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Thema: Braucht eine grafische Oberfläche Netzwerktransparenz?

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Kommentare von Lesern spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wider.
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Von Temar am Fr, 19. November 2010 um 14:13 #

Die Antworten sind sehr eigenartig. Das Netzwerktransparenz auf jedenfall nicht unverzichtbar ist, beweisen doch die abermillionen Windows Installationen. Auf der anderen Seite kann Netzwerktransparenz für manche User unverzichtbar, aber gleichzeitig auch durch andere Methoden erreichbar sein. Und was ist mit Usern, für die Netzwerktransparenz zwar unverzichtbar ist, aber andere Features noch wichtiger sind?

Ihr solltet eure Antworten echt besser überdenken.

Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert. Zuletzt am 19. Nov 2010 um 14:19.
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    Von glasen am Fr, 19. November 2010 um 14:37 #

    Hä, was willst du uns jetzt mit deinem Geschreibsel sagen?

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    Von LisasPapa am Fr, 19. November 2010 um 14:38 #

    Man sollte die Antworten besser ausschmücken! Also vielleicht etwas genauer beschreiben, was das eigentlich ist. Es sind nicht alles Profis. Und es wissen bestimmt nicht alle was damit genau gemeint ist.

    1. Auf den Netzwerkrechner per ssh -X Netzwerkrechner einloggen
    und local dann z.B. Firefox, Thunderbird oder anderes X Programm starten.

    2. Über Hilfsprogramme ist sowas auch möglich wie vncserver :1 auf dem Netzwerkrechner starten
    und local dann vncviewer Netzwerkrechnername:1
    Bei M$ Windows funktioniert es nur so, der Netzwerkrechner ist dann über rdesktop zu erreichen.

    3. Welche anderen Features? Stabilität, Bunte hübsche Animationen, Speed? Welche Features sind gemeint?

    4. ssh ohne -X verwenden, dann können keine Programme gestartet werden die etwas mit X11 ausgeben wollen. Für administrative Dinge meist völlig ausreichend. Wer braucht schon X11 auf dem Netzwerkrechner.

    5. Keine Meinung, keine Ahnung?

    BTW: Früher (~1993) war es ein beliebter Sport, sich auf dem Rechner eines anderen mit einzuloggen, das eigene $DISPLAY auf dessen Rechner zu setzen und dann ein xeyes -geometry 1024x768 zu starten. Die Gesichter waren immer göttlich, leider geht das nicht mehr. ;-)

    • 0
      Von Temar am Fr, 19. November 2010 um 15:11 #

      Auch die Frage müsste völlig anders formuliert werden.

      Braucht eine grafische Oberfläche Netzwerktransparenz?

      Diese Frage kann doch ganz klar mit Nein beantwortet werden. Die am häufigsten verwendeten Betriebssysteme auf diesem Planeten bieten keine Netzwerktransparenz (im Sinne von X11). Das zeigt doch ganz klar, dass Netzwerktransparenz in einer grafischen Oberfläche nicht unbedingt benötigt wird. Somit müsste die Frage eher lauten:

      Wie wichtig ist Ihnen die X11-Netzwerktransparenz?

      Dann würden die Antworten aber immer noch nicht ganz passen.

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        Von glasen am Fr, 19. November 2010 um 15:59 #

        > Die am häufigsten verwendeten Betriebssysteme auf diesem Planeten bieten keine Netzwerktransparenz (im Sinne von X11)

        Eben nicht. Seit Windows 2000 gibt es RDP. Das ist zwar nicht das gleiche wie X11, erfüllt aber den gleichen Zweck. Deshalb hab ich ja auch "Andere Methoden" in der Umfrage ausgewählt.

        X11 ist nämlich nicht der Weisheit letzter Schluß. Ansonsten wäre z.B. ein Programm wie NoMaschine NX völlig überflüssig.

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          Von asdfas fwef am Fr, 19. November 2010 um 16:29 #


          > Die am häufigsten verwendeten Betriebssysteme auf diesem Planeten bieten keine Netzwerktransparenz (im Sinne von X11)

          Eben nicht. Seit Windows 2000 gibt es RDP. Das ist zwar nicht das gleiche wie X11,

          Ganz genau, das ist nicht das gleiche wie X11. Echte Netzwerktransparenz und das senden von Desktopscreenshots über einen TCP Socket sind zwei völlig verschiedene paar Stiefel.

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            Von dfd am Fr, 19. November 2010 um 18:30 #

            Das das kein Screenshot ist, sieht man daran, dass der WM von verschiedenen Clients unterschiedlich aussieht. Ist aber sich nur so ne halbe Pfuschlösung, wie man es von Microsoft gewohnt ist, zumindes alles aus der Zeit.

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            Von glasen am Fr, 19. November 2010 um 18:39 #

            Du verwechselst RDP mit RFP. Ersteres ist die Netzwerktransparenz welche MS implementiert hat, letzteres wird von VNC benutzt.

            RDP besteht mitnichten nur aus dem Senden von einfachen Screenshots. Das Rendern der Ausgabe erfolgt direkt auf dem Clientrechner und nicht auf dem Server, der dann nur die fertigen Screenshots über die Leitung schickt.

            RDP kann locker von der Geschwindigkeit mit X11 mithalten, die Features gehen sogar weit über die Möglichkeiten von X11 hinaus (Audioübertragung, Drucken, usw.).

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              Von axr am Mo, 22. November 2010 um 11:23 #

              Ich hab die Erfahrung gemacht, dass RDP über langsame Internetverbindungen um Längen besser funktioniert als X11-Forwarding. Letzteres ist dafür leider unbenutzbar. NX schafft etwas Abhilfe, richtig toll ist das aber auch nicht. Ich finde das sehr schade, denn ich würde mich schon so manches Mal gern nicht auf die Textkonsole beschränken müssen ...

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            Von Michi2 am Fr, 19. November 2010 um 19:40 #

            Ganz genau, das ist nicht das gleiche wie X11. Echte Netzwerktransparenz und das senden von Desktopscreenshots über einen TCP Socket sind zwei völlig verschiedene paar Stiefel.

            Unter Windows kann ich eine Remote Desktop Session aufmachen, sie beenden, die Programme laufen weiter, mich später von einem anderem Computer wieder verbinden und weiterarbeiten. Meiner Meinung nach sehr nützlich.

            Außerdem ist X11 über Netzwerk ziemlich ineffizient. Das liegt zwar letztlich auch an den Toolkits (Qt, gtk), aber aus User Sicht ist es letztendlich egal ob das an X11 oder den Toolkits liegt.

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              Von 1ras am Sa, 20. November 2010 um 05:02 #

              Anwendungen auf dem lokalen Desktop oder in einer lokalen Windows-Sitzung laufen zu lassen, um diese dann bei Bedarf übers Netzwerk zu übertragen, hat nur exakt garnichts mit Netzwerktransparenz zu tun.

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          Von feuerfrei am Fr, 19. November 2010 um 19:11 #

          Netzwerktransparenz heißt nicht, dass ein Netzwerkprotokoll verfügbar ist, sondern dass die lokale Anwendung kein Sonderfall ist. http-Server sind zum Beispiel netzwerktransparent. Es ist für den Client transparent also "unsichtbar" ob der Server die lokale Maschine ist oder nicht, dito beim Server, dem es auch egal ist ob der Client lokal läuft oder nicht.

          Die Frage worum es bei Netzwerktransparenz geht ist, ob der lokale Fall ein besonderer ist und das kann man leicht mit ja beantworten.

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    Von jjsa am Fr, 19. November 2010 um 18:28 #

    Weil Windows keine Netzwerktransparenz besitzt bedeutet es nicht das dies nicht notwendig ist.
    Die Netzwerktransparenz von X11 erlaubt es einzelne Anwendungen auf den eigenen Desktop zu visualisieren und zu bedienen. Das Protokoll Overhead ist relativ gering. Mit NoMachine/NX welches die Menge an übertragene Daten reduziert, unter anderem durch Caching auf der Client Seite, kann solch eine Applikation sogar über eine ISDN Verbindung bedient werden. VNC und co dürften hier das Nachsehen haben.

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    Von Ravenbird am Sa, 20. November 2010 um 08:22 #

    Temar: Die Antworten sind sehr eigenartig. Das Netzwerktransparenz auf jedenfall nicht unverzichtbar ist, beweisen doch die abermillionen Windows Installationen.

    Nun bei Windows gab es von Haus aus nie Netzwerktransparenz was an dem von Anfang an verfolgten Konzept des Systems lag. Das es dennoch Anwender gibt die es benötigen wird dadurch bewiesen das es Anwender gibt die entsprechende Zusatzsoftware produzieren.

    Temar: Auf der anderen Seite kann Netzwerktransparenz für manche User unverzichtbar, aber gleichzeitig auch durch andere Methoden erreichbar sein. Und was ist mit Usern, für die Netzwerktransparenz zwar unverzichtbar ist, aber andere Features noch wichtiger sind?

    Das Problem mit der Netzwerktransparenz im X-Window-System ist in meinen Augen das es zum einen statisch in den X-Server eingebunden ist (sprich man bekommt es ob man will oder nicht) und das es zum anderen auf recht veralteter Technologie basiert, sprich im Laufe der Zeit nicht weiterentwickelt wurde. Wäre es weiter entwickelt worden gäbe es keine Lösungen wie NX & Co. Und eben da ist das Problem. Warum sollte man etwas mit schleppen das die meisten Anwender nicht brauchen und das nur unnötig Leistung verbraucht, wenn es ohnehin bessere externe Lösungen gibt. Der einzige Vorteil von der Netzwerktransparenz im X-Window-System ist wenn ich das richtig sehe das einzelne Programmfenster von einen X-Server auf einen anderen X-Server geholt werden können. Das wiederum funktioniert aber nur in schnellen Netzwerken mit entsprechender freier Bandbreite gut.

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    Von Netzwerktransparenz OHNE X11 o am Sa, 20. November 2010 um 09:33 #

    Gut, dass wir uns davon unabhängig gemacht haben.
    Siehe: http://pvbrowser.org

    Das war ursprünglich zwar "nur" für Prozessvisualisierungen gedacht,
    wird von uns inzwischen aber auch für normale Anwendungen genutzt.

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    Von Der_Andi am So, 21. November 2010 um 13:01 #

    Die Frage, die sich stellt ist die: Wird es je hier eine Umfrage geben, ohne dass sich jemand dazu gedrängt fühlt eine Diskussion über Sinn und Unsinn von Umfragen zu starten? Mensch, dann lass es bleiben, wenn die die ganze Sache zu blöd ist.

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      Von Temar am So, 21. November 2010 um 13:58 #


      Wird es je hier eine Umfrage geben, ohne dass sich jemand dazu gedrängt fühlt eine Diskussion über Sinn und Unsinn von Umfragen zu starten?

      Hier geht es nicht um Sinn oder Unsinn, sondern darum, dass diese Umfrage in der aktuellen Version absolut nichts aussagt. Es wäre durchaus interessant gewesen, wie die Pro-Linux Leser zur Netzwerktransparenz stehen. Die aktuelle Frage ist aber unpräzise und die Antworten überschneiden sich.

      Anstatt irgendwas zusammenzustöpseln hätte man lieber einfach Fragen sollen:

      Wie wichtig ist ihnen Netzwerktransparenz im Sinne von X11?

      Und die Antworten dann einfach von "unverzichtbar" bis "unwichtig" verteilen sollen. Sowas wie "kann auch durch andere Methoden erreicht werden" gehört da einfach nicht rein, denn wenn jemand auch mit VNC zufrieden ist, kann er einfach "weniger wichtig" oder "eher unwichtig" ankreuzen.

      Die aktuelle Umfrage dient nur dazu die Leser über's Wochenende mit einem Flamewar bei Laune zu halten - ähnlich wie die Heise Freitagsnews, bei denen auch immer ein Reizthema zu finden ist.

      Mit einer vernünftigen Umfrage hätten die Leute hier auch flamen können, nur hätten wir dann zusätzlich noch eine Umfrage von der man etwas ablesen kann.

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    Von maddin am Mo, 22. November 2010 um 22:51 #

    "Das Netzwerktransparenz auf jedenfall nicht unverzichtbar ist"

    --> nein, ich soll keine doppelte verneinung nicht benutzen!

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Von 1ras am Fr, 19. November 2010 um 15:03 #

Netzwerktransparenz kann mit anderen Methoden erreicht werden?

Welche anderen Methoden sollen dass sein?

Die Netzwerktransparenz der grafischen Oberfläche bedeutet, dass es für den Nutzer keinen Unterschied macht, ob er ein Programm lokal oder Remote startet. Das Programm verhält sich jeweils gleich und fügt sich auf gleiche Weise in den Desktop ein.

Das Exportieren eines vollständigen Desktops, wie bei VNC oder NX, hat damit wenig zu tun.

Welche anderen Methoden sind also gemeint?

Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert. Zuletzt am 19. Nov 2010 um 15:04.
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    Von LH_ am Fr, 19. November 2010 um 15:10 #

    Es gibt für Windows einige Lösungen, welche auch einzelne Fenster Netzwerktransparent machen. Das ist technisch auf einem anderen Layer der GUI angelegt, aber nicht von Nachteil.

    Soetwas setzt dann z.B. in der GUI Lib an, anstatt im Displayserver.

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      Von glasen am Fr, 19. November 2010 um 15:12 #

      Eben. Es gibt zig Möglichkeiten Netzwerktransparenz zu realisieren. X11 ist und eine Möglichkeit von vielen.

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      Von 1ras am Sa, 20. November 2010 um 01:29 #

      RDP und dessen Möglichkeiten (das Übertragen einzelner Fenster wurde dort auch erst nachträglich implementiert) und Unzulänglichkeiten sind mir bekannt. Von Netzwerktransparenz würde ich bei RDP genau so wenig sprechen, wie bei VNC oder NX. Es wird immer ein lokaler Server benötigt dessen Anzeige erst nachträglich übers Netzwerk übertragen wird. Netzwerktransparenz sieht anders aus.

      Die Umfrage auf pro-linux.de ziehlt wohl auch primär auf Linux ab. Ich möchte deshalb meine Frage wiederholen und präzisieren, Netzwerktransparenz kann mit welchen anderen Methoden unter Linux erreicht werden?

      Immerhin haben aktuell 36% diese Option gewählt, da sollte mir doch jemand ein Beispiel nennen können, was er damit meint. Oder wissen die alle nicht, was Netzwerktransparenz ist?

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        Von glasen am Sa, 20. November 2010 um 01:44 #

        > Oder wissen die alle nicht, was Netzwerktransparenz ist?

        In diesem Fall bedeutet es, dass man ein Programm auf einem entfernten Rechner starten kann und von einem lokalen Rechner aus bedient.

        Ob die Transparenz jetzt "echt" oder "künstlich" erreicht wird, spielt für den Anwender doch keinerlei Rolle. Hauptsache er kann einen entfernten Rechner problemlos bedienen.

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          Von 1ras am Sa, 20. November 2010 um 02:17 #

          Es gibt keine künstliche Netzwerktransparenz. Entweder sie ist vorhanden oder nicht.

          Du kannst mir aber auch gerne ein alternatives Beispiel für Linux nennen, wie du ein Programm auf einem entfernten Rechner startest und lokal bedienst. Das Programm muss sich natürlich transparent verhalten und in den lokalen Desktop integrieren.

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            Von LH_ am Sa, 20. November 2010 um 17:47 #

            Diese alternative gibt es nicht, weil vielen das veraltete X Protokoll genug ist. Wäre X11 mit all seinen schwächen aber nicht mehr die Haupt-GUI, würden diese Alternativen entstehen, und auch genutzt werden.

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              Von 1ras am So, 21. November 2010 um 01:08 #

              Okay, besagte Antwort lautet aber "Netzwerktransparenz kann mit anderen Methoden erreicht werden" und nicht "Netzwerktransparenz könnte mit anderen Methoden erreicht werden."

              Wäre das X-Protokoll wirklich so schlecht wie es oft hingestellt wird, hätte sich schon lange eine Alternative gebildet. Bisherige Alternativen kranken aber an allen Ecken und Enden, so dass sie keine sind. Fehlende Netzwerktransparenz ist dabei nur ein Thema.

              Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert. Zuletzt am 21. Nov 2010 um 01:09.
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                Von glasen am So, 21. November 2010 um 01:43 #

                > Bisherige Alternativen kranken aber an allen Ecken und Enden, so dass sie keine sind.

                Bisherige Alternativen hatten das Problem, dass sie wenig bis gar nicht zu den bisher existierenden Anwendungen kompatibel waren. Auch die Treibersituation war eine ganz andere.

                Wayland hat eine ganz andere Basis als z.B. der damalige Versuch "Fresco" :


                • Der Kernel selbst bietet heute die passenden Treiber an (Stichwort KMS). Die früheren Alternativen mussten selbst Treiber mitliefern.

                • Die beiden wichtigsten Toolkits (Qt und Gtk+) werden auf Wayland portiert. Dadurch wird es ein Kinderspiel bestehende Anwendungen auf Wayland zu portieren.

                • Global-Player wie Intel und Nokia und ihm Linuxbereich RedHat, stehen dahinter. Es ist also kein One-Man-Show.

                • Es wurde schon frühzeitig an einen Kompatibilitätslayer gedacht. X11-Anwendungen werden unverändert unter Wayland funktionieren.

                Zudem gibt es mehr als genügend Beispiele, dass ein Neuanfang nichts Schlechtes oder problematisch sein muss. Ich erinnere nur an die damalige Einführung von MacOS X. Dort wurde nicht nur die Benutzeroberfläche vollständig ausgetauscht, sondern auch das grundlegende Betriebssystem.

                Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert. Zuletzt am 21. Nov 2010 um 01:44.
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                  Von 1ras am Mo, 22. November 2010 um 02:22 #

                  Wir werden sehen wie sich Wayland entwickelt. Bei einem neuen Protokoll und in der Hochzeit des Internets und der Vernetzung nicht von vorne herein auf Netzwerktransparenz zu achten, halte ich jedoch für einen Kardinalsfehler und massiven Rückschritt.

                  Mich erinnert dies an die Zeit als Microsoft noch glaubte, das Internet ignorieren zu können...

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                    Von gustl am Mo, 22. November 2010 um 22:18 #

                    Sehe ich genau so

                    In einer Transitionsperiode werden wir gar nicht viel von Wayland bemerken, weil ohnehin alle Applikationen X Clients sind, und der XServer den Wayland Compositor anspeist. Ob die Anwendung also remote gestartet wurde oder nicht ist für diesen Fall egal.

                    Ganz anders wird es, wenn die Anwendungen zunehmend zu direkten Wayland Clients werden, dann ist es, zumindest so wie ich es verstanden habe, mit der Netzwerktransparenz vorbei, weil die Waylandclient --> Waylandcompositor Verbindung nicht Netzwerktransparent zu sein scheint

                    Für mich ist es aber essentiell, dass ich JEDE grafische Anwendung auf einem anderen Rechner starten kann und das Fenster dazu auf meinem Desktop habe, ohne dass der User der vor dem anderen Rechner sitzt das mitbekommt.

                    Ich finde man sollte in Wayland ein sehr rudimentäres Netzwerkprotokoll einführen, so dass die Verbindung Client --> Compositor Netzwerktransparent wird. Gut wäre da ein Buffer Rendering auf Clientseite (dann kann es die dortige Hardware benutzen), und das fertige Bild wird dann an den Compositor geschickt. Als vollständig neues Protokoll könnte man das dann so effizient wie NoMachine NX gestalten, was in Kombination mit clientseitigem Rendering 3D Anwendungen über ISDN Leitungen ermöglichen würde.

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                      Von 1ras am Do, 25. November 2010 um 01:17 #

                      Ich möchte sogar noch weiter gehen, meines Erachtens ist Wayland der falsche Ansatz. Das Problem ist, dass immer mehr Grafikfunktionen in den Toolkits (GTK, Qt) durchgeführt werden welche an den X-Server nur noch fertige Bitmapgrafiken übertragen und die Grafikfunktionen des X-Servers nicht mehr nutzen. Der Grund dafür ist, dass die Grafikfunktionen des X-Servers nicht mehr ausreichend sind, um heutigen Anforderungen zu genügen.

                      Der Ansatz von Wayland ist nun keine Grafikfunktionen mehr zur Verfügung zu stellen sondern nur noch fertige Bitmapgrafiken entgegen zu nehmen und anzuzeigen.

                      Ich würde es stattdessen für sinnvoller erachten, das grundlegende Problem zu lösen und dem X-Server wieder brauchbare Grafikfunktionen beibringen, so dass diese von den Toolkits entsprechend genutzt werden können. Die Toolkits müssen natürlich dazu angehalten werden, diese dann auch zu nutzen.

                      Damit gäbe es wieder - so wie im ursprünglichen Design von X11 vorgesehen - eine zentrale Instanz welche für das Zeichnen der Grafiken zuständig wäre und das Protokoll wäre entsprechend effizient übers Netzwerk zu übertragen.

                      Die Netzwerkfähigkeit vom Toolkit abhängig zu machen, so wie es einige vorgeschlagen haben, halte ich hingegen für keine gute Idee. Damit kann man keine Netzwerktransparenz erreichen, da immer Toolkits dabei sein werden, die diese Funktionalität nicht anbieten. Vom Chaos der unterschiedlichen Implementierungen ganz zu schweigen.

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    Von pvb123 am Sa, 20. November 2010 um 09:36 #

    > Netzwerktransparenz kann mit anderen Methoden erreicht werden?
    > Welche anderen Methoden sollen dass sein?

    > Welche anderen Methoden sind also gemeint?

    http://pvbrowser.org

    ist unser Eigengewächs

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Von Unwichtig am Fr, 19. November 2010 um 15:29 #

In Zeiten der Wolke ist sowas einfach unverzichtbar.
Immer mehr Leute wollen von zu Hause arbeiten und connecten so auf Terminal-/Citrix-Server.
Ich finde das NX/X2Go-Konzept einfach genial. Es müsste nur professioneller werden und man koennte Citrix ne Menge Anteil abgraben.

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    Von Ravenbird am Sa, 20. November 2010 um 08:31 #

    In Zeiten der Wolke ist sowas einfach unverzichtbar.
    Immer mehr Leute wollen von zu Hause arbeiten und connecten so auf Terminal-/Citrix-Server.
    Ich finde das NX/X2Go-Konzept einfach genial. Es müsste nur professioneller werden und man koennte Citrix ne Menge Anteil abgraben.

    Und was hat genau NX/X2Go mit der Netzwerktransparenz des X-Window-Systems zu tun? Ich denke man kann beides brauchen, doch beides sollte entweder modular oder über externe Programme realisiert werden und nicht im X-Server selbst fest verbaut sein. Auch bräuchte die Netzwerktransparenz im X-Server gründlich überarbeitet und erneuert werden.

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Von pvb123 am Fr, 19. November 2010 um 16:55 #

Netzwerktransparenz mit X11 ist seit Jahren Standard bei unixoiden Systemen. So etwas darf nicht gestrichen werden !!!

Jedenfalls muss ein vernünftiges Unix X11 können.
Bei OS-X geht das über eine spezielle Anwendung, die einen X11 Server zur Verfügung stellt.

Einfach streichen darf man X11 auf keinen Fall.

Das verbietet sich schon deshalb, weil es in der freien Wildbahn viele Systeme gibt, die damit arbeiten. Eine Verbindung mit diesen Systemen wäre dann nicht mehr möglich. Ich stelle mir gerade einen Inbetriebnehmer vor, der Modernisierungen von alten Industrieanlagen zu machen hat und darauf angewiesen ist, sich mit den Altsystemen verbinden zu können.

Neue Features sind ja ganz nett.
Man muss aber vorsichtig sein und darf Standards nicht über den Haufen schmeissen.

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    Von lasdjflsdjf am Fr, 19. November 2010 um 17:05 #


    Einfach streichen darf man X11 auf keinen Fall.

    Das wird es auch nicht. Wayland wird, ähnlich wie MacOS, einen eingebetteten X-Server mitbringen. Der X-Server wird halt zu einem einfachen Client degradiert. Die Kompatibilität bleibt also vollständig erhalten.

    Daher ist das ganze Gejammer um die wegfallende Netzwerktransparenz auch so albern. Die Applikationen, die das wirklich benötigen, können weiterhin einen X11-Modus anbieten. Die Zukunft wird dann zeigen, wie wichtig die Netzwerktransparenz wirklich ist.

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      Von pvb123 am Fr, 19. November 2010 um 17:32 #

      X11 MUSS funktionieren, sonst ist das System für mich nicht brauchbar.
      Grund: Ich MUSS in der Lage sein mit Altanlagen arbeiten zu können.

      Wie das erreicht wird, ist mir erst mal egal, hauptsache es funktioniert.
      Z.B. habe ich einige Zeit suchen müssen, bis ich openSUSE wieder dazu bewegt habe auf Port 6000 zu lauschen. X11 muss auch ohne ssh -X laufen können, wenn man mit Altanlagen zu tun hat.

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        Von Ravenbird am Sa, 20. November 2010 um 08:37 #

        Und wo genau ist jetzt Dein Problem? Wayland das hoffentlich in Absehbarer Zeit in allen großen Distributionen Einzug halten wird erlaubt wie von anderen weiter oben erwähnt weiterhin die Möglichkeit einen normalen X-Server eingebettet laufen zu lassen um die nötige Kompatibilität zu ermöglichen. Die Frage die sich für Dich evtl. stellt ist eher die, ob wenn Wayland sich etabliert hat die Anwendungen die Du Remote nutzen willst noch auf dem alt hergebrachten X-Server laufen oder auf Wayland portiert wurden. Persönlich bin ich was das Konzept von Wayland betrifft ein absoluter Befürworter. Netzwerktransparenz sollte durch ein Modul oder ein externes Programm (wie Heute z. B. mit NX) für jene die es brauchen nachrüstbar sein.

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      Von ui am Fr, 19. November 2010 um 19:19 #

      > Das wird es auch nicht. Wayland wird, ähnlich wie MacOS, einen eingebetteten X-Server mitbringen. Der X-Server wird halt > zu einem einfachen Client degradiert. Die Kompatibilität bleibt also vollständig erhalten.

      Nein, weil das nur mit X11 Apps geht, Wayland Apps kriege ich dann nicht über das Netz. Und für mich ist die Möglichkeit einzelne Fenster per Netz auf meinen Desktop das Killerfeature von X11.

      Auf der Arbeit muss ich immer mehrere Citrix und RDP Session offen haben, das nervt tierisch weil man zwischen den ganzen verschieden Desktops schnell durcheinander kommt. Intuitiv ist was anderes, mir wäre es lieber wenn ich mir nur die einzelnen Apps die auf den remote Kisten laufen rüberholen könnte und nur noch einen Desktop mit *einem*Window Manager hätte.

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        Von Ravenbird am Sa, 20. November 2010 um 08:41 #

        Nein, weil das nur mit X11 Apps geht, Wayland Apps kriege ich dann nicht über das Netz. Und für mich ist die Möglichkeit einzelne Fenster per Netz auf meinen Desktop das Killerfeature von X11.

        Ich nehme das Du das nur via schnellen internen Netz machst oder? Den fürs Internet braucht man schon eine sehr schnelle Anbindung um das wirklich flüssig zu realisieren. Imho sollte man die Möglichkeit der Netzwerktransparenz als eigenständiges Modul oder als externes Programm zu realisieren. Dann können es jene die es brauchen nutzen und jene die es nicht brauchen müssen es nicht mit sich herum schleppen.

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    Von Christopher Roy Bratusek am Fr, 19. November 2010 um 17:08 #

    >> Jedenfalls muss ein vernünftiges Unix X11 können.

    Es muss nicht X11 können, sondern einen XServer haben.
    Du verlangst von KDE oder GNOME ja auch, dass sie einen Windowmanager haben, nicht dass sie EMWH können.

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    Von theBohemian am Sa, 20. November 2010 um 12:10 #

    > X11 darf nicht gestrichen werden
    Doch es gibt Anwendungsbereiche in denen X11 *keinen* Sinn macht und dort wird auch schon seit Jahren kein X11 verwendet. Gemeint sind: Smartphones, Netbooks, Industrieanlagen, Kassensysteme, usw.

    Android benutzt kein X11.
    QtEmbedded wird oft mit simplen Framebuffer laufen gelassen.

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Von Zock3r am Fr, 19. November 2010 um 17:22 #

Besser mal Counterstrike auf Linux porten!

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Von anonym am Fr, 19. November 2010 um 17:27 #

irgendwie ist es doch so
jeder der noch nie von der netzwerktransparenz profitiert hat wird meinen das man sie nicht braucht.
das wird logischerweise die mehrheit sein.
auf gehts ubunut, bring uns dorthin wo windows vor 2000 war.
und dann weg mit den mutliuser system weil auf handy/touchpad vor der nase sowas nicht gebraucht wird

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    Von Ravenbird am Sa, 20. November 2010 um 08:47 #

    irgendwie ist es doch so
    jeder der noch nie von der netzwerktransparenz profitiert hat wird meinen das man sie nicht braucht.
    das wird logischerweise die mehrheit sein.
    auf gehts ubunut, bring uns dorthin wo windows vor 2000 war.
    und dann weg mit den mutliuser system weil auf handy/touchpad vor der nase sowas nicht gebraucht wird

    An sich sollte man nicht groß auf Deinen Beitrag antworten. Jedoch will ich es dennoch tun. Was bitte spricht dagegen die Netzwerktransparenz über ein Modul oder ein zusätzliches Programm zu realisieren. Sprich es jenen die es brauchen zur Verfügung zu stellen und jene die es nicht brauchen damit in Ruhe zu lassen. Abgesehen davon ist die Technologie der Netzwerktransparenz im X-Window-System ziemlich in die Jahre gekommen. Da müsste eh so manches verbessert und neu Konzipiert werden.

    Und das hat mit Ubuntu an sich so rein gar nichts zu tun. Diese Fragen stellen sich bei jeder Desktopdistribution. Genauso wenig ist btw. die Netzwerktransparenz im X-Window-System bei weiten nicht das einzige Problem. Schau Dir dazu mal diesen Artikel an.

    • 0
      Von pvb123 am Sa, 20. November 2010 um 09:24 #

      Ich habe den Artikel gelesen.
      Ich will aber nicht den gesamten Desktop übertragen,
      sondern ich will einzelne Fenster von Remote Systemen auf meinen Desktop holen !!!

      Was spricht denn nun eigentlich dagegen so etwas zu machen ?

      if(message.header == Wayland) return waylandMessageHandler(message);
      else return x11MessageHandler(message);

      Dann kann Wayland machen, was hip ist ohne die Kompatibilität über Bord zu werfen.

      • 0
        Von Ravenbird am Sa, 20. November 2010 um 09:54 #

        Mir ist schon klar das Du nur einzelne Fenster übertragen willst was in so manchen Fall ja auch durchaus sinnvoll ist. Jedoch ändert das ja nichts daran das dieser Möglichkeit von der Weiterentwicklung her seit langen nicht mehr wirklich etwas tut. Dazu kommt das es die meisten eben nicht benötigen. Deshalb bin ich klar für Netzwerktransparenz, aber in Form eines zusätzlichen Modules oder einer externen Lösung die denn jeder der sie braucht problemlos installieren kann. So wäre dann beiden Seiten geholfen. Jenen die Netzwerktransparenz wollen und jenen die es nicht wollen. Die Möglichkeit einen eingebetteten X-Server laufen zu lassen sollte man trotzdem offen halten, schon allein aus Gründen der Abwärtskompatibilität. Persönlich bin ich btw. für weitgehende Modularität, sprich dem Anwender sollte so wenig wie möglich für ihn unnötige Software installieren müssen.

0
Von DylanTh am Fr, 19. November 2010 um 17:57 #

Ich bin Debianwender, weil ich selbst entscheiden möchte für welche Einsatzzwecke ich mir meinen Rechner oder die Rechner konfigurieren möchte.
Wenn man ein Universalbetriebsystem wie Debian GNU/Linux möchte, dann muß es auch möglich sein beispielsweise einen Terminal-Server konfigurieren zu können.
Für mich ist Netzwerktransparenz unverzichtbar. Wenn jemand ein abgespecktes Desktopsystem möchte, der sollte besser Windows nutzen.

Das einzige Problem was ich derzeit bei dem X11R6/R7 Protokoll sehe, ist der viel zu hohe Bandbreitenbedarf. Das RDP Protokoll von Windows ist etwas effektiver als X11R6/R7und das ICA Protokoll von Cytrix ist am besten geeignet , wenn man nur eine kleine Bandbreite für die Übertragung der Grafikdaten hat.
Man sollte lieber das X11 Protokoll überarbeiten, damit der Bandbreitenverbrauch im Netzwerk nicht so hoch ist und nicht auf Netzwerktransparenz verzichten.

Ich möchte ein freies Unix und kein Windows !;-)


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    Von ui am Fr, 19. November 2010 um 19:21 #

    > Ich möchte ein freies Unix und kein Windows !;-)

    Mee to

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    Von glasen am Fr, 19. November 2010 um 19:22 #

    > Ich möchte ein freies Unix und kein Windows !;-)

    Und was hat das mit dem Thema zu tun?

    • 0
      Von DylanTh am Fr, 19. November 2010 um 20:30 #

      "Und was hat das mit dem Thema zu tun ?"

      Das X-Windowsystem ist für Unix 1986 (?) entwickelt worden und nicht für Windows.
      Wenn ich ein reines Desktopsystem nutzen will, dann kann ich auch Windows nutzen und muß nicht auf GNU/Linux umsteigen.
      Die Unixsysteme selbst sind nicht als reine Desktopsysteme entwickelt worden.

      Ich kann beispielsweise ein Programm , den X-Client, auf dem Server laufen lassen , und die Ausgabedaten von diesem Programm auf einen anderen Desktop mit Hilfe von X11 Forwarding darstellen lassen. Für solche Anwendungen ist diese Netzwerktransparenz entwickelt worden. Das X-Windowsystem selbst ist eine Client-Serveranwendung.
      Unter Windows kann ich den Desktop fernsteuern aber ich kann nicht die Ausgabe von einem Programm auf einen anderen Desktop umleiten.

      Beispielsweise steht in einer Abteilung ein PC mit einem angeschlossenem Umweltmeßgerät. Die Ausgabe der Meßdaten wird auf dem Desktop dargestellt. Jetzt möchte ich das dieses eine Programmfenster auf einem anderen Desktop in einer anderen Abteilung dargestellt wird. Ich muß keine Client-Serveranwendung programmieren, sondern ich kann einfach die Ausgabe von diesem einen Programmfenster auf den anderen Desktop umleiten. Das geht nur deshalb , weil das X-Windowsystem von Unix oder Linux eine Client-Serveranwendung ist.

      • 1
        Von glasen am Fr, 19. November 2010 um 21:22 #

        > Die Unixsysteme selbst sind nicht als reine Desktopsysteme entwickelt worden.

        Nö, Unix wurde dafür entwickelt um "Space Travel" auf einer PDP-7 spielen zu können.

        > Unter Windows kann ich den Desktop fernsteuern aber ich kann nicht die Ausgabe von einem Programm auf einen anderen Desktop umleiten.

        Und wo genau liegt jetzt praktisch gesehen der Unterschied? Bei beiden Lösungen kann ich über das Netzwerk eine Anwendung auf einem entfernten Rechner bedienen und mir dessen Ausgaben anschauen.

        Zudem kann man unter Windows auch einzelne Anwendungen über das Netz benutzen, ohne gleich den ganzen Desktop aufrufen zu müssen. Das nennt sich dann "SeamlessRDP" und wird z.B. auch vom freien "rdesktop" unterstützt :

        http://www.cendio.com/seamlessrdp/

        > Beispielsweise steht in einer Abteilung ein PC mit einem angeschlossenem Umweltmeßgerät. Die Ausgabe der Meßdaten wird [..]

        Und wo liegt das Problem dieses per RDP zu machen? Vor allem weil RDP den Vorteil hat, das die Anwendung nach dem Beenden der RDP-Sitzung einfach weiterläuft. Dein Beispiel funktioniert unter dem nackten X11 nämlich nicht. Startet man dort eine Anwendung übers Netzwerk, dann ist diese quasi an den Client gebunden. Man kann sie nicht einfach so mal auf einen anderen Client verlegen. Man benötigt dafür, um so etwas zu ermöglichen, eine Erweiterung wie z.B. NX.

        Die Netzwerktransparenz von X11 ist schon lange kein Alleinstellungsmerkmal mehr auch wenn das einige ideologisch verbohrte Betonköpfe nicht einsehen wollen.

        Netzwerktransparenz ist ein nützliches Feature, nur ist die X11-Version davon schon lange nicht mehr die einzige leistungsfähige Variante.

        • 0
          Von Markus  am Sa, 20. November 2010 um 02:49 #

          Dann ist Dir auch hoffentlich bewußt, daß bei SeamlessRDP jedes gestartete Programm jeweils eine komplette Windows-Sitzung startet und nicht bloß das Programm, welches Du aufgerufen hast. Übrigens auch Citrix-Server haben das selbe Problem beim starten einer einzelnen Anwendung.

          Wenn ich das gleiche unter Unix mache, dann habe ich höchstens eine Shell remote per SSH oder Telnet geöffnet; nie aber wird dort eine komplette Desktop-Sitzung im Hintergrund mitgeladen.

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            Von pvb123 am Sa, 20. November 2010 um 09:03 #

            > Wenn ich das gleiche unter Unix mache, dann habe ich höchstens eine
            > Shell remote per SSH oder Telnet geöffnet; nie aber wird dort eine
            > komplette Desktop-Sitzung im Hintergrund mitgeladen.
            Leider scheint das heute nur noch Wenigen bewusst zu sein.
            Bei KDE Programmen hat man heute schon Probleme mit der Netzwerktransparenz, weil die Programme die ganze Server Infrastuktur von KDE benötigen, um zu laufen. Das ist nicht unbedingt gegeben, wenn man sich mit ssh -X remote einloggt.

            Da sind mir dann reine Qt Programme lieber.

        0
        Von pvb123 am Sa, 20. November 2010 um 08:49 #

        > Das X-Windowsystem ist für Unix 1986 (?) entwickelt worden und
        > nicht für Windows.
        Die Zeit müsste so ungefähr stimmen.
        Da war aber noch maßgeblich Digital Eqipment (DEC) mit VAX/VMS mit beteiligt. Mein erster Kontakt zu x-windows war unter VMS und da war DECnet als Transportschicht drin. Später konnte man dann zwischen TCP und DECnet wählen.

        SET DISPLAY/CREATE/NODE=adresse/TRANSPORT=TCPIP

        PS:
        Windows, wenn überhaupt, hatte da noch Version 1.0 und war sogar GEM von Digital Research hoffnungslos unterlegen.

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Von DriverDevel am Fr, 19. November 2010 um 22:00 #

Damit man vor über 10 Jahren (1999 also) mit der damaligen Wine-Version einen OpenGL-basierten (oder war's doch DirectX?) "second world"-Clone über Weitverkehrsnetz mit voller Geschwindigkeit laufen lassen kann ;-)
(IIRC damals bereits mit ssh -C -X).

Da ich kein Bandbreitenschwein bin (naja sein will), hab ich's dann aber doch schnell wieder sein lassen ;)

P.S.: ja, das war zu Wine-Development-Zwecken - ein normalsterblicher Anwender macht solch kranke Sachen hoffentlich nicht :)

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Von traxanos am Sa, 20. November 2010 um 09:48 #

Es ist mal wieder typisch. Wenn Benutzer oder Entwickler oder wer auch immer nach Konzepten oder Funktion fragt erhält immer die Antwort: "Mach selber.", "Ist OS wenn dir was nicht passt, mach es anders"...

Jetzt kommt da jemand her, dem der X11 voll gegen den Strich geht und sagt ich mach es anders. Und auf einmal findet das Konzept Unterstützung. Und was passiert. "Wie kann der blos", "Was soll das", "Das ist doch ein Killerfeature".

Dabei ist es nicht einmal fertig! Außerdem find ich das N.T. so was von über trieben ist, obwohl ich selber täglich damit arbeite weil ich es Praktisch finde und keine schöne alternative habe. Das heißt aber nicht das es keine geben kann. Ich bin sogar der Auffassung das er nicht weit genug gegangen ist. Für mich müsste in Wayland noch ein Druck-, File- sowie ein Audio-Layer rein.

Und wenn es euch nicht passt, macht es anders!

Das was viele vergessen ist, man muss auch mal paar Schritt zurück gehen, um viele Schritte nach vorne zu gehen.

PS: Die Umfrage ist schlecht. Man hätte fragen sollen, wie wichtig es einem ist.

  • 1
    Von pvb123 am Sa, 20. November 2010 um 11:04 #

    > PS: Die Umfrage ist schlecht.
    > Man hätte fragen sollen, wie wichtig es einem ist.

    Das Thema Netzwerktransparenz ist SEHR wichtig in einer verteilten Welt, erst recht, wenn nun auch noch die Wolken aufziehen.

    - Man kann das alphanumerisch in einem Terminal erreichen
    - Man kann das mit X11 erreichen
    - Man kann das mit RDP erreichen
    - Man kann das mit Internet Browsern erreichen

    Mir hat das alles nicht gereicht.
    Deshalb wurde http://pvbrowser.org entwickelt.

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Von theBohemian am Sa, 20. November 2010 um 12:06 #

http://lwn.net/Articles/413335/

Im übrigen ist es so, dass MeeGo sich vor allem für die Nicht-X11 Lösung interessiert, weil direkter Zugriff auf die Display Hardware in der Embedded Welt einfach Trumpf ist. Android schreibt auch direkt in den Framebuffer und startet nicht erst ein X11. Unter Maemo5 habe ich von der Netzwerktransparenz nichts, weil bestimmte Bibliotheken, die im Zusammenspiel mit 'ssh -X' gebraucht werden nicht in der Distribution sind.

Dieses Geschrei und Geplärre um X11/X.ORG ist total albern: Niemand nimmt euch die Computer weg, die gerade vor eurer Nase stehen. Da probieren nur einige tüchtige Leute etwas Neues aus und wollen damit ein spezifisches Problem lösen.

Im übrigen ist man auch im Fedora-Lager an Wayland interessiert und diesen Satzteil kann ich nur unterstreichen: 2and the downsides are pretty negligible despite
the fear from the peanut gallery."

Und was ich an dieser Stelle auch noch nie erwähnt gefunden habe: Es gibt da draussen eine Welt wo richtig viel Kohle mit GNU/Linux und freier Software verdient wird. Und dieser Teil der Gemeinschaft gibt auch die Richtung an in die entwickelt wird.

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    Von bla am Sa, 20. November 2010 um 14:47 #

    Und was ich an dieser Stelle auch noch nie erwähnt gefunden habe: Es gibt da draussen eine Welt wo richtig viel Kohle mit GNU/Linux und freier Software verdient wird. Und dieser Teil der Gemeinschaft gibt auch die Richtung an in die entwickelt wird.

    Das würde ich so pauschal nicht sagen. Beispiel Linux Kernel 2.6.35: den größten Anteil an allen Contributions haben mit ~16-17% die `Freiwilligen', danach kommt Red Hat als aktivste Firma mit ~12-13%. Die Zahlen stammen aus dem Kernel Report von Jon Corbet und waren im Verlauf der letzten Jahre relativ gleichbleibend.

    Ach ja, der Begriff `Gemeinschaft' ist hier IMO deplatziert. Es gibt keinen Gemeinschaftssinn. Viele dieser Firmen setzen auf Open Source (`Freie Software' vermeide ich an dieser Stelle) weil es sich rechnet, und aus keinem anderen Grund. Red Hat ist darunter eine, wenngleich bedeutende, Ausnahme. Mag etwas pedantisch sein, aber heutzutage wird alles Mögliche als Gemeinschaft bezeichnet, das überhaupt keine ist.

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Von Persson am Sa, 20. November 2010 um 20:00 #

Es braucht Netzwerktransparenz nicht mehr. Wer seine Apps über das Netzwerk steuern will, mach das z.B. mit einem integriertem Webserver. Das geht z.B. mit web2py ganz einfach und es ist eleganter, weil solche Frameworks dann auch gleich RPC anbieten.


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    Von Markus  am Sa, 20. November 2010 um 22:03 #

    > Das geht z.B. mit web2py ganz einfach und es ist eleganter, weil solche Frameworks dann auch gleich RPC anbieten.

    Und wie soll man damit z.B. den "MySQL Administrator" auf einen entfernten Datenbank-Server starten, um sich beispielsweise den Traffic-Graph anzusehen.

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    Von unreal am So, 21. November 2010 um 13:32 #

    Kann ich damit Wireshark betreiben?
    Kann ich damit den Oracle Installer verwenden?
    Kann ich damit RDP Client, Webbrowser durch SSH (oder ähnliches) tunneln? (weil gerade der Provider oder die vorhandene Netzwerkinfrastruktur nicht mitspielen)

    Was genau macht deine Lösung bei oben angegebenen Fragen besser als die Netzwerktransparenz von X11?

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Von Christoph Bartoschek am So, 21. November 2010 um 13:46 #

Bei uns im Institut wird die Netzwerkfähigkeit von X11 stark genutzt.

Wir haben drei Loginrechner, an die sich alle Leute anmelden können. Die Anmeldung geschieht über Igel X11-Thin-Clients (ungefähr 50 Stück). Keiner hat einen eigenen PC. Die Vorteile liegen bei der Wartung, beim einheitlichen Softwarestand und bei der Geschwindigkeit.

Das ist die erste Anwendung für Netzwerkfähigkeit, bei der es aber auch ausreicht, den ganzen Desktop zu verteilen. Hier muss ich aber auch sagen, dass ich von VNC oder NX nicht begeistert bin. Zwar haben diese den Vorteil, dass eine Session einen Clientabsturz überlebt, aber es gibt ständig Darstellungsfehler oder -artefakte. Im LAN empfinde ich beide langsamer als natives X11.

Dann gibt es eine Menge von Rechenrechnern, auf denen sich jeder einloggen kann und unsere Anwendungen starten kann. Hier wird extensiv die Möglichkeit genutzt die graphische Oberfläche einer Anwendung auf den Loginscreens anzeigen zu lassen.

Das ist die zweite Anwendung für die Netzwerkfähigkeit von X11, die ich nicht missen möchte. Vor allem möchte man nicht auf jedem Rechenrechner eine eigene Session starten oder ähnliches. Egal, was eine Neuentwicklung bringt, sowas sollte ohne dedizierten Server ganz einfach funktionieren.

Noch was zur Geschwindigkeit. Ich habe das Gefühl, dass die Netzwerkunterstützung bei X11 und den Anwendungen schon länger leidet. Wir hatten mit KDE 3.4/5 und den damaligen X11-Versionen (war es noch XFree86?) überhaupt keine Probleme. Der Desktop war übers LAN so schnell wie auf einem lokalen Rechner. Mit KDE 4 und neueren X.org-Versionen ist der Desktop übers Netzwerk kaum nutzbar. Alles ist unendlich träge, Fenster werden nur langsam neugemalt, Input per Maus oder Tastatur verzögert sich.

Bei uns sind alle Anwender weg von KDE hin zu XFCE. Das ist der einzige brauchbare Desktop. GNOME ist noch schlimmer als KDE 4. Anwendungen wie Firefox oder Thunderbird sind fürchterlich. Selbst IceWM macht einen langsamen Eindruck. Wenigstens liegt es nicht direkt an den Anwendungen. So sind kdevelop und konqueror unter XFCE schnell genug.

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    Von hennes am Mo, 22. November 2010 um 02:21 #

    Sicher, wenn die Clients so dünn sind, dass da nichtmal Anwendungsprogramme drauf sind, liegt X11 design-bedingt vermutlich im Vorteil. Allerdings glaube ich, dass dieses Problem bald obsolet wird. Immer mehr Anwendungen werden als Webanwendung geschrieben, weil das einfach noch mehr Flexiblität verspricht und sich die Wartung nochmals vereinfacht.

    >Wenigstens liegt es nicht direkt an den Anwendungen. So
    >sind kdevelop und konqueror unter XFCE schnell genug.
    Wohl eher am X11. Die Oberflächen von Firefox, Thunderbird und KDE sind aufwändig zu rendern. KDE4 macht es so gesehen nur noch "schlimmer". XFCE ist von der Oberfläche eher einfach bestückt.

    Mal abgesehen davon habe ich letztens in einem Artikel gelesen, dass die meisten modernen Programme für X11 das Rendering fast vollkommen selbst übernehmen und vereinfacht gesprochen nur noch Bitmaps an X11 senden. Aus dem einfachen Grund, weil X11 nur für GUI-Elemente aus den frühen 90ern optimiert ist. Dementsprechend wurde auch argumentiert, dass das Argument mit der Netzwerktransparenz hinfällig sei.

    BTW: Bist du sicher, dass X11 resp. VNC bei euch optimal konfiguriert sind?

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      Von unreal am Mo, 22. November 2010 um 15:55 #

      Eine Webanwendung kann nur bedingt X11 Programme ersetzen.

      Für einen Linux/UNIX/BSD Admin ist ein simples "ssh -X" einfach nicht zu ersetzen! Ohne die Kombination von ssh und X11 funktioniert einiges an Remoteadministration nicht mehr oder nur über viel schlechtere Alternativen.

      Auch wenn die Implementation vielleicht nicht zeitgemäß ist, so wird die Funktionalität täglich millionenfach verwendet.

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      Von Christoph Bartoschek am Mo, 22. November 2010 um 22:20 #

      Ich denke auch, dass sich Webanwendungen weiter verbessern und durchsetzen. Der Browser tritt bald so in den Hintergrund, dass man nur noch das Webanwendungsfenster hat.

      Und siehe da, wir haben X neu implementiert. Statt auf dem X11-Protokoll basiert es dann auf HTTP, XML und JavaScript. :)

      Die Geschichte der IT ist schon immer nur alter Wein in neuen Schläuchen gewesen.

      Ob unser X11 oder VNC optimal konfiguriert sind, kann ich nicht sagen. Aber ich denke, dass man bei X11 nicht viel falsch machen kann. VNC ist ein teuflisches Biest und da möchte ich keine Hand ins Feuer legen.

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