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Thema: GNU veröffentlicht Beschreibung seiner administrativen Strukturen

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Von Josef Hahn xh am Mo, 24. Februar 2020 um 13:14 #

Ich kann nur für mich persönlich sagen, dass ich ein Projekt unter Stallman als Benevolent Dictator jederzeit einem Projekt aus der Ecke der Pragmatiker vorziehen würde - wenn es grundsätzlich funktioniert. Natürlich ist die Idee schön, dass Mehrheitsentscheidungen zu guten Ergebnissen führen. Und viele würden das wahrscheinlich direkt unterschreiben, dass das auch so sei. Ich persönlich (und ich spreche hier nur für mich - das ist keine theoretische Abhandlung) sehe einen erdrückend deprimierenden Trend bei FOSS-Software, pragmatisch rumzuwieseln.

Die Tools bekommen dann hundert spezifische Connectoren an diesen und jenen ekeligen Clouddienst, S3 Storage hier, Dropbox da; nur WebDAV tut's nicht gescheit. Alles völlig bloated, damit diese Connectoren da auch toll dranpassen. Facebook muss auch überall dran, in die Tools selbst, und dreimal dick auf die Webseite. Tutorials müssen in Videoform auf Youtube liegen, usw usf. Überall bröselt es noch, aber Gmail und Chromecast oder Gwhatever sind schon liebevoll integriert.

Es sollte inzwischen doch jeder gemerkt haben, dass diese Dickbuden nur solange lieb und nett tun, wie es für sie strategisch geschickt ist. Sobald eine gewisse Schwelle erreicht ist, soll man sich dann durch deren Werbe- und Trackerverseuchten Webseiten klicken, sich unnötig an deren Clouddienste binden, und im Extremfall nur noch per App (oder Alexa-Plugin?!).

Mag man dann alles selbst nicht so richtig, wenn man mal fragt, aber dort erreiche man ja die Masse. Das scheint immer so das übergeordnete Ziel zu sein. Die Entwicklung koordiniert man dann vielleicht noch auf Slack. Natürlich kann das Ergebnis immernoch FOSS sein. Und ich gehöre auch nicht zu den Leuten, die wegen eines Binärblobs für Wifi oder die GPU keine ruhige Nacht mehr haben; aber diese pragmatische Anbiederei an diese fünf Dickbuden mag ich persönlich garnicht. So kann man sich auch selbst abschaffen... Und genau das passiert derzeit, wenn man es die Mehrheit machen lässt. Dann ist es mir persönlich (nochmal: es ist nur meine persönliche Sicht) lieber, wenn sich ein Projekt "zerreißt" in einen (wahrscheinlich größeren) Pragmatiker-Teil, und einen Teil, der langfristig im Sinne der Nutzer (das Ausliefern an diese Buden ist das nicht, schon allein weil alles verwanzt ist) und mit gewissen Prinzipien weitermacht.

Noch lieber wäre es mir natürlich, wenn die breitere Masse es mal wieder hinbekäme, richtige Entscheidungen zu fällen. Aber das Spiel ist wohl auf absehbare Zeit vorbei, weil die handvoll Schlawiner, die vom Lauf der Dinge profitieren natürlich auch gut darin sind, Meinungsmache zu betreiben. Wenn einem _die_ Plattform auf Erden gehört, durch die jegliche Kommunikation und gesellschaftlicher Diskurs geht, mag das dafür vorteilhaft sein.

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    Von Gna am Di, 25. Februar 2020 um 11:37 #

    Alles schön und gut - und abzüglich der Polemik auch richtig. Demokratisierung und Mitsprache können auch ein echtes Problem oder Teil des Problems statt seiner Lösung sein. Nur leider gibt es eben auch das andere Problem, dass einsame Entscheider absehbar und offensichtlich fragwürdige, falsche und sogar katastrophale Entscheidungen treffen. Und im Fall von RMS ist, denke ich, das Problem eben der letzteren Kategorie zuzurechnen, dass er seine offensichtlich persönlichen Steckenpferde reitet, was nun sicher nicht katastrophal, aber teilweise durchaus fragwürdig mit Tendenz zu falsch ist.

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