechten weitergehen soll. Zudem wurde das Fehlen einer umfassenden Richtlinie bemängelt, die die relativ großen Freiheiten der GNU-Entwickler innerhalb der von ihnen initiierten Projekte zusammenfasst. Darüber hinaus sollten auch Webmaster, Übersetzer, Infrastrukturbetreuer, Konferenzorganisatoren und weitere bezahlte oder freiwillige Mitarbeiter in die Neugestaltung mit einbezogen werden. Im Januar wurde nach langen Diskussionen ein erster Entwurf des neuen Sozialvertrags vorgelegt.

Die Rückmeldungen dieses Entwurfs wurden im Wiki des Projekts diskutiert und dokumentiert und resultierten jetzt in der Version 1.0 des GNU Social Contract. Neben der Bestätigung der vier Freiheiten definiert der Vertrag, dass die Entwickler bestrebt sind, die GNU-Pakete untereinander konsistent zu halten. Zudem wird die erweiterte Zusammenarbeit mit der breiten Gemeinschaft freier Software als Projektziel definiert, um dem Projekt eine stärkere Wirkung über GNU hinaus zu geben.

Allen Mitwirkenden soll eine belästigungsfreie Arbeitsatmosphäre ermöglicht werden. Jeder soll in der Lage sein »unabhängig von Geschlecht, ethnischer Zugehörigkeit, sexueller Orientierung, dem Erfahrungsgrad oder anderen persönlichen Merkmalen« bei einer der vielen Aufgaben des Projekts mitzuarbeiten. Bis zum 24. Februar sind alle GNU-Entwickler und Paket-Betreuer eingeladen, ihre Zustimmung oder Ablehnung des Dokuments kundzutun. Bisher haben 13 Mitglieder ihre Zustimmung erteilt, Ablehnungen gibt es bisher keine.

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