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Thema: »Windows Subsystem for Linux 2« unterstützt GUI-Anwendungen

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Kommentare von Lesern spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wider.
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Von kraileth am Fr, 22. Mai 2020 um 16:08 #

Ganz so krass hätte ich es nicht ausgedrückt, bin aber tendenziell bei Dir, seit ich einsehen mußte, daß die Art und Weise, wie man unter Linux Containerisierung betreibt, die letzte Konsequenz genau dieser Haltung ist... Fast nur noch „cattle“, Wegwerf-Container, bei denen eingeplant ist, daß sie im Zweifel nicht vernünftig laufen - was man dann dadurch „löst“, daß man einige davon vorhält und sie eben nur kurz leben läßt, bevor die dicken Probleme auftreten.

Es ist wirklich bitter, wo das hinführt. Wobei man, um fair zu bleiben, sagen muß, daß das alles keine ganz neue Erscheinung ist. Bei MySQL hat man seit Jahr und Tag viel lieber irgendwas herumprogrammiert, anstatt sich auf die Lauer zu legen und die Speicherlecks zu stopfen. Läßt sich ja auch gut anders lösen: Einfach den Datenbankserver öfter mal durchladen (und wenn man das nicht so oft tun will, dann halt mehr Hauptspeicher in die Kisten ballern). Gut, MySQL wird von vielen Leuten als Schrott betrachtet - aber das hat seiner Verbreitung und Nutzung keinen Abbruch getan! Vielleicht wollen wir als Homo sapiens sapiens sapiens sapiens sapiens sapiens sapiens sapiens sapiens (neunmalkluger Mensch) aber auch gar keine vernünftigen Programme einsetzen.

Der Gipfel ist dann aber noch das hohe Roß, auf welchem so mancher Pinguin gerne Platz nimmt. Das war einer der Punkte, die mich nach *BSD haben flüchten lassen: Unter den den technisch guten Leuten, die auch das Herz am rechten Fleck haben, sind einfach so viele Stinktiere, die ihr Halbwissen mit einer Arroganz vor sich hertragen, die ihresgleichen sucht. Himmel, ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, daß es kein gutes Gefühl war, als ich meinen ersten eigenen Kernel gebacken habe, der dann auch mit der Hardware lief! Aber muß man deswegen gleich über den Wolken schweben und auf die armseligen Sterblichen herabblicken, die das noch nie getan haben?

Dazu kommt, daß immer wieder Pinguine auftreten, die felsenfest von der absoluten Überlegenheit ihres Systems überzeugt sind, aber nicht einmal einen blassen Schimmer davon haben, was es sonst noch gibt. Zu Beginn mußte ich über die Frage noch schmunzeln, aber inzwischen ist es mir zu oft passiert, daß ich gefragt wurde, ob BSD denn „auch schon Container könne“! Niemals von Jails gehört, nie eine Zone hochgezogen, aber freilich davon ausgehen, daß Linux-Container der Weisheit letzter Schluß sind (und das sind sie dermaßen überhaupt nicht...). Na ja.

Ich will nicht der Behauptung des Unix-Scheichs „BSD is where the sane people are“ das Wort reden, aber es kommt mir doch ganz deutlich so vor, als hätten wir sehr, sehr viel weniger Schreihälse, Klugscheißer mit letztlich dürftiger Substanz, „mach mal chmod 777, dann geht's“-Empfehler und andere Elemente, auf die man einfach verzichten kann.

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    Von ac am Fr, 22. Mai 2020 um 23:55 #

    Es ist halt wirtschaftlicher, einfache Standardvorgehensweisen und -systeme zu haben, mit denen zur Not auch derjenige in der Riege der Verantwortlichen mit dem einfachsten Strickmuster in den Gehirnwindungen umgehen kann, als euch Koryphäen tagelang dabei Knöchelchen würfeln zu sehen, ob und wann das gestoppte Produktionssystem wieder hochgefahren werden kann.

    Wie schnell kann die IT ihren Teil zur Wertschöpfung bei welchen Verfügbarkeitsgarantien (ja, genau - das ist dann SLA beim Dienstleister :x) leisten...

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      Von kraileth am Mo, 25. Mai 2020 um 08:58 #

      Moin ac,

      um Koryphäen geht es doch gar nicht. Natürlich gibt es die in sämtlichen Lagern, genauso wie es überall Schlamperei und Schnell-Schnell gibt. Was hier kritisiert wurde - und dies meiner Meinung nach zurecht - war, daß in der Linux-Welt inzwischen ein etwas ungesunder Geist vorherrscht. Der Wille, es richtig(tm) zu machen, fehlt teilweise schon ganz. Wie gesagt: Man hat weder immer die Zeit und die Ressourcen, um alles richtig(tm) umzusetzen oder die richtigen Leute dafür. Trotzdem, finde ich, sollte man den Anspruch, es bestmöglich zu machen, nicht aufgeben. Alles andere endet in notorisch kaputten Programmen, um deren Fehler man dann lieber igrendwie drumherumarbeitet, anstatt sie zu reparieren. Und das ist tragisch.

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    Von Xyla am Sa, 23. Mai 2020 um 16:39 #

    Ich will nicht der Behauptung des Unix-Scheichs „BSD is where the sane people are“ das Wort reden, aber es kommt mir doch ganz deutlich so vor, als hätten wir sehr, sehr viel weniger Schreihälse, Klugscheißer mit letztlich dürftiger Substanz

    Nicht nur das. DingensBSD hat auch sehr, sehr viel weniger aktive Nutzer (um präziser zu sein: mindestens 2,5 Milliarden Nutzer weniger)... :D

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