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Thema: »Windows Subsystem for Linux 2« unterstützt GUI-Anwendungen

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Kommentare von Lesern spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wider.
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Von kraileth am Do, 21. Mai 2020 um 21:35 #

*Augenroll* Selbst als ich noch selbst Pinguin war, habe ich die Verbissenheit einiger Mitpinguine nie verstanden. Ja, wenn's um die Technik geht, von mir aus auch um Lizenzen oder weltbewegende Dinge wie die Tatsache, daß selbstverständlich eigentlich jeder Vi nutzen sollte (natürlich nicht Vim! Überhaupt: Wer Pfeiltasten auf der Tastatur hat, der hat bekanntlich UNIX gar nicht verdient!!1)...

Aber in Sachen Open-Source-Kultur? Wo ist der Pioniergeist geblieben, der völlig frei damit umgeht, daß man seinen Röhrenmonitor zerstört hat, weil man Xfree86 falsch konfiguriert hat? Daß man natürlich mal mit dd ein Gerät überschrieben hat, das man eigentlich noch gebraucht hätte? Daß man aus eigener Erfahrung weiß, in welchem Zustand ein System ist, wenn man das Paket deinstalliert, welches die glibc bereitstellt? Warum immer bierernst und verbissen, nie mal über sich selbst lachen können, wenn man (zurecht) aufgezogen wird?

Ich vermisse übrigens Deinen Versuch, mit einem beleidigten Teufelchen umzugehen (auch wenn ich noch nicht viele erlebt habe - wir kennen die Nachteile unserer Systeme und gehen damit üblicherweise relativ ehrlich um)! Oder zumindest den Versuch, mich zu einem zu machen. Möchtest Du mir nicht wenigstens sagen, daß mein Betriebssystem auf Deiner Hardware nicht läuft oder mindestens die Drahtlosverbindung nicht geht? Daß Dein Linux Suspend/Resume vernünftig beherrscht? Ihr K8s habt? Wir nicht mal Netflix schauen können, obwohl die deren Orange Boxes unter FreeBSD laufen? Irgendwas in der Richtung? Ich meine, es ist wirklich nicht schwer, von einer mit Aufmerksamkeit und Geld überfluteten Plattform, wie Linux sie ist, mit dem Finger auf die altersschwachen, ausgemergelten und sterbenden BSDs zu zeigen - oder etwa doch?

Die illumos-Gemeinschaft ist in der Tat sehr klein und auch bei den BSDs ist's erheblich familiärer als unter Linux. Insofern ist die Allegorie nicht völlig daneben. Beide scheinen allerdings wieder zu wachsen, weil sich doch immer mal wieder Menschen mit Grausen von Linux abwenden, wenn sie beginnen zu verstehen, wie UNIX eigentlich mal gedacht war. Ich habe mit einigen Neuankömmlingen bei FreeBSD zu tun haben dürfen und kann sagen: Die Leute, die da kommen, sind nicht die schlechtesten ihrer Zunft. Manche verabschieden sich dann weiter Richtung OpenBSD, viele andere sind undogmatisch genug, Linux und BSDs dem „für jede Aufgabe das beste Werkzeug“-Ansatz gemäß in ihrem Zuständigkeitsbereich zu mischen.

...und am Ende des Tages sind wir bei aller Stichelei und allen etwas nachdrücklichen Standpunkten Freunde im Open-Source-Bereich. Betriebssysteme sind eine wirklich ernste Sache - wir sollten sie mit mehr Humor nehmen. ;)

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    Von RubiKa am Mo, 25. Mai 2020 um 13:29 #

    Aber in Sachen Open-Source-Kultur? Wo ist der Pioniergeist geblieben, der völlig frei damit umgeht, daß man seinen Röhrenmonitor zerstört hat, weil man Xfree86 falsch konfiguriert hat? Daß man natürlich mal mit dd ein Gerät überschrieben hat, das man eigentlich noch gebraucht hätte? Daß man aus eigener Erfahrung weiß, in welchem Zustand ein System ist, wenn man das Paket deinstalliert, welches die glibc bereitstellt? Warum immer bierernst und verbissen, nie mal über sich selbst lachen können, wenn man (zurecht) aufgezogen wird?

    Das mußt du die Jungen fragen, die das bei den heutigen Geräten einfach nicht mehr nötig haben, und wenn doch mal einer entwickelt, dann steht meist Geld verdienen ganz oben.

    Ich meine, es ist wirklich nicht schwer, von einer mit Aufmerksamkeit und Geld überfluteten Plattform, wie Linux sie ist, mit dem Finger auf die altersschwachen, ausgemergelten und sterbenden BSDs zu zeigen - oder etwa doch?

    Das haben sich die BSDs mit ihrer Freibier-Lizenz selbst eingebrockt mit. Da kommt halt nix zurück. noch nicht einmal Geld!

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      Von kraileth am Mo, 25. Mai 2020 um 13:59 #

      Hatte eigentlich erwartet, daß man bei dem gewählten Wortlaut erkennt, daß das ironisch gemeint ist. Aber ich schätze, manche glauben halt an das Mantra „BSD is dying“...

      Es kommt übrigens genug zurück, um mehrere Betriebssysteme einer faszinierenden Familie zu pflegen, die auf vielen Gebieten durchaus mit Linux mithalten kann. Freunde des Copyleft wünschen sich zwar immer, es wäre anders, aber darauf nimmt die Wirklichkeit glücklicherweise keine Rückicht.

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        Von RubiKa am Mo, 25. Mai 2020 um 14:06 #

        Es kommt übrigens genug zurück, um mehrere Betriebssysteme einer faszinierenden Familie zu pflegen, die auf vielen Gebieten durchaus mit Linux mithalten kann. Freunde des Copyleft wünschen sich zwar immer, es wäre anders, aber darauf nimmt die Wirklichkeit glücklicherweise keine Rückicht.

        Anscheinend ja nicht, oder warum bist du auf die Aufmerksamkeit und Gelder die Linux bekommt so neidisch?

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          Von kraileth am Mo, 25. Mai 2020 um 15:04 #

          Bin ich das denn? Ehrlich gesagt ist mir der Wirbel um Linux heute schon zu groß. Ich denke, daß zu große Geldsummen dazu neigen, gute Dinge ins Kippen zu bringen und die Kommerzialisierung fast naturnotwendig zu einer Abnahme der Kernwerte und des technischen Selbstverständnisses führt. Das Web ist heute in einem mäßig guten Zustand, und wenn man fragt, warum das so ist, kommt man bei diesem Grund raus. Und bei Linux ist es für mich nicht anders. Da bin ich dann doch irgendwie in meiner kleinen Nische wesentlich glücklicher - zumal ja alles da ist, was ich brauche und es relativ wenig Dinge gibt, die ich mir wirklich anders wünschen würde.

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            Von knall am Mo, 25. Mai 2020 um 17:47 #

            Ich denke, daß zu große Geldsummen dazu neigen, gute Dinge ins Kippen zu bringen und die Kommerzialisierung fast naturnotwendig zu einer Abnahme der Kernwerte und des technischen Selbstverständnisses führt.

            Warum lehnt FreeBSD dann nicht die Geldspenden des Milliardenkonzerns Netflix ab? Wo doch die "Kommerzialisierung fast naturnotwendig zu einer Abnahme der Kernwerte und des technischen Selbstverständnisses führt"?

            Oder gilt dieser Satz nicht wenn das Geld an FreeBSD fließt?

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              Von kraileth am Mo, 25. Mai 2020 um 18:28 #

              Ich spreche nicht für das Projekt, da ich kein Committer oder Mitglied der Foundation bin. Was ich hier darlege ist meine eigene Sichtweise, nicht mehr, nicht weniger.

              Zur Sache:

              1) FreeBSD schwimmt nicht in Geld. Das, was das Projekt an Spenden bekommt, kann leicht sinnvoll genutzt und ausgegeben werden. Ich denke nicht, daß es jemals dazu kommt, Spenden abweisen zu müssen, weil man schon übersättigt ist. Sollte das aber passieren, hoffe ich sehr, daß man vernünftig ist und es tut. Die Alternative führt typischerweise zum unnützen Aufblähen des Wasserkopfes, zum Abnicken der Kostenübernahme für ein Teilprojekt nach alleinigem Begutachten der Summe und übergehen des technischen Teils und zum Abbröckeln der Identität eines wesentlich von der Gemeinschaft getragenen Projektes.

              2) Die Netflix-Spenden führen, wie bereits hier im Thema erwähnt, nicht zu einer Kommerzialisierung von FreeBSD. Netflix setzt das Betriebssystem schlicht intern ein, freut sich über dessen Möglichkeiten und möchte die Weiterentwicklung unterstützen. Es wird nicht Geld hineingepumpt und versucht, FreeBSD so „auf Vordermann zu bringen“, daß man es wegen seiner hohen Verbreitung zu seinem taktischen Vorteil nutzen kann.

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                Von knall am Mo, 25. Mai 2020 um 19:28 #

                Die Netflix-Spenden führen, wie bereits hier im Thema erwähnt, nicht zu einer Kommerzialisierung von FreeBSD. Netflix setzt das Betriebssystem schlicht intern ein, freut sich über dessen Möglichkeiten und möchte die Weiterentwicklung unterstützen.

                Offensichtlich sitzt Du im Aufsichtsrat des Milliardenkonzerns Netflix? Oder woher Deine Kenntnis darüber was die Aktiengesellschaft Netflix intern so denkt und möchte? :D

                Es wird nicht Geld hineingepumpt und versucht, FreeBSD so „auf Vordermann zu bringen“, daß man es wegen seiner hohen Verbreitung zu seinem taktischen Vorteil nutzen kann.

                Um Gottes Willen, nein! Keineswegs wollen die Aktionäre durch ihre Investitionen irgendwelche finanziellen Vorteile haben! Die kaufen die Aktien selbstredend nur, um ihre Konkurrenten und die fröhliche BSD-Gemeinschaft mit kostenlosem und auch geschlossen verwendbarem Code zu beglücken. Wer könnte etwas anderes denken? :D

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                  Von kraileth am Mo, 25. Mai 2020 um 19:52 #

                  Mit Verlaub: in letzter Konsequenz weiß ich auch nicht, was meine Frau oder meine Kinder denken. Wenn Du nicht in der Lage bist, aus vielfältigen Informationen Schlüsse zu ziehen, tut mir das sehr leid, denn dann kannst Du praktisch gar nichts wissen. Falls doch solltest Du aber aufhören, solchen Stuß von Dir zu geben.

                  Die Aktionäre investieren in Netflix weder weil dort FreeBSD verwendet wird noch trotz dieser Tatsache. Sie investieren, weil sie dem Unternehmen zutrauen, Gewinn zu machen und Rendite abzuwerfen. Genau das tut Netflix und damit ist die kleine AG-Welt in Ordnung.

                  Daß sie rein gar nichts anderes tun dürfen, ist Deine Interpretation. Ich hoffe mal, daß Du nur in der Pause auf die Toilette gehst, denn schließlich wirst Du dafür nicht bezahlt. Andere Unternehmen haben eine etwas andere Philosophie, die Dir fremd zu sein scheint. Z.B. liefert man sich einen Wettkampf mit anderen Firmen um die besten Köpfe. Und stell Dir vor: Es gibt in der IT richtig seltsame Menschen, die ordentliche Gehälter haben und nicht nach einem noch höheren Einkommen streben, sondern sich von ihren Firmen andere Vergünstigungen zusprechen lassen. Das kann sein, daß man (nach einer internen Prüfung) Code grundsätzlich zurückgibt. Das kann sein, daß man ein paar Arbeitstage für die Arbeit an einem Open-Source-Projekt bekommt. Es kann auch sein, daß der Arbeitgeber Spenden, die man an ein Open-Source-Projekt gibt, verdoppelt.

                  Macht mein Arbeitgeber übrigens auch. Oh je, wenn das der Aufsichtsrat erfährt...

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                    Von knall am Mo, 25. Mai 2020 um 23:49 #

                    Daß sie rein gar nichts anderes tun dürfen, ist Deine Interpretation. (...)
                    Andere Unternehmen haben eine etwas andere Philosophie, die Dir fremd zu sein scheint.

                    Hier sieht man am besten die "Philosophie" von Netflix und richtig, diese "Philosophie" ist mir durchaus fremd:

                    „Bird Box“ war 2018 ein großer Erfolg für Netflix – bis Beschwerden über den Thriller mit Sandra Bullock (54) aufkamen. Denn im Film kommt echtes Videomaterial vom Zugunglück im kanadischen Lac-Megantic vor, welches sich 2013 ereignete und 47 Menschen das Leben kostete.

                    Angehörige der Opfer beschwerten sich natürlich über die Verwendung des Materials. Doch erst als sich das kanadische Parlament einschaltete, nahm Netflix die Szene aus dem Film.

                    Quelle

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                      Von Donrad am Di, 26. Mai 2020 um 08:43 #

                      Und morgen schwenkst du die neueste Ausgabe der „Bäckerblume“ und willst uns damit einen Teilchenbeschleuniger erklären? Beim Bäcker sind die Teilchen ja auch immer so schnell weg? :D

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                      Von kraileth am Di, 26. Mai 2020 um 08:52 #

                      Und anstatt auch nur irgendwie auf meinen Beitrag einzugehen pickst Du Dir ein einzelnes Wort heraus, zu dem Dir gerade etwas einfällt. Das ist eigentlich schon wieder beeindruckend. Aber dazu sind Scheuklappen eben da, schätze ich.

                      Nur der Form halber die Rückfrage: Glaubst Du wirklich, daß die Technikverantwortlichen bei Netflix irgendwie bei den Filmen mitreden? Wenn ja: Haben sie den Einfluß, inhaltliche Änderungen vorzunehmen und geschmacklose Szenen einzufügen? Wenn nein: Meinst Du nicht, daß man diese Personen nach dem Konzept der Kontaktschuld viel besser auf andere Weise angreifen könnte? In einer hochvernetzten Welt „kennen“ sie ziemlich sicher über zwei bis fünf Zwischenkontakte mindestens einen wirklich furchtbaren Menschen. Stell Dir das mal vor: FreeBSD-Verantwortliche bei Netflix stehen quasi in Kontakt mit Terroristen, Kinderschändern und anderen Verbrechern! Das ist doch eine viel knackigere Feststellung, als irgendwelche alten Filmschnipsel, findest Du nicht? Also: Nochmal in die Trollschule und büffeln.

                      (Wobei... Möglicherweise verwenden diese Personen sogar Emacs und sind auf die gleiche Art und Weise mit St. IGNUcius bekannt und damit wieder seliggesprochen, man weiß es nicht...)

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                        Von knall am Di, 26. Mai 2020 um 10:15 #

                        Nur der Form halber die Rückfrage: Glaubst Du wirklich, daß die Technikverantwortlichen bei Netflix irgendwie bei den Filmen mitreden?

                        Nur der Form halber die Rückfrage: Glaubst Du wirklich, daß die Technikverantwortlichen einer skrupellosen Firma wie Netflix (die Gewinn selbst durch das ungefragte Abbilden von Leichen erzielen will) sich über die Vorgaben des Aufsichtsrates hinwegsetzen darf?

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                          Von kraileth am Di, 26. Mai 2020 um 10:55 #

                          Nein, das tut aber auch wenig zur Sache. Denn ich bezweifle stark, daß der Aufsichtsrat dumm genug ist, bis ins Letzte technische Vorgaben zu machen. Die Mehrheit der Menschen wollen mit solchen Details gar nichts am Hut haben und lassen die entsprechenden Techniker ihre Sache machen, solange alles zu laufen scheint.

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