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Thema: Braucht eine grafische Oberfläche Netzwerktransparenz?

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Von gustl am Mo, 22. November 2010 um 22:18 #

Sehe ich genau so

In einer Transitionsperiode werden wir gar nicht viel von Wayland bemerken, weil ohnehin alle Applikationen X Clients sind, und der XServer den Wayland Compositor anspeist. Ob die Anwendung also remote gestartet wurde oder nicht ist für diesen Fall egal.

Ganz anders wird es, wenn die Anwendungen zunehmend zu direkten Wayland Clients werden, dann ist es, zumindest so wie ich es verstanden habe, mit der Netzwerktransparenz vorbei, weil die Waylandclient --> Waylandcompositor Verbindung nicht Netzwerktransparent zu sein scheint

Für mich ist es aber essentiell, dass ich JEDE grafische Anwendung auf einem anderen Rechner starten kann und das Fenster dazu auf meinem Desktop habe, ohne dass der User der vor dem anderen Rechner sitzt das mitbekommt.

Ich finde man sollte in Wayland ein sehr rudimentäres Netzwerkprotokoll einführen, so dass die Verbindung Client --> Compositor Netzwerktransparent wird. Gut wäre da ein Buffer Rendering auf Clientseite (dann kann es die dortige Hardware benutzen), und das fertige Bild wird dann an den Compositor geschickt. Als vollständig neues Protokoll könnte man das dann so effizient wie NoMachine NX gestalten, was in Kombination mit clientseitigem Rendering 3D Anwendungen über ISDN Leitungen ermöglichen würde.

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    Von 1ras am Do, 25. November 2010 um 01:17 #

    Ich möchte sogar noch weiter gehen, meines Erachtens ist Wayland der falsche Ansatz. Das Problem ist, dass immer mehr Grafikfunktionen in den Toolkits (GTK, Qt) durchgeführt werden welche an den X-Server nur noch fertige Bitmapgrafiken übertragen und die Grafikfunktionen des X-Servers nicht mehr nutzen. Der Grund dafür ist, dass die Grafikfunktionen des X-Servers nicht mehr ausreichend sind, um heutigen Anforderungen zu genügen.

    Der Ansatz von Wayland ist nun keine Grafikfunktionen mehr zur Verfügung zu stellen sondern nur noch fertige Bitmapgrafiken entgegen zu nehmen und anzuzeigen.

    Ich würde es stattdessen für sinnvoller erachten, das grundlegende Problem zu lösen und dem X-Server wieder brauchbare Grafikfunktionen beibringen, so dass diese von den Toolkits entsprechend genutzt werden können. Die Toolkits müssen natürlich dazu angehalten werden, diese dann auch zu nutzen.

    Damit gäbe es wieder - so wie im ursprünglichen Design von X11 vorgesehen - eine zentrale Instanz welche für das Zeichnen der Grafiken zuständig wäre und das Protokoll wäre entsprechend effizient übers Netzwerk zu übertragen.

    Die Netzwerkfähigkeit vom Toolkit abhängig zu machen, so wie es einige vorgeschlagen haben, halte ich hingegen für keine gute Idee. Damit kann man keine Netzwerktransparenz erreichen, da immer Toolkits dabei sein werden, die diese Funktionalität nicht anbieten. Vom Chaos der unterschiedlichen Implementierungen ganz zu schweigen.

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