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Thema: »Windows Subsystem for Linux 2« unterstützt GUI-Anwendungen

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Kommentare von Lesern spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wider.
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Von PeterPawn am Mi, 20. Mai 2020 um 18:04 #

Dieser Kommentar gehört vor meinen Erstrn

Was verstehst du unter Kommerzialisierung von Linux?
Das alle Treiber und Blobs von bezahlten Angestellten aus Gewinn-orientierten Unternehmen stammen?

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    Von kraileth am Mi, 20. Mai 2020 um 18:48 #

    Bei Linux sind gefühlt immer stärker kommerzielle Interessen die Triebfeder für die Weiterentwicklung. Ich habe persönlich weder Zeit noch technisch ausreichende Kenntnis, um die Kernel-Mailinglisten halbwegs regelmäßig zu lesen. Deswegen auch „gefühlt“. Aber dieses Gefühl hat nicht nur mich beschlichen, sondern es gibt gar nicht so wenige Leute, die es ganz ähnlich sehen und sich teilweise sogar schon nach anderen Systemen umsehen.

    Da sind die Leute, die einen Patch einreichen, der dann von der zuständigen Person abgewiesen wird, weil diese zufällig für Konzern-XY arbeitet, die da noch etwas eigenes in der Schublade haben, das sie demnächst auf den Tisch legen wollen. Oder jene, die eigentlich lieber einen Weg gehen würden, der aber mit RedHats Ideen kollidiert und deswegen komplett chancenlos ist. Nicht einmal Canonical hatte genügend Gewicht, um mit ihrem Upstart gegen Systemd anstinken und es in Debian platzieren zu können. Wie viel weniger haben kleinere Spieler irgendeine Chance, etwas zu tun?

    Dazu kommt, daß die Großen ziemlich rücksichtslos sind. Ja, es ist Open-Source, man kann Dinge selbst anpassen - und wenn man es tut, dann wird intern im Kernel etwas geändert und es heißt hohnlachend ‚tja, auf Dinge, die außerhalb entwickelt werden, können wir keine Rücksicht nehmen!“.

    Das mit den Treibern finde ich weniger tragisch, bzw. eigentlich sinnvoll, daß Unternehmen, welche Linux einsetzen, auch etwas beitragen. Das Problem ist eher, daß sich sehr ungleiche Mächte herausgebildet haben. Linux ist vieles, aber kein freundliches Ökosystem für alle und jeden. Der Unix-Scheich hat mit seinen provokanten Beiträgen eine Diskussion angeheizt, die ohnehin gerade an Fahrt aufnimmt. Ich komme vielleicht etwas negativer rüber, als nötig, aber ich sehe Linux, das ich einmal geliebt habe, einfach in keinem guten Fahrwasser mehr. Vielleicht täusche ich mich, vielleicht ist es aber auch ganz gut, wenn durch Borniertheit und Geldinteressen eine Veränderung möglich wird. Monopole nun nicht gut. Auch nicht wenn sie quelloffen daherkommen.

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      Von Xyla am Do, 21. Mai 2020 um 11:35 #

      Nicht einmal Canonical hatte genügend Gewicht, um mit ihrem Upstart gegen Systemd anstinken und es in Debian platzieren zu können.

      Ist Upstart jetzt wenigstens in DingensBSD integriert? Angeblich ist DingesBSD ja so etwas von frei und jeder noch so kleine Wicht kann zum Kernel beitragen?

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        Von yagga am Do, 21. Mai 2020 um 12:05 #

        Nein ist es zum glueck nicht und das ist auch gut so, und ja du kannst einfach so bei BSD mitmachen, wenn du nicht ganz dumm bist, nimmt sich dir sogar ein mentor an (der hilft dir und scheisst dich nicht zusammen und stellt dich blos wie dass in anderen Projekten der fall ist) und wenn er denkt dass du selber fliegen kannst bekommst du das commit-bit.

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        Von kraileth am Do, 21. Mai 2020 um 15:54 #

        Es gibt meines Wissens kein BSD mit Upstart und ein Wechsel darauf wäre auch nicht attraktiv. Die BSDs nutzen nicht das alte SysV-init, das unter Linux gängig war, bevor Ubuntu es durch Upstart ablösen wollte und Herr Pottering dann mit Systemd um die Ecke kam. Sie haben das BSD-init-System rc.d, das in seiner jetzigen Form in NetBSD entstanden ist und sich dann verbreitet hat.

        Slackware z.B. nutzt auch rc.d, das ist aber eher ein Hybrid. Es gibt verschiedene Ansätze in den BSDs, das Init-System zu modernisieren, aber da sieht es eher nach OpenRC aus (wurde durch Gentoo populär, kommt aber tatsächlich auch aus der BSD-Welt) - wobei die Mehrheit der Entwickler und Anwender keinen Grund sehen, nicht beim bewährten rc.d zu bleiben. Ich habe hier eine Minderheitsmeinung, aber ich kann die andere Seite durchaus verstehen.

        Upstart anzunehmen wäre auch aus anderen Gründen wenig sinnvoll - selbst Canonical hat es fallenlassen, nachdem sie den Kampf verloren haben. Dazu kommt, daß es GPL-lizenziert ist, und dergleichen packen sich die meisten BSDs nicht gerne freiwillig ins Basissystem.

        Ansonsten: Wenn Du etwas davon verstehst, kannst Du selbstverständlich auch zum Kernel beitragen. Wie schon in der anderen Anwort gesagt wurde: Man würde sich über Deinen Beitrag freuen, Dich einarbeiten und in die Familie aufnehmen, wenn Du magst und etwas kannst. Der Ton ist dabei nicht zu vergleichen mit dem bei Linux üblichen. Wenn Du allerdings extrem anderer Meinung bist als nahezu alle anderen und trotzdem versuchst, Dein Ding durchzuziehen - dann passiert das, was passieren muß und Du mußt es eben außerhalb des Hauptprojektes machen (siehe z.B. M. Dillon und DragonFlyBSD). Aber auch da ist man sich untereinander durchaus verbunden, obwohl man sich zunächst im (technischen) Streit gentrennt hatte.

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      Von beccon am Do, 21. Mai 2020 um 11:59 #

      Das war zu jeder Zeit der Fall - schon bei SuSE und RedHat. Das ist auch nichts verwerfliches. Das Geschäftsmodell ist nur ein anderes als das was Microsoft früher massiv vertreten hatte.

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      Von Ja ja am Do, 21. Mai 2020 um 13:41 #

      Bei Linux sind gefühlt immer stärker kommerzielle Interessen

      Was hat das alles mit WSL zu tun?
      Ach ja : nichts.

      Und was BSDler alles schon so zu Linux bemerkt haben: Ja ja ...

      Geh halt zu Windows oder mach's mit $irgendeinem BSD ... wen interessiert das überhaupt?

      Wie und ob dir die Entwicklung von Linux persönlich zusagt oder nicht: wen interessiert das überhaupt?

      Wenn man sich Monopole einbildet, sollte man seinen Aluhut polieren und fertig. Vielleicht kann ja auch Mel Gibson helfen. Ich bezweifele aber, das Julia Roberts da mit macht.

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        Von kraileth am Do, 21. Mai 2020 um 16:15 #

        Nicht vorschnell aufgrund des eigenen Unvermögens, etwas zu verstehen, darauf schließen, es könne da nichts zu verstehen geben... WSL hat eine ganze Menge mit dem Thema zu tun.

        Ganz knapp zusammengefaßt: Microsoft und die Linux-Gemeinschaft waren über lange Jahre wie Feuer und Wasser. Das hat sich in den letzten Jahren geändert und etliche Linuxer haben erstaunt festgestellt, daß „die Hölle zugefroren“ sei. Es gibt aber gar nicht so wenige Stimmen, die darüber nicht ausschließlich glücklich sind, sondern Gefahr wittern und mahnen, mindestens wachsam zu bleiben. Das war der Ausgangspunkt. Und ja, ich stimme den Mahnern zu und sage ebenfalls, daß Linux womöglich nicht auf dem glücklichsten Weg ist.

        Danke für den Tip mit Windows oder einem der BSDs. Ersteres ist nicht möglich, da ich der Lizenz nicht zustimme, massive Datenschutzbedenken habe, der Quellcode nicht vorliegt und das System aus meiner Sicht strukturell unbrauchbar ist. Und das mit den BSDs würde ich ja einfach mal machen - wenn ich nicht vor ein paar Jahren alle meine Rechner auf *BSD umgestellt hätte. Der Vorschlag kommt also auch ein bißchen spät (dafür kann ich mir aber auf die Fahne schreiben, selbst draufgekommen zu sein! ;)).

        Auf die Frage, wen es interessiert, ob mir die Entwicklung von Linux zusagt: Dich offensichtlich. Sonst wäre das wohl keinen Kommentar wert gewesen.

        Oh, und einfach mal die Augen aufmachen und die Welt mit wachem Verstand betrachten. Wenn Du dann keine Monopole siehst, tut's mir wirklich leid.

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          Von Ja ja ... am Do, 21. Mai 2020 um 16:36 #

          Und das mit den BSDs würde ich ja einfach mal machen

          Nein, danke. Was ich mit AIX & Co. einst beruflich erleben durfte, reicht mir bis zum Ende aller Tage. Zum Glück haben wir diese Server dann auf SLES umgestellt und von da ab war störungsfreier 24/7-Betrieb über viele Jahre hinweg der Regelfall.

          Wenn Du dann keine Monopole siehst, tut's mir wirklich leid.

          Erinnert ein wenig an die "Argumente" derer, die Corona für eine Erfindung halten, weil irgendwer die Weltherrschaft sucht.

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            Von kraileth am Do, 21. Mai 2020 um 22:19 #

            Es hat schon Gründe, warum die kommerziellen Unices regelrecht weggefegt wurden. Ich kann keine eigene Erfahrung mit AIX oder HP-UX vorweisen, werde mich also weder zu deren Anwalt machen, noch den Stab darüber brechen. Wie Du jetzt aber von BSD zu den proprietären Unices kommst, die SysV-basiert (und damit Linux näher als BSD sind), ist mir nicht ganz klar.

            Zu SLES kann ich nicht viel sagen, aber SuSE (vor „open“) war damals mein Einstieg in die Linux-Welt (und ich hatte „a lot of fun“). Ich kannte damals nichts anderes und kam halbwegs schnell klar, aber rückblickend war das vermutlich genügend SuSE für mein restliches Leben und ich bin, nachdem ich mir das erste andere Linux angesehen hatte, niemals wieder ernsthaft in die Nähe der Nürnberger gerückt. Geschmackssache, schätze ich.

            Hinsichtlich der Monopole: Bitte wirf einen Blick auf die Statistiken über den geschätzten Einsatz von Betriebssystemen auf Servern, auf Desktops und auf mobilen Geräten. Findest Du wirklich überall mehr als eine handvoll, die in relevanter Menge vertreten sind? Auf dem Desktop kann man mit viel gutem Willen von einem Duopol Microsoft-Apple sprechen. Eigentlich haben wir es eher mit einem quasi-Monopol von MS zu tun. Im Mobilbereich haben wir ein Duopol Google-Apple und auf dem Server gibt es Linux und dann ganz lange nichts. Wenn Du darin eine gesunde Vielfalt siehst, tut's mir - wie gesagt - leid. Das ist dann einfach Realitätsverleugnung. Dazu braucht man keine „Diskussionen“ über die Existenz oder angebliche Nichtexistenz/5G-Nebenwirkung/Impfmaffiaverschwörung irgendwelcher Pandemien. Auch finde ich es mindestens ein wenig unsachlich, wenn Du versuchst, meine marktbezogenen Bedenken bei der Betriebssystemverteilung auf diese Weise abzukapseln. Aber bitte, Deine Freiheit.

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              Von RubiKa am Mo, 25. Mai 2020 um 13:52 #

              Es hat schon Gründe, warum die kommerziellen Unices regelrecht weggefegt wurden.

              Es hat vorallem einen Grund, und der fängt leider mit L an :(

              Ich kann keine eigene Erfahrung mit AIX oder HP-UX vorweisen
              Zu SLES kann ich nicht viel sagen

              Ah das erklärt so manche deiner Theorien....

              Eigentlich haben wir es eher mit einem quasi-Monopol von MS zu tun.

              Das "quasi"-Monopol liegt inzwischen bei um die 75% von urprünglich mal fast 99%. In den letzten 10 Jahren hat Microsoft über 20% Marktanteile auf dem Desktop eingebüßt!!! Monopol kann man das eigentlich nicht mehr nennen, eher Dominanz ;P

              Eigentlich haben wir es eher mit einem quasi-Monopol von MS zu tun. Im Mobilbereich haben wir ein Duopol Google-Apple und auf dem Server gibt es Linux und dann ganz lange nichts. Wenn Du darin eine gesunde Vielfalt siehst, tut's mir - wie gesagt - leid.

              Naja, wir hatten schon fast 99% Microsoft, von daher sehe ich da mit Apple, Google und vorallem Linux (mit unterschiedlichen Distributionen, also mehreren Playern) auf den Servern schon wieder etwas mehr Vielfalt, als noch vor ~10-15 Jahren.

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            Von yugga am Sa, 23. Mai 2020 um 13:26 #

            Was hat dann BSD mit AIX zutun? Und war es jetzt stoerungsfreier betrieb oder Regelfall?

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