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Di, 25. Februar 2020, 13:03

Software::Multimedia

PipeWire 0.3 mit stabilen Schnittstellen

PipeWire, ein neues Multimedia-Framework für Linux, ist in Version 0.3 erschienen. Eine der vielen Neuerungen in dieser Version ist, dass die Programmierschnittstellen jetzt stabil sind. Neu ist auch der zwingend benötigte Sitzungs-Manager.

Die Jack-Anwendung Carla unter Pipewire

Christian Schaller

Die Jack-Anwendung Carla unter Pipewire

Fast zweieinhalb Jahre ist es her, dass PipeWire erstmals vorgestellt wurde. Die ursprüngliche Konzeption sollte es ermöglichen, die kommenden Herausforderungen für Video unter Linux zu handhaben. Mit dem Aufkommen von Wayland und Paketformaten wie Flatpak, die eine größere Sicherheit der Desktop-Anwendungen anstreben und daher eine starke gegenseitige Isolation der Anwendungen mit sich und dem System mitbringen, funktioniert das Teilen von Bildschirminhalten nicht mehr so einfach. PipeWire soll insbesondere drei Probleme lösen: das gemeinsame Nutzen von Video-Hardware durch mehrere Anwendungen, die Sicherstellung der Sicherheit dieser gemeinsamen Nutzung und die effiziente gemeinsame Nutzung von Multimedia-Inhalten durch mehrere Anwendungen gleichzeitig.

Inzwischen wurden die Ziele von PipeWire noch weiter gesteckt und auf Audio ausgedehnt. Letztlich soll PipeWire alle Video- und Audio-Systeme unter Linux vereinen. Es soll PulseAudio, ALSA und Jack, das von Profis verwendete echtzeitfähige freie Audiosystem, ersetzen. Mit Hilfe von Kompatibilitätsbibliotheken für diese System können die meisten Anwendungen mit PipeWire laufen. Zudem gibt es ein PipeWire-Plugin für GStreamer.

Die jetzt veröffentlichte Version 0.3 von PipeWire bringt einige wesentliche Neuerungen. Die Scheduling-Mechanismen wurden überarbeitet und sollen es nun möglich machen, die Jack-Kompatibilitätsschicht mit derselben Leistung zu nutzen wie Jack selbst. Auch die Programmierschnittstellen wurden noch einmal geändert. Sie wurden mit der neuen Version aber für stabil erklärt. Ab jetzt ist dafür gesorgt, dass die Entwicklungsdateien und Bibliotheken in getrennten Pfaden für jede Version liegen. Bei neuen Versionen von PipeWire werden daher bestehende Anwendungen nicht betroffen sein und ohne Änderungen weiter laufen.

Neu in 0.3 ist auch ein Sitzungs-Manager, der den PipeWire-Graphen, also den Datenfluss durch PipeWire, erzeugt und steuert. Der Sitzungs-Manager ist nun verbindlich. Aktuell ist er allerdings noch sehr einfach und nicht konfigurierbar. Er soll in kommenden Versionen erweitert oder ganz ersetzt werden.

Während die Kompatibilitätsbibliothek für ALSA jetzt ziemlich komplett ist, sind die für Jack und vor allem für PulseAudio noch unvollständig. Tests mit diesen Bibliotheken sind erwünscht, eine dauerhafte Umstellung der Anwendungen wäre jedoch verfrüht. Eine Anleitung zur Installation und Compilierung der neuesten Version von PipeWire findet man auf der PipeWire-Webseite.

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