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Thema: VBG stellt 2400 Rechner auf Linux um

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Von B.W am Di, 11. Mai 2004 um 06:50 #
Da würde mich eins interessieren:

- Wie konnten die so schnell die ganzen Workstations umstellen? Bieter SuSE da eine spezielle INstallationsmethode an?
- Was machen die mit Sondersoftware? Betreiben die diese unter Terminalservern?
- Warum machen andere Firmen da nicht mit? WEnn es mit 2400 Arbeitsplätzen geht, dann müsste es doch bei anderen Firmen erst recht gehen, oder?

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    Von Sturmkind am Di, 11. Mai 2004 um 07:04 #
    - Wie konnten die so schnell die ganzen Workstations umstellen? Bieter SuSE da eine spezielle INstallationsmethode an?

    Nun ich nehme an das es sich weitgehend um gleiche Rechner gehandelt hat. Also ein mal installieren dann spiegeln. Sicher hat SuSE in dem Fall aber auch kooperiert.

    - Was machen die mit Sondersoftware? Betreiben die diese unter Terminalservern?

    Es war von einen Großrechner die Rede. Evtl. dienen dir Desktoprechner nur als Clients und der Großrechner liefert einige oder alle Spezialanwendungen. Da dieser allerdings nun auch in absehbarer Zeit auf Unix umgestellt werden soll kann es auch sein das die Applikationen in Plattformunabhängig in Java geschrieben sind oder von den Herstellern auch für Linux/Unix angeboten werden. Alternativ könnte es sich natürlich auch um eine Eigenentwicklung handeln.

    - Warum machen andere Firmen da nicht mit? WEnn es mit 2400 Arbeitsplätzen geht, dann müsste es doch bei anderen Firmen erst recht gehen, oder?

    Viele Unternehmensentscheider kennen vor allen Windows, haben immer noch keine Ahnung von den Alternativen oder scheuen sich schlichtweg vor den Alternativen. Allerdings ist es auch so das je kleiner ein Unternehmen ist umso schwerer ist es mit der Spezialsoftware. Den in kleineren Unternehmen kommt zumeist eine Standardsoftware (z. B. Sage KHK) zum Einsatz die nicht für Linux verfügbar ist selbst wen sie es dort wollten.

    Grüße
    Sturmkind


    PS. Gibt es eigentlich ein deutschsprachiges Portal das sich mit der Migration von Unternehmen von Windows zu Linux beschäftigt?

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      Von Olli am Di, 11. Mai 2004 um 08:16 #
      im zusammenhang mit khk - wie gut ist eigentlich sqlledger http://www.sql-ledger.com/ im vergleich zu khk - ich nehme mal an verschiedene features von khk wird man under sqlledger missen. weiss jemand genau welche das sind?
      mfg
      olli
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        Von Philip Reetz am Di, 11. Mai 2004 um 23:31 #
        Hallo,
        SQL Ledger ist ein sehr ausgereiftes System. Allerdings kommt es sehr auf den Anwendungszweck an, ob sich die Software für den täglichen Einsatz eignet.
        Eine weitere gute Alternative gerade für deutsche Unternehmen ist auch Lx-Office ERP (http://www.lx-office.org), das ein Fork des SQL-Ledger-Projektes ist. Hier wird im Moment gerade sehr intensiv an wichtigen Anpassungen für den deutschen Markt gearbeitet.
        Besonders hervorzuheben ist die gute Anpassbarkeit der Software, die auch Speziallösungen mit vertretbarem Aufwand ermöglicht.

        Ciao,
        Philip

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      Von panzer am Di, 11. Mai 2004 um 08:39 #
      >PS. Gibt es eigentlich ein deutschsprachiges Portal das sich mit der Migration von Unternehmen von Windows zu Linux beschäftigt?

      deutsch kann ich meinem Meister nicht bieten ;) schau dir mal ofb.biz an (Open For Business)

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        Von Sturmkind am Mi, 12. Mai 2004 um 07:51 #
        Hallo ;-)

        Oh gleich mal anschauen. Vielleicht ist es ja interessant für einige Leute die ich firmentechnisch schon einige Zeit versuche von Linux zu überzeugen *g*

        Danke!

        Grüße
        Sturmkind

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      Von Schultze am Di, 11. Mai 2004 um 12:42 #
      >> Viele Unternehmensentscheider kennen vor allen Windows, haben immer noch keine Ahnung von den Alternativen oder scheuen sich schlichtweg vor den Alternativen.

      Viele Unternehmensentscheider machen sowieso nur den Anderen alles nach. Und solange in den entsprechenden Positionen nicht Menschen sitzen, die selbständig denken können wird sich da nur sehr langsam (wenn überhaupt) was ändern.
      Kraetivität ist ein sehr seltenes Talent und die meisten, die dieses nicht besitzen greifen auf das zurück, was "sich bewährt" hat.
      /sarkassmus/ Oder warum beginnt manch Texaner einen Krieg um die Wirtschaft im eigenen Land anzukurbeln? Es hat sich eben bewährt! /sarkassmus aus/

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        Von Kirmes am Mi, 12. Mai 2004 um 00:39 #
        Viele Unternehmensentscheider machen sowieso nur den Anderen alles nach. Und solange in den entsprechenden Positionen nicht Menschen sitzen, die selbständig denken können wird sich da nur sehr langsam (wenn überhaupt) was ändern.

        Dort sitzen anteilig nicht mehr oder weniger solcher Menschen wie anderswo. Die Masse ist träge. Sonst wäre Microsoft seit langem Geschichte (oder eine normale Firma unter vielen). Die Argumente, wieso es nicht ohne ginge, gleichen sich seit bald zwanzig Jahren.

        Heute kann man aber mit (natürlich nicht nur) kostenlosen Werkzeugen einfach was zusammenklicken, durch offene Schnittstellen irgendwie alles kombinieren und durch oftmals hervorragende Dokumentation (oder Hilfsmedien) auch ganz tief einsteigen - von daher wird sich einfach aus kostengründen was ändern. Der Tanker rührt sich - endlich.

        Es gibt sicher mehr als einen Bereich, wo bei freien Lösungen nicht mehr als (immerhin) eine Hobbylösung bieten. Aber bei der Computerhauptanwendung - und damit dem wohl wichtigstem Markt - der vernetzten Datenbankrechnerschreibmaschine? Die zudem auch noch auf Althardware brauchbar läuft? Der freie Kram bietet allerwenigstens alles, was noch vor wenigen Jahren unbezahlbar war - und die Daten (das eigentlich wertvolle) werden nicht bei einem Hersteller eingesperrt. (!!! - es entfällt der Zwang wegen dem unbedingt nötigen Update von $$$ Turbotool X auch noch gleich $$$ db Y zuzulegen zu müssen, welche wiederum $$$ OS Z benötigt - was aber wieder zu Problemen mit den Makros der wichtigen $$$ App A führen mag.)

        Selbst der alte Hammer der dunklen Datenformate zieht nicht mehr. Auch wenn das Layout manchmal nicht ganz stimmt, zum inhaltlichen Bearbeiten genügen die OpenOffice-Filter. Für Endergebnisse ist PDF zuständig. Mal ganz praktisch, sicher gibt's noch andere Sachen ;-)

        Es werden aber neue Alleinstellungsmerkmale aufgezogen, durch die es auch in Zukunft wieder nicht "ohne" gehen wird: neben dem Schutz von ein paar Trivialpatenten kommt TCPA, dessen Verhältnismäßigkeit zu Aufwand und Entmündigung (jeweils bei der favorisierten zentralen Kontrolle) nur durch den großen Haufen Düngemittel gegeben scheint, den ein großer Hersteller produziert hat.

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      Von AndyRTR am Di, 11. Mai 2004 um 14:28 #
      1. Die VBG nutzt ThinClients+TerminalServer
      2. Die eigene Anwendersoftware ist wohl Java basiert.

      Meine Firma nutzt den (fast) gleichen Quellcode (noch) auf Windows-Servern :-(

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        Von Ekkehard Köhler am Di, 11. Mai 2004 um 16:52 #
        Hallo,

        leider ist Pkt. 1) definitiv falsch. Es sind FatClients, Fujitsu-Siemens W600 Workstations mit eigener Harddisk, eigenem Betriebssystem, eigener, teilweise individueller Software-Ausstattung.

        2. ist richtig. Die Client-Module des operativen Anwendungssystems "BG/Standard" sind Java-basiert.

        Gruß
        Ekkehard Köhler

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    Von honkhase am Di, 11. Mai 2004 um 08:13 #
    - Wie konnten die so schnell die ganzen Workstations umstellen? Bieter SuSE da eine spezielle Installationsmethode an?

    Es gibt ein automatisches Installationstool (autoyast) welches über eine xml-datei die installation selbständig steuert:

    "AutoYaST is the system for installing one ore more SuSE Linux systems automatically and without user intervention. Using AutoYaST, you can create a configuration for a single system or a set of systems to control automated installations. The control file can be provided to YaST2 during installation in different ways."

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    Von bierathlet am Di, 11. Mai 2004 um 14:36 #
    > Wie konnten die so schnell die ganzen Workstations umstellen?

    sie haben ein jahr gebraucht. das ist nicht schlecht, aber auch nicht extrem schnell.

    > Warum machen andere Firmen da nicht mit?

    wieso, tun sie doch! :-)

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    Von Ekkehard Köhler am Di, 11. Mai 2004 um 16:47 #
    Guten Tag,

    zu Ihren Fragen :-)

    1.) von einem speziellen SuSE-Installations-Tool weiß ich nichts. Wir haben den Linux-Rollout mit dem Roll-Out der neuen Hardware zusammen gelegt. Im Klartext heißt das: Es musste ohnehin neue Hardware angeschafft werden. Dafür wurde vorab im Testlabor ein Muster-Client aufgebaut. Dessen Platte wurde als Master-Platte dem Hardware-Lieferanten übergeben. Auf diese Weise wurden am heißen Tag der Umstellung die alten Workstations abtransportiert (Achtung: mussten vor ge-shreddert werden, was auch Zeit in Anspruch nahm) und neue wurden angeliefert.

    Es soll müglich sein, mit dem SuSE SMART CLIENT FRAMEWORK und Rechnern mit PXE-Bios absolut nackte Rechner aufzustellen, die sich über das Netzwerk ihr Betriebssystem laden und installieren. SuSE sagt aber im Moment noch selbst, dass das am Besten nur für eine allgemein-gültige Hardware-Konfiguration genutzt werden sollte (Meta-Informationen liegen in einer LDAP-Datenbank), weil die Anwendung für viele verschiedene Rechnertypen (Hardware + Software-Ausstattung) nicht gebaut sei. Das SMART CLIENT FRAMEWORK ist aber - auch wenn's anders auf SuSE Web angepriesen wird - keine Out-of-the-Box Lösung, sondern muss in Form eines Projekts angepaßt werden. Daher haben wir darauf verzichtet.

    2.) Was meinen Sie mit Sondersoftware ?
    Der Vorstand der VBG hat eine besonders wichtige Entscheidung getroffen: Wir wollen Linux. Alles, was sich darunter nicht einordnen ließ, wurde mehrfach geprüft. Mit dem Ergebnis, dass wirklich nur noch ganz wenige Windows-Systeme übrig blieben (z. B. Scan-Arbeitsplätze für das Scannen der Eingangspost).

    Beispiele: Nahezu alle vorgefundenen Excel-Macros sind zwar Arbeitserleichterungen des Sachbearbeiters, der sie erzeugt hat. Aber sie entfallen auf zwei wesentliche Kategorien:
    Kategorie 1: dieses Macro erfüllt wirklich eine wichtige operative Aufgabe. Damit gehört es in die Hände der EDV-Abteilung. Macros dieser Art (und das waren schlußendlich nur eine Hand voll) wurden nach OO konvertiert oder gingen im operativen Anwendungssystem auf.
    Kategorie 2: dieses Macro ist zwar hübsch hat aber keinerlei operative Relevanz. Ergo, es kann ersatzlos gestrichen werden (hier finden sich die meisten der Macros).

    Viele der sog. "Sonder-Software" ließ sich durch das Internet-Angebot ablösen. Beispiele: Hotelführer, Bahnauskunft etc.).

    Ein dritter großer Bereich konnte abgelöst werden, da der Hersteller zwar keine native Linux-Anwendung wohl aber eine Java-basierende Versione (Stichwort: Web-Client) in petto hatte.

    Entscheidend und großer Vorteil für diese Umstellung war aber die Tatsache, dass _das_ operative Anwendungssystem in relativ kurzer Zeit für die neue Betriebssystem-Plattform bereit gestellt werden konnte. Auf Grund seiner Architektur (Beschreibung der Komponenten in einem Repository und anschließende Generierung für eine entsprechende Zielumgebung) bestand die Arbeit hier im wesentlichen darin, dem Generator "Java" beizubringen, anstellen von NT/COBOL.

    3.) Diese Frage stellen wir uns natürlich auch. Aber das Thema Linux ist noch sehr jung. Vor allem für den Desktop-Bereich. Negativ-Studien über die technische Machbarkeit bzw. Sinn und Zweck einer solchen Umstellung lassen die Zweifler halt zögern.

    Zum heutigen Tage läßt sich eindeutig feststellen, dass
    a) Linux als Desktop-Betriebssystem in Bürolandschaften genauso geeignet ist, wie Windows;
    b) der Administrations-Aufwand auf gar keinen Fall höher ist, als für Windows-Systeme, wahrscheinlich sogar deutlich niedriger;
    c) Linux-Server erheblich mehr "Last" vertragen und sich im Grenzbereich deterministischer verhalten, als solche unter Windows.

    All dies mag natürlich mit dem speziellen Anforderungsprofil der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft zusammenhängen, aber so ganz glaube ich das nicht.

    Gruß
    Ekkehard Köhler

    PS: ich war seitens ENTITEC AG der technische Projektleiter und betreue die Systeme in dieser Funktion auch heute noch. Wenn Sie weitere Fragen haben, richten Sie diese gern auch als pm an ekkehard.koehler@entitec.de

mehr ?
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Von Jop am Di, 11. Mai 2004 um 07:59 #
gibt es eigentlich irgendwo eine liste der firmen und behörden, die bereits auf linux umgestellt haben? würde mich mal interessieren , was da so zusammen kommt.
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    Von Sven am Di, 11. Mai 2004 um 08:08 #
    ich arbeite in einer grossen Firma und bei uns laufen die ersten Linux Desktops und die meisten Server mit Linux. Du wirst uns aber in keiner Liste finde.
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    Von Rolf Meyer am Di, 11. Mai 2004 um 09:17 #
    Hallo,

    eine "Linuxliste" kenne ich nicht -
    aber zumindestens eine zu OpenOffice.org:
    http://de.openoffice.org/marketing/referenzkunden.html

    Gruß
    Rolf

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    Von Keller am Di, 11. Mai 2004 um 09:37 #
    > gibt es eigentlich irgendwo eine liste der firmen und behörden, die bereits auf linux umgestellt haben?

    Gegenfrage: Gibt es irgendwo eine Liste der Firmen und Behörden, die auf ein freies Betriebssystem umgestellt haben?
    Ja, es gibt nicht nur GNU/Linux, bei uns in der Firma läuft FreeBSD, zuhause nutze ich NetBSD und BeOS. Bringt das jetzt die Statistik durcheinander? ;-)

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Von HJK am Di, 11. Mai 2004 um 10:06 #
>>Zeitgleich wurden die zehn dezentralen Archive mit insgesamt zwölf Millionen Dokumenten in ein zentrales Dokumentenmanagement-System überführt.<<

DMS unter Linux????? Was denn z.B.???

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    Von conrad am Di, 11. Mai 2004 um 11:45 #
    Unter sourceforge findet sich so einiges an dms-systemen. Das hier: https://sourceforge.net/projects/freedms/ ist z.B. ganz nett.
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      Von Jehu am Di, 11. Mai 2004 um 13:02 #
      Hmmm. Ich hab leider noch kein vernünftiges OS-DMS gefunden, das professionellen Ansprüchen gerecht wird (z. B. Revisionssicherheit, Bedienung, GUI-Client, Datensicherheit...).

      Es wäre wirklich mal ne Überlegung wert hier ein anständiges Projekt auf die Beine zu stellen...

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    Von Ekkehard Köhler am Di, 11. Mai 2004 um 16:57 #
    Das DMS wurde in Eigen-Regie auf Basis der vorhandenen Anwendungs-Architektur "EP/KID" realisiert.

    Gruß
    Ekkehard Köhler

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