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Thema: Zogen Sie Konsequenzen aus der Übernahme von GitHub?

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Von kraileth am Mo, 15. April 2019 um 08:09 #

Aus meiner Sicht ist die Strukturfrage keine Frage an sich, sondern muß in Hinblick auf jeweilige Voraussetzungen gesehen werden. Wenn es um die Ausfallsicherheit geht, ist ein verteilter Ansatz definitiv zu bevorzugen, da stimme ich zu. Sofern es aber um die einfache wechselseitige Mitarbeit zwischen verschiedenen Open-Source-Projekten gehen soll, hat eine gewisse Zentralisierung ihre Vorteile: Mit einem GH-Account kann ich bei zigtausenden von Projekten einen Fehler melden / Verbesserungsvorschläge machen oder einen Pull Request setzen.

Bei ausreichend motivierten und üppig mit Freizeit ausgestatteten Open-Source-Entwicklern ist es kein Problem, sich im Bug-Tracker von dutzenden oder hunderten von Projekten zu registrieren, im Fall der Fälle anzumelden und einen Report zu schreiben. Die Hürde, eine kleine Änderung einzubringen, ist unterschiedlich hoch: Von relativ einfach und recht schnell durchgeführt bis ziemlich kompliziert und mit hohem Aufwand verbunden. Anders im Falle von GH.

Daß es besser ginge (z.B. unterschiedliche Plattformen mit offenen Schnittstellen!) sei nicht bestritten. Ich nutze GH auch nicht, weil ich es abgöttisch liebe, sondern weil es aus pragmatischen Gesichtspunkten das beste ist, was wir derzeit haben - wie gesagt, ich unterstütze eine Alternative. Aber ich muß auch sagen, daß ich den Einwand gegen die Zentralisierung in diesem Fall für etwas weniger stichhaltig erachte - immerhin geht es um Git. Wenn GH über Nacht verschwände, ginge an Quellcode und Historie wahrscheinlich nahezu nichts endgültig verloren, da auf den Platten vieler Nutzer komplette Kopien der Repos sind. Was verloren ginge, wären gemeldete Fehler usw. (was bei Fossil z.B. nicht der Fall wäre, da auch Wiki-Einträge usw. zum Repo gehören) und für einige Tage dürfte Chaos herrschen, wenn für die Paketierer die Distfiles nicht wie gewohnt erreichbar sind. Sicherlich nicht schön, aber ein viel geringeres Risiko als die Bedrohung durch das Verschwinden von Seiten wie Source Forge, wo immernoch recht viele Projekte Subversion nutzen, mit zentralen statt verteilten Repos.

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    Von 1ras am Mo, 15. April 2019 um 16:33 #

    Unbestritten hat eine Zentralisierung immer auch Vorteile, sonst würde sie erst gar nicht entstehen. Nur haben die Vorteile eben ihren Preis. Git ist dabei nicht das Problem sondern der darum herum geschaffene Lock-In-Effekt. Und natürlich erschwert Zentralisierung immer auch das Überleben möglicher Alternativen.

    Wenn übrigens Quellcode verwaister Projekte noch irgendwo bei den (ehemaligen) Nutzern auf deren Festplatten rumliegt, hilft dir dies erstmal nichts. Die Frage ist immer, ob dieser auch wieder den Weg zurück ins Netz findet.

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