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Thema: Fedora will die RPM-Datenbank RPMDB von Berkeley DB zu SQLite wechseln

39 Kommentar(e) || Alle anzeigen ||  RSS || Kommentieren
Kommentare von Lesern spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wider.
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Von kraileth am Di, 17. März 2020 um 08:55 #

Der große Zerstörer (Oracle) hat die bdb, wie nicht anders zu erwarten, weitestgehend versenkt. Mir ist Version 6 davon in freier Wildbahn ehrlich gesagt noch nie untergekommen, während verschiedene Projekte nachwievor auf Version 5 festkleben.

FreeBSD hat seit ca. 2012 ein modernes Paketsystem, dessen Datenbank auf SQLite aufsetzt. Ich kann mich an eine handvoll Systeme erinnern, die damals beim Konvertieren Probleme machten - aber das war jeweils die Schuld der alten Paketdatenbank, die irgendwelche Inkonsistenzen aufwies, so daß man da händisch ran mußte. Seit der Umstellung ist hingegen alles wunderbar und ich habe mit den Paketdatenbanken keinen Ärger mehr gehabt.

RPM ist von allen Paketsystemen, mit denen ich gearbeitet habe, eines der beiden, die ich am wenigsten mag (es ist ein Dinosaurier und man muß, um fair zu sein, anerkennen, daß es einer der ganz frühen Vertreter ist und spätere Systeme natürlich die Chance hatten, Dinge besser zu machen). Aber zu diesem Schritt möchte ich sie beglückwünschen: Gute Entscheidung!

(So, und jetzt warte ich darauf, daß einer der GNU-Trolle mir erklärt, warum es eine saublöde Idee ist, nicht auf die AGPLv3 (die doch so toll ist, obwohl sogar Oracle sie freiwillig nutzt...), sondern auf eine erfolgreiche pubdom (!) -Software zu setzen.)

  • 1
    Von Yugga am Di, 17. März 2020 um 10:30 #

    Jemand sagte mal was von Krebsgeschwuer...bei der AGPL hatte er da aber sowas von recht ;)

    • 0
      Von Humble Bundle am Di, 17. März 2020 um 10:41 #

      Die Re-Lizensierung war nur möglich, weil der Code zuvor unter der BSD-Lizenz stand.

      Dagegen dürften BSD-Lizenz-Fans jetzt wirklich nichts einzuwenden haben, das ist halt die vielgerühmte "Freiheit" der BSD-Lizenz. :D

      • 0
        Von kraileth am Di, 17. März 2020 um 10:49 #

        Nein, Freunde permissiver Lizenzen sind damit ziemlich sicher einverstanden: Es geht hier sogar für das RedHat-Universum von BSD nach gemeinfrei (dank AGPL). Die Richtung stimmt somit absolut: Mehr Freiheit, weniger Anwalt. :up:

        0
        Von Yugga am Di, 17. März 2020 um 11:40 #

        Du kannst auch von GPL nach AGPL gehen wenn Du den Inhaber der software bist, Oracle ist Inhaber von Sleepycat und kann die Software in jede Lizenz umwandeln die sie wollen, da braucht es kein erlaubter Lizenz-migration-pfad, ja sie koennten sogar von GPL zu irgendeiner prop. Lizenz gehen.

        • 0
          Von Manuela am Di, 17. März 2020 um 12:18 #

          Berkeley DB originated at the University of California, Berkeley as part of BSD

          • 0
            Von Tobias_SP am Di, 17. März 2020 um 12:28 #

            Ändert nichts an der Tatsache, dass einzig der Rechteinhaber die Lizenz ändern kann. Wenn die University of California ihre Rechte an der Berkeley DB an Oracle verkauft hat, steht es Oracle frei die Berkeley DB unter jeder x-beliebigen Lizenz zu vertreiben.

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            Von kraileth am Di, 17. März 2020 um 12:28 #

            Korrekt, deswegen heißt sie so!

            Zu ihrer Zeit war sie sicher auch ziemlich gut, weswegen sie dann von Sleepycat weiterentwickelt wurde. Heute braucht man sie aber offensichtlich immer weniger, da es für viele Anforderungen geeignetere Alternativen gibt. Es kann jeder Software passieren, daß sie irgendwann Stück um Stück von einer anderen abgelöst wird. In diesem Fall von SQLite. Die einzigen, denen das Herz schwer werden dürfte, sind Nostalgiker. Bestimmt irgendwie mit Recht, aber darauf nimmt die Entwicklung keine Rücksicht.

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            Von Yugga am Di, 17. März 2020 um 12:41 #

            später von der Firma Sleepycat vertrieben, die das Produkt unter eine eigene Copyleft-Lizenz stellte.
            Und sleepycat wurde dann von Oracle gekauft

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              Von Berichtiger am Di, 17. März 2020 um 13:49 #

              später von der Firma Sleepycat vertrieben, die das Produkt unter eine eigene Copyleft-Lizenz stellte.
              Und sleepycat wurde dann von Oracle gekauft

              FAST richtig: Die Firma Sleepycat nahm den BSD-Code von Berkeley, entwickelte den weiter und stellte den dann unter eine andere Lizenz.
              Von der Universität Berkeley wurde nichts "gekauft", das war nicht notwendig.

        0
        Von Yugga am Di, 17. März 2020 um 11:44 #

        Und ja, BSD Fans sind mit Oracle einverstanden und sehen dass Version 6 nicht genutzt wird....point taken
        SQlite ist unter PublicDomain und nun rate mal was der PD am naechsten kommt? :D

        • 1
          Von Tobias_SP am Di, 17. März 2020 um 12:30 #

          Natürlich die ISC Lizenz.

          • 0
            Von Yugga am Di, 17. März 2020 um 12:42 #

            Ohhhyess :love:

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            Von klopskind am Di, 17. März 2020 um 22:31 #

            Die ISC-Lizenz ist wirklich verdammt nah dran, aber ich denke WTFPL, CC0, Unlicense und 0BSD sind noch näher am Konzept von public domain dran. Quelle

            Die WTFPL ist aus meiner laienhaften Sicht aber nicht wirklich juristisch seriös.

            • 1
              Von Martin R. am Mi, 18. März 2020 um 09:54 #

              CC0 gibt's nur im angesächsischen Common Law und ist anderswo problematisch.

              Der Rechtsbegriff Public Domain[16] steht im angelsächsischen Common Law für „frei von Urheberrechten“. Die Bedeutung englischer Begriffe wie Copyright und Public Domain kann nicht ohne weiteres auf die deutschen Begriffe „Urheberrecht“ und „Gemeinfreiheit“ übertragen werden.

              So kennt das angelsächsische Copyright kein ausdrückliches Urheberpersönlichkeitsrecht, das in kontinentaleuropäischen Rechtsordnungen dazu führen kann, dass trotz Gemeinfreiheit einer Schöpfung bestimmte Nutzungsformen im Einzelfall als Verletzung von Persönlichkeitsrechten des Urhebers unzulässig sein können; in Frankreich sogar mit ewiger Dauer. Aus demselben Grund ist eine Aufgabe des Copyrights und die Entlassung eines Werkes in die Public Domain unproblematisch, während sie in Kontinentaleuropa umstritten und nach der herrschenden Meinung unzulässig ist.

              • 0
                Von klopskind am Mi, 18. März 2020 um 10:57 #

                Danke, aber genau jener Problematik bin ich mir bewusst.

                Aus Ihrem Zitat geht nicht hervor, dass die CC0 nur im angesächsischen Common Law existieren würde. Ich glaube, Sie verwechseln hier die CC0 mit public domain. Ein entsprechender Quellverweis fehlt, aber das hilft inhaltlich nichts zur Sache.

                Übrigens gibt es die CC0 nicht nur im angesächsischen Common Law, eben weil das juristische Konzept der public domain nicht weltweit existiert. Zitat:

                Besides licenses, Creative Commons also offers through CC0 a way to release material worldwide into the public domain.[25] CC0 is a legal tool for waiving as many rights as legally possible.[40] Or, when not legally possible, CC0 acts as fallback as public domain equivalent license.[40]
                Quelle

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        Von Tobias_SP am Di, 17. März 2020 um 12:25 #

        Die BSD-Lizenz erlaubt keine Re-Lizensierung, nur der Rechteinhaber kann eine Lizenzänderung vornehmen.

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          Von Berichtiger am Di, 17. März 2020 um 16:49 #

          Der TCP/IP-Stack in Windows NT 3.1 enthält BSD-Code.

          Wenn nur der Rechteinhaber kann eine Lizenzänderung vornehmen kann: Wer genau hat die Lizenz von BSD zu Microsoft proprietär geändert?

          • 0
            Von Yugga am Di, 17. März 2020 um 17:55 #

            Die BSD-2 (freebsd) sagte exact dass:

            Weiterverbreitung und Verwendung in nichtkompilierter oder kompilierter Form, mit oder ohne Veränderung, sind unter den folgenden Bedingungen zulässig:

            Weiterverbreitete Software-Quelltexte müssen den obigen Copyright-Vermerk, diese Liste der Bedingungen und die ihnen folgende Haftungsklausel enthalten.

            Weiterverbreitete kompilierte Exemplare müssen den obigen Copyright-Vermerk, diese Liste der Bedingungen und die ihnen folgende Haftungsklausel in der Dokumentation und/oder anderen Materialien, die mit dem Exemplar verbreitet werden, enthalten.

            Basta

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              Von Tobias_SP am Di, 17. März 2020 um 19:01 #

              Exakt. Und damit bleiben BSD lizenzierte Quelltexte auch stets BSD lizenziert. Nur der Rechteinhaber kann/darf die Lizenz ändern.

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                Von Jockel am Di, 17. März 2020 um 20:55 #

                Richtig. Veränderungen am Quellcode unterliegen nicht der BSD-Lizenz, sondern ausschließlich der Lizenz des Rechteinhabers der Änderungen.

                Wenn das Programm ausschließlich kompiliert vertrieben wird (wie bei Windows NT), dann reicht es die BSD-LIzenz inklusive der Originalautoren irgendwo in der Dokumentation zu verstecken.

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Von Humble Bundle am Di, 17. März 2020 um 09:40 #

Berkeley DB originated at the University of California, Berkeley as part of BSD

Natürlich hat man keinen Rechtsanspruch auf Oracles Berkeley DB, sondern etwas viel besseres: Freiwilligkeit aus einer zumindest teilweisen Einsicht heraus! Ich mag das negative Menschenbild der GPL nicht. Sie nimmt den Menschen die grundlegendste Freiheit - nämlich jene, selbst eine Entscheidung zu treffen.

Aus eurer Sicht ist es richtig, den Menschen zum Guten zu zwingen, aus meiner ist dies grundfalsch. Weniger aus dem Grund, daß Menschen mit Selbstachtung gegen solchen Zwang aufbegehren werden. Mehr aber einfach deswegen, weil eine charakterliche Entwicklung hin zur selbständig ethisch handelnden Person dadurch verunmöglicht wird, daß jemand anders eine Entscheidung getroffen hat, der ich mich einfach beuge. Das erzeugt sklavische Wesen und ist eines Menschen unwürdig.

Natürlich kann man Freiheit mißbrauchen. Permissive Lizenzen laden - da sind wir uns vermutlich einig - dazu ein. Aber das ist Teil einer Entwicklung. Gib einem Unreifen die Möglichkeit, den ganzen Kuchen allein zu essen oder zu teilen. Wenn die Gier siegt, werden die Bauchschmerzen bei allen bis auf die Allerdümmsten einen Lernprozess in Gang setzen. Ich halte meine Kinder natürlich davon ab, auf die heiße Herdplatte zu fassen, weil das wirklich gefährlich ist. Aber Fehler zu machen? Nie im Leben. Sie haben ein Recht darauf! So aber sollte es auch mit dem Recht und mit den Lizenzen sein: Das absolut Notwendigste regeln, den Rest den Menschen überlassen.

  • 1
    Von kraileth am Di, 17. März 2020 um 10:08 #

    Wenn nicht ich das ursprünglich geschrieben hätte, würde ich jetzt sagen: Daumen hoch, so sehe ich das auch! Aber so, ohne irgendeine Eigenleistung, leider paßt es nur bedingt zum Thema.

    • 1
      Von Humble Bundle am Di, 17. März 2020 um 10:22 #

      Offensichtlich zeigt Oracle da keine "Einsicht" den Code zur Verfügung zu stellen? Auch die "Entwicklung hin zur selbständig ethisch handelnden [juristischen] Person" ist da offensichtlich völlig fehlgeschlagen? Wie kann das nur sein? :D

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        Von kraileth am Di, 17. März 2020 um 10:30 #

        Genauer lesen: Sie stellen den Code zur Verfügung. Sogar unter Bedingungen, die der GNU-Herde absolut Recht sein müßten.

        Daß bei Oracle so einiges fehlgeschlagen ist, möchte ich gar nicht bestreiten, verstehe den Einwand aber nicht. Sind alle Verantwortlichen verstorben und mithin zu einer weiteren Entwicklung nicht mehr in der Lage? Hat irgendjemand behauptet, es würde quasi über Nacht alles gut? Oder daß in ihrer Entwicklung notwendigerweise alle gleich weit sein müßten? Es gibt heute noch vereinzelt Stammesgesellschaften auf der Erde, deren Weltsicht auf einer animistisch-magischen Stufe stehengeblieben ist. Und nun? Ist deshalb die Menschheit als solche nicht entwicklungsfähig und wir müßten ganz dringend dazu übergehen, Zwang auszuüben?

        • 1
          Von Humble Bundle am Di, 17. März 2020 um 10:37 #

          Ist deshalb die Menschheit als solche nicht entwicklungsfähig und wir müßten ganz dringend dazu übergehen, Zwang auszuüben?

          Das Thema ist nicht "die Menschheit", sondern Oracle und Berkeley DB:

          Börse Online: Oracle-Aktie: Margenwunder - Warum Anleger zugreifen sollten

          Und warum genau sollte sich Oracle jetzt in Deinem Sinne "entwickeln", wenn der Aktienkurs auch so steigt? Oracle ist eine Firma und kein Ideologieverein.

          • 1
            Von kraileth am Di, 17. März 2020 um 10:45 #

            Ich gebe einem bissigen englischen Netzmagazin Recht, die in Bezug auf Oracle von „the vendor formerly known as Satan“ sprachen. Aus meiner Sicht dürfte das eine der letzten Firmen sein, bei denen Einsicht zu erwarten ist. Aber irgendjemand muß der letzte sein, insofern paßt das schon. ;)

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            Von Markus B. am Di, 17. März 2020 um 11:24 #

            wenn der Aktienkurs auch so steigt
            Ähem..der Aktienkurs von Oracle schaut aktuell so aus:

            https://www.reuters.com/companies/ORCL.N/charts

            Ich sehe 30% Kursverlust seit deinem verlinkten Artikel. "Empfehlung: kaufen", bwhaha.

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              Von Yugga am Di, 17. März 2020 um 11:47 #

              Was nichts anderes heisst dass Du nach diesem Corona-hype mindestens um 30% mehr in der tasche hast...investiere einfach nur das Geld auf welches Du 3-4Monate verzichten kannst.

              0
              Von Humble Bundle am Di, 17. März 2020 um 12:23 #

              Ich sehe 30% Kursverlust seit deinem verlinkten Artikel. "Empfehlung: kaufen", bwhaha.

              Schon 'mal was von "Corona-Virus" gehört?

              Ändert übrigens nichts daran das der Ex-BSD Code jetzt nicht mehr unter der BSD-Lizenz steht, bwhaha :D

              • 0
                Von kraileth am Di, 17. März 2020 um 12:46 #

                Ich möchte Dir nur sehr ungern den Spaß verderben, aber deine Behauptung ist falsch. Der Code steht selbstverständlich noch immer unter der BSD-Lizenz (wie sollte er auch nicht?).

                Bitteschön und viel Spaß damit. Kann sein, daß Du eine dicke Staubschicht wegpusten mußt, falls Du kein 4.4BSD-System oder ein anderes *nix aus diesen Tagen zur Hand hast. Aber es ist alles noch da, wenn Du es wirklich brauchst. Und selbstverständlich steht es Dir ebenso frei, etwas daraus zu machen, so wie Sleepycat es erfolgreich getan haben.

                0
                Von Yugga am Di, 17. März 2020 um 13:00 #

                Bis version 2 ist es BSD-Lizensiert und wird wegen kompatibilitaetsgruenden mit den BSD-OS's vertrieben.
                MongoDB war AGPL und wird jetzt unter der SSPL vertrieben bwahaha :D

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Von Reini Urban am Mi, 18. März 2020 um 07:58 #

Hoffentlich disablen sie dann aber endlich die schlimmsten security vulnerabilities: https://research.checkpoint.com/2019/select-code_execution-from-using-sqlite/

sqlite ist ein ziemlicher hack, und für so eine Anwendung eigentlich nicht zu empfehlen.

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