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Thema: Braucht eine grafische Oberfläche Netzwerktransparenz?

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Von DylanTh am Fr, 19. November 2010 um 20:30 #

"Und was hat das mit dem Thema zu tun ?"

Das X-Windowsystem ist für Unix 1986 (?) entwickelt worden und nicht für Windows.
Wenn ich ein reines Desktopsystem nutzen will, dann kann ich auch Windows nutzen und muß nicht auf GNU/Linux umsteigen.
Die Unixsysteme selbst sind nicht als reine Desktopsysteme entwickelt worden.

Ich kann beispielsweise ein Programm , den X-Client, auf dem Server laufen lassen , und die Ausgabedaten von diesem Programm auf einen anderen Desktop mit Hilfe von X11 Forwarding darstellen lassen. Für solche Anwendungen ist diese Netzwerktransparenz entwickelt worden. Das X-Windowsystem selbst ist eine Client-Serveranwendung.
Unter Windows kann ich den Desktop fernsteuern aber ich kann nicht die Ausgabe von einem Programm auf einen anderen Desktop umleiten.

Beispielsweise steht in einer Abteilung ein PC mit einem angeschlossenem Umweltmeßgerät. Die Ausgabe der Meßdaten wird auf dem Desktop dargestellt. Jetzt möchte ich das dieses eine Programmfenster auf einem anderen Desktop in einer anderen Abteilung dargestellt wird. Ich muß keine Client-Serveranwendung programmieren, sondern ich kann einfach die Ausgabe von diesem einen Programmfenster auf den anderen Desktop umleiten. Das geht nur deshalb , weil das X-Windowsystem von Unix oder Linux eine Client-Serveranwendung ist.

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    Von glasen am Fr, 19. November 2010 um 21:22 #

    > Die Unixsysteme selbst sind nicht als reine Desktopsysteme entwickelt worden.

    Nö, Unix wurde dafür entwickelt um "Space Travel" auf einer PDP-7 spielen zu können.

    > Unter Windows kann ich den Desktop fernsteuern aber ich kann nicht die Ausgabe von einem Programm auf einen anderen Desktop umleiten.

    Und wo genau liegt jetzt praktisch gesehen der Unterschied? Bei beiden Lösungen kann ich über das Netzwerk eine Anwendung auf einem entfernten Rechner bedienen und mir dessen Ausgaben anschauen.

    Zudem kann man unter Windows auch einzelne Anwendungen über das Netz benutzen, ohne gleich den ganzen Desktop aufrufen zu müssen. Das nennt sich dann "SeamlessRDP" und wird z.B. auch vom freien "rdesktop" unterstützt :

    http://www.cendio.com/seamlessrdp/

    > Beispielsweise steht in einer Abteilung ein PC mit einem angeschlossenem Umweltmeßgerät. Die Ausgabe der Meßdaten wird [..]

    Und wo liegt das Problem dieses per RDP zu machen? Vor allem weil RDP den Vorteil hat, das die Anwendung nach dem Beenden der RDP-Sitzung einfach weiterläuft. Dein Beispiel funktioniert unter dem nackten X11 nämlich nicht. Startet man dort eine Anwendung übers Netzwerk, dann ist diese quasi an den Client gebunden. Man kann sie nicht einfach so mal auf einen anderen Client verlegen. Man benötigt dafür, um so etwas zu ermöglichen, eine Erweiterung wie z.B. NX.

    Die Netzwerktransparenz von X11 ist schon lange kein Alleinstellungsmerkmal mehr auch wenn das einige ideologisch verbohrte Betonköpfe nicht einsehen wollen.

    Netzwerktransparenz ist ein nützliches Feature, nur ist die X11-Version davon schon lange nicht mehr die einzige leistungsfähige Variante.

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      Von Markus  am Sa, 20. November 2010 um 02:49 #

      Dann ist Dir auch hoffentlich bewußt, daß bei SeamlessRDP jedes gestartete Programm jeweils eine komplette Windows-Sitzung startet und nicht bloß das Programm, welches Du aufgerufen hast. Übrigens auch Citrix-Server haben das selbe Problem beim starten einer einzelnen Anwendung.

      Wenn ich das gleiche unter Unix mache, dann habe ich höchstens eine Shell remote per SSH oder Telnet geöffnet; nie aber wird dort eine komplette Desktop-Sitzung im Hintergrund mitgeladen.

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        Von pvb123 am Sa, 20. November 2010 um 09:03 #

        > Wenn ich das gleiche unter Unix mache, dann habe ich höchstens eine
        > Shell remote per SSH oder Telnet geöffnet; nie aber wird dort eine
        > komplette Desktop-Sitzung im Hintergrund mitgeladen.
        Leider scheint das heute nur noch Wenigen bewusst zu sein.
        Bei KDE Programmen hat man heute schon Probleme mit der Netzwerktransparenz, weil die Programme die ganze Server Infrastuktur von KDE benötigen, um zu laufen. Das ist nicht unbedingt gegeben, wenn man sich mit ssh -X remote einloggt.

        Da sind mir dann reine Qt Programme lieber.

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    Von pvb123 am Sa, 20. November 2010 um 08:49 #

    > Das X-Windowsystem ist für Unix 1986 (?) entwickelt worden und
    > nicht für Windows.
    Die Zeit müsste so ungefähr stimmen.
    Da war aber noch maßgeblich Digital Eqipment (DEC) mit VAX/VMS mit beteiligt. Mein erster Kontakt zu x-windows war unter VMS und da war DECnet als Transportschicht drin. Später konnte man dann zwischen TCP und DECnet wählen.

    SET DISPLAY/CREATE/NODE=adresse/TRANSPORT=TCPIP

    PS:
    Windows, wenn überhaupt, hatte da noch Version 1.0 und war sogar GEM von Digital Research hoffnungslos unterlegen.

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