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Thema: Wie stehen Sie zu proprietärer Software?

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Von JoeXX am Fr, 18. März 2016 um 14:29 #

Ich nutze, was mir am besten bei meiner Arbeit hilft. Ich habe z. B. lange unter Linux "Nero für Linux" verwendet. Das Progamm hat einfach das gebrannt was ich zusammengestellt habe. Es hat mich nicht belästigt und mich zu Entscheidungen gezwungen, ob ISO9660, Joilet oder zig andere. Das eine Format kann dies, dass andere aber nur 32 Zeichen Dateinamen oder was auch immer. Das ist mir egal! Ich will einfach nur eine CD/DVD brennen und mir keine Fachkenntnise in Standards aneignen und beantworten. Das war z. B. ein Punkt an dem ich klar der propretären Software den Vorzug gegeben habe.

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    Von glasen am Fr, 18. März 2016 um 14:42 #

    Witzig. Ich hatte mir damals aus ähnlichen Gründen "Nero für Linux" zugelegt.

    Ich habe mir in der Vergangenheit schon ein paar proprietäre Programme für Linux zugelegt, einfach aus dem Grund weil die freien Pendants nicht die gleiche Leistung und/oder Funktionalität angeboten haben.

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    Von glubbb am Fr, 18. März 2016 um 15:29 #

    Ja, Nero für Linux hatte (bzw. habe) ich auch, war ein nettes und gutes Programm. Kannte es zwar schon von früheren Windowszeiten, allerdings war Nero dort zu einem Monstrum verkommen, welches vieles konnte nur CD/DVD Brennen nicht mehr so richtig.
    Nero für Linux war da noch recht nah am originalen Nero (bis Version 5 oder 6) dran, welches nicht grundlos sehr beliebt war (außerhalb der Linuxwelt).

    Inzwischen funktioniert es nicht mehr, aber eigentlich brauche ich es auch nicht mehr wirklich. Notfalls wird halt k3b installiert, welches ebenfalls gut funktioniert oder direkt mit cdrecord (oder was die Distribution auch immer bereitstellt) gebrannt.

    Ansonsten sind Computerspiele inzwischen eigentlich so ziemlich die einzige proprietäre Software, die ich privat nutze.
    Meistens reicht die freie Software problemlos. Falls nicht ist das halt so. Mit Einschränkungen muss man sich meistens irgendwie arrangieren, auch bei proprietärer Software (wobei die Einschränkungen oft andere sind).

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    Von da-real-lala am So, 20. März 2016 um 14:39 #

    Für mich ist es wichtig, dass so viel wie möglich sowohl kostenfrei ist, als auch frei zugänglichen Code enthält. Desweiteren finde ich es auch wichtig, dass Dateiformate frei bleiben. Diese Freiheit ist wichtiger denn je, denn Zugang zur Technik wird immer mehr über die Lebensqualität entscheiden. Die Entwicklung kann und wird auch über Spenden gezahlt, oder auch über schon eingestellte Entwickler, die dann an offener Software mitentwickeln, an der Red Hat und ähnliche Firmen durchaus Geld verdienen.

    Ich habe aber nichts dagegen, dass jemand Geld für sehr komplexe Software nimmt, die spezielle Aufgaben eledigt durch die Profis dann auch viel Geld machen. Wenn jemand 4-5000 EUR im Monat mit Hilfe von Software verdient, dann kann er doch auch 1x in 3 Jahren 1000 EUR für das Programm ausgeben. Hab nix dagegen, wenn Photoshop Geld nimmt, aber z.B. für so was wie Textverarbeitung, dass die ganze Gesellschaft durchaus braucht,bin ich froh dass es LaTeX und LibreOffice gibt.

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    Von ups am Mo, 21. März 2016 um 08:04 #

    Ja, stimme dem zu.

    Ich kann im Beispiel Brennprogramm dieses zwar nicht nachvollziehen, ich hatte neben k3b mal Nero getestet, aber der Mehrwert blieb mir verschlossen, aber ich erwarb einmal Corel Paint Shop Pro und Neatimage.

    Inzwischen aber ist Darktable so weit fortgeschritten, dass ich auf diese Programme
    schlicht verzichten kann ;-)

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Von Nur ein Leser am Fr, 18. März 2016 um 14:51 #

Ja, schwieriges Thema.

Ich stehe hinter der Idee der Software-Freiheit und versuche, wenn möglich, freie bzw. OS-Software zu verwenden. So bin ich auch nach jahrelanger Nutzung von Firefox, Thunderbird, OpenOffice, Gimp etc. unter Windows darauf gekommen ein freies Betriebssystem zu verwenden.
Aus Usersicht und der Sicht der "Allgemeinheit" sind freie Inhalte jeglicher Art (also auch CC-Lizenzen z.B.) die richtige Antwort auf die zunehmende Digitalisierung und die Bestrebungen, mittels DRM Rechte einzuschränken, also quasi Eigentum an Software und Inhalten zu entziehen und nur noch zu verleasen.

Insbesondere, da ich selbst für eine Firma arbeite, die Software herstellt, weiß ich aber auch, das irgendjemand den Aufwand bezahlen muss. Professionelle Software lässt sich nicht von Hobbyisten nach Feierabend produzieren (Ausnahmen bestätigen die Regel). Zwar mögen viele Projekte so beginnen, aber je größer es wird, desto größer auch der Bedarf an professioneller Entwicklung und Pflege.
Im Bereich freie Software sieht man sehr gut, das dies für Basisinfrastruktur durchaus funktionieren kann (Betriebssystem, Datenbanken, Middleware), weil große Firmenkunden entweder selbst für ihre Bedürfnisse entwickeln und an die Community zurückgeben, oder eben diese Firmenkunden Supportverträge mit RedHat, SUSE & Co abschließen.

Im Bereich Desktop und Anwendungssoftware dagegen sieht man sehr deutlich, das dieses Bezahlmodell an Grenzen stößt. Kaum ein Privatanwender ist bereit, für freie Software einen Kaufpreis zu bezahlen oder Supportvertrag zu buchen. Die Wenigsten spenden.

Daher denke ich, das für gute, funktionelle Software auch proprietäre Modelle ihre Berechtigung haben - einfach um den Entwicklern eine solide Finanzbasis zu verschaffen.
Dies kann ja auch durchaus in Kombination geschehen, z.B. Basisversion ist freie Software, erweiterte Funktionen und AddOns Supportpflichtig. Oder Grundsystem frei, Konfiguration und Oberfläche proprietär.
Oder, wenn es ganz proprietär ist, Privatnutzer kostenlos oder verbilligt, Firmenkunden Vollpreis.

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    Von McBain am Fr, 18. März 2016 um 19:11 #

    Diese Problematik habe ich hier auch schon mehrmals ausgeführt. Leider interessiert es kaum jemanden.

    Ich bin der Meinung, dass die Anwender viel zu wenig die Gelegenheit bekommen für ihre Projekte zu spenden. Kaum ein Anwender kommt auf die Entwicklerseiten. Daher fände ich es gut, wenn in den Softwarecentern der Distributionen die Möglichkeit zu bezahlen, zu spenden für eine Software oder zu stiften für ein neues Feature angeboten werden würde. Die Verwaltung des Geldflusses müsste im Hintergrund Distributionsübergreifend zentral koordiniert werden. Ein Portal, auf dem sich die Projektentwickler anmelden und auch selber Verteilungen, der ihnen zugeführten Beträge vornehmen können, z.B. an die Einzelnen Entwickler oder an Projekte, verwendeter Bibliotheken. Da es um Geld geht müsste die Authentität der Entwickler bei Registrierung sicher gestellt werden, damit niemand für ein fremdes Projekt kassiert.
    Das ist nur ein Gedanke und nicht ins Detail durchdacht. Es müsste auch von einer zentralen Stelle organisiert und entwickelt werden. Free-Software-Foundation oder sowas.

    Es wäre wichtig endlich den Entwicklern freier Endanwendersoftware ein Geschäftsmodell zu ermöglichen. Ohne Endanwendersoftware wird der Linuxdesktop niemals beim Endanwender populär. Sollte er es wider erwarten doch werden, werden Firmen wie Google solche Softwarecenter mit Bezahlfunktion anbieten - nur werden sie keine Freie Software Fördern, sondern womöglich sogar DRM, so wie es bereits Valve macht.

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      Von blubb am Fr, 18. März 2016 um 21:10 #

      Ich glaube nicht, dass das funktionieren würde.

      Woran ich tatsächlich teilnehmen würde ist ein Projekt bei dem man monatlich (oder halbjährlich o.ä.) einen Spendenbeitrag definiert, welcher dann nach eigener Definition auf Projekte verteilt wird.
      Sonst vergesse zumindest ich das und auch eine Option in einem "Software" Center würde ich wohl eher selten wahrnehmen, meistens hat man die Software ja irgendwann installiert und nutzt sie eben.

      Wie viel man spendet bleibt natürlich wie immer einem selbst überlassen, wie es verteilt wird auch. Je nach Schlüssel kann das natürlich sein, dass der Betrag der bei einem Projekt ankommt dann natürlich relativ gering ist, aber wenn es regelmäßig ist, dann lohnt es sich ggf. doch.
      Zudem glaube ich, dass so ein Modell (solange freiwillig!) schon mehr Leute dazu bringen würde regelmäßig zu spenden.

      Wenn es um größere Dinge geht (wie Implementierung neuer Features o.ä.), dann würde ich eher auf Crowdfunding setzen, wie es ja z.B. bei Krita gut funktioniert hat.

      Im Endeffekt kommt es wahrscheinlich auch ein bisschen auf die Art der Software an. Für sowas wie amor werden wohl nur wenige Spenden (ok, in dem Fall ist der Aufwand auch gering ;)), für Software wie Krita, gimp oder Thunderbird wahrscheinlich schon mehr.

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        Von McBain am Sa, 19. März 2016 um 01:08 #

        Ich denke ebenfalls, dass es schwer umzusetzen wäre, weil es sehr schnell unheimlich komplex werden kann. Ein solches System müsste einfach anfangen und dann erweitert werden.
        Wichtig wäre, dass es weitgehend selbstregulierend und weitgehend transparent wäre. Bis auf eine weitere Unterverteilung des Geldflusses wäre es nicht viel komplexer als andere Stores. Eine Organisation, die ein solches System leitet darf selbst kein kommerzielles Interesse sein, also als eine Art gemeinnütziger Verein fungieren. Des weiteren müsste sie ebenfalls absolut transparent arbeiten. Ansprüche, insofern sie durch Lizenzen entstehen, dürfen nicht gegen die Organisation erhoben werden, sondern müssen die einzelnen Entwickler-Teams selbst ausmachen.

        Die Variante mit den automatischen, regelmäßigen Spenden finde ich sehr gut! So etwas würde ebenfalls in diesem Verteilungssystem funktionieren. Ein solches Geldverteilungssystem hätte natürlich eine Webseite, wo auch die einzelnen Projekte einsehbar wären. Dort könnte sich jeder Anwender, wie eben jeder Entwickler auch (das kann man sowieso nicht unterscheiden - irgendwas steuert fast jeder bei), anmelden und eine Art Konto erhalten. Von Dort könnte man wieder per Cronjob an Projekte verteilen. Ob das Geld einem gespendet wurde oder es selbst überweist wäre ja egal. Als zweite Möglichkeit gäbe es, dass Projekte dort zentral ihre Spendenkonten hinterlegen und jeder direkt, ohne Account, dorthin spenden könnte, so wie jetzt auch, nur dass die Konten an einer Zentralen Stelle und einheitlichen Zahlungsmethode veröffentlicht werden.

        Schwierig dürfte eine gute Abwägung zwischen Datenschutz und Transparenz zu finden. Grundsätzlich besser als eine einzige zentrale Anlaufstelle wäre ein dezentrales System. Doch kann ich mir nicht vorstellen, wie das funktionieren könnte. Sicher und Vertrauenswürdig müsste es auch sein.

        Das mit dem Crowdfounding meinte ich mit dem "Stiften für ein Feature". Hier könnte man auch abstimmen lassen welches Feature zuerst usw.

        Ein solches System würde keines Falls alle Arten (Freier) Software Fördern und gerecht wäre es auch nicht. Es könnte lediglich eine Möglichkeit darstellen Entwicklern von Endanwendersoftware womöglich ein Geschäftsmodell zu finden. Aufwendige, innovative Software wird sicherlich auch unmittelbar Geld kosten (Auch ein Distributionsübergreifendes Lizenzschlüsselverteilungssystem könnte integriert sein). Trotzdem wird es sicherlich immer große Community-Projekte geben. Auch Distributionen könnten davon profitieren. Einzelne Projekte können immer zu kurz kommen und kleine Projekte werden sicherlich weniger einnehmen, als große. Auch der Aufwand steht nicht unbedingt im Verhältnis zum Ertrag. Doch das ist ein Problem unserer Gesellschaft und unseres Wirtschaftssystems. Das wird ein solches Finanzierungs-System sicherlich nie gerecht lösen können.
        Projekte, die nur ihre Unkosten decken wollen und womöglich viel zu viel Geld erhalten können es ja wieder in eine Art Pool geben aus dem kleine unterfinanzierte Projekte finanziert werden könnten. Auch eine Art Förderprogramm, vergleichbar mit Google Summer of Code, könnte aus einem Gemeinschaftspool finanziert werden.

        Ähnliche Systeme gibt es bereits.
        Im Prinzip wäre es eine Mischung aus AppStore und CrowdFoundingPlattform. Die größte Herausforderung wäre die Verteilung zu organisieren.
        Ich glaube, dass mit Geld eine Professionalisierung auf dem Linux-Desktop einhergehen würde. Meine größte Sorge wäre Korruption und Fehlentwicklungen, die mit Geld auch einhergehen kann.

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      Von brrrrrrr am Fr, 18. März 2016 um 21:44 #

      Das Angebot freier und meist kostenloser Linux-Sofwtare und ein etwaiges proprietäres Linuxsoftwareangebot widersprechen sich erst einmal nicht.

      Die unfreie Software, die verkauft werden soll, muss dann aber Features bieten, die freie Software nicht besitzt, und da wird es heutzutage schon ziemlich schwierig, da Linux benötigte Basissoftware praktisch komplett abdeckt.

      Wäre ein Adobe Photoshop für Linux aber kommerziell erfolgreich? Todsicher wäre es das.

      Und ein Microsoft Office für Linux? Auch hier ein klares Ja.

      Bei einer kommerziellen Brennersoftware, auch wenn diese NeroLinux heißt, wird es schon schwierig. Nero4Linux war letztlich nicht kommerziell erfolgreich, deshalb wurde es eingestellt. Die gleiche "Ich bezahle nicht für bloße Brennsoftware"-Krise ist im Prinzip auch unter Windows existent, hier gibt es ja zumindest hervorragende Brenner-"Freeware", die den allermeisten Windowsnutzern vollkommen genügt. Auch deshalb musste sich Nero über das bloße Feature Brennen hinaus weiterentwickeln, um nicht unterzugehen.

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        Von McBain am Sa, 19. März 2016 um 01:44 #

        Der Vorschlag eines solchen Finanzierungs- und Verteilungssystems richtet sich gar nicht gegen proprietäre Software. Ich bin der Meinung, dass auch diese über diesen Weg bezahlt , oder für sie gespendet und gestiftet, werden können sollte. Sogar eine zentrale Lizenzschlüsselverteilung würde ich begrüßen. Ich glaube, dass ein solches Verteilungs-System Freie Software, insbesondere Desktop-Endanwendersoftware (damit meine ich Software, die für den einfachen Anwender, nicht Spezialisten geschrieben wurde) überhaupt stark fördern könnte. Es gibt gute Gründe den Code einer Software nicht, oder erst nach einer gewissen Zeit, zu veröffentlichen. Gerade Endanwendersoftware ist dabei eher unproblematisch, weil keine andere Software auf sie aufbaut. Bei Treibern beispielsweise ist das anders, dort ist geschlossener Code häufig ein Problem.

        Die unfreie Software, die verkauft werden soll, muss dann aber Features bieten, die freie Software nicht besitzt, und da wird es heutzutage schon ziemlich schwierig, da Linux benötigte Basissoftware praktisch komplett abdeckt.
        Das ist wahr. Doch kommen manche freie Projekte etwas langsam voran. Z.B. FreeCAD ist super. Doch fehlen Teile oder machen Probleme. Viele dieser Dinge könnte man sicherlich mit einem professionellen Programmierer schneller voran bringen. Sojemand könnte auch (später) professionellen Support für Firmen, die das CAD-System einsetzen, anbieten.
        Trotzdem gibt es teure CAD-Systeme wie Solid Works, die viel Geld kosten. Mit einem solchen System wird es FreeCAD wahrscheinlich niemals in jedem Bereich aufnehmen können, weil es wahrscheinlich niemals diese Finanzierung und damit auch nicht diese Stärke der Professionalisierung erreichen wird. Ich glaube, dass es für entsprechend gute und professionelle, proprietäre Software immer einen Platz geben wird.

        Ich glaube wir sind hier einer Meinung.

        Wäre ein Adobe Photoshop für Linux aber kommerziell erfolgreich? Todsicher wäre es das.
        Wahrscheinlich. Wobei den meisten Anwendern Gimp oder Krita reichen wird. Profis brauchen das wohl.

        Und ein Microsoft Office für Linux? Auch hier ein klares Ja.
        Ja, vielleicht. Glaube aber eher wegen des Vendor-Locks, als durch bessere Features.

        Bei einer kommerziellen Brennersoftware, auch wenn diese NeroLinux heißt, wird es schon schwierig. Nero4Linux war letztlich nicht kommerziell erfolgreich, deshalb wurde es eingestellt.
        Ja, das ist der Markt. Letztlich nichts falsches. Die Programmierer wurden für ihre Arbeit bezahlt. Das müssen professionelle Programmierer Freier Software auch leisten, weil sie meist Auftrags- und Wartungsarbeiten erledigen.

        Die gleiche "Ich bezahle nicht für bloße Brennsoftware"-Krise ist im Prinzip auch unter Windows existent, hier gibt es ja zumindest hervorragende Brenner-"Freeware", die den allermeisten Windowsnutzern vollkommen genügt. Auch deshalb musste sich Nero über das bloße Feature Brennen hinaus weiterentwickeln, um nicht unterzugehen.
        Durch das stetige, aber oft sinnlose, erweitern, umbauen und überfrachten (auch Featuritis genannt) geben sich ausgereifte Projekte einen Sinn.
        Gerade Freie Software kann hier sinnvoller sein, weil man ein Projekt liegen lässt, solange es den Ansprüchen genügt. Veraltet es kann es wieder, auch von anderen Entwicklern, aufgegriffen und erneuert werden. Womöglich benötigen neue Programmierer zunächst eine Vorfinanzierung um sich eine Zeit lang in den vorhandenen, fremden Code einzulesen. Über die Finanzierungsplattform könnten sie zu einer Stiftung für die Erneuerung aufrufen. Wird das Vorfinanzierungsziel erreicht beginnen sie mit der Arbeit - oder so ähnlich.

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    Von krake am Sa, 19. März 2016 um 11:40 #

    Kaum ein Privatanwender ist bereit, für freie Software einen Kaufpreis zu bezahlen oder Supportvertrag zu buchen.

    Macht da die Codelizenz wirklich einen Unterschied?
    Sind Privatanwender mehr bereit zu zahlen, wenn man ihnen den Code vorenthält?

    Welcher Privatanwender würde überhaupt merken, dass ein Download neben dem Programm auch den Code enthält, oder dass irgendwo schriftlich die Möglichkeit den Code zu beziehen angeboten wird?

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      Von Nur ein Leser am Sa, 19. März 2016 um 22:38 #

      Da wolltest Du mich jetzt wahrscheinlich ein bisschen missverstehen.

      Macht da die Codelizenz wirklich einen Unterschied?
      Sind Privatanwender mehr bereit zu zahlen, wenn man ihnen den Code vorenthält?
      Nein, die Lizenz macht keinen Unterschied und das Bereitstellen oder vorenthalten von Code auch nicht.
      Was ich meinte, ist folgendes: Ich kenne keinen Privatanwender, der für ein freies Programm auf der offiziellen Webseite Geld bezahlen würde, wenn es auf der Freeware-Download-Seite des Computermagazins kostenlos bereitsteht.
      Und da es freie Software ist, wäre dies auch gar nicht zu beanstanden, die Weitergabe gehört eben auch zu den Software-Freiheiten.

      Da dieses Dilemma besteht, versuchen vermutlich die meisten Projekte nicht einmal, einen Kaufpreis für ihre freie Software zu verlangen, obwohl das absolut legitim wäre.
      Support funktioniert für Privatanwender offensichtlich auch nicht, die brauchen ja keinen, auf den sie die Verantwortung abschieben können (so wie Firmen)...

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        Von krake am Sa, 19. März 2016 um 23:50 #

        Da wolltest Du mich jetzt wahrscheinlich ein bisschen missverstehen.

        Ja und nein.
        Ich habe dich nicht missverstanden, aber ich wollte widersprechen, dass die Codelizenz hier ausschlaggebenend ist.

        Ich glaube eher, dass die Bereitschaft zur Bezahlung bei Privatanwendern einfach nicht gegeben ist.
        Unabhängig von der Lizenz des Codes weil für eben diese Zielgruppe der Code vordergründig erst mal unwichtig ist.

        Nehmen wir an, das selbe Programm stünden auf die selbe Art und Weise zweimal auf äquivalenten Webseiten um den selben Preis zum Kauf, aber ein Paket würde zusätzlich zum ausführbaren Programm auch noch den Code beinhalten.

        Würde man dann wirklich unterschiedliches Kaufverhalten erwarten? Also dass das Paket ohne Code häufiger gekauft werden würde?

        Was ich meinte, ist folgendes: Ich kenne keinen Privatanwender, der für ein freies Programm auf der offiziellen Webseite Geld bezahlen würde, wenn es auf der Freeware-Download-Seite des Computermagazins kostenlos bereitsteht.

        Ok, betrachten wir dieses Szenario näher.
        Also ein Computermagazin würde die originale Software kaufen und dadurch den Code erhalten. Dann diesen Code bauen und paketieren und unter anderem Namen gratis zum Download anbieten.

        Dann haben wir also ein Programm vom ursprünglichen Hersteller gegen Bezahlung, wo der Kunde eben den Hersteller als Ansprechpartner hat und von diesem auch Updates beziehen kann.

        Und auf der anderen Seite einen vom Computermagazin gewartet Gratisklon.

        Die Frage ist, wieviel Unterschied ist, aus Sicht des Originalherstellers, zwischen der Auswirkung diese fremdgewarteten Gratisklons und der sonst üblichen Raubkopie, die ja sogar noch den selben Namen hat?

        Wie wahrscheinlich tätigt ein Computermagazin diese initiale Ausgabe (Lauf und erneutes Bauen+Paktieren) und hat dann entweder ein alterndes Programm zum Download oder kümmert sich um die Aktualisierung (selbst oder durch Kauf von aktualisierten Originalversionen)?

        Ich glaube eher, dass Privatanwender ohnehin wenig Bereitschaft haben für Software zu bezahlen und sogar eher zu einer Raubkopie des Originals als zu einer legalen Nonamekopie tendieren würden.

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        Von krake am Sa, 19. März 2016 um 23:57 #

        Da dieses Dilemma besteht, versuchen vermutlich die meisten Projekte nicht einmal, einen Kaufpreis für ihre freie Software zu verlangen, obwohl das absolut legitim wäre.

        Ich denke eher, dass das mehr eine Frage des artfremden Zusatzaufwandes ist.
        Programmieraufwand ist eine Sache, aber einen Shop einzurichten und zu betreiben, Kundenstamm und -kontakt zu verwalten, Buchhaltung und Steuerleistung, usw. etwas anderes.

        Auf Plattformen mit "app store" würden ein paar davon wegfallen, aber dort ist wiederum ohnehin das meiste gratis.

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Von artodeto am Fr, 18. März 2016 um 15:15 #

Ich leiste mir ein teures Hobby und spende den gleichen Betrag, den ich fuer die Lizenz ausgebe, an ein open source Projekt, welches irgendwann einmal die proprietaere Software ersetzen wird.

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Von Max Maier am Fr, 18. März 2016 um 15:53 #

Nicht Open Source Software unter Linux, natürlich geht das und jedem sollte das Recht gegeben sein, selber zu entscheiden.

ABER wenn die Dateiformate nicht frei sind, dann bringe ich meine eigene Arbeitsleistung in einen Datenspeicher, den ich vielleicht irgendwann nicht mehr öffnen kann.

Deshalb bevorzuge ich eindeutig Open Source.

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Von theuserbl am Fr, 18. März 2016 um 19:21 #

Die Frage nach propritärer Software ist zu allgemein.

Meiner Meinung nach, sollten grundlegende Programme (Programme, auf die andere Programme aufbauen), wie Betriebssysteme, wichtige Bibliotheken (wie GTK+, Qt, ...), VMs (wie die JavaVM, .NET/Mono, ...), etc. OpenSource sein. Denn sie bilden mit die Infrastruktur des Computersystems.
Darauf aufbauende Programme, können jedoch ruhig proprietär sein.

Und bei Spielen ist es fast schon unwichtig, ob sie OpenSource oder proprietär sind. Es sollte einige OpenSource-Spiele geben, die man als Grundlage für andere OpenSource-Spiele nutzen kann. Das reicht aber dann auch schon.
Wichtig ist auch hierbei nur, daß die Bibliotheken, die die Spiele nutzen (Mesa3D, libSDL, Vulkan, ...) OpenSource sind und evtl. auch von den Spieleherstellern verbessert werden und die Verbesserungen auch wieder den jeweiligen Projekten zurückgegeben werden.

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    Von Eddie8 am Sa, 19. März 2016 um 17:10 #

    Genau DAS fast im Wortlaut wollte ich auch gerade schreiben! :)
    Leider eine nicht sehr gut durchdachte Umfrage!

    Vll noch ergänzend:
    Insbesondere Formate wie odt und PDF müssen frei sein!
    Betriebssystem und Standardsoftware, die jeder dafür braucht (Browser, Office, PDF-Reader etc.) müssen entsprechend auch frei sein. Das heißt nicht, dass es für Spezialfälle nicht auch angebracht ist, ein properitäres Produkt zu verwenden, solange ich das Dokument genauso wieder mit der freien Software danach bearbeiten kann. Qoppa PDF-Studio ist ein schönes Beispiel.
    Analog kann auch ein freies Programm proprietäre Erweiterungen mitbringen, Chromium vs. Chrome als gutes Beispiel.

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    Von SieHabenVergessenIhrenNamenEin am Sa, 19. März 2016 um 17:27 #

    >Und bei Spielen ist es fast schon unwichtig, ob sie OpenSource oder proprietär sind.

    An sich schon, aber einen Klassiker nach 10 oder 20 Jahren auf das neueste System bringen zu können (anderes Gerät, anderes OS, inkompatible Standardbibliothek-ABI, andere Bibliotheken ersetzen) ist ein nicht zu unterschätzender Bonus.

    Die gesamte Spiellogik neu zu schreiben ist nicht gangbar und Emulationen sind extrem kompromissbehaftet, wobei ich jetzt nicht die Leistungen der Teams hinter Dolphin und co. schmälern möchte.

    Andererseits machen dem Online-Aktivierung etc. ja heute schon einen Strich durch die Rechnung, daher wird es eine Aufbewahrung von neueren Spielen für Museen etc. nicht geben.

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Von Tux 0815 am So, 20. März 2016 um 14:42 #

Also im Prinzip liebe ich freie Software nur kann Sie vieles abdecken aber manches kommt auch zu kurz. Also wäre es nicht schlecht propietär anzubieten weil gute Software zu fairen Kosten würden Linux einen Schritt vorwärts bringen. Dabei wäre nur zu beachten das es nicht Überhand nimmt und freie oder probitäre Entwickler immer gleich zu bewerten und zu behandeln sind. Auch eine kommerzielle Überflutung wäre nicht oki. das beste wäre eine zusätzliche freie Prüfstelle aus sagen wir drei / vier Professorn die Linux verrückt sind und die das dann bewerten und abwägen was ist zuviel was geht

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Von mosu am So, 20. März 2016 um 17:25 #

Der entscheidende Punkt ist die Frage nach Opensource vs. Closedsource. Immer dann, wenn mit Copyright gearbeitet wird, liegt ein prinzipieller Fehler vor, denn geistiges Eigentum darf es nicht geben. Der Geist muss frei sein, nur so funktioniert im Übrigen eine Gesellschaft, die auf geistige Leistungen sich gründet langfristig zum Nutzen der Allgemeinheit.
Persönlich nutze ich in den letzten Jahren nur noch wenig Closedsource Software allerdings an bestimmten Stellen ist es nur schwer zu vermeiden. Speziell gilt das für Treiber, die den Betrieb von Geräten überhaupt erst ermöglichen. Das gilt auch für Grafikkarten, aber natürlich auch für alle möglichen anderen Geräte, bei denen ich keinen Zugriff auf die Software habe. Ich sehe die ganze Opensouce-Bewegung als einen Vorgriff auf ein neues Gesellschaftsmodell, in dem sog. "geistiges Eigentum" zukünftig prinzipiell frei sein, also keine gesetzlichen Regelungen mehr vorhanden sein werden, um es zu "schützen". Das bedeutet dann allerdings auch ein neues Finanzierungsmodell mit entsprechenden Regelungen, das aus der Wirtschaft finanziert werden müsste und sich zum Beispile daran orientieren könnte, wie sehr ein Produkt nachgefragt wird.

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Von GLassnig am So, 20. März 2016 um 19:20 #

Ich hatte noch nie ein Problem damit für Software zu bezahlen. Auch wenn mein System und der Desktop freie Software sind, so spende ich regelmäßig für diverse kleine und große Open-Source Projekte. Wenn es eine bestimmte Software, welche für mich nützlich ist, nur als proprietäre Software gibt kaufe ich sie selbstverständlich.

Dieses Nassauertum, dass mittlerweile wohl zum guten Ton gehört, widert mich an. Alles haben wollen, an den Entwicklern rumnöhlen aber nie eine Gegenleistung bringen.

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